

PV-Anlage planen: Wann es sich lohnt, selbst Strom zu erzeugen.
Du hast ein eigenes Dach und spielst mit dem Gedanken, eine Photovoltaikanlage draufzupacken und deinen eigenen Strom zu erzeugen? Gute Idee. Hier erfährst du die wichtigsten Schritte, um die Sache richtig anzugehen. Ist ja schließlich auch ein großes Projekt.
Lohnt sich eine PV-Anlage jetzt noch?
Klare Antwort: ja. Auch 2026 und weiterhin wird sich eine PV-Anlage für dich lohnen. Es kommt natürlich auf die genauen Umstände und deine Situation an. Damit es rentabel ist, sollte man einen hohen bis sehr hohen Eigenverbrauch des PV-Stroms haben. Das gelingt am besten mit einem Batteriespeicher, der richtigen Dimensionierung des gesamten Systems (PV-Anlage und Speicher) und wenn gewünscht mit einem Energiemanagementsystem.
Kurz gesagt: Eine PV-Anlage lohnt sich auf jeden Fall, wenn du viel deines PV-Stroms selbst verbrauchst – und nicht einspeist. Beim Eigenverbrauch wird möglichst viel Solarstrom selbst genutzt – entweder direkt zum Zeitpunkt der Erzeugung oder über einen Stromspeicher zwischengespeichert.
Was bei Planung und Installation der PV-Anlage wichtig ist.
Worauf kommt es an, wenn du eine PV-Anlage installieren willst, worauf muss ich achten? Ein paar wichtige Dinge solltest du unbedingt vorab checken, bevor die exakten Planungen starten. Zunächst ist es elementar, dass du deinen Strombedarf kennst. Denn der hat Auswirkungen darauf, wie groß die PV-Anlage ausfallen sollte, um möglichst viel deines Strombedarfs selbst zu decken. Daneben wichtig als Voraussetzung: Welche Neigung und Ausrichtung hat dein Dach? Sind die Dachflächen zum Teil verschattet durch andere Gebäude oder Bäume? Brauchst du einen Batteriespeicher und falls ja, wie groß soll dessen Kapazität ausfallen? Hier sind die wichtigsten Antworten zu den Grundvoraussetzungen.
Welche Voraussetzungen für eine Solaranlage erfüllt sein sollten.
- Dachneigung: Optimal für deine PV-Anlage sind eine Südausrichtung und eine Dachneigung von rund 30 Grad. Neigungen unter 25 oder über 60 Grad können den Ertrag aus der Solaranlage um bis zu zehn Prozent verringern, so die Verbraucherzentrale.
- Dachausrichtung: Wie gesagt, ist die Südausrichtung für den Ertrag am besten. Allerdings sind auch nach Osten und Westen ausgerichtete Dächer sehr geeignet für PV-Anlagen. Zum einen, weil der meiste Strombedarf in der Regel ohnehin in die Morgen- und Abendstunden fällt, aber auch weil du in Kombination mit Batteriespeicher den PV-Strom bei einer Südost- bis Ostausrichtung bspw. für später am Tag speichern kannst.
- Verschattung: Bei der Planung und Installation einer PV-Anlage solltest du auf Verschattung auf dem Dach achten. Mögliche Gründe für Verschattung können Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder Satellitenschüsseln sein, die zu Ertragsverlusten führen, was du natürlich vermeiden willst.
Mit diesen Maßnahmen vermeidest du Ertragsverluste bei Verschattung:
- Verschattungsanalyse: Vor der Installation kannst du eine Simulation (3D-Modell) durchführen, um Schattenwürfe zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten zu analysieren und in den Ertrag mit einzuberechnen.
- Verschattungsquellen beseitigen: Wenn möglich Bäume zurückschneiden oder bspw. Satellitenschüssel versetzen, um Schatten zu vermeiden.
- Modulanordnung optimieren: Dauerhaft verschattete Dachbereiche solltest du freilassen.
- Technische Lösungen nutzen wie Leistungsoptimierer: PV-Module können einzeln angesteuert werden, damit ein verschattetes Modul nicht den gesamten String herunterzieht.
Strombedarf ermitteln und richtige Größe der Solaranlage planen.
Den potenziellen Jahresstromertrag, den das Solar-Kataster für deinen Wohnort angibt, gleichst du mit deinem eigenen Jahresstromverbrauch ab. Deinen aktuellen Verbrauch findest zum Beispiel auf der letzten Stromrechnung. Nach einer Faustformel benötigst du bei deiner Photovoltaikanlage pro 1.000 Kilowattstunden etwa 1 kWp Leistung, für die du etwa 6 m² belegbare Dachfläche benötigst. Folgende Anlagengrößen gibt etwa die Beratungsstelle CO2online für Haushaltsgrößen an.
| Stromverbrauch | Benötigte Leistung | Benötigte Dachfläche | |
|---|---|---|---|
| 2-Personen-Haushalt | 3.000 - 3.500 kWh/Jahr | 4 kWp | ca. 24 m² |
| 4-Personen-Haushalt | 4.000 - 5.100 kWh/Jahr | 6 kWp | ca. 36 m² |
| 4-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe | 7.640 - 10.700 kWh/Jahr | 11 kWp | ca. 66 m² |
Für einen 4-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 bis 5.000 kWh sollte es also schon eine 6-kWp-Anlage sein. Allerdings sollte man bei der Planung einer PV-Anlage auch in die Zukunft blicken. Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine Wallbox fürs E-Auto zu installieren oder bald von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe umzusteigen, wird dein Stromverbrauch ordentlich in die Höhe schießen. Eventuell ein Speicher und eine ausreichend große Solaranlage sind dann zentral für die Stromversorgung.
Berechne deinen Ökostromtarif.
Wann sich die PV-Anlage lohnt: Alles zu Eigenverbrauch, Vergütung und Steuerbefreiung.
Hier spielen erstmal sehr viele Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich lohnt es sich aber auch trotz gesunkener Einspeisevergütung. Auch wenn du durch politische Debatten verunsichert sein solltest, kannst du dir sicher sein, dass sich eine Solaranlage (immer noch) lohnt (gerade wenn Energiepreise aufgrund von Krisen und Kriegen wieder mal unberechenbar werden).
Nicht nur fürs Klima, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnen sich Photovoltaikanlagen. Du wirst dadurch autarker und benötigst weniger teuren Strom aus dem Netz.
Ganz allgemein kannst du die Kosten deiner Solaranlage an deren Nennleistung in Kilowatt-Peak festmachen. Es gibt Module in unterschiedlichen Leistungsklassen und Qualitäten. Je nach Qualität pro einem Kilowatt-Peak solltest du mit Anschaffungskosten zwischen 1.000 und 1.800 Euro pro kWp rechnen. Die Planungs- und Montagekosten sind darin schon enthalten.
Amortisation: Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr lohnt es sich.
Damit es sich richtig lohnt, ist es ratsam, einen großen Teil deines PV-Stroms vom Dach selbst zu verbrauchen und nicht einzuspeisen. Daher ist der Stromverbrauch im Haushalt ein wichtiger Faktor, genauso wie ein hoher Eigenverbrauch und die Nutzung eines Speichers. In der Tabelle siehst du, welche Einspeisevergütung aktuell 2026 und im Jahr 2027 bei Teileinspeisung mit Eigenverbrauch gilt.
Tabelle: Höhe der Einspeisevergütung für PV-Anlagen 2026 und 2027.
| Zeitraum | Anlagengröße | Teileinspeisung mit Eigenverbrauch |
|---|---|---|
| 1. Februar bis 31. Juli 2026 | bis 10 kWp | 7,79 ct/kWh |
| bis 40 kWp | 6,74 ct/kWh | |
| bis 100 kWp | 5,50 ct/kWh | |
| 1. August bis 31. Januar 2027 | bis 10 kWp | 7,71 ct/kWh |
| bis 40 kWp | 6,67 ct/kWh | |
| bis 100 kWp | 5,45 ct/kWh |
Quelle: Kalkulation auf EEG-Basis, energie-experten.org, Stand: 2. April 2026.
Wichtig zu wissen bei der Einspeisevergütung: Die EEG-Novelle 2026 von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht Einschnitte bei der Förderung von Photovoltaik, insbesondere das mögliche Ende der festen Einspeisevergütung für Neuanlagen (!) und eine Reduzierung der maximalen Einspeiseleistung auf 50 % vor. Stand Anfang April ist das Ende der Einspeisevergütung zwar noch nicht beschlossen, aber in einem Entwurf des Wirtschaftsministeriums ist die Rede davon. Du fährst also gut damit, der Vergütung in deinen Finanz-Planungen keine allzu große Rolle einzuräumen.
Unsere Empfehlung: Wer sich noch eine garantierte Einspeisevergütung über 20 Jahre sichern will, sollte seine Entscheidung für den Kauf und die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage nicht unnötig hinauszögern und noch 2026 Nägel mit Köpfen machen.
Der PV-Strom vom Dach ist viel günstiger als Strom aus dem Netz. Rund 30 % des Stromverbrauchs kann bei einer typisch konzipierten Solaranlage direkt selbst verbraucht werden. Hast du dazu noch einen Batteriespeicher eingebaut, kannst du den Eigenverbrauch enorm steigern. Nebenbei erhöhst du mit dem PV-Strom vom Hausdach in Kombi mit einem Heimspeicher deinen Autarkiegrad deutlich (bis zu 70 % und mehr sind möglich), du bist also unabhängiger von teurerem Netzstrom (mehr dazu unten im Kapitel zu Batteriespeicher).
Solaranlage kann sich nach gut 10 Jahren und weniger amortisieren.
Wie viel Geld du mit einer PV-Anlage sparst und wann sie sich amortisiert, kannst du zum Beispiel online berechnen. Demnach amortisiert sich eine 10 Kilowattpeak-Anlage, die 15.000 Euro gekostet hat, bei einer Eigenverbrauchsquote von 30 % und einem Netz-Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde und einer Einspeisevergütung von 8,1 Cent pro Kilowattstunde nach 11 Jahren.
Typische Amortisationszeiten von PV-Anlagen:
- 7-Kilowatt-Anlage, kein Speicher: Amortisation zwischen 8 und 14 Jahren
- 7-Kilowatt-Anlage mit Speicher: Amortisationszeit zwischen 9 und 15 Jahren
- 10-Kilowatt-Anlage und Elektroauto, kein Speicher: Amortisationszeit zwischen 6 und 12 Jahren
Tipp: Mit dem Renditerechner der Stiftung Warentest kannst du ausrechnen, ob sich eine Photovoltaikanlage für dich lohnt. Wichtig: Der Rechner bietet eine gute Orientierung über den Verlauf deiner Investition und die Rentabilität der PV-Anlage – aber keine Sicherheit. Rechne am besten mehrere Szenarien durch.
Einspeisen oder selbst verbrauchen? Eigenverbrauch!
Die Verbraucherzentrale rät: Den günstig erzeugten PV-Strom selbst zu nutzen und so weniger Energie aus dem Netz zu beziehen, lohnt sich mehr, als möglichst viel davon einzuspeisen. Das wird schon beim Blick auf die Stromkosten klar: Strom vom eigenen Dach kostet dich bei einer Anlagengröße von 5 bis 10 Kilowattpeak (kWp) nur rund 10 Cent pro Kilowattstunde, während Strom aus dem Netz im Januar 2026 im Schnitt 37 Cent/kWh kostete (Quelle: BDEW-Strompreisanalyse).
Der Eigenverbrauch lässt sich steigern, indem du deinen Stromverbrauch in die Erzeugungszeiten deiner Solaranlage verlegst, also zum Beispiel die Wasch- und Spülmaschine in den Sonnenstunden anschaltest. Genauso macht es Sinn, dass Elektroauto dann zu laden, wenn die PV-Anlage viel Strom erzeugt.
Ein weiterer Tipp für mehr Eigenverbrauch ist ein Speicher. Stromspeicher können tagsüber aufgeladen werden und den gespeicherten Solarstrom in den Abendstunden – etwa fürs E-Auto oder die Waschmaschine – wieder zur Verfügung stellen. So kann dein Eigenverbrauch weiter erhöht und eine größere Unabhängigkeit vom Stromnetz erreicht werden. Beim Speicher ist allerdings auf die richtige Dimensionierung zu achten.
Wie oft willst du dich mit Energiethemen im Jahr beschäftigen?
Steuerbefreiung für neue Solaranlagen: Keine Einkommen- und Mehrwertsteuer.
Wichtig für die Finanzierung und Amortisation deiner PV-Anlage sind auch die aktuellen Steuerbefreiungen. Hier gibt’s gute Nachrichten, denn viele Solaranlagen sind aktuell weitgehend steuerfrei. Schon seit 2022 gilt eine Einkommensteuerbefreiung für PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhäuser und Gewerbe). Seit dem 1. Januar 2023 gilt ein Nullsteuersatz für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen (gilt auch für Balkonkraftwerke). So entfällt seit 2023 beim Kauf und der Installation die Mehrwertsteuer auf Solaranlagen. Wichtig für dich: Ab einer Leistung von mehr als 30 kWp ist deine Anlage nicht mehr steuerfrei.
Steuerbefreiungen für PV-Anlagen im Überblick:
- Einkommensteuer (seit 2022): Einnahmen aus dem Betrieb von Photovoltaikanlagen bis zu 30 kWp auf Einfamilienhäusern oder Nebengebäuden sind steuerfrei. Bei Mehrfamilienhäusern gilt dies für Anlagen bis 15 kWp pro Wohn-/Gewerbeeinheit.
- Umsatzsteuer bzw. Nullsteuersatz (seit 2023): Für Kauf, Lieferung und Installation von PV-Anlagen und Speichern fällt keine Umsatzsteuer (0% statt 19%) mehr an. Auch Betreiber von Bestandsanlagen können profitieren: Denn die Umsatzsteuerbefreiung gilt auch für den Austausch defekter Komponenten. Der Nullsteuersatz gilt unbefristet (mehr Infos hier).
Schnelle Amortisation: Was du mit überschüssigem PV-Strom tun kannst.

Überschüssigen Solarstrom kannst du gut zum Laden des Autos nutzen.
Produziert eine Solaranlage mehr Strom, als im eigenen Haushalt verbraucht wird, kann der überschüssige Strom auch ins öffentliche Netz eingespeist werden (besser ist aber der Eigenverbrauch). Der Strom wird dann vom Netzbetreiber abgenommen und vergütet. Die Höhe deiner Vergütung hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Zeitpunkt der Einspeisung und der Größe der PV-Anlage ab.
Überschüssigen Solarstrom kannst du auch clever selber nutzen statt ihn einzuspeisen. Besonders zwei Optionen hast du, um PV-Überschuss wirtschaftlich für dich zu nutzen:
- PV-Überschussladen mit Elektroauto: Hast du ein E-Auto, kannst du überschüssigen Solarstrom, der über den Strombedarf deines Haushalts hinausgeht, direkt zum Laden des E-Autos verwenden. Dafür ist nur eine spezielle Wallbox nötig, die diese Funktion integriert hat.
- Ab 1. Juni 2026 kommt mit Energy Sharing eine Option hinzu: Ab dann dürfen Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren überschüssigen Strom direkt mit Nachbarn teilen oder verkaufen. Möglich macht das eine Änderung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 42c EnWG), mit der Deutschland die EU-Vorgaben zu sogenannten Energiegemeinschaften umsetzt. Für beide Seiten kann das attraktiv sein: Du als Anlagenbetreiber bekommst häufig mehr Geld als bei der klassischen Einspeisevergütung, während Nachbarn lokalen PV-Strom günstiger beziehen können als Strom aus dem Netz.
Wann macht ein Batteriespeicher Sinn und wie groß sollte er sein?
Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch auf 50 bis 70 % erhöhen, die Anschaffung macht also Sinn, aber nicht für jeden. Gleiches kann mit einer Wallbox gelingen, wenn der (überschüssige) Solarstrom zum Aufladen eines Elektroautos genutzt wird. Für welche Haushalte aber lohnt sich ein Speicher nun?
Ein Batteriespeicher lohnt sich vor allem dann, wenn er gezielt die Eigenverbrauchsquote einer PV‑Anlage erhöht – also mehr des selbst erzeugten Stroms im Haushalt genutzt werden kann, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Sinnvoll ist das besonders für Haushalte, die tagsüber wenig Strom verbrauchen (z. B. weil alle außer Haus sind) und abends höhere Lasten haben.
Empfehlungen zur Dimensionierung aus der Praxis sind:
- Jahresstromverbrauch: Ab ca. 3.000 bis 4.000 kWh/Jahr kann ein Speicher wirtschaftlich sinnvoll sein.
- Speichergröße im Verhältnis zur PV‑Leistung: Häufig empfohlen werden 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp PV‑Leistung (Beispiel: 8 kWp PV → 8 bis 12 kWh Speicher)
- Richtige Planung und Dimensionierung: Möglichst gute Balance zwischen „zu klein“ (Speicher schnell voll) und „zu groß“ (Speicherkapazität bleibt ungenutzt) finden.
- Faustregel für die Praxis: Der Speicher sollte groß genug sein, um den Abend‑/Nachtbedarf bis zum nächsten Morgen abzudecken – nicht mehr.
Die passende Abstimmung aller Komponenten ist also wichtig, damit dein Photovoltaik-Stromspeicher-System wirtschaftlich ist und sich amortisiert. Bei der richtigen Planung und wenn du Großverbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto im Haus hast, sind mit Heimspeicher beachtliche Autarkiegrade möglich, wie eine Studie der HTW Berlin und unsere Grafik zeigen.
Rest-Strombedarf? Hier Tarif für Ökostrom berechnen.
Welche Photovoltaik-Förderungen es aktuell gibt.
Nutze beim Kauf einer Solaranlage staatliche Förderungen, um die Anschaffungskosten zu senken. Zudem amortisiert sich deine PV-Anlage auch schneller, wenn du von einer Förderung profitieren kannst. Die Förderlandschaft ist zum Teil etwas unübersichtlich, dazu kommt noch, dass es teils sowohl bundesweite Förderungen gibt als auch nur regionale bzw. lokale PV-Förderungen. Als erste Anlaufstelle empfehlen wir dir die Förderdatenbank des Bundes. In der Datenbank kannst du nach Stichworten und auch Bundesländern suchen und so aktuelle Förderungen finden, die etwa nur an deinem Wohnort verfügbar sind.
Regionale Photovoltaik-Förderungen gibt es etwa in Düsseldorf (derzeit pausiert), Frankfurt, Stuttgart und München. Achte aber darauf, ob die Förderprogramme noch gültig sind.
PV-Förderung der KfW-Bank nutzen (Kredit Nr. 270).
Die wohl wichtigste Förderung für PV-Anlagen ist die der KfW-Bank. Mit dem Förderkredit Erneuerbare Energien – Standard (Kredit Nr. 270) wird der Einbau von Solaranlagen, aber auch Speichern gefördert.
Mit dem Förderkredit 270 (Erneuerbare Energien – Standard) bezuschusst der Staat die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien einschließlich der zugehörigen Kosten für Planung, Projektierung und Installation. Neben Unternehmen richtet sich die PV-Förderung vor allem an Privathaushalte. Über die KfW-Bank kannst du dabei Folgendes fördern lassen:
- Errichtung einer Solaranlage auf Dächern & Fassaden
- Installation eines Batteriespeichers
Negative Strompreise: Was das Solarspitzengesetz für dich bedeutet.
Seit Februar 2025 gibt es das Solarspitzengesetz, das den Umgang mit Photovoltaik-Anlagen in Zeiten überlasteter Stromnetze neu regelt und den Eigenverbrauch fördern soll, um die Abregelung von Solaranlagen zu minimieren. Für Privathaushalte bedeutet das Solarspitzengesetz vor allem neue Regelungen bei der Vergütung von eingespeistem Strom bei neuen Solaranlagen. Bestandsanlagen sind nicht betroffen.
Die wichtigsten Änderungen und Auswirkungen für Privathaushalte:
- Keine Vergütung bei negativen Strompreisen: Für Neuanlagen, die seit 25. Februar 2025 angeschlossen wurden, entfällt die Einspeisevergütung, wenn der aktuelle Börsenstrompreis negativ ist. So wird ein Anreiz für mehr Eigenverbrauch des PV-Stroms geschaffen, was du als PV-Anlagenbesitzer aber ohnehin anstreben solltest, damit sich deine Solaranlage rechnet.
- Intelligente Messsysteme (Smart Meter) & Steuerbox verpflichtend: Solaranlagen ab 2 Kilowattpeak Leistung müssen mit einem Smart Meter und einer vom Netzbetreiber steuerbaren Einheit ausgestattet werden. Das ermöglicht es deinem Netzbetreiber, die Einspeisung bei drohender Netzüberlastung zu drosseln, anstatt die Anlage komplett abzuschalten.
- Schutz für Bestandsanlagen: Das Gesetz gilt für Neuanlagen. PV-Anlagen, die vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommen wurden, genießen Bestandsschutz und müssen nicht nachgerüstet werden.
Solaranlage und Stromspeicher: Neues Gesetz bietet Chancen.
In der Praxis hat das Solarspitzengesetz keine bzw. kaum Nachteile. Die Einspeisevergütung ist über das Jahr betrachtet zwar etwas geringer, aber dafür werden die “verlorenen” Stunden am Ende des Förderzeitraums wieder gutgeschrieben. Insgesamt ist der finanzielle Verlust eher gering.
Wer die neue Flexibilität mit Stromspeicher richtig nutzt, könnte sogar höhere Gewinne verbuchen, so die Einschätzung von Expert:innen. Nämlich dann, wenn der Strom zu Zeiten niedriger Kosten eingelagert und erst dann ins Netz eingespeist wird, wenn die Preise wieder hoch sind. Noch besser sind deine Gewinnchancen, wenn der eigene PV-Strom mit einem dynamischen Tarif zu günstigen Stromerzeugungszeiten im eigenen Speicher zuhause bevorraten wird, um diesen später teurer zu verkaufen.
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Fazit: Das Solarspitzengesetz soll den Betrieb von Solaranlagen smarter machen und fördert den Eigenverbrauch, da das Einspeisen in Phasen stark ausgelasteter Netze wirtschaftlich weniger attraktiv wird. Bei cleverer Erzeugung und mit Speicher kannst du sogar wirtschaftlich profitieren.
Checkliste für Kauf und Planung einer PV-Anlage.
- Voraussetzungen prüfen: Passen Dachneigung, Ausrichtung und gibt es größere Verschattungen, die den Ertrag minimieren könnten?
- Angebote einholen und vergleichen: Das gilt für die PV-Module genauso wie für Handwerksfirmen und Solarteure, die die Installation durchführen.
- Bei der Planung darauf achten, ob du zusätzlich einen Stromspeicher installieren willst. Dabei auf die passende Dimensionierung bzw. Größe des Speichers achten, damit PV-Anlagenleistung, Speicher und der Strombedarf im Haus im Einklang sind.
- Achte auf (künftige) Großverbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto im Haushalt, damit die Größe der Photovoltaikanlage korrekt ausgelegt ist.
- Vor dem Kauf PV-Förderungen checken, um die Finanzierung optimal zu planen: Achte sowohl auf bundesweite Förderungen (z.B. bei der KfW-Bank) aber auch auf regionale Förderprogramme in Bundesländern und/oder Städten und Kommunen.
- Am Ende zurücklehnen und deine Unabhängigkeit genießen!
Zusatzipp für die Planung: PV-Potenzial mit Solarkataster checken.
Mithilfe von Solarkatastern kannst du ermitteln, wie viel Solarstrom dein Dach zumindest in der Theorie überhaupt hergibt. Solarkataster oder -atlanten gibt es mittlerweile für viele Regionen und Kommunen. Ob deine Stadt oder Kommune ein Solarkataster hat, findest du zum Beispiel über die Website Solare-Stadt heraus. Alternativ kannst du auch mit dem Solardach-Check von co2online herausfinden, welches Solarpotenzial dein Dach hergibt.
Bei den Solarkatastern handelt es sich um Landkarten, bei denen die Oberfläche deines Wohnortes mit einem 3D-Laserscanner gescannt wurde. Dadurch sind die Ausrichtungen und Neigungen von Dächern erfasst, ebenso Störpotenziale wie Kamine, Bäume oder Gauben.
In die Berechnung zur Eignung des Dachs für die Solarstromerzeugung fließt auch die durchschnittliche Tageseinstrahlung der Sonne innerhalb eines Jahres ein. Die Dächer sind im Kataster farblich nach ihrer Eignung für die Solarstromerzeugung markiert und viele Karten liefern mit einem Klick aufs Dach bereits konkrete Daten. Zum Beispiel die installierbare Peakleistung, der potenzielle Jahresstromertrag bei maximaler Dachbelegung und die Anzahl der installierbaren Module.









