Energiekrise, Klimawandel – beim Photovoltaikausbau wird jetzt notgedrungen Tempo gemacht. Auch über immer mehr Solarpflichten für Gebäude. Für dich bedeutet das: Förderungen und Zuschüsse für deine Solaranlage. Die wichtigsten Programme haben wir zusammengefasst. Allerdings: Das Angebot ist sehr dynamisch. Die Förderlandschaft kann morgen schon wieder abgegrast sein. Wenn du in eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage investieren möchtest, solltest du dich daher früh in der Planungsphase um die Förderung kümmern.

von Michael

Noch viel Platz für Solarkraft.

Bei der Energiewende ist nun endlich mal etwas Geschäftigkeit eingetreten. Deutschland will aus seiner Energieabhängigkeit raus und die Erderwärmung auf halbwegs lebensfreundlicher Temperatur halten. Und schnell soll's auch gehen. Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 % steigen. Ein Ausbau der Solarkraft kann dieses Ziel gut unterstützen. Denn auf den Dächern ist noch richtig viel Platz für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen: Laut EUPD Research wurden 2021 erst 11 % der möglichen Dachflächen für Solarmodule genutzt.

Kommt die Solarpflicht für alle?

Damit der PV-Ausbau auch passiert, gibt es mancherorts längst eine Solarpflicht. Sie gilt zum Beispiel in Baden-Württemberg für alle neuen Wohn- und Nichtwohngebäude, wobei die Pflicht ab 2023 auf Dachsanierungen von Bestandsgebäuden ausgeweitet werden soll. Im gleichen Jahr kommt die Solarpflicht für neue Wohngebäude auch in Berlin, Hamburg und Bremen. In Bayern, Niedersachen und Rheinland-Pfalz müssen bereits neue Gewerbegebäude mit Photovoltaikmodulen ausgerüstet werden und in anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wird die Solarpflicht schrittweise eingeführt. In einzelnen Städten wie Bonn, Neu-Ulm, Marburg oder Tübingen gibt es ebenso längst eine PV-Pflicht.

Regelung auf Bundesebene fehlt bislang. 

Auf Bundesebene fehlt bislang eine einheitliche Regelung. Von der Koalition geplant ist eine bundesweite Solarpflicht für neue Gewerbegebäude. Für neue Wohngebäude ist eine Solarpflicht dagegen auf Bundesebene noch nicht konkretisiert, und für bestehende Eigenheime noch gar nicht in der Diskussion.

Besitzer:innen von Bestandsgebäuden mit einem „Mach-mal“ um die Ecke zu kommen, wird wahrscheinlich auch nicht passieren. Denn mit Kosten von 10.000 Euro und mehr muss man bei einer Photovoltaikanlage schon rechnen. Und richtig spannend wird die Eigenstrom-Versorgung, wenn man sich einen Stromspeicher für mehrere tausend Euro dazu kauft. Andererseits muss man sehen, dass die Haushalte, die mit einer PV-Anlage ausgestattet sind, mit vielen Vorteilen gesegnet sind. Es lohnt sich also, nur liegt die Amortisationszeit der nötigen Investitionen natürlich eher bei einigen Jahren und nicht Wochen.

Dann rechnet sich eine PV-Anlage

Was du von Solarkraft hast.

Der wohl größte Vorteil der eigenen Solarstromversorgung ist die zunehmende Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen. So kostet laut Fraunhofer ISE eine selbst erzeugte Kilowattstunde (kWh) Solarstrom von einer PV-Anlage bis 10 kWp rund 6 bis 11,5 Cent. Für eine Kilowattstunde (kWh) Strom aus dem Netz zahlte man laut Strom-Report Anfang 2022 durchschnittlich 37,14 Cent, zur Mitte des Jahres lässt sich der Wert bei einem Versorgerwechsel kaum noch festnageln – je nach Netzgebiet irgendwas zwischen 50 und 70 Cent. Eine Beruhigung der Lage ist derzeit nicht in Sicht. Die Welt ist komplett crazy und die Energiepreise sind es entsprechend auch. Gut, dass eine PV-Anlage da noch mehr Vorteile bietet.

Die Technik ist günstiger als früher.

Die Preise für PV-Anlagen und Speicher sind in den letzten Jahren stark gefallen. Musste man laut Fraunhofer ISE im Jahr 2006 noch 6.000 Euro für 1 kWp Leistung der PV-Anlage hinlegen, waren es 2021 nur noch 1.400 Euro. Laut EUPD Research lag die durchschnittliche Leistung von PV-Anlagen auf privaten Dächern 2020 bei 7,5 kWp. Damit legt ein Haushalt also rund 10.500 Euro für die PV-Anlage hin. 2022 sind die Preise wieder etwas gestiegen, was vor allem an der großen Nachfrage nach Photovoltaikmodulen liegt.

Du schützt wirklich das Klima.

Im Betrieb verursacht deine PV-Anlage kein CO2. Wenn du dich für den restlichen Strombedarf aus dem Netz für einen echten Ökostrom-Tarif entscheidest, ist deine Stromversorgung rundherum klimaschonend. Eine Familie, die rund 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, verhindert mit einer hundertprozentigen Ökostromversorgung schon 1.550 kg CO2 im Jahr.

Dein Strom geht auch zum Wärmen und Laden.

Du kannst deinen selbst erzeugten Strom auch zum Laden eines Elektroautos oder für den Betrieb einer Wärmepumpe nutzen. Dadurch verabschiedest du dich auch bei der Wärmeversorgung und deiner Mobilität von den fossilen Energieträgern. Auch wenn deine Stromkosten insgesamt steigen, sinken deine Ausgaben fürs Auto fahren und Heizen insgesamt.

PV-Zubau: Schon vor der Energiekrise kam Schwung in die Sache – weil's einfach Sinn macht.

Diese Förderungen gibt es für Photovoltaikanlagen.

Der Bund hat eine Solarpflicht für Privathäuser noch nicht ins Spiel gebracht, aber natürlich hat er ein großes Interesse, dass hier der Ausbau ebenso schnell vorwärts geht wie bei neuen Gewerbegebäuden. Und deshalb gibt es auch für Privatleute Solar-Förderungen.

KfW-Kredit 270. 

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kannst du deine PV-Anlage (und deinen Speicher) mit einem zinsgünstigen Kredit fördern lassen. Dafür wählst du den Kredit 270 „Erneuerbare Energien Standard“. Die Förderung erhält du über eine tilgungsfreie Zeit während der Kreditlaufzeit. In diesem Jahr zahlst du lediglich die Zinsen. Nach der tilgungsfreien Zeit zahlst du vierteljährlich deine Raten plus Zinsen ab. Der Zinssatz startet ab 2,38 %, bei einer Mindestkreditlaufzeit von zwei Jahren. Wie hoch der Satz in deinem Fall ist, musst du nicht selbst ermitteln. Dies übernimmt deine Bank anhand deiner Finanzlage und des Standorts für die PV-Anlage. Eine Konditionen-Übersicht erhältst du hier. Du kannst dir das Geld entweder innerhalb eine Jahres nach Kreditzusage komplett auszahlen lassen – oder nach und nach in Teilbeträgen. Wie das in deinem Fall aussehen könnte, verrät dir der Tilgungsrechner der KfW. 

Der erste Schritt zum Kredit.

Wenn du einen Kredit beantragen möchtest, wendest du dich nicht direkt an die KfW, sondern an deine eigene Bank. Mit dem Förderassistenten der KfW kannst du deinen Kreditantrag schon mal für deine Bank vorbereiten – oder für dich schon mal überprüfen, welche Infos deine Bank benötigt.

Wichtig dabei: Du musst deinen Förderantrag eingereicht haben, bevor du die PV-Anlage kaufst. 

Einspeisevergütung.

Auch die Einspeisevergütung ist eine Photovoltaik-Förderung. Selbst gemachten Strom, den du gerade nicht nutzt, speist du automatisch ins öffentliche Stromnetz ein und erhältst dafür eine Vergütung. Es gilt dabei immer der Vergütungssatz des Monats, in dem die Solaranlage in Betrieb genommen wurde. Dieser Betrag wird dir 20 Jahre lang ausgeschüttet. Bis vor ein paar Jahren war die Einspeisevergütung noch das Hauptargument für eine PV-Anlage. Vor 20 Jahren bekam man für die eingespeiste Kilowattstunde noch 48,1 Cent. Im Juli 2022 gab es bei Anlagen bis 10 kWp nur noch 6,24 Cent pro Kilowattstunde. 

Einspeisevergütung steigt wieder.

Bis jetzt gab es mit wachsendem Zubau eine stetige Degression der Vergütungssätze. Mit der EEG-Novelle von 2022 wird sie vorübergehend ausgesetzt und die Vergütungssätze werden zum Wohle der Energiewende wieder etwas angehoben. PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 10 kWp, die ihren Strom vollständig ins Netz einspeisen, bekommen nun 13 Cent pro Kilowattstunde. Überschüssiger Strom aus Anlagen bis 10 kWp, die vor allem für den Eigenverbrauch gedacht sind, bekommen nun 8,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Bis 2024 sollen diese Vergütungssätze vorerst nicht mehr sinken. Die neuen Vergütungssätze gelten für PV-Anlagen, die ab dem 30. Juli 2022 in Betrieb genommen wurden.

Aktuelle Vergütungen findest du immer auf der Website der Bundesnetzagentur versteckt im Kapitel Fördersätze für Solaranlagen und Mieterstromzuschlag. Unter dem Link Anzulegende Werte für Solaranlagen erhältst du eine Excel-Aufstellung mit den aktuellen Vergütungen. Die Einspeisevergütung orientiert sich am Photovoltaik-Zubau der letzten sechs Monate. Was sich weiter verbreitet, muss weniger gefördert werden, deshalb sind die Vergütungssätze bis zum Degressionsstop immer geringer ausgefallen.

Eigenverbrauch wichtiger als Einspeisevergütung.

Weil die Einspeisevergütung heute trotzdem geringer ausfällt als früher, geht es privaten Besitzer:innen von Photovoltaikanlagen heute eher darum, den Ökostrom selbst zu verbrauchen. Eine PV-Anlage lohnt sich vor allem für Haushalte mit besonders hohen Stromverbräuchen. In Zukunft also für die meisten. Denn während wir uns Stück für Stück unabhängig machen von Erdgas, Öl und Kohle, soll Ökostrom die Lücke schließen: Er soll auch die Bereiche Mobilität und Heizen mit Energie versorgen. In immer mehr Haushalten sind Wärmepumpen und Elektroautos ohnehin schon Gang und Gäbe. Übrigens: Du kannst große Stromverbraucher wie Wärmepumpen und Elektroautos sowohl mit PV-Strom als auch mit einem günstigen Spezialtarif versorgen. Möglich macht dies die Kaskadenschaltung. Wie das funktioniert, erfährst du hier:

Kaskadenschaltung: Spezialtarif und PV-Strom

Photovoltaik-Förderungen auf Landes- und Kommunalebene.

Wenn du in eine Photovoltaik-Anlage investieren möchtest, solltest du dich auch umsehen, welche Förderung dein Bundesland oder deine Kommune anbieten. Hier verändern sich die Angebote jedoch sehr schnell, weil Budgets dankbar abgerufen werden. Dein:e Photovoltaik-Fachbetrieb kann dich hier beraten, was es gerade gibt.

Bei vielen Angeboten werden die Photovoltaikanlagen nicht direkt gefördert – sondern Stromspeicher, wenn eine PV-Anlage neu installiert wird. Das macht insofern Sinn, weil die Speicher dafür sorgen, dass du etwa 60 % deines Strombedarfs ohne Netzbezug deckst. Einen Überblick über regionale Photovoltaik-Förderungen findest du in der Förderdatenbank

Wirklich Mieterstrom. 

Auch für Besitzer:innen von großen Mehrparteiengebäude gibt es Förderungen. Und davon profitiert man auch als Mieter:in. Denn wenn die Dächer erst mal mit Photovoltaikanlage bestückt sind, wird natürlich auch der Strom im Mehrparteienhaus günstiger. Und fürs Klima ist die dezentrale Energieversorgung sowieso am besten. Mieterstrom heißt das Konzept, bei dem auf Dächern von Mehrparteiengebäuden Photovoltaikanlagen installiert werden, damit die Mieter:innen den lokal produzierten Ökostrom nutzen können. Wir bei Polarstern versorgen bundesweit bereits mehrere hundert Gebäude mit lokal erzeugtem Strom. Vielleicht ja auch bald dein Gebäude.

Mehr über Wirklich Mieterstrom erfahren

Förderung für Solarthermie. 

Die meiste Energie benötigen wir im Alltag für die Wärmeversorgung. In Zeiten von Energieknappheit sind Solarthermieanlagen deshalb mindestens so sinnvoll wie Photovoltaikanlagen. Sie können Energie sowohl für die Wärme- als auch die Wasserversorgung bereitstellen – und kicken die fossilen Energieträger aus beiden Bereichen. Laut KfW können schon zwei Solarkollektoren bis zu 65 % des jährlichen Warmwasserbedarfs decken. Nach einer Faustformel übernehmen Solarthermieanlagen auf Einfamilienhäusern bis zu 30 % des Heizenergiebedarfs. 
Natürlich wird auch die Solarthermie als Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien gefördert. Gut so: Denn bei Solarthermieanlagen sollte man mit Kosten zwischen 4.000 und 10.000 Euro rechnen. 

So werden Solarthermieanlagen gefördert. 

Eine Solarthermieanlage konntest du bislang mit dem KfW-Kredit 262 fördern lassen. Allerdings wurde der KfW-Kredit 262 zum 28. Juli 2022 eingestellt. Indirekt kannst du deine Solarthermieanlage auch über den Kredit KfW 261 fördern lassen, wenn sie Teil einer umfassenden Sanierung zum Effizienzhaus ist. Bei diesem Kredit gibt es je Wohneinheit bis zu 150.000 Euro bei Tilgungszuschüssen zwischen 5 und 25 %.

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kannst du deine Solarthermieanlage auch als Einzelmaßnahme fördern lassen. Sowohl die Heizungsunterstützung als auch die Warmwasserbereitung werden mit bis zu 30 % der förderfähigen Investitionskosten bezuschusst. Die Obergrenze liegt dabei bei 18.000 Euro.

Mit Solar-Energie heizen

Auf was du bei Förderungen achten solltest.

Das Wichtigste ist, dass du deinen Förderantrag stellst, bevor die Installation beginnt. Hierbei ist der Kaufvertrag für deine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage entscheidend. Außerdem solltest du dich früh um die Förderung kümmern. Der Run auf die Fördertöpfe ist groß, und man weiß nie, wann die Förderlandschaft wieder abgegrast ist. Auch muss etwa deine Solarthermieanlage bei der BAFA in einer Produktliste als förderfähige Anlage aufgeführt sein.

Öko-Tarife für den übrigen Bedarf. 

Jede Photovoltaikanlage, die ans Netz geht, ist eine riesige Unterstützung für die Energiewende und Energie-Unabhängigkeit. Du wirst mit einer eigenen Solaranlage zwar nicht komplett unabhängig vom Netz, aber du erzeugst ein riesengroßes Stück Energie ganz einfach selbst. Auch die Energie, die du aus dem Netz ziehst, ist eine Chance, die Energiewende zu unterstützen. Bei Polarstern fördern wir für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, den Ausbau der erneuerbaren Energie mit 1 Cent. Zusätzlich investieren wir für dich jedes Jahr 20 Euro in die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Wirklich Ökostrom von Polarstern wird wirklich nachhaltig in bayerischen Ökokraftwerken erzeugt und ist auch als Spezialtarif erhältlich, zum Beispiel für E-Autos und Wärmepumpen. Mit Wirklich Eigenstrom bieten wir außerdem einen Tarif an, der speziell für Nutzer:innen von Photovoltaikanlagen konzipiert ist. Der Tarif ist mit allen Photovoltaikanlagen und Stromspeichern kompatibel und hat keine Grundgebühr. Probier mal.

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Michael | Team Wirklich

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