Stuhlreihen im Hörsaal

In der Klimakrise gibt es viele Aufgaben, die auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: die Welt retten. Zum Glück gibt es immer mehr Studiengänge, in denen man lernt, wie das geht. Wir zeigen dir wichtige Anlaufstellen, wenn du etwas mit Sinn studieren möchtest. 

von Michael

 

Wir brauchen gute Leute. 

Das Schlimmste, dass man Student:innen bei ihrer Studienfachwahl sagen kann, ist: „Und, was macht man damit?“. Denn grundsätzlich gestaltet man mit einem Studium immer ein bisschen die Zukunft mit. Nicht nur seine eigene. In der Klimakrise wird es existenziell. Die Welt braucht saubere Energie, sauberes Wasser und intakte Ökosysteme. Sie braucht robuste, gesunde Wälder. Sie braucht neue und verbesserte Klimaschutztechniken. Sie braucht ein Wirtschafts- und Rechtssystem, das die Natur schützt, statt sie zur Ausbeutung freizugeben. Kurz: Die Welt braucht gute Leute, die ihr Nachhaltigkeitshandwerk verstehen. An vielen Hochschulen lernt man es – mit der Wahl eines Studienfachs, das auf die Nachhaltigkeitsziele und damit auf die Zukunft aller Menschen einzahlt.

Deine Anlaufstelle für Energiefragen

 

Nachhaltige Hochschulen.

Wir können hier natürlich keinen ausführlichen Studienführer anbieten. Aber wir können einige gute erste Anlaufstellen zeigen. So wie man am ersten Tag in der Uni manchmal schon mal happy ist, wenn einem jemand den Weg zum Audimax zeigt. Bislang gibt es nicht viele Hochschulen, die ihr gesamtes Lehrangebot auf die ökologische Nachhaltigkeit ausrichten. Aber es gibt sie.     

1. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT).

Da ist zum Beispiel die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert hat. Die Studiengänge beschäftigen sich etwa mit der Frage, wie wir in Zeiten des Klimawandels unsere Ernährung mit natürlichen Produkten sichern. Wie wir unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien decken. Wie wir mit innovativer Technik unsere Natur und Umwelt bewahren oder wie wir unsere wachsenden Städte lebenswert und grün halten. Hier geht es um Zukunftsfragen und dementsprechend um holistische Ansätze. 

So bestätigt auch Prof. Dr. Brunnert, dass die meisten Studierenden einen Studiengang suchen, der auf den Klimaschutz einzahlt. Im Studiengang Management erneuerbare Energien (ME) etwa, den auch Brunnert betreut, geht es nicht allein um die technische Seite, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem wirtschaftlichen Aspekte ebenso mit einbezogen werden wie die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Zudem werden alle Erneuerbare Energien betrachtet, von der Sonnen- und Windenergie, über Wasserkraft, Geothermie bis hin zu den biogenen Energieträgern. Und das nicht nur in der Theorie. Die Studiengänge sind sehr praxisnah aufgestellt. Im Bachelor ME verbringen die Studierenden das fünfte Semester komplett in einem Unternehmen. Im Master liegt der Fokus dann auf den Punkten unternehmerisches Know-How, Führungskompetenzen und Internationalisierung. Schließlich ist der Klimaschutz eine weltweite Aufgabe.

EMAS-Zertifizierung.

Nachhaltigkeit wird an der HSWT übrigens nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt. Dafür stehen zum Beispiel die eigene Stromerzeugung oder die hauseigene Hackschnitzelheizung. Das Nachhaltigkeitsmanagement wird nach den Kriterien von EMASPlus ausgerichtet. EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und ist ein Europäisches Bewertungssystem für Umweltstandards in Unternehmen. Bei dem "plus"-Zertifikat wird neben dem Umweltmanagement auch die soziale Wirkung bewertet. Zum Beispiel wie Werte wie Menschenrechte oder Transparenz in der Lieferkette gestärkt werden. Der Ansatz ist vergleichbar mit einer Gemeinwohlbilanz, die wir von Polarstern regelmäßig erstellen.

 

2. Umwelt-Campus Birkenfeld.

Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz ist vielleicht ein kleiner Fleck auf der Karte. Aber ein sehr bedeutender. Denn hier befindet sich der Umwelt-Campus Birkenfeld. Von GreenMetric, einem Bewertungssystem für die Nachhaltigkeit von Hochschulen wurde der Umwelt-Campus schon zu Deutschlands grünster Hochschule gekürt. Hier kannst du zum Beispiel Umweltplanung, Umwelttechnik, Umweltwirtschaft und Umweltwirtschaft studieren. Für die Fächer gibt es 13 Bachelor-Studiengänge, 5 duale Bachelor-Studiengänge und 12 Master-Studiengänge.

 

3. Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Bei der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde ist der Name Programm. Und das mit Tradition. Die Schule wurde schon 1830 als Forstlehranstalt gegründet. Seit 1992 ist sie eine Hochschule mit holistischem Nachhaltigkeitsansatz. Die grüne Uni liegt mitten in der Natur Brandenburgs und ist doch sehr nah an Berlin, falls man doch mal Sehnsucht nach Beton hat. Es gibt insgesamt 20 Studiengänge, die viele Bereiche der Nachhaltigkeit abdecken: Naturschutz, Forstwirtschaft, Ökolandbau, Klimawandel-Anpassung, nachhaltige Wirtschaft, Holzbau und nachhaltiges Tourismusmanagement. An der Hochschule haben rund 2.300 Student:innen Platz. Dazu gibt es einen regen Austausch mit der regionalen Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Auch im Hause selbst engagiert sich die Hochschule für ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement. 

 

Nachhaltiges Design studieren.

Wer eine gestalterische Richtung einschlagen und gleichzeitig Verantwortung übernehmen möchte, kann sich einmal an der Ecosign in Köln umsehen. Von Mediendesign bis Illustration, von Industrie- bis Grafikdesigen: die Nachhaltigkeit wird hier in vielen Bachelor- und Masterstudiengängen immer mitgelehrt. Wie das Design Ressourcen schonen und das Klima schützen kann, gehört zier zum Handwerk dazu. So muss Design im 21. Jahrhundert sein! Hier geht's zur Hochschule. Und im Video siehst du, wie es dort aussieht. 

 

Unis mit großem, grünem Geist.

Studium Oecologicum.

Neben den Hochschulen, die das Gros ihres Lehrangebots auf die Nachhaltigkeit ausrichten, gibt es viele Universitäten, wo der Punkt zunehmend schwerer wird. Die Uni Tübingen ist ohnehin für ihr Nachhaltigkeitsmanagement bekannt, führt daneben aber noch ein eigenes Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit und bietet ein Studium Oecologicum an. Dieses ist ein interdisziplinäres Modul zur nachhaltigen Entwicklung, das man sich als Student:in als Schlüsselqualifikation anrechnen lassen kann. Neben Tübingen gibt es das "Stud Oec", wie es studimäßig auch genannt wird, zum Beispiel noch an der HU Berlin oder an den Unis in Göttingen, Freiburg und Potsdam.

 

Unis mit breitem Nachhaltigkeitsprogramm.

Die Leuphana Universität Lüneburg hat eine eigene Fakultät für Nachhaltigkeit. Sie gilt als die erste in Deutschland ihrer Art. Studieren kann man hier zum Beispiel Umweltwissenschaften oder Nachhaltigkeitswissenschaften. Die interdisziplinären Studiengänge führen Natur- und Technikwissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften zusammen, um die Folgen menschlichen Handelns auf die Umwelt zu erforschen und Lösungen für unsere Zukunft zu entwickeln. Auch die Universität Kassel bietet gleich 20 Studiengänge, die einen Umweltschwerpunkt setzen. Die Uni betont, dass Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in alle Fächer mit einfließen.

 

Nachhaltiger Betrieb.

Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, wirst du dich auch an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) wohlfühlen (du musst natürlich nicht katholisch sein, wenn du hier studieren willst). So ist die KU schon zum zweiten Mal nach EMASplus zertifiziert. Das heißt, dass Nachhaltigkeitsstandards gesetzt werden. Im Gebäude, genauso wie in der Lieferkette.  

 

Nachhaltigkeit an der eigenen Uni stärken.

Du findest, deine eigene Hochschule könnte noch ein bisschen mehr nachhaltiges Engagement vertragen? Dann schau mal beim Netzwerk N vorbei. Hier machen Student:innen, Dozent:innen und andere Uni-Akteur:innen gemeinsame Sache, um mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz an die Hochschulen zu bringen. Und zwar auf allen Ebenen. In der Lehre, der Forschung und natürlich im Betrieb. Das passiert durch die Organisation durch Workshops, Vorträge, Podiumsdiskussionen und vielem mehr. Das Netzwerk hat bald bereits 1.000 Projekte umgesetzt.

 

Für angehende Gründer:innen: die Social Entrepreneurship Akademie.

Wer schon in der Uni weiß, dass er:sie einmal selbst ein Unternehmen gründen möchte, findet in der Social Entrepreneurship Akademie eine großartige Mentorin. Die SEA ist eine Schmiede für wirklich bessere Unternehmen. Hier lernen Studierende alles rund ums Thema Social Entrepreneurship, vernetzen sich mit den richtigen Leuten aus der sozialen Wirtschaft und entwickeln unter Gleichgesinnten und Mentor:innen die eigene Social-Business-Idee. Auch Polarstern ist mit der SEA verbunden. Auch unsere Idee wurde hier ein großes Stück mitgeformt. 

Mehr über die SEA erfahren

 

Der grüne Hochschulguide von Utopia.

Wer eine Liste von nachhaltigen Studiengängen in Deutschland sucht, sollte mal Utopia ansteuern. Utopia ist die Plattform für einen nachhaltigen Lifestyle schlechthin. Die Autor:innen haben sich auch die Mühe gemacht, sämtliche nachhaltige Studiengänge in Deutschland zu sammeln und mit einer Kurzbeschreibung vorzustellen. Von A wie Abfallwirtschaft bis W wie Wind Energy Systems. Denn das Z gibt’s noch nicht. Vielleicht wäre ja Zero-Waste-Management ein schöner Studiengang. 

Nachhaltige Studiengänge vorgestellt von Utopia

 

Studiengänge auf grünen Job-Portalen finden.

Auch Portale für grüne Jobs haben in der Regel noch einen Bereich für Studiengänge und Fortbildungen. Die Hauptaufgabe von Plattformen wie nachhaltigejobs.de oder jobverde.de ist es, Jobs in Unternehmen auszuschreiben, die nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Aber auch gute Studiengänge werden regelmäßig im entsprechenden Reiter über Studiengänge gefeatured. Es ist sinnvoll, sich mit den Plattformen vertraut zu machen. Denn wenn du deinen Abschluss eines nachhaltigen Studiengangs in der Tasche hast, findest du dort gleich den Job dazu. 

 

Energie für die erste eigene Wohnung. 

So wie man sich früher dachte, dass ein bisschen BWL bestimmt nicht schaden kann, dürften die Studienfächer in eine Richtung gehen, in der man ohne die Frage, wie dieses Fach in der Klimakrise helfen kann, bestimmt nicht mehr auskommt. Egal für welches Fach du dich entscheidest: zu Hause und in der ersten eigenen Wohnung kannst die eigene nachhaltige Entwicklung schleunigst vorantreiben.

Der einfachste Weg ist die Umstellung auf erneuerbare Energie. Mal abgesehen davon, dass du mit Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas deinen CO2-Fußabdruck schon um bis zu einem Viertel senken kannst, treibst du mit Polarstern auch die nachhaltige Entwicklung voran. Sogar weltweit. So sorgt jeder Wechsel dafür, dass Familien in Kambodscha Zugang zu sauberer Energie bekommen. In Madagaskar bauen wir mit unserem Partner Africa GreenTec dezentrale Stromversorgungen für Dörfer auf. Unser Engagement in Kambodscha und Madagaskar sind gute Beispiele dafür, wie erneuerbare Energie immer auf mehrere Nachhaltigkeitsziele einzahlt. Sie bieten Klimaschutz für alle, verbessern die Lebenssituationen vieler Menschen vor Ort und verschonen die Wälder vor weiterer Abholzung. Berechne mit unserem Tarifrechner, was wirklich bessere Energie kostet – und schau dir mit einem Klick auf den nächsten Button an, was du mit ihr alles bewirkst.

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Michael | Team Wirklich

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