Kohlekraftwerk

Die Subventionen für erneuerbare Energien sind für die Verbraucher transparent ausgewiesen, die für fossile Energieträger hingegen nicht. Veränderung wird als etwas wahrgenommen, das teurer ist als der Status Quo. Wir zeigen, warum dies aus vielen Gründen ein katastrophales Klischee ist.

von Michael

 

Die Gestehungskosten der Erneuerbaren sinken.

Der simpelste Grund, warum der Mythos von der teuren Ökoenergie nicht haltbar ist, sind die sinkenden Stromgestehungskosten. Nach einer Studie der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) war Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen, die 2019 in Betrieb gingen, bereits günstiger als Strom aus den günstigsten neuen – teils sogar bestehenden – Kohlekraftwerken. Eine Kilowattstunde (kWh) Strom aus einem 2019 in Betrieb genommenen PV-Kraftwerk kostete demnach nur noch 6 Cent und war damit schon 13 % günstiger als eine kWh aus einer Anlage, Baujahr 2018. Innerhalb des gleichen Jahres wurde Windkraftstrom um 9 % günstiger. Die Aussichten bleiben gut: Für 2021 rechnet die IRENA mit einem weltweiten PV-Strompreis von 3,5 Cent – ein Fünftel weniger als Strom aus den günstigsten Kohlekraftwerken. 

 

Fossile Energien werden ebenso gefördert – nur versteckter.

Jetzt kann man sagen: Gut, was gefördert wird, wird auch günstiger. Aber es ist nicht so, als ob die Fossilen nichts abbekämen. Im Gegenteil. Allein 2017 wurden die fossilen Energien in Deutschland laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) mit mehr als 46 Milliarden Euro subventioniert. Zwischen 1970 und 2017 soll eine Subventionssumme von fast 430 Milliarden Euro zusammengekommen sein. Der International Monetary Fund IMF nannte Deutschland sogar den neuntgrößten Geber von fossilen Subventionen. Anders als etwa bei der EEG-Umlage werden diese Summen aber nicht für die Verbraucher nachvollziehbar ausgewiesen, sondern in den allgemeinen Steuern versteckt. Aber das war's noch nicht mit den versteckten Kosten. Fossile Energien ziehen hohe Folgekosten nach sich; da möchte man sich am liebsten die Augen zuhalten. 

 

1. Die Kriegskosten für fossile Brennstoffe.

Der bitterste Preis, den die Menschheit für fossile Energie ausgibt, sind Kriege. Klingt nach Friedensdemo, ist aber richtig. Hinter Kriegen stecken oft historische Feindschaften oder geopolitische Interessen. Oft geht es auch um wertvolle Rohstoffe, klar. Ohne Erdöl und Erdgas steht die Welt still. Wer auf großen Reserven sitzt, kann einem Nachbarstaat, der wenig bis gar keins hat, den Hahn abdrehen oder zu seinen Konditionen verkaufen. Wer es braucht, versucht seinen Einfluss geopolitisch auszubauen. 

 

Als Konsument aus Konflikten raushalten. 

Wenn sich Spannung in Waffengewalt entlädt, ist der typische Begleitsatz: Da geht’s nur ums Öl (oder Gas). Jedem sollte klar sein, dass es leider auch um uns selbst geht. Denn Konsumenten dieser Rohstoffe sind wir alle. Wir müssen daher Wege finden, uns mit unserem Konsum aus den Konflikten herauszuhalten. So ist etwa Erdöl in den Alltagsprodukten omnipräsent. Aber es gibt Alternativen zu Erdöl. Ein Beispiel ist unser Wirklich Ökogas, das ausschließlich aus Reststoffen erzeugt wird. Wer es nutzt, reduziert nicht nur seinen CO2-Fußabdruck um ein paar Schuhgrößen – sondern hält auch seine Heizung aus internationalen Konflikten raus.

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Die Klimaschäden von Kriegen. 

Kriege hinterlassen zerstörte Gesellschaften, aber auch Klimaschäden. Laut einer Studie an der Brown University hat etwa das US-Militär zwischen 2001 und 2017 insgesamt 1,2 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen verursacht. 400 Millionen Tonnen gingen dabei allein auf die Nutzung von Treibstoffen zurück.  

 

Wind abdrehen geht nicht.

Der Klimawandel wird den Streit um Ressourcen verstärken. Er wird Völkerwanderungen und noch mehr Kriege auslösen. Erneuerbare Energien sind da einer der besten friedensstiftenden Maßnahmen, die wir haben. Denn jede Region kann erneuerbare Energien für sich nutzbar machen. In manchen Gegenden weht der Wind stärker, in anderen knallt die Sonne. Trotzdem könnte niemand für sich behaupten auf den größten Erneuerbaren-Energien-Reserven zu sitzen. Niemand kann seinem Nachbarn den Wind abdrehen oder die Sonne abschalten. 

 

2. Der Klimaschaden von fossilen Brennstoffen in Zahlen.

Richtig teuer werden fossile Brennstoffe mit Blick auf den Klimawandel. Sie sind für die meisten Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit auch Hauptverursacher der Erderwärmung. Laut Global Carbon Project lagen die weltweiten CO2-Emissionen 2019 bei 43 Milliarden Tonnen, wobei 37 Milliarden Tonnen CO2 allein auf das Konto von fossilen Brennstoffen gingen. Wie hoch die Folgekosten, das heißt Umweltkosten einer Tonne CO2 sind, hat das Umweltbundesamt berechnet: 180 Euro. Unter Umweltkosten versteht man die Ausgaben für die Schäden an der Natur und Gesellschaft. Laut Bundesregierung hat Deutschland 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht. Nach der Berechnung des Umweltbundesamts wären dies also 144,9 Milliarden Euro. Eine Summe, die wir unseren Kindern überlassen. 

 

Schützen ist günstiger als Reparieren. 

Die Umstellung auf erneuerbare Energien in allen Sektoren kostet Geld. Verglichen mit den Folgekosten des Klimawandels ist es ein Klacks, wie zum Beispiel eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in Kooperation mit der New Yorker Columbia University von 2020 ergab. Deutschland gehört übrigens jetzt schon zur Top 10 der Länder mit den größten Klimaschäden. Laut UN-Büro für Katastrophenvorsorge UNDRR hat allein Deutschland zwischen 1997 und 2017 rund 57,9 Milliarden Euro ausgegeben, um die Schäden von klimabedingten Naturkatastrophen zu beheben. 

Artikel: Was Klimaschutz kostet

 

3. Die Umweltkosten verschiedener Brennstoffe. 

Ökologischer Fußabdruck der Erneuerbaren ist viel besser.

Welche Folgekosten entstehen, kommt auch auf die genutzten Energieträger an. Natürlich hinterlässt auch der Ausbau der erneuerbaren Energien einen ökologischen Fußabdruck (meistens wird dieser besonders unter die Lupe genommen). Dieser Abdruck steht aber in keinem Verhältnis zur fossilen Energieerzeugung. Der klimaschädlichste Energieträger ist und bleibt die Braunkohle. Sie verursacht in Deutschland laut Umweltbundesamt Umweltkosten in Höhe von 20,81 Cent pro Kilowattstunde. Dagegen liegen sie bei einer Kilowattstunde aus Wasserkraft bei 0,30 Cent; aus Windenergie bei 0,28 Cent. Einen genaueren Überblick zeigt die Tabelle.

 

Tabelle: Umweltkosten der Energieträger pro Kilowattstunde. 

Fossile EnergienUmweltkostenErneuerbare EnergienUmweltkosten
Braunkohle20,81 Cent/kWhWasserkraft0,30 Cent/kWh
Steinkohle18,79 Cent/kWhWindenergie0,28 Cent/kWh
Erdgas8,59 Cent/kWhPhotovoltaik1,64 Cent/kWh
Öl20,06 Cent/kWhBiomasse7,71 Cent/kWh

Quelle: Umweltbundesamt.

 

So verlustreich ist das Geschäft mit der Kohle. 

Sieht man sich die Zahlen an, müsste man meinen, die Welt verabschiede sich dankbar von der Kohle. Mitnichten, es werden immer noch Kohlekraftwerke gebaut. In China entstehen gerade neue Anlagen, nur um die Konjunktur in Corona-Zeiten anzukurbeln. Kurzsichtig. Dabei rechnen Experten wie etwa der Think Tank Carbon Tracker damit, dass die neuen Kohlekraftwerke mit Verlust in den Markt einsteigen. Die Forscher haben dazu die Einnahmen und Ausgaben von Kohlekraftwerken weltweit verglichen. Ergebnis: 2020 werden 46 % der weltweit bestehenden (6.696) und geplanten Kohlekraftwerke (1.046) Verluste machen. In Europa also 62 % der Kraftwerke, in Deutschland 90 %. Gut, hier ist der Kohleausstieg ohnehin eine beschlossene Sache. Nach der Berechnung des Think Tanks müsste allein bezogen auf Kohlestrom das Verschmutzungsrecht auf 9 Euro pro Tonne CO2 fallen, damit die Kohlekraft eine finanzielle Chance hätte. 

Kohleausstieg: Was du jetzt darüber wissen musst.

 

Signal setzen, Energiewende unterstützen.

Die Energiewende hat derzeit mit vielen bremsenden Kräften zu kämpfen. Da ist weltweit eine Macho-Politik, die sich gekränkt fühlt, wenn sie nur einen Baum schützen muss. Und da ist die Corona-Pandemie, die der Energiewende ebenso einen kleinen Shutdown verpasst. Die CO2-Emissionen gingen zwar weltweit runter, gleichzeitig ist dies kein Dauerzustand, weil es eben vor allem auf einem Wirtschaftseinbruch basiert. Dass Corona-bedingt weltweit weniger Energie benötigt wurde, hat außerdem dazu geführt, dass die Preise für konventionelle Energieträger an den Börsen fielen. Dadurch könnten die fossilen Brennstoffe wieder wirtschaftlicher werden. Das bremst die Energiewende, wodurch der Klimaschaden und Schuldenberg immer größer werden. Und schließlich sind die Investitionen in erneuerbare Energien gesunken – und das können wir uns eigentlich überhaupt nicht leisten.

Jeder Wechsel zu echter Ökoenergie ist ein Signal an die Wirtschaft und die Politik, etwas zu unternehmen. Du wirst merken: Auch für dich ist wirklich nachhaltig erzeugter Ökostrom und wirklich nachhaltig erzeugtes Ökogas nicht teurer. Lassen wir die Welt nicht hängen.

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