Energieverbrauch und CO2-Emission nach Heizungsart | Polarstern Magazin

Wir wiederholen uns, aber es ist wichtig: Die meiste Energie benötigst du zu Hause nicht für Strom, sondern für Heizen und Warmwasser. Beides zusammen macht mehr als 70 % deines Energiebedarfs aus. Wie viel Heizenergie du am Ende tatsächlich verbrauchst und wie viel CO2 du dabei verursachst, hängt von drei Faktoren ab: von der Art des Gebäudes, von deinem Heizsystem – und deinem Heizverhalten. Wo stehst du?

von Michael

Inhalt:


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Wer aus dem Haus geht, schließt die Fenster, macht alle Geräte aus, und die Tür zu. Klar. Die Heizung dagegen braucht ein bisschen mehr Feingefühl. Soll man die nicht ein bisschen anlassen, damit Wände nicht auskühlen? Aber dann verbraucht man doch wieder zu viel, oder?

So ganz wird man ihn nie kapieren, den Heizenergieverbrauch. Das geht schon bei der Frage los, wie hoch der Verbrauch überhaupt sein darf. Für Erdgasnutzer in einem Einfamilienhaus zwischen 100 bis 250 m2 ergab sich 2018 folgendes Bild.

 

Wie hoch dein Heizenergiebedarf sein darf.

Kosten im Jahr Verbrauch im Jahr
Niedrig 8,10 € pro m2 Bis 94 kWh pro m2
Mittel 12,50 € pro m2 Bis 166 kWh pro m2
Hoch 17,90 € pro m2 Bis 250 kWh pro m2
Zu hoch Über 17,90 € pro m2 Über 250 kWh pro m2

 

Quelle: Heizspiegel 2018.

 

Einfluss des Gebäudes auf deinen Heizverbrauch.

Den größten Einfluss auf deinen Heizenergieverbrauch nehmen Alter, Größe und energetischer Stand des Hauses. In einem älteren Gebäude ist das Einsparpotenzial schon deshalb höher, weil es von Haus aus mehr Wärme verliert. Laut Energieberatung co2online gehen in einem ungedämmten Altbau bis zu 35 % der Wärme über die Außenwände und bis zu 20 % übers Dach verloren. Über 50 % der erzeugten Wärme sind also futsch. Ein Passivhaus, das seinen Heizwärmebedarf durch Sonne, Abwärme und Wärmerückgewinnung deckt, verbraucht dagegen rund 90 % weniger Energie als ein Einfamilienhaus aus dem Bestand, und 75 % weniger als ein herkömmlicher Neubau.  

Gebäudeart Heizenergiebedarf
Einfamilienhaus Bestand 150 kWh pro m2 im Jahr
Einfamilienhaus Neubau 65 kWh pro m2 im Jahr
Niedrigenergiehaus 40 bis 79 kWh pro m2 im Jahr
Passivhaus 15 kWh pro m2 im Jahr

 

Die wichtigsten energetischen Maßnahmen für dein Haus.

Am Haus lässt sich natürlich energetisch etwas machen. Die wichtigste Maßnahme ist die Dämmung von Fassade, Keller und Dach. Die Energieberatung co2online schätzt die durchschnittliche Ersparnis durch die Dämmung der Außenfassaden von freistehenden Gebäuden auf bis zu 19 %. Kommt eine Dämmung des Daches dazu, sind es bereits 25 %, mit einer zusätzlichen Dämmung der Kellerdecke sogar 28 %. Bei Gebäuden, die nicht freistehen, sondern an andere Gebäude anschließen, ist das Einsparpotenzial geringer (ca. 12 %). Schließlich dämmen die Mauern der Nachbarn schon ein bisschen mit. Dämmung schützt übrigens nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Feuchtigkeit und Schimmel. Im Sommer schützt die Dämmung außerdem vor Hitze.

 

Der Einfluss deiner Heizung auf Energieverbrauch und Ökobilanz.

Dein Heizsystem hat ebenfalls einen großen Einfluss auf deinen Verbrauch – und noch wichtiger auf deinen CO2-Bilanz. Das Alter der Heizung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Neuere Heizsysteme nutzen Brennstoffe einfach effizienter als ältere Modelle. So benötigt etwa ein moderner Gas-Brennwertkessel rund 20 % bis 25 % weniger Gas als ältere Heizungen. Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen stellen die Energie einfach aus der Umgebungstemperatur der Luft, des Wassers oder des Bodens her. Das spart die Brennstoffe fürs Heizen, allerdings kann sich der Stromverbrauch eines Haushalts durch die Nutzung einer Wärmepumpe leicht verdoppeln. Für Haushalte mit hohem Warmwasserverbrauch lohnt sich Solarthermie. Die Sonnenenergie wird dabei von den Sonnenkollektoren direkt zum Heizsystem transportiert. Bis zu einem Viertel des Wärmeenergiebedarfs kann man so selbst decken. Eine Umstellung des ganzen Systems ist natürlich nicht immer drin. Mietern in Mehrparteienhäusern sind ohnehin die Hände gebunden. Einfamilienhausbesitzer können dagegen auch mit kleineren Investitionen mehr Energie aus der Heizung holen. Die wichtigsten sind:

 

  • Hydraulischer Abgleich durch einen Fachmann: Sorgt dafür, dass alle Heizkörper im Haus bei gleicher Einstellung mit derselben Menge an Heizflüssigkeit versorgt werden.
  • Dämmung der Rohre: Laut Deutsche Energie-Agentur lassen sich mit jedem Meter Kellerheizungsrohr, der gedämmt wird, 8 bis zehn Euro Heizkosten im Jahr sparen. 
  • Austausch der Heizungspumpe in eine neue, effiziente: Kann laut Deutsche Energie-Agentur bis zu 80 % der Betriebsstromkosten sparen.

 

CO2-Emissionen nach Heizungssystem.

Heizungen verbollern natürlich auch CO2. Je neuer die Technik, desto umweltschonender ist sie auch. Eine alte Ölheizung kann in einem typischen Haushalt bereits rund 3 Tonnen mehr CO2 im Jahr verursachen als eine Wärmepumpe, die mit Wirklich Ökostrom von Polarstern betrieben wird. Die Grafik zeigt, wie sich deine Heizung aufs Klima auswirkt. 

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Der entscheidende Faktor: Du.

Häuser und Heizungen können noch so effizient sein, wenn das Potenzial nicht genutzt wird, ändert sich auch nichts am hohen Verbrauch. Man nennt dieses Phänomen Rebound-Effekt, wenn trotz Energieeffizienz der Wärmeverbrauch gleichbleibt oder sogar steigt. In energetisch sanierten Häusern liegen diese Effekte zwischen 10 und 30 %. So lässt sich vielleicht auch erklären, warum die deutschen Haushalte seit 2014 wieder mehr Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche verbrauchen.  Die Standard-Heiztipps sind einfach und sorgen dafür, dass der Heizenergieverbrauch wirklich sinkt:

  • Jedes Grad weniger auf dem Thermostat spart 6 % Heizenergie.
  • Stoßlüften statt kippen.
  • Heizung entlüften.
  • Heizung von Gegenständen freihalten.
  • Nachts Temperatur drosseln, dafür Jalousien und Rolls nutzen. 
  • Auf programmierbare oder smarte Thermostate umsteigen.
  • Fenster isolieren.
  • Türen von warmen Räumen geschlossen halten. 

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