

Wärmepumpen-Kauf: Worauf du vor der Anschaffung achten solltest.
Wärmepumpen sind gefragt und die Zukunftstechnologie. Du stehst auch vor der Anschaffung einer Wärmepumpe und steckst mitten in der Planung? Was du am besten schon während der Planung von der Heizlast-Berechnung bis hin zu Pufferspeicher und Typ beachten solltest, liest du hier.
Allen Widerständen zum Trotz verkaufen sich Wärmepumpen gerade so gut wie selten zuvor. Nach einer deutlichen Absatzdelle 2024 haben die Heizungshersteller und Betriebe 2025 knapp 300.000 Wärmepumpen verkauft, wie die Grafik unten zeigt. Ein stolzes Plus von 55 % zum Vorjahr. Während die Politik zögert und zaudert, treffen die Verbraucher:innen klare Entscheidungen pro klimafreundliches und preiswertes Heizen. Auch, weil das Heizen mit Wärmepumpe noch attraktiver geworden ist als vor einigen Jahren.
Du stehst auch unmittelbar vor dem Kauf einer Wärmepumpe, hast aber noch Fragen? Wie siehts im Altbau aus, welcher Wärmepumpen-Typ ist der Richtige für dein Zuhause? Was gilt es bei der technischen Planung zu beachten? Das klären wir hier.
Haus fit machen: Gebäudecheck durchführen.
Im Neubau und in jüngeren Gebäuden arbeiten Wärmepumpen in der Regel problemlos und sehr wirtschaftlich. Ein paar mehr Fragen stellen sich da schon im Altbau. Aber keine Sorge: Die vielen hartnäckigen Mythen rund um Wärmepumpen im Altbau sind eher was für den Papierkorb. Denn dass sie auch in älteren Häusern gut funktionieren, hat erst kürzlich eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISE gezeigt.
Fest steht: Hat ein altes Gebäude einen hohen Heizenergiebedarf und ist es schlecht oder gar nicht gedämmt, wird sich eine Wärmepumpe kaum lohnen. Als Richtwert gilt hier, dass die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe mindestens 3,0 (oder besser mehr) betragen muss, damit die Pumpe wirtschaftlich ist.
Warum ist ein Gebäudecheck so wichtig? Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt stark von der Vorlauftemperatur der Heizung ab, und die wiederum hängt von Faktoren wie Heizsystem, also Heizkörpern ab, und wie gut sich Räume erwärmen lassen oder nicht. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe zum Heizen. Ein Tipp: Oft reicht schon der Austausch einzelner Heizkörper, um die Temperatur weit genug abzusenken.
👉 Ein Tool, das dir dabei hilft, ist der kostenlose Gebäudecheck des IFEU-Instituts. Der Gebäudecheck zeigt dir:
- Ob dein Haus schon für eine Wärmepumpe geeignet ist.
- Welche Räume aktuell besonders hohe Vorlauftemperaturen brauchen.
- In welchem Maß ein Austausch der Heizkörper die Effizienz der Wärmepumpe verbessern kann.
- Ergebnisse für die untersuchten Räume und für das gesamte Gebäude.
- Was die nächsten Schritte auf dem Weg zur Wärmepumpe sind.
Heizlast berechnen für korrekte Dimensionierung der Wärmepumpe.
Der erwähnte Gebäudecheck gibt dir zu diesen Themen schon Auskunft. Weil die Berechnung der Heizlast besonders wichtig ist, gehen wir hier nochmal genauer drauf ein. Eine Heizlastberechnung durchzuführen, ist deswegen so wichtig, um die Wärmepumpe richtig auszulegen und zu dimensionieren. Die Heizlast deines Gebäudes kannst du etwa im Heizlastrechner des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) berechnen. Neben der Heizlast ist auch der Energieeffizienzstandard deines Gebäudes relevant. Die folgende Tabelle zeigt, womit du rechnen kannst:
Tabelle: Wärmebedarf je nach Gebäudetyp.
| Gebäudetyp | Spezifischer Wärmebedarf | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Neubau Effizienzhaus 40 | 30-50 Watt/m² | Sehr gute Dämmung, hohe Energieeffizienz |
| Neubau Standard | 50-70 Watt/m² | Aktuelle EnEV-Anforderungen |
| Sanierter Altbau | 60-100 Watt/m² | Teilweise erneuerte Dämmung |
| Unsanierter Altbau | 100-150 Watt/m² | Alte Bausubstanz, kaum Dämmung |
Vereinfachte Faustformel für erste Einschätzung der Heizlast.
Für eine erste Dimensionierung ist diese Faustformel gut: Wohnfläche in m² × spezifischer Wärmebedarf in kW/m² = Heizlast in kW. Zusätzlich werden pro Person im Haushalt weitere 0,25 kW für die Warmwasserbereitung eingerechnet.
Ein Rechenbeispiel für die Heizlastberechnung:
- 150 m² Wohnfläche
- Sanierter Altbau: 0,08 kW/m²
- 4-Personen-Haushalt: 4 × 0,25 kW = 1,0 kW
- Benötigte Heizleistung: (150 × 0,08) + 1,0 = 13,0 kW
Fachbetriebe berechnen die Heizlast eines Gebäudes anhand der DIN EN 12831-1, die alle Berechnungen und Einflussfaktoren normt, um eine gute Planung der richtigen Wärmepumpen-Größe sicherzustellen.
Die korrekte Dimensionierung einer Wärmepumpe ist entscheidend für deren effizienten und wirtschaftlichen Betrieb. Eine falsch ausgelegte Wärmepumpe kann zu erhöhten Stromkosten, schnellerem Verschleiß oder unzureichender Wärmeversorgung führen.
Stromkosten sparen mit WärmepumpeTests ansehen: Welche Wärmepumpen-Hersteller gut sind.
Wichtig ist natürlich die Wahl der Wärmepumpe und des Herstellers. Schau dir dazu vor dem Kauf Tests wie den von Stiftung Warentest an. Stiftung Warentest hat im Herbst 2025 mehrere Wärmepumpen geprüft, Testsieger wurde dabei ein Gerät von Viessmann. Aber auch andere Geräten erhielten gute Bewertungen.
Im Wärmepumpen-Test 2025 der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) überzeugte die Viessmann Vitocal 250-A als Testsieger mit der Note 2,0. Sie zeichnet sich durch hohe Effizienz und leisen Betrieb aus. Weitere Top-Modelle laut Warentest sind Alpha Innotec Hybrox 11, Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus (beide Note 2,2) und die Buderus Logatherm WLW186i (Note 2,3).
Ergebnisse des Wärmepumpen-Tests 2025:
- Testsieger: Viessmann Vitocal 250-A (Luft-Wasser-Wärmepumpe, Monoblock)
- Wichtige Kriterien: Alle getesteten Modelle nutzen das umweltfreundliche Kältemittel R290 (Propan).
- Altbau-Eignung: Modelle wie die Buderus Logatherm WLW186i zeigen sich durch hohe Vorlauftemperaturen und gute Modulation (Leistungsanpassung) als geeignet für Altbauten. Das Buderus-Modell ist für den Neubau und durch die hohe Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C speziell auch für die Modernisierung von Ein- und Zweifamilienhäusern geeignet.
Wärmepumpen-Typen: Was für dich in Frage kommt.
Vor dem Kauf solltest du dir im Klaren darüber sein, worauf es dir ankommt und wie deine finanziellen und die Voraussetzungen (Platz, vorhandener Garten, etc.) in deinem Zuhause sind. Soll die Wärmepumpe eher günstiger vom Kaufpreis sein und mit möglichst wenig Aufwand installiert werden? Hast du genug Platz, um eine Erd-Wärmepumpe zu montieren? Oder legst du lieber Wert auf bestmögliche Effizienz des Wärmepumpe-Systems? Die folgende Tabelle gibt dir vor dem Kauf eine Orientierung, welche Wärmepumpe zu deiner Situation passt und welche Eigenschaften welches Modell hat:
Wann für die Wärmepumpe ein Pufferspeicher sinnvoll sein kann.
Grundsätzlich ist ein effizienter Betrieb der Wärmepumpe auch ohne Pufferspeicher möglich. Für den Betrieb ist ein Pufferspeicher nicht notwendig, er kann aber einige Vorteile bieten, vor allem wenn du keine Fußbodenheizung hast. Folgende Punkte können für eine Installation sprechen:
Quellen: Viessmann, co2online.de
Passenden Pufferspeicher für die Wärmepumpe finden.
Möchtest du deine Wärmepumpe mit einem Pufferspeicher kombinieren, stehen grundsätzlich verschiedene Varianten zur Verfügung. Welche davon die richtige ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten bei dir zuhause ab.
- Bi- und multivalente Speicher: An diesen werden zwei bzw. mehrere Wärmequellen angeschlossen. Das ist notwendig, wenn Wärmepumpe und Solarthermie zur Unterstützung der Heizung kombiniert werden.
- Schichtladespeicher: Diese Art des Pufferspeichers ist sehr effizient. Im Inneren wird Wasser in verschiedenen Temperaturzonen vorgehalten und gelagert. Durch die stabile Temperaturschichtung im Innern – warmes Wasser oben, kaltes unten – kühlt das Wasser langsamer aus und kann effizient genutzt werden. Die Kombination aus Schichtenspeicher und Wärmepumpe ist dadurch besonders energieeffizient.
- Integrierte Pufferspeicher: Diese sind in die Inneneinheit deiner Wärmepumpe integriert und dadurch besonders platzsparend. Vorteilhaft ist außerdem die vergleichsweise schnelle Installation, wie Viessmann schreibt.
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Bei Anschaffung Wärmepumpen-Förderung nutzen.
Auch wenn die aktuelle Bundesregierung das für die Heizungsförderung wichtige Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2026 reformieren will, gibt es nach wie vor eine attraktive Förderung für den Einbau einer Wärmepumpe in Bestandsgebäuden. Über die Heizungsförderung der KfW-Bank sind bis zu 70 % Förderzuschuss für dich drin (Stand: 10. Februar 2026). Neben der Grundförderung ist der Klimageschwindigkeitsbonus besonders interessant, mit dem du 20 % Förderung nochmal on top bekommst. Der Einbau einer Wärmepumpe im Neubau wird indirekt über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ gefördert.
Tabelle: KfW-Förderung für Wärmepumpe & Co. im Überblick.
| Maßnahme* | Grundförderung | Effizeinzbonus | Klimageschwindigkeitsbonus | Einkommensbonus |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpen | 30% | 5% | 20% | 30% |
| Solarthermische Anlagen | 30% | –– | 20% | 30% |
*Hinweis: Neben Wärmepumpen werden über die KfW-Heizungsförderung noch weitere Maßnahmen gefördert. Stand: 10. Februar 2026.
Den Klimageschwindigkeitsbonus erhältst du, wenn du eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen-, Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung oder Biomasseheizung austauschst. Den Einkommensbonus gibt es, wenn das Jahreshaushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt. Voraussetzung für den Effizienzbonus ist, dass deine Wärmepumpe als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser nutzt oder ein natürliches Kältemittel verwendet wird.
Mehr zur Wärmepumpen-Förderung 2026Gut zu wissen: In einem Einfamilienhaus berücksichtigt die KfW-Bank Kosten bis zu einer Höhe von 30.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern richtet sich die Höhe der förderfähigen Kosten nach der Anzahl der Wohneinheiten. Davon erhältst du – unabhängig von der Antragstellergruppe – maximal 70 % als Zuschuss.
Wärmepumpen-Kauf: Mit diesen Anschaffungskosten musst du rechnen.
Wärmepumpen sind in der Anschaffung relativ teuer: Zwischen rund 10.000 und 50.000 Euro musst du je nach Wärmepumpentyp beim Kauf einplanen. Am günstigsten in der Anschaffung und Installation sind Luft-Wasser-Wärmepumpen, die am öftesten eingebaut werden. Teuer sind hingegen Erd-Wasser-Wärmepumpen, bei denen größere Erdarbeiten oder gar Bohrungen notwendig sind zur Erschließung der Wärmequelle.
- Luft-Wärmepumpen kosten in der Anschaffung laut CO2online zwischen 8.000 und 16.000 Euro.
- Die Kosten für Erd-Wärmepumpen belaufen sich auf 12.000 bis 15.000 Euro.
- Bei Grundwasser-Wärmepumpen musst du laut der Beratungsgesellschaft CO2online mit 9.000 bis 12.000 Euro rechnen.
Alle genannten Preise sind ohne die Kosten für den Einbau und nötige Arbeiten für die Wärmequelle-Erschließung (z.B. Bohrungen). Wichtig: Bei allen Typen kannst du aber von der staatlichen Förderung profitieren (siehe oben) und so die Kosten senken.
Alles zu Einbau- und BetriebskostenGut zu wissen: Festpreisangebot zeigt Erfahrung des Anbieters.
Ein Angebot über einen Wärmepumpen-Kauf sollte von einem Generalunternehmer über die Erstellung der gesamten Anlage (evtl. Bohrungen, Sonden, Wärmepumpe sowie ggf. Verteilung und Heizflächen) erstellt werden. Aufgrund der Schnittstellen zwischen den Gewerken des Heizungsbauers, des Elektrikers und ggf. des Bohrunternehmens minimierst du so das Risiko. Erfahrungen zeigen zudem, dass auch die Kosten geringer ausfallen, wenn zwischen den einzelnen Anbietern bereits eingespielte Rahmenvereinbarungen bestehen.
Check schon jetzt deine Betriebskosten: Hier Tarif & Vorteile berechnen.
Technische Fragen beim Kauf: Monovalent, bivalent, reversibel.
Noch vor dem Kauf und beim Förderantrag musst du für dich entscheiden, wie die Wärmepumpe betrieben werden soll. Bei monovalent und bivalent handelt es sich also um Betriebsarten.
Monovalenter Betrieb: Wärmepumpe arbeitet allein.
Ist die Wärmepumpe der alleinige Wärmeerzeuger in einem Heizungssystem, spricht man vom monovalenten Betrieb. Ein monovalentes System erzeugt die gesamte Wärme für Heizung und Warmwasser allein. Ein monovalenter Betrieb hat den Vorteil, dass du geringere Wartungs- und Betriebskosten hast als mit zwei Heizungen.
Bivalenter Betrieb: Wärmepumpe im Team mit anderer Heizung.
Arbeitet die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger zusammen, wird sie bivalent betrieben. Es handelt sich also um eine Hybridheizung mit Wärmepumpe. Sinnvoll kann das zum Beispiel laut energie-fachberater.de im Altbau sein, wenn der Wärmebedarf recht hoch ist und das Haus schrittweise saniert werden soll. In diesen Fällen kann zum Beispiel eine vorhandene Gasheizung, Holzheizung oder Ölheizung Spitzenlasten bei erhöhtem Wärmebedarf abdecken, während die Wärmepumpe die Grundlast übernimmt.
Reversible Wärmepumpe zum Kühlen.
Schon bei der Planung solltest du dir überlegen, ob du mit der Wärmepumpe neben Heizen im Winter auch im Sommer kühlen möchtest. Ist das der Fall, musst du deine Wärmepumpe so auswählen, dass es sich um ein reversibles Modell handelt. Denn nicht alle Pumpen sind von Haus aus auch zum Kühlen geeignet, das können nur reversible Wärmepumpen.
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