Es gibt rund 1.040 Gaslieferanten. Aber nur eine bis zwei Handvoll wirklich gute Ökogasanbieter. Wir verraten, an welchen Merkmalen du sie erkennst, wie du einen wirklich nachhaltigen Ökogastarif findest und warum das für die Energiewende ganz entscheidend ist.

von Michael

In den Privathaushalten fallen rund 80 % des Energieverbrauchs beim Heizen an und nur 20 % beim Stromverbrauch. Trotzdem steht bei der Energiewende der Wärmemarkt immer ein bisschen im Schatten des Stromthemas. Dass Heizen den größeren Posten bei den Wohnkosten ausmacht und auch den größeren Klimaschaden verursacht, wird hingenommen oder verdrängt, man weiß es nicht.

 

Wir brauchen mehr Energiewende im Wärmemarkt. 

Diese Realität spiegelt sich auch im Markt wider. Wo der Anteil von erneuerbaren Energien im Strommarkt laut Umweltbundesamt Ende 2019 bereits bei 42,1 % lag, waren es im Wärmemarkt erst 14,5 %. Hinzu kommt, dass es der Markt einem bei der Wahl eines guten Ökogasanbieter auch nicht gerade einfach macht. Laut Bundesnetzagentur gibt es derzeit rund 1.040 Gaslieferanten, davon aber nur eine bis zwei Handvoll gute Ökogasanbieter. Wir verraten, wie du sie erkennst. 

 

Bietet der Ökogasanbieter überhaupt Ökogas an? Eine Tarifkunde.

Ein echter Ökogasanbieter sollte auch echtes Ökogas anbieten. 

Ein Ökogasanbieter sollte von allen Dingen mindestens eine Sache können: echtes Ökogas anbieten. Tatsächlich ist dieses absolute Mangelware. Stattdessen dominieren Klimatarifen und Mischprodukte den Markt. 

 

Echtes Ökogas, falsches Ökogas: eine kleine Tarifkunde. 

Klimagastarife. 

Zum Beispiel verkaufen viele Gasanbieter Ökogas in Form eines Klimatarifs. Dahinter steckt nichts anderes als fossiles Erdgas. Gasanbieter dürfen diese Tarife mit dem Öko-Präfix schmücken, weil der CO2-Schaden, der bei der Förderung, der Verbrennung und dem Transport anfällt, mit Klimaschutzprojekten kompensiert wird. Mit diesen Tarifen erreicht man mit seinem Gasanbieterwechsel jedoch wenig bis gar nichts. Der Sinn hinter dem Wechsel zu Ökogas liegt darin, dass mehr davon produziert wird. Was man bestellt, soll erzeugt und in die Netze eingespeist werden, dadurch steigen Angebot und Nachfrage. Vor allem dann, wenn der Ökogasanbieter die Energiewende über die EEG-Umlage hinaus fördert.

 

Als ob du etwas Vegetarisches bestellst, aber Fleisch bekommst. 

Es ist ein bisschen so, als ob du ein vegetarisches Gericht bestellst und stattdessen etwas mit Fleisch bekommst, weil sich das Restaurant für den Tierschutz engagiert. Macht keinen Sinn, oder? Ein bisschen so läuft es aber bei den Klimatarifen ab: Du kriegst nicht, was du bestellst. Und leider sind diese Klimatarife Usus. 2019 waren 77 % der angebotenen Ökogastarife solche Kompensationsprodukte.  

 

Ökogastarife mit unterschiedlich hohen Biogasanteilen. 

Ein weiterer Running Gag im Gasmarkt, nur leider nicht lustig, ist der mickrige Biogehalt in vielen Ökogastarifen. Gasanbieter dürfen ihre Tarife Ökogas nennen, egal ob der Biogasanteil nun bei 10 % oder 100 % liegt. Für Kunden ist dies aber kaum ersichtlich. Schau deshalb auf der Website des Anbieters nach, wie und wo das Ökogas erzeugt wurde.

 

Woher bezieht der Ökogasanbieter sein Ökogas? 

Der Ökogasanbieter sollte ausschließlich 100 % Ökogas anbieten.  

Wer einen Ökogasanbieter sucht, muss sichergehen, dass dieser Ökogas aus erneuerbaren Energien anbietet. Das nächste Ausschlusskriterium. Und: Der Ökogasanbieter sollte nicht nur Ökogas im Angebot haben, er sollte fossiles Erdgas, Klima- oder Mischtarife gar nicht erst anbieten. 

 

Auch bei 100 % Ökogas müssen die Quellen stimmen. 

Auch bei der Nutzung der regenerativen Quelle gibt es Unterschiede. Auch „Energiepflanzen“ (Oh Gott, schon dieser Name!) wie Mais und Raps sind erneuerbare Energien. Dass aber der Anbau von Monokulturen nicht nachhaltig ist, sondern der Natur eher nachhaltig schadet, dürfte genauso klar sein wie die Tatsache, dass es weder ökologisch noch sozial verträglich ist, Lebensmittel anzubauen, um sie gleich wieder zu vergären. Auch Gülle ist keine gute Alternative, denn sie wird meistens von der Massentierhaltung bereitgestellt. Prüf am besten direkt auf der Website des Ökogasanbieters, ob er die genaue Herkunft und Produktionsweise seines Ökogases beschreibt. Im Idealfall erzeugt er sein Ökogas aus pflanzlichen Reststoffen, die ohnehin anfallen und für die Ökogasproduktion sinnvoll weiterverwertet werden.

 

Ist der Ökogasanbieter unabhängig – oder Teil eines Konzerns?

Im besten Fall ist der Gasanbieter deiner Wahl unabhängig. Das heißt, dass er zu keinem Mutterkonzern gehört, der seinerseits sein Geschäft mit fossilem Erdgas (oder Kohlestrom) verdient. Money goes up, heißt es so schön. Wenn du also sichergehen willst, dass du mit deiner Ökogasrechnung nicht doch einen Konzern bei seiner Erdgasförderung unterstützt, sollte deine Entscheidung auf einen unabhängigen Ökogasanbieter fallen.

 

Der Ökogasanbieter sollte unabhängig sein. 

Im besten Fall ist der Gasanbieter deiner Wahl unabhängig. Das heißt, dass er zu keinem Mutterkonzern gehört, der seinerseits sein Geschäft mit fossilem Erdgas (oder Kohlestrom) verdient. Money goes up, heißt es so schön. Wenn du sichergehen willst, dass du mit deiner Ökogasrechnung nicht doch einen Konzern bei seiner Erdgasförderung unterstützt, sollte deine Entscheidung auf einen unabhängigen Ökogasanbieter fallen. 

 

Ist der Ökogasanbieter grün – oder nur sein Produkt?

Vieles, was im Energiemarkt falsch läuft, die Emissionen, die Zerstörung der Natur, ist eine Folge rücksichtslosen Wirtschaftens. Wo Geld das oberstes Unternehmensziel ist, ziehen Gesellschaft und Natur den Kürzeren. In der Klimakrise kommen wir deshalb nicht an einer Veränderung der Wirtschaft vorbei. Immer mehr Unternehmen hinterfragen und beleuchten die Konsequenzen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit und versuchen, einen Weg zu finden, bei dem die Gesellschaft und die Umwelt von der Wirtschaft profitieren, anstatt an ihr kaputtzugehen. Polarstern fördert ebenso den Wirtschaftswandel. Als erster Ökogasanbieter im Markt sind wir ein zertifiziertes Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie mit entsprechender Gemeinwohlbilanz. Hierbei bewerten externe Auditoren den Nutzen des Unternehmens für die Natur und die Gesellschaft. Das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie ist, einen politischen Rahmen zu schaffen, bei dem Unternehmen mit hoher Punktezahl stärker gefördert werden, um der konventionellen Wirtschaft Konkurrenz zu machen. Für mehr Gemeinwohl und weniger ich, ich, ich. 

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Was sagt das Netz über den Ökogasanbieter?

Vorsicht beim Vergleich von Ökogas auf Portalen. 

Auch die Informationsquelle ist wichtig. Wenn du Ökogas suchst, wird dich jede Suchmaschine vermutlich erst mal auf ein Vergleichsportal schicken. Die Vergleichsportale klären ebenso über die Unterschiede der Ökogasprodukte auf und machen diese auch kenntlich. Trotzdem konzentriert sich die Hilfestellung stark darauf, den günstigsten Tarif für dich zu finden. Oft ist er noch mit einer Wechselprämie oder einem Bonus verbunden. Die Erfahrung mit Tarifen lehrt aber, dass es Energie, die so viel günstiger ist, nicht gibt. Nicht selten bezahlt der Kunde einen günstigen Tarif mit einer langen Vertragslaufzeit und starken Preisanpassungen.

Artikel: Verträge sollten jederzeit kündbar sein

 

So geht der Wechsel zu einem neuen Ökogasanbieter: schnell, einfach, sicher.

Wenn du einen Ökogasanbieter gefunden hast, geht der Ökogaswechsel ganz einfach:

• Tarif berechnen.

• Onlineformular ausfüllen. 

• Den Rest erledigt der neue Ökogasanbieter.

  

Tarif berechnen. 

Jeder Ökogasanbieter hat auf seiner Website einen Gastarifrechner. Gib dort deine PLZ und die Größe des Haushalts in die Maske ein, und der Gastarifrechner sagt dir, wie hoch dein Abschlag ist. Alternativ zur Größe des Haushalts kannst du auch deinen Gasverbrauch eintragen, wie er auf deiner letzten Gasrechnung steht. 

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Online-Formular ausfüllen. 

Wenn du mit dem Preis einverstanden bist, füllst du direkt das Bestellfeld aus, und im Großen und Ganzen war’s das. Den Rest des Wechsels übernimmt der neue Ökogasanbieter, zum Beispiel die Abmeldung bei deinem alten Versorger. 

 

Das passiert bei deinem Wechsel zum Ökogasanbieter Polarstern. 

Wenn du dich für Polarstern entscheidest, setzt du den Teil deines CO2-Fußbadrucks, der fürs Heizen draufgeht, auf praktisch 0. Außerdem investieren wir für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, in den Ausbau von Biogasanlagen auf Reststoffbasis, und: dein Wechsel stößt den Bau einer Biogasanlage für eine Familie in Kambodscha an. Denn die weltweite Energiewende ist das Herzstück unseres Social Businesses. Aber da ist mehr. Erfahre im nächsten Link, was du mit deinem Wechsel zu Polarstern bewirkst.

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Ökostrom nicht vergessen. 

Übrigens: Bei Polarstern gibt es natürlich auch Strom: Wirklich Ökostrom. In Sachen nachhaltiger Erzeugung steht der unserem Ökogas in nichts nach. Unser Ökostrom ist mit dem Grüner Strom-Label ausgezeichnet und wird unter anderem von Öko-Test (mit „sehr gut“) und Robin Wood empfohlen.  

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