Notizzettel

Mit der Gewinnmaximierung hat die Wirtschaft viel zu lange aufs falsche Pferd gesetzt, denn sie geht immer auf Kosten des Gemeinwohls. Dabei ist dieses unser höchstes Gut, das wir haben. Zum Glück gibt es immer mehr Unternehmen, die das Gemeinwohl übers Geld stellen: Social Businesses. Was diese Unternehmen besser machen, wie du sie unterstützt – und wo du sie findest.

von Michael

Was ist ein Social Business und wie funktioniert es?

Geld ist ein Hebel, aber wofür?

Geld ist ein Hebel, der vielseitig einsetzbar ist. Je nachdem, wie man ihn bedient, kann man sich Wünsche erfüllen, man kann sich den Charakter versauen oder großen Schaden anrichten. Beim Schaden sind viele Unternehmen ganz vorne mit dabei. Armut und Ungerechtigkeit – oft ist es ausgerechnet die Wirtschaft, die diese Probleme auch noch verstärkt. Finanzielle Gewinne auf Unternehmensseite sind häufig mit Verlusten auf gesellschaftlicher Seite verbunden, zum Beispiel mit Klima- und Umweltschäden oder mit Unterbezahlung und Ausbeutung vom Mitarbeiter:innen.

Mit staatlichen Hilfen und Spenden versucht man dann viele dieser Schäden wieder zu flicken. Absurd eigentlich. Vor allem, weil sich die Wirtschaft eigentlich gleich so organisieren könnte, dass sie Probleme löst, lindert, nicht verstärkt. Und es geht ja auch, Social Businesses sind der beste Beweis, sie ticken anders als klassiche Unternehmen. Ihnen geht es in erster Linie um den Impact. Ihr Kernmerkmal: Die Produkte oder Dienstleistungen eines Social Business sind immer ein Lösungsansatz für eine gesellschaftliches Problem. Werte wie Ökologie und Gemeinwohl sind wichtiger als die reine finanzielle Rendite.

Beispiele für Social Businesses. 

Was das konkret bedeutet zeigte früh die Grameen Bank, ein Name, der  besonders häufig mit dem Social-Business-Begriff fällt. Der Gründer der Bank, Muhammad Yunus, vergab im Bangladesch der 70er Jahre Mikrokredite an mittellose Menschen. Die Beträge waren klein und doch groß genug, um sich damit aus der Armut zu befreien. Schließlich braucht man manchmal nur etwas mehr Equipment, um sich ein kleines Geschäft aufzubauen. Die Leistung von Yunus bestand darin, Kredite zu vergeben, die Menschen relativ schnell zurückzahlen konnten, die sie aber bei konventionellen Banken trotzdem nicht bekamen. Einfach weil sie kaum Sicherheitsgarantien bieten konnten. Yunus dagegen erkannte das kreative Potenzial seiner Kreditnehmer:innen als Sicherheit. Denn das braucht man, wenn man kein Geld hat. Und wer ohne Möglichkeiten aufwächst, nutzt eine Chance, wenn er:sie sie bekommt. Yunus behielt recht. Sein Konzept wird heute in rund hundert Ländern weltweit angewandt, die Rückzahlquote soll bei 98 % liegen.

Social Businesses in Deutschland.

Social Businesses gibt es heute in allen Branchen. In Deutschland gibt es zum Beispiel Kuchentratsch, eine Bäckerei, inklusive Café und Online- Shop mit bundesweitem Liefergebiet. Das Besondere: Die Kuchen werden von Omas und Opas gebacken. Das ist nicht nur süß, sondern begegnet gleich zwei Problemen: Altersarmut und Altersisolation. In der Backstube kommen Senior:innen zusammen und verdienen sich etwas zu ihrer Rente dazu.

Ein Business mit großer Wirkung ist auch Discovering Hands. Das Unternehmen bildet blinde Frauen in der taktilen Diagnostik aus, mit der sie frühzeitig Brustkrebs erkennen können. Auch hier zeigt sich das mehrfache Potenzial von Social Businesses: Menschen finden einen Job mit Sinn, Patient:innen haben durch die Früherkennung bessere Chancen auf Heilung, und das Gesundheitssystem spart sich so nach einer Schätzung der Beratungsfirma McKinsey 80 bis 160 Millionen Euro im Jahr.

Polarstern: Das Social Business im Energiemarkt.

Preis für wirklich bessere Energie berechnen

Auch Polarstern wurde als Social Business gegründet. Bei uns fördert jede Bestellung von Ökostrom und Ökogas automatisch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Kambodscha und Madagaskar (in Deutschland natürlich sowieso). Warum? Weil es bei der Energiewende eben nicht allein darum geht, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland vorankommt. Die Energiewende ist eine weltweite Aufgabe. Nur dass Länder wie Deutschland schon etwas mehr über den eigenen Tellerrand schauen müssen. Unser Wohlstand hat viele Treibhausgase verursacht, die Klimaschäden baden jetzt vor allem diejenigen Länder aus, die wenig zum Klimawandel beigetragen haben.

Biogasanlage in Kambodscha
Biogasanlagen sorgen für eine sichere, saubere und preiswerte Energieversorgung.

Der Impact wird immer größer. 

Deshalb investieren wir seit unserer Gründung für jede Kundin und jeden Kunden jährlich 20 Euro in die weltweite Energiewende. 2011 hatten wir unseren ersten Kunden. Dieser hat den Bau einer Biogasanlage für eine Familie in Kambodscha angestoßen. Mit wachsenden Kund:innenkreis kamen so viele Anlagen dazu, wurden so viele neue in Auftrag gegeben, dass wir unseren Wirkungskreis erweitern konnten. Mittlerweile bauen wir in Madagaskar gemeinsam mit unserem Partner Africa GreenTec eine solare Stromversorgung für Dörfer auf, sogenannte Impactsites.

Mehr über die Energiewende weltweit erfahren

So zahlt saubere Energie auf die Nachhaltigkeitsziele ein. 

Die saubere Energie in Kambodscha und Madagaskar zahlt auf viele Nachhaltigkeitsziele ein. Wie, das zeigt das Beispiel Kambodscha. Wenn Familien mit der Biogasanlage Biogas erzeugen, bleiben immer Gärreste übrig. Die Familien nutzen sie als natürlichen Dünger, der den Ertrag auf den Feldern bis zu  30 % steigert.. Das zusätzliche Geld zahlt die Biogasanlage schnell ab. Weil mit Gas statt Holz gekocht wird, bleiben die heimischen Wälder vor weiterer Abholzung verschont. Außerdem steigt die Lebenserwartung der Menschen. Denn wo mit Holz gekocht wird, sind Menschen ständig dem Feuerrauch ausgesetzt. Die häusliche Luftverschmutzung verursacht lebensgefährliche Krankheiten und gehört laut WHO zu den größten Gesundheitsrisiken in Ländern des globalen Südens.

Berechne deinen Impact mit Polarstern

In einem Social Business arbeiten.

Im Polarstern Büro

Was mach ich hier eigentlich? Diese Frage stellt sich wohl jede:r mal in seinem Job, egal ob man nun ein Flugzeug fliegt, Pakete ausliefert oder den ganzen Tag vorm Rechner sitzt. Behauptung: In einem Social Business stellt man sich die Frage eher selten. Denn die Unternehmen arbeiten an einer Wirtschaft, die ein gutes Leben für alle erwirken soll. Und das gilt selbstverständlich auch für die Menschen im eigenen Haus. Mitbestimmung, Transparenz, faire Bezahlung und Arbeitsstunden tragen dazu bei, dass das Leben eben nicht erst nach Feierabend beginnt. Unternehmen profitieren ohnehin davon, wenn Mitarbeiter:innen gerne ihre Zeit am Arbeitsplatz verbringen und sich für ihre:n Arbeitgeber:in einsetzen. Dann steigt auch die Qualität der Arbeit. Und das langfristig und nachhaltig. Angebote für Jobs mit Sinn findest du zum Beispiel auf Jobverde, NachhaltigeJobs.de oder Goodjobs.

Mit Energie die Welt verändern – und eine gute Zeit haben.

Social Business heißt bei Polarstern auch: Wir machen uns eine gute Zeit. Wir machen zwischendurch Yoga im Büro oder gehen auf der Theresienwiese sporteln und nutzen das Büro für den einen oder anderen Feier-Feierabend. Es gibt immer frisches Bio-Obst, Gutscheine für einen Öko-Supermarkt in einem ehemaligen Bauernhof und jede:r Mitarbeiter:in hat einen zusätzlichen freien Tag im im Jahr, der für ein Ehrenamt oder eine soziale Tätigkeit genutzt wird. Mittwochs kocht Polarstern-Gründer Simon auch nach zehn Jahren immer noch Penne für sein Team. Diese Dinge geben uns die Power, die wir brauchen, um mit Energie die Welt zu verändern. Wirklich.

Ein Social Business gründen. 

Polarstern Mitarbeiterinnen

Mentoring.

Wenn du selbst ein Social Business gründen willst und spezielles Know-How dafür suchst, findest du etwa in der SEA, der Social Entrepreneurship Akademie, eine gute Mentorin. Hier lernen Studierende alles rund ums Thema Social Entrepreneurship, können sich mit Menschen aus der sozialen Wirtschaft kurzschließen und mit Gleichgesinnten und Mentor:innen die eigene Social-Business-Idee entwickeln. 

Finanzierungshilfe.

Wenn du Finanzierungshilfe benötigst, kannst du dir Starthilfe bei der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, holen. Sie bietet spezielle Förderangebote für Unternehmen mit sozialem Impact. Von der Gründerplattform, die vom BMWi und der KfW unterstützt wird, gibt es außerdem eine empfehlenswerte Broschüre mit vielen Anlaufstellen für angehende Social-Business-Gründer:innen. Egal ob du Beratung, Möglichkeiten zum Netzwerken oder finanzielle Unterstützung suchst. Wenn dein Social Business schon existiert, findest du mit dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) und der Lobbyverband Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft einem Möglichkeit, gemeinsame Interessen gegenüber der Politik zu artikulieren. 

Social Business finden – und dort einkaufen. 

Auf der anderen Seite braucht es natürlich Menschen, die bei Social Businesses einkaufen oder ihre Dienstleistungen nutzen. Denn eine Idee kann noch so toll sein: Wenn sie von niemandem gekauft wird, verschwindet sie bald; wer den wirtschaftlichen Wandel will, muss ihn bestellen. Erst durch Kund:innen wird der Gemeinwohlnutzen eines Social Business real. Laut der KfW gibt es über 100.00 Sozialunternehmen in Deutschland. Damit du sie nicht suchen musst, haben wir die erste Landkarte der Social Businesses in Deutschland entwickelt. Zoom in die Karte rein und finde die besten Unternehmen in deiner Region.

Jetzt zur Social-Business-Map

Siegel helfen bei der Kaufentscheidung.

Neben unserer Landkarte erkennst du Unternehmen mit sozialer Wirkung an Zertifizierungen. Zum Beispiel an ihrer Mitgliedschaft in der Gemeinwohl-Ökonomie oder am Siegel B Corp. Man muss nach Eigendefinition kein Social Business sein, um sich die Zertifizierung zu erarbeiten. Nichtsdestotrotz sind die Siegel Kennzeichen für Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und ihren gesellschaftlichen Nutzen (und Schaden) evaluieren – um besser zu werden.

Gemeinwohl-Ökonomie. 

Polarstern ist etwa ein zertifiziertes Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie. Das ist eine Bewegung aus Unternehmen, die die Wirtschaft zu mehr Gemeinwohlorientierung bringen wollen. Unternehmen erstellen dazu regelmäßig eine Gemeinwohlbilanz, in der sie untersuchen, wie zentrale Werte im Unternehmen sowie mit allen anderen Bezugsgruppen gelebt werden. Externen Auditor:innen prüfen die Bilanzen und vergeben zu jeder Wertekategorie Punkte.

Infografik GWÖ Polarstern

Mit dem Punktesystem erprobt die GWÖ ein Konzept, nachdem Unternehmen mit einem hohen gesellschaftlichen Mehrwert belohnt werden könnten, zum Beispiel mit Steuervorteilen. Außerdem sieht sich die GWÖ als eine Bewegung, in der Unternehmen kooperieren statt konkurrieren. So arbeiten wir bei Polarstern mit gleichgesinnten und ebenfalls GWÖ-zertifizierten Unternehmen wie etwa der Sparda-Bank München zusammen. Gemeinsam stehen wir für eine Wirtschaft, die Hände reicht und nicht auf Füße tritt.

Zu unserer GWÖ-Bilanz-Kurzversion

B Corp.

Eine weitere wichtiges Siegel ist die Zertifizierung Certified Benefit Corporations, kurz B Corp. Ähnlich wie bei der GWÖ wird es an Unternehmen vergeben, die die Profitmaximierung ablehnen und ihre Gewinne dazu nutzen, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. bei B Corp müssen ebenso strenge Standards in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit erfüllt sein.

Ihr wollt ja auch Geld verdienen! Äh, ja?

Social Businesses sind immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, sie wollten ja auch nur Geld verdienen. Was soll man dazu sagen? Sie, wir müssen Geld verdienen. A, weil man sonst eh einpacken kann. B, weil Social Businesses auch erfolgreich sein müssen, wenn sie der konventionellen Wirtschaft wirklich etwas entgegensetzen wollen. Der größte Unterschied zu einem klassischen Unternehmen liegt wohl beim Wörtchen "nur". Social Businesses wollen nicht "nur" Geld verdienen. Sie wollen "auch" Geld verdienen. Aber anders als bei einem klassischen Unternehmen sind finanzielle Gewinne nicht dazu da, um sie nur an sich selbst und Investor:innen auszuschütten, sondern werden stets für noch mehr soziale Wirkung reinvestiert. 

Social Businesses sind keine NGOs.

Und natürlich um faire Gehälter zu bezahlen. Sonst wäre der Job ein Ehrenamt. 
Außerdem: Wer einen sozialen Impact erwirken will, braucht sowieso Geld, sonst ist die Verbesserung der Welt immer nur auf Spenden angewiesen. Spenden sind wichtig. Aber erst durch wirtschaftliche Unabhängigkeit kann nachhaltig Veränderung entstehen. Noch was: Spenden bringen Menschen immer in ein Gönner:in-Empfänger:in-Verhältnis. Social Businesses bauen lieber Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe auf. 

CSR reicht nicht. 

Heute betreibt zwar so gut wie jedes Unternehmen irgendeine Art der der Corporate Social Responsibility, der sozialen Verantwortung. Aber letztlich ist nie transparent, ob die CSR nun ein wirkliches Anliegen ist oder ob einfach nur der Schaden der Unternehmung kaschiert werden soll, um öffentlich noch eine halbwegs gute Figur hinzulegen. Und letztlich haben klassische Unternehmen immer einen Urfehler: das Wirtschaften nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Gerade an großen Unternehmen halten viele Menschen Anteile. Und wenn man schon investiert, soll auch was dabei rausspringen: mehr Geld. Und so wächst man immer weiter, bis die Blase eben platzt. Nach einer Finanz- und Wirtschaftskrise wollen sich dann alle endlich verändern. Der Vorsatz hält dann so lange wie unsere eigenen zu Neujahr: fünf Minuten. Diesen Kreislauf müssen wir brechen. Mit Wirklich Veränderung. Mach mit!

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Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

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Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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