Was Klimaschutz kostet – und wie du richtig investierst. | Polarstern Magazin

Wie du mit der Wahl deiner Bank das Klima schützt, was der Klimaschutz kostet – und warum das Geld mehr als gut investiert ist. 

von Michael

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Inhalt:

 

Erst vor Kurzem hat Angela Merkel den Klimaschutz zur Menschheitsaufgabe erklärt. Wie anstrengend so eine Menschheitsaufgabe ist, muss sich noch zeigen. Dass sie Geld kostet, ist jetzt schon klar. Ebenso, dass das Geld gut angelegt ist. Denn finanzielles Nichtstun wird noch viel teurer.

 

Das kostet der Klimaschutz. 

Wie teuer, hat gerade ein internationales Forscherteam im Wissenschaftsmagazin „Science“ vorgerechnet. Demnach kommt die Investition in das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, vier- bis fünfmal billiger als die Begleichung der Folgeschäden. Dafür ist aber bis 2050 jährlich eine Investition von 1,46 bis 3,51 Billionen US-Dollar allein in eine CO2-neutrale Energieversorgung nötig. Die Einsparung liegt bis zum Jahr 2200 laut Forscher bei 496 Billionen US-Dollar. Denn Naturkatastrophen sind teuer.

 

Das kosten klimabedingte Naturkatastrophen.

Ein Indiz sind die Folgekosten der klimabedingten Naturkatastrophen zwischen 1997 und 2017. Das UN-Büro für Katastrophenvorsorge UNDRR schätzt sie für die USA auf 944 Milliarden US-Dollar, für China auf 492 Milliarden, für Deutschland auf 57,9 Milliarden. Damit gehört Deutschland zu den Top 10 der Länder mit höchsten Schadensbilanzen. Glaubt man gar nicht. Aber man muss sich nur ansehen, was der heiße Sommer von 2018 für die deutsche Landwirtschaft bedeutete. Einen Schaden von 770 Millionen Euro, laut Bundeslandwirtschaftsministerium.

 

So hoch sind die Investitionen in die Fossilen. 

Immerhin nehmen die Investitionen in den Klimaschutz zu. Laut Branchenverband Forum Nachhaltige Geldanlagen haben sie 2018 ein Investitionsvolumen von 171 Milliarden Euro erreicht. Ein Zuwachs von 9 %. Das ist eine gute Entwicklung. Sie sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass fossile Energien immer noch finanziell zu attraktiv sind. So haben etwa die Großbanken laut Rainforest Action Network (RAN) seit dem Pariser Übereinkommen von 2015 1,9 Billionen Dollar in den Ausbau fossiler Energien gesteckt. Spitzenreiter war JPMorgan Chase mit einer Investition von 195 Milliarden US-Dollar. Die Deutsche Bank war mit mehr als 53 Milliarden dabei. Das heißt: So lange die fossilen Energieträger lukrativ sind, bestimmen Banken und Anleger mit, ob Klimaziele erreicht werden oder nicht. Nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums können sie aber genauso sogar zum Risiko werden, wenn sie bei fortschreitendem Klimaschutz plötzlich an Wert verlieren. 

 

Das schlägt die EU vor.

Politisch ist auch deshalb eine Verschiebung der Finanzflüsse längst gefordert. Das Sustainable Finance Package ist der Fahrplan der Europäischen Kommission, Wirtschaftswachstum mit Klima- und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Unter anderem soll ein Klassifikationssystem für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten geschaffen werden, das es Anlegern erleichtert, die positiven wie negativen Folgen ihrer Investition auf Umwelt und Gesellschaft frühzeitig zu erkennen.

 

Wie du nachhaltig investierst.


Bis es ein gültiges Klassifikationssystem gibt, können auch Privatkunden ihr eigenes Geld in mehr Klimaschutz und allgemein mehr gesellschaftliche Veränderung investieren. Beim Geldgeschäft ist es wie mit Umwelt- und Klimaschutz: Eine Einzelperson kann vielleicht nicht so viel ausrichten. Aber wenn sich Kunden, Verbraucher und Wähler gar nicht bewegen, warum sollte es dann die Politik, die Wirtschaft oder Finanzwelt tun? Nachhaltige Geldanlagen bedeuten immer zweierlei. Sie sind erstens auf Langfristigkeit und Sicherheit ausgerichtet statt auf kurzfristige Zockerei. Und sie nützen nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch der Umwelt und Mitmenschen. Investiert wird in erneuerbare Energien, Klima- und Umweltschutz, ebenso in Unternehmen, die für mehr Bildung, Kultur und Gleichbehandlung sorgen. Diese Möglichkeiten gibt es, sein Geld in die richtige Richtung zu lenken.

 

Nachhaltige Banken.

Ein wichtiger Schritt ist der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank. 14 gibt es laut Verbraucherzentrale derzeit in Deutschland. Gemeinsam haben die Banken, dass sie in die Energiewende investieren und Investitionen wie etwa in die Rüstungs- und Waffenindustrie ablehnen; Ethik- und Nachhaltigkeitsfonds müssen soziale und ökologische Kriterien erfüllen. Richtig ist auch, dass die nachhaltigen Banken unterschiedliche Standards setzen, was letztlich unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Zertifizierungen helfen bei der Wahl.

 

B Corp-Unternehmen.

So ist etwa die Triodos Bank mit dem Siegel B-Corp zertifiziert. Das Siegel kennzeichnet Unternehmen, deren wirtschaftliches Handeln einen positiven Effekt auf die Gemeinnützigkeit hat. Dazu wird der komplette ökologische und soziale Impact auf die Kunden, Mitarbeiter, Partner und die Umwelt evaluiert. Mittlerweise veröffentlicht die Triodos Bank auch den CO2-Fußabdruck von Investments.

 

Gemeinwohl-Ökonomie-Unternehmen.

Eine ebenso wichtige Zertifizierung ist die der Gemeinwohl-Ökonomie. Die Sparda-Bank München ist als erste Bank Deutschlands ein zertifiziertes Mitglied. Die GWÖ verfolgt vor allem ein wertebasiertes Wirtschaften. Ebenso wie bei B Corp ist Geld verdienen kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um für mehr soziale und ökologische Gerechtigkeit zu sorgen. Im Zertifizierungsprozess werden Unternehmen danach bemessen, wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Transparenz im Unternehmen und zu den Stakeholdern gefördert werden. Wir von Polarstern sind ebenfalls Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie – als erster Energieversorger Deutschlands.

>>> Mehr über die Gemeinwohl-Ökonomie erfahren.

 

Wichtig ist auch, dass man kein Siegel tragen muss, um wirklich nachhaltig zu handeln. Der Blick auf die Websites von nachhaltigen Banken lohnt sich genauso. Etwa bei der GLS Bank, die zum Zeitpunkt ihrer Gründung in 1974 die erste ökologisch-soziale Bank der Welt war. Idee war es, mit Investitionen etwas für die Gemeinschaft zu schaffen. Dieser Haltung ist die Bank bis heute treu geblieben.

>>> Wie du wirklich soziale Unternehmen findest. 

 

Die richtige Beratung.

Die Finanzkrise war für viele Akteure in der Branche ein Weckruf, dass schnelles Geld genauso schnell wieder weg ist und dass Investitionen in die Gesellschaft und Natur in vielerlei Hinsicht lukrativ ist – schließlich profitieren von mehr Bildung, mehr Kultur, mehr Gleichbehandlung, mehr Umwelt- und Klimaschutz auch alle persönlich. So sind Banken nicht die einzige Anlaufstelle für klimabewusste Kunden. Es gibt auch eine wachsende Zahl von Beratungen, die über die richtigen Geldanlagen informieren und bei Investitionen helfen, seien es Fonds, Sachwerte oder Altersvorsorgen.

Wie man sein Geld in diesem Sinne anlegen kann, erfährt man etwa von Ökofinanz, dem Netzwerk für nachhaltige Beratung und dem Branchenverband Forum Nachhaltige Geldanlagen FNG. Wer nach Beratungen sucht, die ihr gesamtes Unternehmen als Social Business hochgezogen haben, schaut am besten auf unsere Landkarte der Social Businesses in Deutschland vorbei. Dort findest du Unternehmen, die ganzheitlich gemeinwohlorientiert aufgestellt sind – auch aus der Finanzbranche.

>>> Zur Social-Business-Landkarte.

 

Ausbau von erneuerbaren Energien. 

Auch als Kleinanleger kann man direkt in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren. Möglich machen es etwa Crowdfunding-Plattformen wie ecozins, wo man sich schon mit einer Investition ab 250 Euro an Wind- und Solarkraftprojekten beteiligen kann.

Und natürlich ist da auch noch die Wahl des Energieversorgers. So förderst du bei Polarstern den Klimaschutz wesentlich umfangreicher. Mit jeder von dir verbrauchten Kilowattstunde investieren wir in den Ausbau von erneuerbaren Energien in Europa. Und jede Bestellung von Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas stößt den Bau von Biogasanlagen für Familien in Kambodscha und Mali an. So ist der Wechsel auch immer eine Investition in den Klimaschutz – und damit in unsere Zukunft.

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