Klimaanlage an Hauswand

Sommer, Sonne, Schwitzen – das war einmal... Ein Zehntel des weltweiten Stromverbrauchs entfällt inzwischen auf Klimaanlagen. Bis 2050 könnte sich der Strombedarf noch mal locker verdreifachen – mit weiteren Konsequenzen für die Erderwärmung. 

von Tabatha

Umso wichtiger ist es effizient, energiesparend und verantwortungsvoll zu kühlen. Denn daran, dass es immer wärmer wird, zweifelt heute kaum noch einer.

Klimaanlagen waren früher etwas, das man eher im Spanien-Urlaub im eisigen Supermarkt erlebt hat – während es draußen locker 35 Grad hatte. Inzwischen wird es auch in Deutschland immer wärmer und die Nachfrage nach Kühlgeräten steigt. Laufen wir hier auch bald bei großer Hitze mit Langarm-Shirt oder Jacke in die runtergekühlten Einkaufszentren und Restaurants? Eine schräge Vorstellung, finden wir und plädieren für ein effizientes und energiesparendes Kühlen, um das Klima nicht zusätzlich aufzuheizen. Wie das geht, dafür haben wir ein paar Tipps zusammengetragen.

 

Klimaanlagen: Stromkosten und Verbreitung in Deutschland.

Laut Fachverband Gebäude-Klima werden jedes Jahr bis 160.000 Klimageräte an Verbraucher und kleinere Unternehmen verkauft. Im Rekordsommer 2018 ging der Verkauf schon an die 200.000er-Marke. Es wird nicht kühler, auch nicht in Deutschland. Das Freiburger Öko-Institut rechnet denn auch damit, dass bis 2030 etwa 8 bis 13 % der deutschen Haushalte mit Klimageräten ausgestattet sind. Aktuell sind es noch etwa 3 %.

Der Strombedarf steigt da natürlich mit. Nach Einschätzung des Öko-Instituts wird im Jahr 2050 die Wohngebäudeklimatisierung in Deutschland einen Anteil am Stromverbrauch von bis zu 6 % ausmachen. Mal abgesehen davon, dass mit einer Klimaanlage bereits um die 100 Euro zusätzliche Stromkosten im Jahr anfallen, selbst wenn man sie nur an wirklich heißen Tagen anschmeißt, sind die Dinger einer der größten Herausforderungen bei der Bewältigung der Klimakrise. Denn weltweit sieht die Sache noch mal ganz anders aus.

>>> Die besten Stromspartipps.

 

Hoher Energieverbrauch: Wie Klimaanlagen die Erde aufheizen.

Laut Internationaler Energieagentur IEA geht heute schon rund ein Zehntel des weltweiten Stromverbrauchs aufs Konto von Klimaanlagen. Der weltweite Bestand wird auf 1,62 Milliarden Geräte geschätzt, die etwa 2.000 Milliarden Kilowattstunden Strom ziehen. Tendenz: massiv steigend. Es wird wärmer, es wird voller, gleichzeitig steigt die Wirtschaftskraft vieler Länder, was den Betrieb von Klimageräten unterstützt. Die IEA rechnet bis 2050 mit einem weltweiten Bestand von 5,6 Milliarden Klimageräten, die etwa 6.200 Milliarden Kilowattstunden Strom benötigen. Das entspricht in etwa der heutigen Stromkapazität der USA, EU und Japan zusammen. Zum Vergleich: Der Gesamtstromverbrauch in Deutschland lag 2019 laut BDEW bei 511,6 Milliarden Kilowattstunden.

Leider kühlen die Klimaanlagen die Städte nicht, sondern heizen sie auf. Laut IEA verursachen die Klimageräte auf der Welt jetzt schon 1.130 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. 

 

Wie du eine Klimaanlage verantwortungsvoll und effizient nutzt.

Jetzt ist es nicht unser Platz als Mitteleuropäer jemandem in Mumbai oder Jakarta zu sagen „mach mal deine Air Con aus“. Jeder hat das Recht auf einen kühlen Kopf und Gesundheit. Und wo Lebensmittel und Medikamente gelagert werden, sind Kühlsysteme sogar überlebenswichtig. Selbst bei uns geht es manchmal nicht ohne kalte Luft. Wer jetzt widerspricht, muss nur an seine letzte ICE-Fahrt denken, bei der die Klimaanlage gestreikt hat. Aber es gibt Wege, den Energiebedarf und die Emissionen trotz wachsendem Klimagerätebestand zu drosseln. Neben Effizienzbemühungen seitens der Hersteller, können auch jeder Anwender Klimaanlagen verantwortungsvoll und energiesparend nutzen. Hier sind unsere Tipps:

 

1. Ökostrom bestellen.

Wenn deine Kühlung die Pole nicht zum Schmelzen bringen soll, solltest du sie mit Ökostrom betreiben, der klimaneutral erzeugt wird und kein CO2 verursacht. Denn egal, wie effizient du mit deiner Klimaanlage umgehst, Strom braucht sie auf alle Fälle, um deine Räume zu kühlen.

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2. Ökostrom für die Klimaanlage selbst erzeugen.

Steigt der Stromverbrauch für Kühlgeräte wie Klimaanlagen oder reversible Wärmepumpen, ist es sinnvoll, Ökostrom selbst zu erzeugen. Mit Photovoltaikanlage und Stromspeicher benötigst du weniger Strom aus dem Netz, schonst das Klima und zahlst weniger. Denn selbst gemachter Strom ist günstiger als der aus dem Netz. Ganz ohne öffentliche Stromversorgung geht es aber auch nicht. Dafür gibt es Wirklich Eigenstrom von Polarstern. Der sorgt für eine rundum erneuerbare Energieversorgung und wird rein verbrauchsabhängig abgerechnet. Ohne Grundgebühr und ohne Mindestvertragslaufzeit.

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3. Energiesparende Klimaanlage wählen.

Günstige Klimageräte gehören meist zu einer niedrigen Energieeffizienzklasse. Sie benötigen viel Strom und verursachen hohe Stromkosten. Ein Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ spart im Vergleich zu einem Gerät der Energieeffizienzklasse B satte 50 %. Es ist also auch wirtschaftlich sinnvoll, anfangs etwas mehr Geld für ein energiesparendes Gerät auszugeben. Das spart langfristig Stromkosten und ist definitiv klimafreundlicher.

 

4. Smarte Steuerung für die Klimaanlage nutzen.

Im zweiten Schritt lässt sich der Energieverbrauch von Klimaanlagen mit smarten Steuerungen signifikant drosseln. Intelligente Klimaanlagensteuerungen erkennen offene Fenster, beziehen Wetterdaten ein und erkennen, ob jemand zuhause ist. Das ist mehr als Spielerei. Smarte Steuerungen für die Klimaanlage können den Stromverbrauch deutlich senken.

 

Alternativen zum Kühlen – diese Geräte und Tipps helfen dir.

Abkühlung gibt es im Sommer auch ohne Klimaanlage. Dank neuer Technologien und smarter Vernetzung haben wir hier weitere wirklich energiesparende Optionen für dich:

 

1. Flexibel kühlen mit einem mobilen Luftkühler.

Ein Luftkühler funktioniert durch die Verdunstung von Wasser. Das bedeutet, dass eine Art Ventilator Luft durch ein wässriges Kühlkissen “drückt” und so Wasserdunst zerstäubt in den Raum gelangt. Das erzeugt einen Kühleffekt. Anders als bei einer Klimaanlage ist die kalte Luft also nicht trocken, sondern feucht. Dank des kühlenden Wassers kann auf chemische Kältemittel verzichtet werden. Der Wirkungsgrad von Luftkühlern ist jedoch geringer als bei einer Klimaanlage. Für kleinere Räume kann so ein Gerät aber durchaus sinnvoll sein.

 

2. Reversible Wärmepumpen, die im Sommer kühlen und im Winter wärmen.

Eine energiesparende Alternative zur Klimaanlage kann eine reversible Wärmepumpe sein. Der Name ist hier Programm: Eine reversible Wärmpumpe heizt du nicht nur die Räume w, sondern kühlt auch bei Hitze. Praktisch und effizient – finden wir. Gleichzeitig sparst du dir nämlich die Anschaffung eines zusätzlichen Gerätes allein zum Kühlen. Welche Voraussetzungen für das Kühlen mit einer Wärmepumpe erfüllt sein müssen, liest du hier:

>>> Mehr über das Thema reversible Wärmepumpe erfahren.

 

3. Ventilatoren: Der Klassiker zur Raumkühlung.

Und wie sieht´s mit Ventilatoren zum Kühlen aus? Die sind deutlich günstiger als Klimaanlagen – und auch nachhaltiger. Grundsätzlich kannst du also mit einem Ventilator für angenehme Abkühlung sorgen. Setze ihn allerdings bewusst und sparsam ein. Die aufgewirbelte Luft ist nicht unbedingt gut für deine Gesundheit und kann bei Allergikern sogar gereizte Nebenhöhlen und Allergieanfälle verursachen. Ein Ventilator kühlt durch den Windzug. Die Temperatur des Raumes kann er nicht senken, “nur” die gefühlte Temperatur.

 

4.Smart die Schotten dicht machen.

Wenn du tagsüber extreme Hitze aus den Räumen halten willst, kannst du die Rollläden herunterlassen. Klar sagst du jetzt, aber wusstest du, dass es auch smarte Rollläden gibt? Wie der Name schon sagt, können sie automatisch regulieren, wann es Zeit ist herunterzufahren. Das funktioniert mithilfe von Wetterstationen und Temperatur- sowie Helligkeitssensoren.

Alle Geräte zum Kühlen sind aber natürlich nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. So senken sie nicht nur die Temperatur in Räumen – sondern auf der ganzen Welt. Wir bei Polarstern haben passende Ökostromangebote für die verschiedensten Szenarien:

>>> Wirklich Ökostrom: Der Klassiker, für Klimaanlage, Ventilator, Luftkühler und Co.

>>> Spezialtarife für die (reversible) Wärmepumpe.

>>> Ergänzung zur Solaranlage: Wirklich Eigenstrom.

 

Und mit diesen Alltagstipps kühlst du ganz einfach energiesparend – ohne neue Geräte. Wie Oma und Opa es früher schon gemacht haben:

  • Feuchte Laken oder Handtücher aufhängen. 
  • Teppiche wegräumen, der blanke Boden ist kühler.
  • Kühlschränke und -truhen nicht zu kalt einstellen, sonst geben sie umso mehr Wärme ab.
  • Fenster aufreißen, wenn du zu Hause bist – schließen und abdunkeln, wenn du nicht zu Hause bist.
  • Fenster nach Osten sollten schon morgens abdunkeln, denn auf diese knallt die Morgensonne als erstes. Und die kann erbarmungslos sein. 
  • Möglichst wenig elektrische Geräte nutzen. Sie heizen einen Raum unnötig auf.  

 

Der Zusammenhang von Kühlen und Schmelzen.

Die Firma tado° hat einen Kunden in die Antarktis begleitet, der die Auswirkungen der Erderwärmung mit eigenen Augen sehen wollte. Denn die Antarktis ist entscheidend – immerhin befinden sich hier 90 % des Eises der Welt und der Meeresspiegel würde um ganze 61 Meter ansteigen, wenn das Eis der Antarktis schmilzt. Das Video zeigt die letzte Folge der „No Planet B“ Kampagne, die tado° letztes Jahr ins Leben gerufen hat und macht deutlich, welches Energiesparpotential in smarten Technologien steckt. 

 

 

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