


Nachhaltig reisen: So wird dein Urlaub wirklich klimafreundlich.
Viele wollen es, nur wenige tun's: einen nachhaltigen Urlaub machen. Wir fliegen mit dem Flugzeug in den Urlaub oder buchen das nächstbeste Hotel. Dabei geht es besser und klimafreundlicher. Man muss nur die richtigen Tipps kennen – wir haben die Checkliste für deinen nachhaltigen Urlaub.
von Ludwig. - Lesezeit: 8 Minuten
8 schnelle Tipps für sanften Tourismus.
- Länger statt kürzer Urlaub machen.
- Näher statt weiter weg verreisen.
- Zug statt Flug nehmen.
- Eine Unterkunft wählen, die auf nachhaltige Aspekte achtet und dafür zertifiziert ist.
- Keine Kreuzfahrten machen.
- Lokal essen und regionale Lebensmittel kaufen.
- Emissionen kompensieren, wenn möglich.
- Auf Natur und Kultur am Urlaubsort achten, Müll vermeiden, Wasser sparen etc.
Urlaub ist den Deutschen heilig. Krisen und Inflation ändern daran überraschend wenig. Der Wunsch nach nachhaltigem Urlaub und sanftem Tourismus wächst seit einigen Jahren stark (67% finden es wichtig), aber das tatsächliche Reiseverhalten zieht kaum nach. Denn Nachhaltigkeit eines Reiseangebotes war bei der konkreten Reisebuchung am Ende nur selten ausschlaggebend (bei rund fünf Prozent der Reisen), wie eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) zeigt.
So wächst der Wunsch vieler Menschen nach einem nachhaltigen Urlaub, der Umwelt und Klima schont. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen oft auseinander. Wie also geht nachhaltiges Reisen besser?
Spoiler: Sehr gut, wenn du ein paar Tipps beachtest. Bei der Anreise und Buchung deiner Unterkunft kannst du viel Wert auf Nachhaltigkeit legen und hast damit die zwei größten potenziellen Klimakiller schon ausgeschaltet.
Nachhaltig Urlaub machen – was ist das und auf was muss man achten?
Wie geht das, nachhaltig zu verreisen? Und was ist sanfter Tourismus? Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) definiert den nachhaltigen Tourismus als "eine Tourismusart, die ihre gegenwärtigen und künftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen voll berücksichtigt, um den Bedürfnissen der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der gastgebenden Gemeinschaften gerecht zu werden".
Die Leitlinien der Vereinten Nationen beruhen auf drei Säulen: Reiseveranstalter und Touristen sollen demnach im Urlaub 1) die Umweltressourcen schonen, 2) die Kultur vor Ort achten und 3) die lokale Wirtschaft fördern. Oft ist auch die Rede von umwelt- und sozialverträglichem oder sanftem Tourismus, der im Gegensatz zum Massentourismus steht.
Was ist sanfter Tourismus?
Die Merkmale von sanftem Tourismus sind im Prinzip selbsterklärend. Kurz gesagt ist sanfter Tourismus das krasse Gegenkonzept zu Massentourismus. Es ist eine Form des Reisens, die drei wesentliche Anliegen verfolgt:
- so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einzuwirken bzw. ihr zu schaden,
- die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben,
- sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anzupassen.
Quelle: Wikipedia
Sanfter Tourismus gehört zum Konzept einer starken Nachhaltigkeit, verbunden mit der Forderung, die verbleibenden Bestände an Naturkapital und Kultur zu erhalten und darüber hinaus in diese zu investieren. Neben dem ökologischen Aspekt spielen beim sanften Tourismus vor allem der soziokulturelle und wirtschaftliche Aspekt eine noch größere Rolle als etwa im Ökotourismus. Zusammenfassend bedeutet das:
- Das Konzept des sanften Tourismus steht für eine Verringerung von Massentourismus bzw. dass dieser gar nicht erst an einem Ort entsteht.
- Sanfter Tourismus vermeidet also, die natürlichen und kulturellen Gegebenheiten am Urlaubsort zu verändern oder gar zu zerstören.
Nachhaltig reisen: Wie du die Urlaubsplanung richtig angehst.
Um nachhaltig Urlaub zu machen, gibt es gerade schon bei der Planung deiner Reise einige Punkte zu beachten; also noch vor der Wahl des Urlaubsorts, vor der Buchung eines Hotels oder Flugs. Ein guter Tipp: Mach einen Bogen um die klassischen, großen Reiseportale und Veranstalter, die wir alle kennen. Zwar tun auch diese Unternehmen inzwischen mehr für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, aber die wirklich guten Reisetipps und Unterkünfte gibt's auf speziellen auf den Ökotourismus ausgerichteten Reiseportalen.
Sanfter Tourismus: Achte bei der Urlaubsplanung auf diese Punkte.
- Mach eine individuelle Reise, keine Pauschalreise in Tourismus-Hochburgen. ✅
- Wähle ein umweltfreundliches Verkehrsmittel für die An- und Abreise (mehr dazu im nächsten Kapitel). ✅
- Wähle als Unterkunft lieber ein Agriturismo oder eine kleine Pension statt den uncharmanten "Bettenbunker". ✅
- Bewege dich vor Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad fort, wenn möglich – und plane dementsprechend die Lage der Unterkunft. ✅
- Überlege dir, ob vielleicht eine mehrtägige Berg- oder Radtour eine Option für deinen Urlaub ist. ✅
- Recherchiere und buche deine Reisen und Unterkünfte über nachhaltige Plattformen wie Fairweg, Bookitgreen oder Good Travel. So gehst du auf Nummer sicher, wirklich nachhaltige Hotels zu finden. ✅
Du brauchst noch ein bisschen Inspiration? Da haben wir auch was für dich. Im Netz gibt's viele tolle Blogs, die sich mit nachhaltigem Reisen beschäftigen, vom Vanlife und Roadtrip bis zum Familienurlaub. Eine kleine Auswahl:
- Trust and Breathe - Vanlife mit Kindern
- Planet Hibbel - der Blog für naturverbundene Urlaube mit Kids
- Off the Path - Deutschlands abenteuerlichster Reisepodcast
- Globusliebe - Weltweit nachhaltig reisen
- Stadt Land Tour - Viele Tipps für Familienurlaub in Deutschland
Wie oft willst du dich mit Energiethemen im Jahr beschäftigen?
Gar nicht
Gar nichtHäufig
Klimafreundlich anreisen mit dem richtigen Verkehrsmittel.
Richtig viel Einfluss auf das nachhaltige Reisen hast du mit deiner Anreise in den Urlaub oder Kurztrip. Auto, Flugzeug, Bahn, Fernbus oder Schiff – du hast die Qual der Wahl. Trotzdem zeigen Studien, dass die meisten Deutschen am häufigsten ihr Auto oder das Flugzeug nutzen, um in den Urlaub zu verreisen. Das hat mehrere Gründe, etwa, dass eine Fahrt mit dem Auto nach Spanien quälend lang wäre; und man beim Reisen mit dem Zug das ganze Gepäck mitschleppen und häufig umsteigen muss. Klar ist: In Sachen Umweltfreundlichkeit ist die Bahn das beste Verkehrsmittel.
Flugreisen und Kreuzfahrtschiffe sind nicht nachhaltig.
Fliegen ist dagegen ein echter Klimakiller. Wie klimaschädlich Flugreisen sind, hat unter anderem das Umweltbundesamt (UBA) ausgerechnet.
Fliegen ist die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen. Ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück verursacht pro Person eine Klimawirkung von rund 2,8 Tonnen CO2-Äquivalenten, so das Umweltbundesamt. Mit einem Pkw kannst du mehr als 13.000 km und damit mehr als die durchschnittliche Jahresleistung eines Pkw in Deutschland fahren, bis man die Treibhausgaswirkung einer solchen Flugreise erreicht.
Auch Kreuzfahrten sind eine Belastung für Klima und Umwelt. Leider gibt es für solche Fernreisen keine umweltfreundlichen Alternativen. Am besten verzichtet man auf Kreuzfahrten, die nicht nur viele Emissionen verursachen, sondern auch eine wenig nachhaltige Form des Reisens sind (Stichwort Eintagestourist:innen). Die Kreuzfahrtbranche habe sich zwar in Sachen Klimaschutz verbessert, tue aber nach wie vor zu wenig, so das Urteil des Naturschutzbund (NABU). "Es wirkt aus der Zeit gefallen, dass die Mehrzahl der großen Schiffe weiterhin mit dem besonders giftigen, aber billigen Schweröl unterwegs ist", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Tabelle: Wie viele Treibhausgase verursachen die Verkehrsmittel?
| Verkehrsmittel | Treibhausgase* | Auslastung** |
|---|---|---|
| Flugzeug (Inland) | 214 g/Pkm | 70 % |
| Auto (Verbrenner) | 143 g/Pkm | 1,5 Personen |
| Linienbus (Fernverkehr) | 29 g/Pkm | 55 % |
| Bahn (Fernverkehr) | 29 g/Pkm | 56 % |
*g/Pkm = Gramm pro Personenkilometer
**die zur Berechnung zugrunde gelegt wurde
Quelle: Umweltbundesamt
Tipps zum nachhaltigen Reisen mit dem Zug.
Wer nicht in sehr abgelegenen Regionen Urlaub macht, wo die nächste Großstadt weit weg ist, kann zum Beispiel mit dem Zug verreisen und sich vor Ort ein Elektroauto mieten. Kinder fahren mit dem Zug sogar oft kostenlos. Das ist nachhaltig und flexibel.
Last-Minute-Sparpreise bei der Bahn im Sommer 2026.
Wenn du den Zug früh genug buchst, sparst du zusätzlich Geld, etwa mit Sparpreisangeboten. Aber auch Last Minute geht’s günstig per Bahn: Die Deutsche Bahn bietet seit Mai 2026 den ganzen Sommer lang günstige Last-Minute-Tickets ab 6,99 Euro für jeweils die Folgewoche an. Spontan ein Bahnticket buchen und Deutschland und die Nachbarländer entdecken – das ist cool und nachhaltig.
Außerdem sind Zugreisen gerade in anderen EU-Ländern oft schneller und komfortabler, weil Länder wie Österreich, Frankreich, Spanien oder die Schweiz eine gute Bahninfrastruktur haben. Auf Portalen wie Raileurope und Trainline kannst du europaweit nach Bahnverbindungen suchen und Tickets buchen. Und schließlich ist auch das Interrail-Ticket eine klimafreundliche Form des Reisens.
Sanft und nachhaltig reisen: Mehr internationale Zugverbindungen.
Der grenzüberschreitende Bahnverkehr und die Nachfrage nach solchen europäischen Verbindungen steigt immer mehr, so die Bahn. Eine kleine Auswahl:
- Ab Sommer 2028 sollen zum Beispiel ICEs von Berlin über Kopenhagen und Göteborg bis nach Oslo in Norwegen fahren. Die Strecke wäre eine der längsten Bahnverbindungen Europas.
- Schon im Sommer 2026 gibt es samstags eine TGV-Direktverbindung Frankfurt–Bordeaux.
- Ab Dezember 2026 werden Schnellzüge München direkt mit Mailand verbinden. Ab dann sollen italienische Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge Reisende auf einer Strecke von 600 Kilometern für München–Mailand sowie rund 900 Kilometern für München–Rom entspannt, klimafreundlich und ohne Umstieg an ihr Ziel bringen.
- Ab Dezember 2028 ist die Ausdehnung und Aufnahme der Verbindungen Mailand–Berlin und Neapel–Berlin geplant, so die Bahn.
Unser Tipp: Wie weit man mit der Bahn von jedem Bahnhof in Europa kommt, zeigt dir Chronotrains. Dieses Tool visualisiert, von wo aus man in fünf Stunden (oder mehr) mit dem Zug überall hinkommt. Eine super Inspiration für den nächsten Urlaub oder Städtetrip.
Internationale Zugverbindungen ohne Umsteigen.
Tipps zum Reisen mit dem Flugzeug.
Fliegen ist besonders klimaschädlich. Innerhalb Europas mit einer Distanz zum Urlaubsort von bis zu 1000 oder 1500 Kilometer sind mit dem Zug oder Auto machbar. Bei Fernreisen geht’s kaum ohne Langstreckenflüge. Wie der Schaden fürs Klima reduziert werden kann, dazu haben wir folgende Tipps:
- Weniger Flugreisen: Reduziere die Anzahl solcher Reisen und bleibe länger vor Ort, damit sich der Flug auch lohnt.
- Direktflüge: Buche möglichst Direktverbindungen und vermeide Flugverbindungen mit mehrmaligem Umsteigen.
- Weniger Emissionen: Bei Flugsuche-Portalen kannst du auf Markierungen achten, die dir Flüge mit weniger CO2-Ausstoß anzeigen.
- Kompensation: Wenn möglich, kompensiere deine Emissionen über Atmosfair oder andere Anbieter.
Im Grunde ist es wie beim Sonntagsbraten: Schätze Flugreisen mehr und mache sie zu einem seltenen, besonderen Erlebnis. In Zukunft könnte Reisen mit dem Flugzeug klimafreundlicher werden. Aber: Bis die Luftfahrt wirklich klimafreundlich wird, ist es noch ein weiter Weg.
Wie oft willst du dich mit Energiethemen im Jahr beschäftigen?
Gar nicht
Gar nichtHäufig
Tipps zum nachhaltigen Reisen mit Elektroauto.
Auch bei der Anreise mit dem Auto gibt es nachhaltige Tipps wie die Anreise mit dem E-Auto. Wer Urlaub in Italien macht und in Süddeutschland wohnt, ist mit dem E-Auto vergleichsweise schnell am Ziel und hat unterwegs noch was von der schönen Landschaft. Dasselbe gilt, wenn du im Westen oder Norden wohnst, und zum Beispiel Urlaub in Frankreich oder der Niederlande machen willst. Hier ist das Elektroauto mit echtem Ökostrom im Vorteil und nachhaltiger als die meisten Verkehrsmittel.
Unser Einsteiger-Tipp ins nachhaltige Reisen mit E-Auto: Wenn du mit dem E-Auto in den Urlaub düst, solltest du dich ein bisschen vorbereiten. Prüfe, wo du unterwegs möglichst günstig laden kannst und wie es mit Ladestationen am Urlaubsort aussieht. Eine Empfehlung ist die Ladekarte des ADAC und von Going Electric.
So findest du nachhaltige Unterkünfte und Hotels für deinen Urlaub.
Bist du erstmal im wohlverdienten Urlaub angekommen, hast du hoffentlich eine nachhaltige Unterkunft gefunden. Das wird – zum Glück – immer einfacher, denn auch die Hotelbranche, Pensionen, Airbnbs und Ferienwohnungen springen auf den Trend zum nachhaltigen Urlaub auf. Daher gilt aber auch hier: Augen auf, um Greenwashing-Fallen zu vermeiden. Wie bei Lebensmitteln gibt es auch bei Hotels Siegel für Umweltstandards, die dir dabei helfen – zum Beispiel EarthCheck, Biosphere Responsible Tourism, Green Globe, Fair Trade Tourism, oder TourCert. Eine weitere Möglichkeit, dem gewöhnlichen Hotelwahnsinn zu entgehen, ist der Wohnungstausch. Eine Familie macht zum Beispiel in deiner Wohnung Urlaub – und du machst Urlaub in ihrer Wohnung. Das spart eine Menge Geld und ist einfacher, als man denkt. Denn auch für den Wohnungs- oder Haustausch gibt es Plattformen, zum Beispiel Home exchange.
Unser Tipp für nachhaltige Unterkünfte: Am besten findest du sie über auf sanften Tourismus spezialisierte Buchungsplattformen wie Fairweg.de, Ecobnb.com oder Good Travel.
Sanfter Tourismus: Die Umwelt-Zertifizierungen für Hotels gibt‘s.
Umweltfreundliche Unterkünfte achten auf grundlegende Dinge wie Ressourcenschutz, Müllvermeidung, Ökoenergie, reduzierten Wasser- und Energieverbrauch und Bio-Lebensmittel. Für dich als Gast gibt es Siegel und Zertifizierungen, an denen du nachhaltige Hotels, Ferienwohnungen und Unterkünfte erkennst. Mehr oder weniger bekannte Beispiele sind:
- DEHOGA-Umweltcheck
- BIO HOTELS
- Blaue Schwalbe
- Greensign
- Green Key
- Green Globe Zertifikat
- TourCert
- Viabono
- und das EU-Ecolabel
Teils unterscheiden sich die Zertifizierungen in ihren Schwerpunkten und Richtlinien. Eine gute Orientierungshilfe beim Buchen sind sie aber auf jeden Fall.
Tipps für die Buchung nachhaltiger Unterkünfte und Hotels.
Vor der Buchung einer Unterkunft kannst du dir diese Fragen stellen:
- Achtet die Unterkunft auf Müllvermeidung und entsorgt Müll umweltgerecht?
- Wird echter Ökostrom genutzt?
- Wird mit Ökoenergie geheizt oder nicht?
- Was tut die Unterkunft, um Wasser zu sparen und Ressourcen zu schonen?
- Was wird zur Reduzierung des Energiebedarfs getan?
- Gibt’s in der Unterkunft regionale und biologische Produkte?
- Werden Handtücher nur gewaschen, wenn der Gast es wünscht?
Solltest du nicht alle Antworten auf diese Fragen finden, scheue dich nicht und lass dir die wichtigsten Fragen vom Hotelpersonal vor deiner Reise beantworten. Ein Hotel oder eine Pension, die es mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz wirklich ernst meint, wird dir gerne Auskunft geben.
Mehr Tipps mit unserem Newsletter
Tipps und Orte für sanften Tourismus: Bergsteigerdörfer, Radurlaub und mehr.
Wer nachhaltigen Tourismus will, kann auch einen Rad- oder Wanderurlaub machen oder an Orte reisen, die sanften Tourismus leben. Egal ob Pilgerweg, mehrtägige Hüttentour, Bergsteigerdorf, Radtour oder eine Alpenüberquerung, bei allem urlaubst du quasi fast emissionslos.
Es gibt Aktivitäten wie Fahrradurlaub, Orte und Urlaubsregionen, die schon deswegen für nachhaltiges Reisen stehen, weil dort der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Gute Beispiele für sanften Tourismus sind mehrtägige Radurlaube, die Bergsteigerdörfer in den Alpen und Camping, das sich ohnehin steigender Beliebtheit erfreut.
Bergsteigerdörfer: sanfter Alpentourismus.
Die Bergsteigerdörfer sind eine Initiative der Alpenvereine und gehen auf ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins zurück. Die sorgfältig ausgewählten Orte sollen für sanften Alpentourismus und alternative Urlaubskonzepte stehen. In Österreich gibt es fast in jedem Bundesland Bergsteigerdörfer, auch in Italien und Slowenien tragen Orte das Prädikat. In Deutschland sind die Orte Kreuth, Ramsau bei Berchtesgaden, Sachrang und Schleching Bergsteigerdörfer (Stand: Mai 2026).
Camping & Wildcamping – die Natur als Unterkunft.
Camping ist schon aufgrund seiner einfachen Form eine nachhaltige Angelegenheit, sofern man es im Einklang mit der Natur macht. Eh klar. Ein immer beliebterer Trend ist Wildcamping. In Ländern wie Norwegen und Schweden ist Wildcamping quasi Jedermannsrecht, in Deutschland hingegen können Geldstrafen drohen. Wer eine legale Alternative zu übervollen Campingplätzen sucht, ein Stück Freiheit mitten in der Natur, der wird auch in Deutschland fündig. Es gibt einige Wildcamping-Plattformen, mit denen du legale Standorte findest.
Im Wohnmobil nachhaltig verreisen.
Immer beliebter wird das Reisen mit Wohnmobil. Laut Tourismusstudie des ADAC gewinnen Campingreisen in den kommenden Jahren weiter an Beliebtheit. Überhaupt hat der Klimawandel schon erste Auswirkungen auf unser Urlaubsverhalten.
Mit Solarpanels auf dem Dach kann das echt klimafreundlich sein. Du erzeugst deinen benötigten Strom selbst. Natürlich gilt hier wie beim Auto: Elektrisch betrieben ist klimabewusster als mit dem Verbrenner. Wohnmobile für den Urlaub kannst du auch bei CamperBoys mieten.
Nachhaltig Urlaub mit dem Fahrrad machen.
Richtig cool: Mit dem Fahrrad oder Elektro-Bike die schönsten Urlaubsorte erkunden. Gerade für die Sport-Muffel, Kinder und ältere Menschen wird eine Radreise dank E-Bike erst möglich. Für die Rennrad-Fans sind mehrtägige Touren eine super Urlaubsoption.
Beim Radurlaub kommst du klimafreundlich voran und erlebst die Natur viel intensiver als mit Auto, Bus oder Zug. Tagsüber in der Sonne radeln und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen und abends in gemütlichen Herbergen einkehren – klingt nicht nur richtig idyllisch, ist es auch!
Unser Tipp: In dem Buch "Deutschlands schönste Radfernwege" von Thorsten Brönner gibt es mehr als 50 traumhafte Radwege zwischen Nordsee und Alpen. Das sollte für die nächsten Jahre Radurlaub ausreichen.
















