E-Bike & Co

Elektrisch von A nach B kommst du gerade in der Stadt auf immer unterschiedlicheren Fahrzeugen. Du fragst dich, was davon die beste Option für dich ist? Das ging uns auch so. Wir haben uns die elektrischen Fortbewegungsmittel genauer angeschaut: Wie verbreitet sind sie? Wie klimafreundlich sind sie? Und vor allem: Wie praktisch sind sie bzw. wann machen sie Sinn? E-Bike, E-Roller, E-Scooter, Elektro-Motorrad, E-Cargo-Bike, Hoverboards, E-Skateboards oder doch das Elektroauto? Den Überblick gibt’s hier.

von Tabatha

 

Alle elektrischen Fortbewegungsmittel auf einen Blick.

Gerade in der Stadt gibt es gefühlt ständig neue Angebote für elektrische Fortbewegungsmittel, ob angeboten als Sharing-Service oder als eigenes Gefährt. Viel wichtiger ob Sharing oder Besitz ist die Frage: Was bringt es mir? Also erleichtert es mir den Weg?

Nachstehend findest du dazu die elektrischen Fahrzeuge im Kurzprofil und wer’s lieber kurz und knackig mag, der kann direkt zur Vergleichstabelle rund um Reichweite, Stauraum und Kosten springen.

>>> Zur Vergleichstabelle.

 

E-Bikes: Die sportlichen Alleskönner.

E-Bikes boomen! Im Jahr 2020 wurden deutschlandweit etwa 1,95 Millionen E-Bikes verkauft – 43,4 % mehr als im Vorjahr.

>>> So steht´s um die klimafreundliche Mobilität.

Wie schaut es mit der Geschwindigkeit aus? Ein E-Bike ist ein Fahrrad mit Elektro-Antrieb. Genau genommen können E-Bikes auch „alleine“ fahren, die meisten „E-Bikes“ sind aber sogenannte Pedelecs. Das bedeutet, du bekommst beim Fahren über einen eingebauten Motor einen Extra-Boost und kommst so schneller voran. Besonders bergauf ist so ein E-Bike daher richtig angenehm. Der Motor kann vorne, in der Mitte des Rads oder hinten verbaut sein.

Und was bringt das nun? Je nach Modell kommt ein E-Bike auf bis zu 25 bis 45 km/h. Aber Achtung: Die richtig schnellen Modelle über 25 km/h gelten rechtlich nicht mehr als Fahrräder und müssen daher extra zugelassen werden.

Die Anschaffungskosten eines E-Bikes variieren – wie bei einem E-Auto – je nach Modell. Sehr günstige E-Bikes gibt es schon ab 700 Euro; für ein gutes E-Bike solltest du Experten zufolge aber durchaus 2.000 Euro aufwärts einplanen. Noch nachhaltiger ist der Kauf aus Second Hand – beispielsweise bei Rebike1.

Und wie steht es mit der Reichweite? Die steigt – aber ohne große Sprünge. Durchschnittlich kommst du mit einem E-Bike heute etwa 50 bis 200 Kilometer weit – abhängig vom verbauten Akku, deiner Fahrweise und dem Streckenprofil, sprich den Höhenmetern. E-Bikes gibt es in verschiedensten Modellen, wie auch normale Fahrräder: Vom Mountainbike bis zum schicken Alltagsrad für die Stadt ist alles zu haben.

Krass ist das E-Bike auch in Sachen Klimaschutz: Eine Studie des Instituts für Energie und Umweltforschung in Heidelberg (IFEU) zeigte, dass ein E-Bike nicht nur 15-mal umweltfreundlicher ist als Elektroauto, sondern auch fünfmal umweltfreundlicher als öffentliche Verkehrsmittel. Klimabewusster als ein eigenes E-Bike, ist nur noch ein E-Bike-Sharing, vor allem wenn du nur hin und wieder ein E-Bike nutzt. Dabei wird meistens pro Minute abgerechnet. In verschiedenen Städten gibt es unterschiedliche Sharing-Angebote. Ansonsten gibt es auch immer mehr E-Bike-Abos, etwa wenn du eher der Sommer-Radler bist und im Winter andere Verkehrsmittel bevorzugst.

Unsere Empfehlung: Elektro-Bikes für längere Wege & als Auto-Ersatz.

  • Bieten bergauf und beim Anfahren an Ampeln eine super Unterstützung.
  • Sind in der Stadt bequem – für Pendler mit langen Strecken sehr sinnvoll.
  • Helfen älteren Menschen und Eltern, die einen Anhänger mitziehen, mobil an der frischen Luft unterwegs zu sein.
  • Für Einkäufe und kurze Strecken tut’s meist auch ein normales Fahrrad, das nochmal umweltschonender ist. 

 

E-Roller: Sauber und leise in der Stadt unterwegs.

Elektro-Roller erobern die Straßen – als Privatfahrzeuge und Sharing-Option. Die Leichtkrafträder fahren mit Strom statt Benzin, was sie leiser und umweltfreundlicher macht als herkömmliche Roller. Dabei haben sie natürlich immer noch die gleichen Vorteile, wie etwa super Parkmöglichkeiten, von denen Autofahrer in der Stadt nur träumen können. Die Absatzzahlen bei Rollern* sind 2020 laut Industrie-Verband Motorrad um 55 % gestiegen.

*Elektrisch UND Verbrenner.

Die Kosten liegen bei einem E-Roller um die 600 bis 2.000 Euro. Die Geschwindigkeit der E-Roller ist abhängig vom Modell, maximal 90 km/h. Die Reichweite liegt je nach Modell etwa zwischen 30 und 150 Kilometern.

Auch beim Laden gibt es Unterschiede: Nicht bei allen E-Rollern kann der Akku herausgenommen und zuhause an der Steckdose geladen werden. Gerade in der Stadt ist das bei einem eigenen E-Roller natürlich die praktischere Variante. Checke also am besten vorher, wie es bei deinem Wunsch-Roller aussieht und überlege dir, wo und wie du ihn am besten aufladen kannst. Einmal Vollladen dauert je nach Modell ungefähr 4 bis 9 Stunden.

Übrigens: Der ADAC hat sich im Februar 2021 sechs Elektroroller der Führerscheinklasse 1 (Leichtkrafträder) angeschaut und bewertet. Gewinner ist der Silence S01 für 6.490 Euro. Wenn du über die Anschaffung eines E-Rollers nachdenkst, kannst du dir den Test hier anschauen:

>>> Hier geht´s zum ADAC-Test für E-Roller.

Nicht nur privat kannst du dich auf den E-Roller schwingen. Sharing-Services bieten die Möglichkeit, Fahrten im Stadtgebiet elektrisch zu machen. Leider gibt es immer weniger bundesweite Anbieter. Allerdings gibt es regional ein paar E-Roller-Sharing-Angebote, etwa emmy und emco.

Wenn du einen E-Roller leihst, findest du Helme und Haarnetze (für die Hygiene) meist direkt am Roller. Unser Tipp: Heb dein Haarnetz auf und benutze es mehrmals – im Sinne der Nachhaltigkeit.

 Unterschiede zwischen E-Roller und E-Scooter.

Die Begriffe werden nicht sehr trennscharf genutzt. Ein Blick in das Gesetz verdeutlicht den Unterschied zwischen beiden elektrischen Fahrzeugen: Während ein E-Roller ein elektrischer Motorroller ist, sind mit E-Scootern Tretroller mit elektrischem Antrieb gemeint. Folgende rechtliche Punkte gilt es dabei zu beachten:

E-RollerE-Scooter
Helmpflichtjanein
Max. Geschwindigkeitkeine20 km/h
Zulassung nötig?janein
Wo man fahren darfStraßenStraßen und Radwege
Ausstattungnormale Verkehrsanforderungen (etwa: Bremslichter)verkehrssicher (etwa: Vorder- und Rücklichter)

So weit, so gut. Werfen wir also noch einmal einen Blick auch auf den E-Scooter.

 

E-Scooter: Meist als Sharing-Angebot genutzt.

Fährst du mit einem E-Scooter musst du dich an den Verkehrsregeln für Fahrräder orientieren: Du darfst mit dem E-Scooter beispielsweise auch auf Fahrradwegen fahren – Gehwege sind normalerweise aber tabu. Mehr als 20 km/h Geschwindigkeit sind mit dem E-Scooter nicht erlaubt.

Vorsicht: Wenn du dir privat einen E-Scooter zulegst, achte darauf, dass er eine Zulassung bzw. eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) hat. Nur dann darfst du damit legal in Deutschland unterwegs sein. Bei älteren Modellen ist das nicht immer gegeben.

Inzwischen gibt es sogar Schilder, die zeigen, wo E-Scooter gefahren werden dürfen:

Schild für E-Scooter
Diese Straßenschilder zeigen an, dass mit E-Scootern gefahren werden darf; Quelle: EFahrer

Zu guter Letzt haben wir noch zwei wichtige Infos zu E-Scootern, die irgendwie immer wieder aufkommen: Ja, man darf erst ab 14 Jahren damit fahren und ja, bei Alkohol gelten die gleichen Grenzwerte wie beim Autofahren. Also: Bleib nüchtern!

Wie praktisch sind die Tretroller? Die meisten Menschen nutzen E-Scooter in Form von Sharing-Angeboten z.B. von Tier und Lime. Um mitzumachen, holst du dir einfach die App des gewünschten Anbieters und hinterlegst dort deine Daten. Dann kannst du in der App auf einer Karte nach E-Scootern in deiner Stadt scannen, sie mieten und bezahlen. Super easy.

Natürlich kannst du dir aber auch selbst einen E-Scooter kaufen – sinnvoll natürlich nur, wenn du ihn regelmäßig nutzt. Laut dem ADAC sind gute Modelle schon ab einem Preis von etwa 700 Euro zu haben. Der Testsieger im ADAC-Test von Juni 2020 war beispielsweise der „Segway-Ninebot“. Dieses Modell hat einen besonders starken Antrieb und eine Reichweite von etwa 46 Kilometern.

>>> Zum ADAC-Test.

Und wie steht’s um den Klimaschutz? Es kommt auf den Einsatz an. Nutzt du einen E-Scooter, um damit eine Autofahrt zu ersetzen, tust du der Umwelt auf jeden Fall etwas Gutes. Zum bewährten Fahrrad sind sie aber natürlich keine klimafreundlichere Alternative.

Unsere Empfehlung: E-Roller und E-Scooter sind ideal für kurze Stadtstrecken mit wenig Gepäck.

  • Ein nachhaltiger Ersatz für einen herkömmlichen Motorroller oder ein Pendler-Auto in der Stadt.
  • Durch Sharing-Services für E-Scooter kannst du in der Stadt auf das Auto verzichten.
  • Machen vor allem Sinn bei kürzeren Strecken.
  • Sind nicht für große Einkäufe geeignet, da Stauraum fehlt.
  • Eher für die Fahrt ins Büro oder zu Freunden praktisch.
  • Zu Fuß gehen oder Rad fahren ist natürlich umweltfreundlicher.   

 

Elektro-Motorrad: Coole und umweltfreundlichere Alternative.

Wenn es elektrische Roller gibt, was ist dann mit elektrischen Motorrädern? Die gibt es natürlich auch. Allerdings ist das Angebot hier noch nicht so groß. Es besteht eher aus kleineren Anbietern – viele bekannte Hersteller halten sich noch zurück:

„Nur Harley Davidson und KTM haben bislang Elektromotorräder im Portfolio, auch wenn diese unterschiedlicher nicht sein könnten.“ – ADAC

Die „Livewire“ von Harley Davidson kostet stolze 33.000 Euro, bietet laut dem ADAC aber auch viel dafür: Eine Reichweite von 235 Kilometern ist laut Hersteller möglich; pro Ladestunde verspricht Harley Davidson 21 Kilometer Reichweite. Günstiger ist der KTM Freeride E-XC mit knapp 11.000 Euro.

Modelle kleinerer Hersteller variieren extrem, was Reichweite, Preis und Geschwindigkeit angeht. Eine gute Übersicht über verschiedene Modelle bietet hier beispielsweise das Portal EFahrer.

Wie alltagstauglich Elektro-Motorräder wirklich sind, ist natürlich sehr individuell und ganz von deinen Ansprüchen abhängig.

Unsere Empfehlung: Elektro-Motorrad für größere Strecken und beim Wunsch nach mehr PS.

  • Bisher gibt es nur wenig Auswahl bei den Modellen.
  • Super für Motorrad-Fans, die nachhaltiger fahren möchten.
  • Recht hohe Anschaffungskosten.
  • Für Kurzstrecken in der Stadt macht oft ein E-Roller mehr Sinn.
  • Der ist günstiger und auch über Sharing-Angebote zu haben. 

 

E-Cargo-Bike: Lastenfahrrad mit extra Boost.

E-Cargo-Bikes funktionieren grundsätzlich wie E-Bikes. Sie bieten zudem super Platz für Einkäufe & Co. Gerade schwerere Lasten werden dank des Elektro-Antriebs super einfach (auf zwei oder drei Rädern) transportiert. Kein Wunder, dass der Absatz von elektrischen Lastenrädern von 54.400 im Jahr 2019 auf 78.000 im Jahr 2020 gestiegen ist. Das sind stolze 43 %.

Ein Vorteil zum Pkw liegt im Anschaffungspreis: E-Cargo-Bikes sind ab etwa 2.500 Euro zu haben. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert zudem die Anschaffung solcher E-Schwerlastenfahrräder.

Ihre Reichweite liegt bei ca. 80 km und der Akku ist in etwa 2 bis 6 Stunden Ladezeit voll aufgeladen.

Obwohl du – abhängig vom Modell – bis zu 200 Kilogramm damit transportieren kannst, genießt du mit einem E-Cargo-Bike auch die Vorteile des Fahrradfahrens: Kein Stau, keine Führerscheinpflicht und keine lange Parkplatzsuche.

Auch bei E-Cargo-Bikes gibt es inzwischen viele Leih-Angebote – in München geht das zum Beispiel beim Lastenradler.

>>> Infos zum Kauf eines Lastenrads gibt’s beim ADAC.

Unsere Empfehlung: E-Cargo-Bike als familienfreundliche Alternative zu schmutzigen PKW.

  • Für schwere Lasten (wie etwa Einkäufe) sehr praktisch.
  • Sind gerade bei Familien sehr beliebt.
  • Eine echte nachhaltige Alternative zum Auto – auch in der Stadt. 

 

Elektroauto: Beim Neukauf die umweltfreundliche Alternative zum Verbrenner.

Hast du gewusst, dass laut Kraftfahrt Bundesamt (KVB) im Jahr 2020 fast 200.000 rein elektrische Pkw neu zugelassen wurden? Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als verdreifacht. Ein klares Zeichen, dass Elektromobilität auf dem Vormarsch ist.

>>> Warum Elektroautos auf der Überholspur sind? Hier die Gründe erfahren.

Wie steht’s um die Klimabilanz? Inzwischen gibt es für jeden Geschmack und Bedarf das richtige E-Auto. Gleichzeitig werden Lademöglichkeiten und Reichweite stetig optimiert und auch die Ökobilanz, die ohnehin schon deutlich besser ist als beim Verbrenner, wird durch die Forschung weiter vorangetrieben. Sogar ohne Ökostrom sind E-Autos umweltfreundlicher als Verbrenner. Ein Extraplus für’s Klima ist es, wenn du dann noch Ökoenergie tankst.

>>> Mehr zur Ökobilanz von Elektroautos erfahren.

In der Anschaffung kostet dich ein E-Auto etwa 7.000 € aufwärts. Mit den tollen Förderungen wie der Innovationsprämie kommst du vergleichsweise günstig weg.

Bei der Reichweite kommt es stark auf das Modell an. Mittlerweile kannst du oft mit um die 300 km Reichweite rechnen. Besonders reichweitenstarke Modelle schaffen sogar das Doppelte.

Insgesamt ist es natürlich nicht nachhaltig, sich ein Elektroauto anzuschaffen, wenn du bisher immer Fahrrad gefahren bist. Doch als Ersatz für einen Benziner oder Diesel ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert. Auch eine coole Idee: Ein Elektroauto, dass innerhalb der WG oder im Freundeskreis geteilt wird. Gerade, wenn du selten lange Strecken fährst. Und für die kurzen Wege reichen in der Stadt meist Fahrrad, Öffentliche und unsere anderen elektrischen Fortbewegungsmittel auf dieser Liste.

Unsere Empfehlung: Elektroauto besser als Verbrenner-Neukauf.

  • Für große Strecken und Reisen sinnvoll; kurze Strecken lieber mit dem Rad.
  • Das Ladenetz ist immer besser ausgebaut.
  • Klimafreundlicher Ersatz zum Verbrenner – gerade bei einem Neukauf.
  • Vor allem für Familien oder geteilt im Freundeskreis bzw. in der WG geeignet.
  • Besonders nachhaltig, wenn sie mit Ökostrom fahren. 

 

 

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Hoverboard & mehr: für den Fun-Factor.

Okay, diese Fortbewegungsmittel sind für die meisten Menschen wohl eher nicht alltagstauglich. Aber Spaß machen sie auf alle Fälle!

Zum Beispiel gibt es inzwischen Elektro-Einräder – sogenannte Monowheels. Dieser Trend aus den USA kommt nun zu uns. Mit einem Monowheel sind Geschwindigkeiten von bis 25 km/h möglich. Aber Achtung: Die Elektro-Einräder sind in Deutschland nicht offiziell zugelassen und dürfen daher nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Auch für Skateboards gibt es den Elektro-Antrieb. Solche E-Skateboards ermöglichen neue Moves, die sich eher nach Snowboarden und Surfen anfühlen. Coole Sache! Aber Vorsicht: Auch elektrische Skateboards dürfen nur auf ausgewiesenen Plätzen und auf Privatgelände benutzt werden. Auf Straßen oder Gehwegen (überall, wo die StVO gilt) sind sie tabu.

Elektrische Segways kennst du vermutlich von Touristen-Gruppen auf ihrer Stadtrundfahrt. Du kannst sie aber auch privat leihen. Die gute Nachricht: Segways dürfen im Straßenverkehr genutzt werden: Auf Fahrradwegen und Schutzstreichen, und wenn es keine gibt, auch auf der Fahrbahn. Bürgersteige sind hingegen ein No-Go.

 

Vergleichstabelle der elektrischen Fortbewegungsmittel: Die Fakten von Reichweite bis Kosten.

E-BikeE-RollerE-ScooterE-MotorradE-Cargo-BikeE-Auto
Reichweite50-200 km30-150 kmbis 50 km70-300 kmø 80 kmø 300 km
Maximale Geschw.25-45* km/h90 km/h20 km/h80-240 km/h25-45* km/hmodell-abhängig
Stauraumgeringgeringneingeringgroßsehr groß
Ladedauer1-5 h4-9 h3-8 h6-8 h2-6 hmodell-abhängig
Kosten (ab)2.000 €600-2.000 €700 €8.000 €2.500 €7.000 €
Antriebelektrisch + eigene Kraftrein elektrischelektrisch + eigene Kraftrein elektrischelektrisch + eigene Kraftrein elektrisch

*E-Bikes, die so schnell fahren, müssen als „Kleinkraftfahrzeug“ extra zugelassen werden.

 

Der Knackpunkt Infrastruktur.

Ganz klar: Damit du Angebote nutzen kannst, müssen sie natürlich da sein. Damit meinen wir nicht nur das Angebot an elektrischen Fortbewegungsmitteln, sondern auch genauso der Lademöglichkeiten in der Stadt.

So ist für mehr Elektroautos ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Durch das neue Gesetz, das GEIG, werden Lademöglichkeiten in Gebäuden immer öfter zur Pflicht. Aber auch die öffentliche Ladesäulen werden stark ausgebaut. Stand April 2021 sind laut Bundesnetzagentur über 35.000 Normalladepunkte und knapp 6.000 Schnelladepunkte in Betrieb. Wirft man einen Blick zurück, zeigt sich, dass innerhalb kürzester Zeit viel passiert ist: Im Jahr 2015 waren es erst 5.571 Ladepunkte.

Sharing-Angebote für elektrische Fortbewegungsmittel sind nicht überall so einfach verfügbar. In großen Städten gibt es meist mehr Anbieter und der Radius ist entsprechend begrenzt. Wer kreativ ist und etwas weiter im Stadtumfeld wohnt, kann natürlich auch sein eigenes Sharing mit Freunden machen.

Und auch im ländlichen Raum sollen die Angebote besser werden. Etwa planen viele Anbieter von E-Scootern auch in kleinere Städte und Gemeinden zu erweitern. Bisher gibt es laut Angaben von Lime in rund 65 der über 2.000 deutschen Städte und Kommunen mindestens einen E-Roller-Verleiher.

Noch fehlt es vielerorts an der richtigen Infrastruktur auf den Straßen. So können mit entsprechenden Fahrradwegen zum Beispiel E-Bikes deutlich stärker an Fahrt gewinnen und im Stadtverkehr genutzt werden. Momentan ist der Straßenverkehr noch stark auf Autos ausgerichtet. Teilweise sind sogar keine Radwege verfügbar. Hier besteht definitiv Optimierungsbedarf in vielen deutschen Städten. Ein Blick nach Amsterdam und Kopenhagen zeigt, wie es aussehen kann.

In Deutschland soll mit dem „Nationalen Radverkehrsplan 3.0“, der im April 2021 beschlossen wurde, nun der lückenlose Radverkehr ermöglicht werden. Ein weiteres Ziel ist, dass Deutschland zum „Fahrrad-Pendlerland“ wird. Der Plan erntet allerdings bereits Kritik. Der Mobilitätsforscher Andreas Knie etwa nannte den Plan ein „laues Lüftchen“. Außerdem würde viel zu wenig Geld in die Hand genommen. Ob es trotzdem etwas bringt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

 

Wie nachhaltig sind die elektrischen Fortbewegungsmittel wirklich?

Wie bei Elektroautos wird auch bei E-Bikes und Co. berechtigterweise nach der Nachhaltigkeit gefragt. Dabei schauen wir uns zwei Bereiche an: Die Produktion und die Nutzung.

 

Wie steht es um die Produktion von elektrischen Fortbewegungsmitteln?

Das ist pauschal schon mal schwierig zu beantworten und hängt natürlich stark vom Hersteller ab. Die meisten elektrischen Fahrzeuge setzen – wie E-Autos – auf Lithium-Ionen-Akkus. Die große Kritik dabei ist, dass in der Produktion Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Aluminium und Kupfer eingesetzt werden, die die Umwelt belasten. Um die Herstellung möglichst nachhaltig zu gestalten, wird viel geforscht (etwa zur „Superbatterie“) und entwickelt. Denn das gleiche Thema betrifft ja auch Elektroautos.

>>> Wie es um die Ökobilanz bei E-Autos steht, erfährst du hier.

Entscheidend bei der Frage nach der Nachhaltigkeit ist vor allem auch die Nutzungsdauer. Eine Beispielrechnung des Umweltbundesamtes (UBA) zu E-Bikes zeigt:

„Die aktuell am häufigsten bei Pedelecs eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus belasten das Klima in der Herstellung und Entsorgung mit 22 bis 30 kg CO2. Vergleicht man das mit 21,5 kg CO2 pro 100 km aus eingesparten Pkw-Kilometern, sind bereits nach 100 Pedelec-Kilometern die Treibhausgasemissionen des Akkus beglichen.“ – Umweltbundesamt

Auch bei E-Scootern und E-Autos stellt sich natürlich die Frage nach der Nutzungsdauer. Besonders bei Sharing-Services ist das ein großes Thema:

„Eine lange Lebensdauer des E-Scooters und seines Akkus verringert die Umweltauswirkungen pro gefahrenem Kilometer.“ – Umweltbundesamt.

So weit, so gut. Bisher gibt es jedoch kaum Studien dazu, wie lange und wie intensiv E-Scooter genau genutzt werden müssen, damit sie als „nachhaltig“ gelten.

E-Scooter-Sharing
Bei der Nachhaltigkeit von E-Scootern spielen verantwortungsbewusste Anbieter und das Laden eine große Rolle.

Auch die Frage nach sinnvollen Recycling-Methoden der Akkus wirkt sich auf die Nachhaltigkeit von elektrischen Fortbewegungsmitteln aus. So gibt es zum Beispiel bereits Projekte, in denen Auto-Batterien als Stromspeicher ein sogenanntes „Second-Life“ bekommen.

>>> Mehr über Recycling- und Second-Life-Ansätze lesen.

4 Fragen, die du an eine nachhaltige Nutzung elektrischer Fortbewegungsmittel stellen solltest.

 

1. Ersetzt es einen Verbrenner?

E-Roller, Elektro-Bike und Co. sind grob gesagt dann am nachhaltigsten, wenn sie als Alternative zum Verbrenner mit Benzin/Diesel genutzt werden. Ein eigenes elektrisches Fortbewegungsmittel solltest du nur dann kaufen, wenn Sharing und Ausleihen keinen Sinn machen. Vielleicht teilst du sogar ein elektrisches Fortbewegungsmittel mit Freunden oder in deiner WG.

Wir sagen dir, wie es ist: Wenn du kein Auto nutzt und ohnehin nur kurze Strecken fährst, dann ist dein Fahrrad allemal ausreichend und zudem noch nachhaltiger als jedes elektrische Fortbewegungsmittel. Setzt du E-Roller und Co. jedoch ein, um dein Auto zu ersetzen, kannst du der Umwelt damit – in Kombination mit Ökostrom – wirklich einen Gefallen tun.

 

2. Wie oft nutzt du das Fahrzeug?

Auch die Nutzungszeit wirkt sich natürlich auf die Nachhaltigkeit deines Fahrzeugs aus. Wenn es die meiste Zeit im Keller oder in der Stadt stehend verbringt, ist damit keinem geholfen. Du siehst schon: So leicht ist die Frage nach der Nachhaltigkeit gar nicht beantwortet.

 

3. Gibt’s das auch als Sharing-Angebot?

Bei Sharing-Angeboten ist auch ein Blick auf den Anbieter wichtig. Das zeigt das Beispiel E-Roller-Sharing: Die Fahrzeuge werden nämlich von den Anbietern eingesammelt und aufgeladen. Diese Sammelaktionen finden oftmals mit Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen statt. Das zieht die Öko-Bilanz natürlich wieder in die Tiefe. Bei Lime wird etwa in Form einer Klimakompensation dagegen vorgegangen. In Zukunft wollen die meisten Anbieter auch für das Einsammeln der Roller mehr Elektro-Fahrzeuge nutzen.

 

4. Ob beim Sharing oder bei der Wahl deiner nächsten Jeans: Achte auf den Anbieter!

>>> Warum z. B. dein Ökostromanbieter unabhängig sein sollte.

Wird es mit Ökostrom geladen?

Bei E-Roller, E-Scooter, E-Bike, Elektro-Motorrad und E-Cargo-Bike gilt genauso wie für E-Autos: Wirklich grün ist so ein elektrisches Fahrzeug nur, wenn es mit echtem Ökostrom geladen wird.

So fallen in der Nutzung keine zusätzlichen CO2-Emissionen an, die die Öko-Bilanz des Fahrzeugs in den Keller ziehen können. Und das macht einen echten Unterschied.

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