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Die Einspeisevergütung sinkt immer weiter und die ersten PV-Anlagen fallen bald aus der 20-jährigen EEG-Förderung raus. Ist das schlimm? Überhaupt nicht, wenn du den Strom vom Dach selbst nutzt. Wer seine PV-Anlage mit einem Stromspeicher nachrüstet, verbraucht einen Großteil seines erzeugten Stroms selbst. Das spart bares Geld und macht dich unabhängig vom Stromnetz.

Inhalt

 

Entwicklung der EEG-Einspeisevergütung

 

Das Ende EEG-Einspeisevergütung naht.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird Strom aus erneuerbaren Quellen gefördert. Die sogenannte Einspeisevergütung macht Investitionen in Photovoltaik, Windenergie & Co. lukrativ und sorgt für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Seit dem Inkrafttreten des EEGs im Jahr 2000 ist die Einspeisevergütung infolge des Zubaus, aber auch durch staatliche Eingriffe stark gesunken: Bei PV-Anlagen bis 10 kWp bekam man 2004 pro Kilowattstunde noch rund 57,4 Cent. Im Juni 2019 liegen die Vergütungssätze pro Kilowattstunde auf 10,79 Cent. Also um rund 80 % niedriger.

Infografik Einspeisevergütung bis 10 kWp
Höhe der Einspeisevergütung von 2008 bis 2019 für PV-Anlagen bis 10 kWp.

Dabei gilt: Je höher die zugebaute Photovoltaik-Leistung ist, desto höher ist die Degressionsrate der Einspeisevergütung. Und das bedeutet für die Zukunft: Bei einer Degression von 0,5 %, liegt die EEG-Vergütung schon 2028 bei nur noch 6,5 Cent/kWh. Einige Experten rechnen damit, dass es sogar noch früher keine EEG-Einspeisevergütung mehr gibt. Zumal im ersten Quartal 2019 die Degression aufgrund des starken Zubaus bereits bei 1,4 % lag.

 

Auslaufen der EEG-Einspeisevergütung nach 20 Jahren.

20 Jahre nach der Inbetriebnahme fällt deine Photovoltaikanlage standardmäßig aus der EEG-Förderung. Ab 2021 ist das bei den ersten PV-Anlagen soweit. Spätestens dann müssen sich viele PV-Anlagenbetreiber überlegen, wie sie ihre Photovoltaikanlage weiterhin sinnvoll nutzen.

Die beste Lösung? Strom selbst verbrauchen und einen Stromspeicher und/oder eine Wärmepumpe nachrüsten. Die Direktvermarktung des PV-Strom rechnet sich meist erst ab 50 kWp aufwärts – typische PV-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern haben aber „nur“ bis zu 10 kWp.

 

Eigener Solarstrom ist günstiger als Netzstrom.

Bedeutet eine geringe oder gar keine EEG Einspeisevergütung, dass sich eine Photovoltaikanlage nicht mehr lohnt? Nein, wenn du den selbst erzeugten Solarstrom zuhause nutzt. Inzwischen kostet dich dein eigener Strom rund 10 Cent/kWh und damit deutlich weniger als Strom aus dem öffentlichen Stromnetz, der durchschnittlich bei 30 Cent/kWh liegt. Das liegt vor allem daran, dass die Kosten für eine Photovoltaikanlage in den letzten Jahren deutlich gesunken und der Strompreis hingegen gestiegen sind. Je höher also dein Eigenverbrauch ist, desto besser rechnet es sich für dich.

 

Speicher nachrüsten statt einspeisen.

Früher hat es sich angesichts der hohen EEG-Vergütung gelohnt, den Strom aus der Solaranlage komplett einzuspeisen und für den Eigenverbrauch Strom aus dem Netz zu beziehen. Bei PV-Anlagen, die seit 2012 installiert wurden, ist es genau andersherum: Es lohnt sich, möglichst viel Strom aus der PV-Anlage selbst zu nutzen und nur wenig einzuspeisen bzw. aus dem öffentlichen Netz zu beziehen. Dabei unterstützt dich ein Stromspeicher. Das macht deinen Stromverbrauch nicht nur grüner, sondern auch günstiger: Je höher deine Autarkie ist, umso mehr Geld sparst du. Welche Faktoren deine Autarkie beeinflussen, kannst du hier nachlesen. Damit du möglichst viel PV-Strom nutzen kannst, kann es Sinn machen, einen Stromspeicher nachzurüsten.

 

Das bringt ein Stromspeicher.

Wenn du deine Photovoltaikanlage durch einen Stromspeicher ergänzt, verdoppelst du oftmals deine Autarkie und senkst entsprechend auch deine laufenden Stromkosten. Ein typischer Einfamilienhaushalt mit PV-Anlage und Speicher kann so bis zu 70 % seines Strombedarfs mit eigener Solarenergie decken.

Aber macht es Sinn, einen neuen Stromspeicher anzuschaffen, wenn du eine alte Photovoltaikanlage hast? Das kommt auf das Modell und den Zustand deiner PV-Anlage an. Die Lebensdauer einer PV-Anlage liegt bei 20 bis 40 Jahren. Je nachdem wie fit deine Photovoltaikanlage also ist, kann sich ein neuer Stromspeicher durchaus lohnen.

Lass dich im Einzelfall vor der Entscheidung beraten, auch zur Lebensdauer und Effizienz des Speichers. Wenn du dich dafür entscheidest, musst du die Änderungen an deiner Photovoltaikanlage an den Netzbetreiber melden und die Umstellung auf Eigenversorgung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen lassen.

>>>> Wann sich die Kombination von Photovoltaik und Stromspeicher für dich lohnt.

 

Kosten für einen Stromspeicher.

Für jeden, der seine Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher nachrüsten will, gibt es gute Nachrichten: Die Kosten für einen Stromspeicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und dieser Trend hält laut Prognosen an. Das liegt vor allem an den sinkenden Kosten für Speicherzellen. Im Jahr 2015 lagen die Anschaffungskosten eines Lithium-Ionen-Speichers noch bei 1.475 €/kWh – bis 2025 sind es laut einer Studie von „nature energy“ etwa 578 €/kWh – sprich sie sinken um rund 60 %.

Preise für PV-Anlagen und Speicher.
Entwicklung der Preise für Photovoltaikanlagen und Speicher.
Entwicklung des Strompreises und der Stromgestehungskosten.
Entwicklung des Strompreises und der Stromgestehungskosten.

Generell lohnt sich ein Stromspeicher dann, wenn die Kosten für das Erzeugen und Speichern des Stroms dem normalen Netzstrompreis entsprechen oder günstiger sind. Das ist bei neuen Anlagen seit etwa 2016 der Fall. Natürlich kommt es im Einzelfall auf die Kosten des Speichers und auf die Lebensdauer der Batterie an.

 

Förderung von Stromspeichern.

Eine bundesweite staatliche Förderung von Stromspeichern gibt es seit Ende 2018 nicht mehr. In einigen Bundesländern bekommst du jedoch noch Förderungen für Stromspeicher. Dazu gehören Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen.

Auch in München werden Stromspeicher gefördert: Die Förderung beträgt 300 € pro nutzbare Kilowattstunde Speicherkapazität. Die Grenze liegt bei maximal 50 % der nachgewiesenen förderfähigen Investitionskosten bzw. insgesamt 15.000 €.

Die Förderung ist an einige technische Bedingungen geknüpft. Eine Beratung zu den Fördermöglichkeiten bietet dir beispielsweise Polarstern-Partner Emondo

 

Profitiere von Netzdienstleistungen.

Mit einem Stromspeicher kannst du sogar zusätzlich Geld verdienen. Ja, du hast richtig gehört: Damit das Netz stabil bleibt, müssen Schwankungen ausgeglichen werden können. Das bedeutet, dass schnell Strom eingespeist oder entnommen werden muss. Und dabei kannst du helfen: Ein einzelner Speicher macht natürlich wenig aus, daher gibt es Anbieter, die viele Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzen und so deren gemeinsame Leistung vermarkten können. So kannst du deinen Stromspeicher nochmals profitabler machen. Achte aber im Einzelfall auf die Vertragsbedingungen. Oft beinhalten entsprechende Angebote mehr als die reine Vermarktung im Regelenergiemarkt und gehen mit verschiedenen Verpflichtungen einher.

 

Die perfekte Ergänzung: Wirklich Eigenstrom von Polarstern.

Möglichst autark zu sein bedeutet, dass du idealerweise nur wenig Strom aus dem Netz beziehen musst. Viele Anbieter arbeiten jedoch mit Flatrates. Bei geringem Bedarf macht das für dich keinen Sinn und du zahlst drauf.

Mit unserem Wirklich Eigenstrom Tarif bieten wir dir nicht nur 100 % Ökostrom aus deutscher Wasserkraft – du bezahlst auch nur den Strom, den du wirklich brauchst. Keine Flatrates oder Grundgebühr. Die optimale Ergänzung also, wenn du einen hohen Eigenverbrauch hast.

>>>> Mehr Infos zu Wirklich Eigenstrom gibt’s hier.

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