Frau mit Teetasse vor Heizkörper

„Heizt du schon?“ ist das neue "Wie geht's". Kein Wunder, bei den gestiegenen Heizkosten hat keiner Lust, die Heizung aufzudrehen. Gar nicht Heizen ist aber auch keine Lösung, man ruiniert sich nur die Wohnung und die Gesundheit. Umso wichtiger ist es jetzt bewusster zu heizen. Tatsächlich können nämlich 90 % der Haushalte bei den Heizkosten sparen. Voraussetzung ist, dass deine Heizung effizient und störungsfrei läuft. Wie du das anstellst, erfährst du hier.

von Michael

Warum jetzt deine Heizung in Schuss sein muss.

Inzwischen sollte bei jedem angekommen sein, dass einem die Heizung dieses und mindestens nächstes Jahr einen Strich durch viele Rechnungen machen wird und weniger Budget für andere Dinge des Lebens übrig lässt. Innerhalb eines Jahres sind die Energiepreise ins Absurde gestiegen. Beispiel Gas: Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Kilowattstunde 2021durchschnittlich 6,83 Cent. Für den Oktober 2022 gibt das Vergleichsportal Verivox einen Kilowattstundenpreis von 20,54 Cent an. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 14.000 Kilowattstunden (entspricht etwa 112 Quadratmetern Wohnfläche) hätte letztes Jahr noch 956,20 Euro gezahlt – und zahlt dieses schon 2.876 Euro. Also fast 2.000 Euro mehr.

90 % der Haushalt können sparen.

Die halbwegs gute Nachricht ist, dass du gegen die Kosten arbeiten kannst. Laut Heizspiegel 2022 geben 90 % der Haushalte in Deutschland zu viel Geld fürs Heizen aus. Viele sollen sogar bis zu 640 Euro im Jahr sparen können. Wie hoch das Sparpotenzial in deinem Fall ist, kannst du ebenfalls mithilfe des Heizspiegels herausfinden. Sieh auf deiner letzten Heizkostenabrechnung nach, wie viel Kilowattstunden du letztes Jahr verbraucht hast – und vergleich den Wert mit der Tabelle.

Heizspiegel 2022
Tabelle: Heizspiegel 2022.

So machst du deine Heizung winterfest. 

Um die Kosten klein zu halten, gibt es klassische Heiztipps. Eine Grundvoraussetzung, dass sie auch etwas bewirken, ist, dass deine Heizung optimal läuft. 

1. Halte die Heizkörper frei. 

Es geht ganz einfach los: Achte darauf, dass deine Heizung nicht von Sesseln, Kisten oder Regalen zugeparkt ist. Die Möbel wirken wie eine Wärmebarriere. Auch Vorhänge sollten die Heizung nicht verdecken. Stehen Heizkörper frei, gelangt die Wärme besser in den Raum. 

2. Staub die Heizkörper ab.  

Staub und Schmutz auf den Heizkörpern verschlechtert den Wirkungsgrad der Heizung. Außerdem gelangt mit der warmen Luft Staub in den Raum, der gesundheitsschädlich ist. Entstaube die Heizkörper mit einem Staubtuch und putz sie mit etwas Wasser aus der Sprühflasche. Flecken bekommst du mit Hausmittelchen wie Essig oder Zitrone weg. Manche Heizkörper haben Abdeckungen, die du erst einmal entfernen musst. An der Seite der Heizkörper findest du eine Art Schnalle. Betätige sie, um die Abdeckung zu lösen. Saug die Oberfläche mit einem Staubsauger ab. Zum Putzen kannst du wieder etwas Sprühwasser benutzen. Anders als bei einem Heizkörper ohne Abdeckung kommst du nicht so leicht an die Zwischenräume der Lamellen. Dafür gibt es aber spezielle Heizkörperbürsten, mit der du die Innenseiten gut reinigen kannst. Leg am besten ein altes Handtuch unter den Heizkörper, damit der Schmutz gut aufgefangen wird. Befestige nach der Aktion die Abdeckung und knöpf dir den nächsten Heizkörper vor.

3. Check das Heizungsventil.

Wenn du zum ersten Mal in der Saison heizt, solltest du prüfen, ob alle Heizkörper gleichmäßig warm werden. Wenn ein Heizkörper Zicken machen, könnte es am Ventil liegen. Das kannst du sogar selbst überprüfen. Schraub dazu zuerst das Thermostat ab. Dreh es beim Abschrauben auf 5, nimm eine Zange und löse damit die Überwurfmutter zwischen Heizkörper und Thermostat gegen den Uhrzeigersinn. Du solltest jetzt einen Stift am Heizungsventil sehen. Dieser klemmt manchmal oder ist zu weit reingedrückt, sodass das Ventil nicht mehr als Bindeglied zwischen Thermostat und Heizkörper funktioniert. Klemmt der Stift? Dann zieh ihn vorsichtig mit einer Zange wieder raus. Wenn das nicht funktioniert, klopfst du ganz sachte mit einem Hammer gegen den Stift, um möglichen Schmutz zu lösen. Oft ist Schmutz die Ursache für die Verklemmung. Fette den Stift mit etwas Amaturenfett ein. Drück den Stift mit einem Gegenstand, zum Beispiel einem Hammer vorsichtig ein paar Mal rein und raus, damit sich das fett gut verteilen kann. Schraub danach den Thermostatkopf drauf und zieh die Überwurfmutter mit der Zange im Uhrzeigersinn fest, aber nicht zu fest. Das Thermostat sollte beim Anschrauben auf 5 stehen. Ist es befestigt, kannst du wieder deine Wunsch-Stufe einstellen. Solltest du bei der Aktion doch unsicher sein, ruf lieber deine:n Hausmeister:in, dann bist du auf der sicheren Seite.

4. Entlüfte die Heizung – richtig. 

Vor der Heizsaison solltest du einmal die Heizkörper entlüften, spätestens aber wenn sie rauschen, gurgeln und gluckern. Die Sounds sind das Ergebnis von Luft, die sich in den Rohren gesammelt hat und die Zirkulation des Heizwassers stört. Die Heizkörper werden dann selbst bei voll aufgedrehtem Ventil nicht mehr richtig warm. 

Das brauchst du zum Entlüften. 

Zum Entlüften brauchst du ein paar Utensilien: ein Gefäß wie eine Schüssel, um ausfließendes Heizungswasser aufzufangen, einen Lappen, falls etwas danebengeht (leg am besten gleich ein altes Handtuch unter den Heizkörper) und einen Entlüftungs- beziehungsweise Heizungsschlüssel. Das ist ein Vierkantschlüssel, den es in jedem Baumarkt gibt. Manche Ventile lassen sich auch mit einem gewöhnlichen Schlitzschraubenzieher öffnen. 

Umwälzpumpe ausschalten. 

Wohnst du im Einfamilienhaus und hast Zugang zur Heizungsanlage, solltest du vor der Entlüftungsaktion die Umwälzpumpe ausschalten. Du unterbrichst so die Zirkulation des Heizwassers. Bleibt die Pumpe an, wirst du die Luft nicht vollständig aus dem System bekommen, weil sie sich quer durchs System verteilt. Wenn die Pumpe ausgeschaltet ist, solltest du eine halbe Stunde bis Stunde warten. Die Luft hat sich dann im System abgesetzt und kann leichter abgelassen werden. Dreh jetzt alle Thermostate auf Anschlag. Nimm dann Heizungsschlüssel und dreh sachte das Ventil am Heizkörper auf. Jetzt müsste Luft mit einem Zischen ausströmen. Dreh das Ventil wieder zu, sobald das Heizungswasser an der kleinen Öffnung am Ventil austritt. Diese Öffnung sollte nach unten zeigen, dann kannst du das Wasser besser mit dem Gefäß auffangen. 

Das Manko für Mieter:innen. 

Als Mieter:in kannst du nicht einfach die Pumpe im Haus abstellen. Generell ist Entlüften der Heizungsanlage Sache der Vermieter:innen. Aber natürlich darfst du Heizkörper entlüften. Alternativ zum Abstellen der Heizungspumpe kannst du vor dem Entlüften den Heizkreislauf deiner Wohnung über ein Absperrventil abstellen. Keine Ahnung? Genau für solche Fragen gibt es Hausmeister. Oder du entlüftest Heizkörper erst einmal, ohne den Kreislauf zu unterbrechen. Das führt zwar nicht zum optimalen Ergebnis, hilft aber manchmal gegen lautes Gluckern.

5. Prüf den Wasserdruck.

Bei der Entlüftungsaktion sinkt manchmal der Wasserdruck im Heizsystem, zum Beispiel weil zu viel Heizungswasser abgeflossen ist. Auch bei einem geringen Wasserdruck im Heizsystem werden die Heizkörper nicht gleichmäßig warm. Wenn du im Einfamilienhaus wohnst und Zugang zu deiner Heizanlage hast, kannst du den Wasserdruck am Manometer prüfen. Der Druck stimmt, wenn die Nadel im grünen Bereich liegt. Im Einfamilienhaus ist der meistens zwischen 1 und 2 bar. Ist sie im roten Bereich, muss ein:e Heizungsinstalleteur:in den Druck wieder herstellen – oder du füllst selbstständig Heizwasser nach. 

6. Tausch Thermostate.

Wenn ein Heizkörper nicht richtig funktioniert, ist vielleicht einfach das Thermostat kaputt. Thermostate kannst du ziemlich leicht austauschen. Du hast es schon unter Punkt 3 gelernt. Dreh das Thermostat auf 5, nimm eine (Pumpen)-zange zur Hand und dreh die Überwurfmutter – das Verbindungsstück zwischen Heizkörper und Thermostat gegen den Uhrzeigersinn vorsichtig auf. Wenn die Überwurfmutter gelöst ist, kannst du das Thermostat mit der Hand abschrauben. Nimm den neuen Thermostatkopf, stell ihn auf 5, um den Übergang zum Heizkörperventil zu öffnen. Dreh jetzt die Überwurfmutter im Uhrzeigersinn an. Wenn sie steckt, dreh sie noch mal mit der Zange fest. 

Programmierbare Thermostate. 

Bei der Aktion kannst du dir gleich überlegen, ob du auf programmierbare beziehungsweise smarte Thermostate umsattelst. Programmierbare Thermostate können bis zu 8 % Heizenergie sparen, smarte Thermostate sogar bis zu 30 %, weil sie Heizenergie effizienter regulieren. Mit programmierbaren Thermostaten lassen sich gewünschte Temperaturen für bestimmte Uhrzeiten einfach vorprogrammieren und wieder abschalten, was sich vor allem für Haushalte mit vielen Heizkörpern rechnet. Programmierbare Thermostate mit Fenstersensoren regulieren automatisch die Temperatur nach unten, wenn du lüftest. 

Smarte Thermostate gehen noch einen Schritt weiter. Sie regulieren die Raumtemperatur automatisch nach Anwesenheit der Personen und Wetterlage. Weil die Thermostate mit einer App auf deinem Handy vernetzt sind, erkennen sie zum Beispiel, ob du das Haus verlässt oder gerade nach Hause kommst. 

7. Dämme nicht selbst.

In Heizkörpernischen geht oftmals viel Wärme über die Außenwände verloren. Dämmplatten oder Matten, die es im Baumarkt zu kaufen gibt und die man hinter den Heizkörpern anbringt, versprechen den Wärmeverlust zu stoppen und die Wärme zurück in den Raum zu reflektieren. Heizexpert:innen raten allerdings von der DIY-Dämmung ab. Dünnes Material zeigt wenig Wirkung und dickes behindert eher die Wärmeabgabe. Außerdem staut sich zwischen Dämmmaterial und Wand feuchte Luft und sorgt für Schimmel, den du vielleicht erst bemerkst, wenn du das Material wieder abnimmst. Eine Nischendämmung sollte immer nur von einem Profi durchgeführt werden. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, wenn ein Heizkörper sowieso fachgerecht saniert oder ausgetauscht werden muss.

Teppiche, Vorhänge, Zugluftstopper.

Als sinnvollere Dämmaßnahmen eignen sich dicke Vorhänge als Kälteschutz, Zugluftstopper vor Türen oder Teppiche für kalte Fliesen. Anders sieht die Sache aus, wenn du eine Fußbodenheizung nutzt. Denn sollten Teppiche entfernt werden, damit sich die Wärme besser im Raum verteilen kenn. 

8. Hol dir Heizungshilfe. 

Echte Sanierungsmaßnahmen kannst du nicht selbst durchführen. Wenn auch nach kleineren Checks wie hier dargestellt die Heizkörper nicht gleichmäßig warm werden, muss möglicherweise ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Unter den Sanierungsmaßnahmen gehört der Abgleich noch zu den erschwinglich und schnell durchführbaren Maßnahmen. Er sorgt dafür, dass sich Heizwasser in den Rohren gleichmäßig verteilt. Ist dies nicht der Fall, werden oftmals Heizkörper, die nahe am Heizkessel sind, zu heiß. Solche, die weiter weg liegen, bleiben dagegen kalt. Der hydraulische Abgleich sorgt für den optimalen Heizwasserdurchfluss. In Einfamilienhäusern kostet ein hydraulischer Abgleich zwischen 200 und 500 Euro. Die Investition ist aber nötig, um nicht noch mehr Geld zu verlieren – oder in manchen Räumen zu frieren.  

Weitere Maßnahmen, die bei der Gelegenheit durchgeführt werden können, ist der Austausch der Heizungspumpe und der richtigen Einstellung der Vorlauftemperatur, darunter versteht man die Temperatur des Heizungswassers. 

9. Heize CO2-frei.

Trotz der hohen Heizkosten darf eines nicht untergehen: der Klimaschutz. Jede:r kann CO2-frei heizen. Zum Beispiel mit Wirklich Ökogas oder Wirklich Ökostrom sowie unseren Spezialtarifen. Unsere Energie ist immer zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt und fördert die Energiewende wie bei kaum einem anderen Anbieter. Für jede Kilowattstunde Wirklich Ökostrom, die du verbrauchst, investieren wir 1 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Für jede Kilowattstunde Wirklich Ökogas gehen 0,21 Cent in den Ausbau. Außerdem förderst du auch die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Was du alles mit deinem Bezug von wirklich besserer Energie bewirkst, kannst du sogar berechnen – mit unserem Impactrechner. Klick!

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Michael | Team Wirklich

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