E-Bike und Muskelkraft | Polarstern
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E-Bike vs. Muskelkraft – wie komm’n wir denn dahin?

E-Bike

Jetzt mal ehrlich, E-Bike ist doch was für Senioren, oder? Wer ein richtiger Radler sein will, der radelt – und zwar selber. Da könnt ja jeder radeln! Moment, wäre das etwa schlecht? Sind wir hier etwa auf dem Weg in eine saubere Stadt-Fortbewegung? Eine nachhaltige Sport-Freizeit-Kombination? Das Fahrrad der Zukunft? Geradelt werden statt gerädert? Ein Versuch der Diskussion. 

E-Bike Vorurteile 

Also wenn ihr mich fragt, ich bin noch nie auf so einem E-Bike gesessen. Das mag einmal daran liegen, dass ich das erforderliche Budget wahrscheinlich noch nie wirklich besessen, oder wenn, gleich in überschaubarem Zeitraum in allerhand Dinge und Reisen verpulvert habe, andererseits aber auch daran, dass ich aus dem Radrennsport komme. So richtig, im Verein, mehrere Jahre. Also bin ich vorbelastet, okay. Andere Meinungen müssen her. 

Meine gute Freundin Google, mit der ich eine recht intensive Beziehung führe (wir erzählen uns alles), ist in solchen Fällen für mich da. Also tippte ich im Versuch einer seriösen Recherche zum Thema in das Suchfeld: „E-Bike für…“ Die ersten fünf Vorschläge könnten indes von Mario Barth kommen: E-Bike für Senioren, E-Bike für Schwere, E-Bike für Damen, E-Bike für Übergewichtige. Und E-Bike für stenfeld. Plus: an der Seite Diät- und Abnehm-Werbung. Das mit Fürstenfeld mal außen vor, das ist doch diskriminierend, oder? Also, nicht dass ich das nicht auch ein bisschen amüsant fände, aber irgendwie hatte ich doch ein schlechtes Gewissen beim Grinsen. Ist dem also wirklich so? 

Elektrofahrrad Mobilität

Ich weiß, dass meine Oma manchmal mit einem E-Bike fährt, und die kleine Schwester eines Freundes, weil beide am Berg wohnen und das sonst zu steil wäre. Oder denkt an die Hügel von San Francisco oder Lausanne, unmöglich, ich hab’s versucht. Ich weiß auch, dass diese Fahrradmotoren, wie Rolltreppen und Lifte, unerlässlich sind für die, die sie brauchen. Aber wozu sollten wir, die wir glücklicherweise keine Hilfe brauchen, uns radeln lassen? Sind wir nicht schon faul und übergewichtig genug? Erst der Fernseher, dann die Erdnussflips, und jetzt auch noch das E-Bike? 

Elektrofahrrad

Radeln vs. vom E-Bike Geradelt Werden

Das ist natürlich übertrieben. In China laufen sie sogar ganz gut, die Elektrofahrräder: 20 Millionen Verkaufsexemplare pro Jahr, 120 Millionen E-Bikes sind schon in Umlauf. Da hätte jeder Deutsche eineinhalb solcher Fahrräder. Mir geht es eigentlich um die moralische Frage. Die aus der Sicht des begeisterten Radlers, der auch schon mal eine 30 auf seinem Tacho gesehen hat. Oder schon mal einen nennenswerten Hügel ohne absteigen hochgefahren ist. Die, die das Gefühl kennen, oben anzukommen, über die letzte Kuppel. Abzusteigen, die Beine nicht mehr zu spüren für ein, zwei Minuten. Dann in den Müsliriegel beißen. Und glücklich und stolz wie nie sein. Stellt euch vor, da steht dann so jemand neben euch, pfeifend und fährt einfach weiter. Oder besser: lässt weiterfahren. Ist das nicht fies, gemein und hinterhältig? Betrügerisch gar? Häretisch! Ungläubig! Gedopt? Ich fahre doch auch nicht mit dem Motorboot die 200m Schwimm-WM. Wo bleibt da die Fairness, dessen, was man sich verdienen muss? 

Die E-Bike Moral

Verdienen ist ein Stichwort, das mich schon lange beschäftigt. Die Moral des Sich etwas Verdienens. Heute kann zum Beispiel durch Technologie jeder Musiker sein. Man muss sich keine Quälenden Jahre Klavierunterricht mehr antun. Oder man muss keine Bücher mehr gelesen haben, man guckt heute einfach die Filme dazu (ja ich finde lesen anstrengender als gucken). Man muss sich mit griechischer Mythologie nicht mehr auskennen, Google weiß das doch. Manche, wenn sie feiern wollen, müssen keine umständlichen Getränke mehr zu sich nehmen, oder genug schlafen, sich quasi „den Rausch verdienen“ – dafür gibt es jetzt (wenn auch fragwürdige) Pillen. Und man musste früher jedes Mal den Berg wieder hochlaufen beim Skifahren! Uns ist heute allen mehr zugänglich, als wir uns vielleicht verdient haben. Die Frage ist nur, ist das schlecht? Ich weiß es nicht, sorry. 

E-Bikes: Auch bei Profis im Kommen

Aus Profi-Radlerkreisen habe ich erfahren, dass erstens die Elektrofahrräder auch im Mountainbike-Bereich immer stärker im kommen sind und zweitens das den Fahrradfahrern überaschenderweise großen Spaß bereitet. Wer sich übrigens mal welche ansehen will, Electrolyte aus München machen ganz tolle und originale E-Bikes. Man muss die E-Bikes ja nicht als Ersatz sehen, sondern als Ergänzung. Man kommt mit gleicher Kraft weiter, mit weniger Kraft genauso weit. Man ist immer noch draußen und nachhaltig unterwegs. Wer immer noch nicht motiviert ist, kann sich diesen kleinen Film anschauen, über einen Mann, der zwei Tage durch fährt, 1000km, ohne Elektro, ohne Schlafen. Verrückt? Ein bisschen, aber wo würde der erst hinfahren, mit Elektrofahrrad? Bei Gegenwind in der Atacamawüste kann ein solcher Motor auch leidmildernd wirken. Oder beim Race Across America (fast 5000km nonstop).  

Mobilität E-Bike Reisen

E-Bikes: Vorteile vs. Nachteile

Also ich fasse mal ein paar Vor- und Nachteile zusammen: Ebikes sind sehr schwer. Und teuer. Unpraktisch zu handhaben könnte man sagen. Sie sind so wertvoll, dass ein Diebstahl sehr wehtun würde. Man ist abhängig von der Steckdose, also „keine Zeit fürs Aufladen“ wird bestraft. Und alle können jetzt plötzlich Dinge tun, die früher nur trainierten Radlern vorbehalten waren (gilt als Vor- und Nachteil). Die E-Bike Vorteile sind groß: Man kommt plötzlich überall hin, ob man kann oder nicht. Mit dem richtigen Strom betrieben ist das E-Bike die nachhaltige Variante zum Auto, über kurz oder länger. Elektroräder sind nicht nur wichtig für Bedürftige, Ältere oder Menschen, die in extremgeographischer Lage leben, sondern auch zukunftsweisende Stadt-Fortbewegung! E-Bike-Sharing läuft an in San Francisco, es gibt Lieferservices, die sehr erfolgreich mit E-Bike-Technik fahren, vor allem Kurierdienste. In der Stadt kann das E-Bike auf lange Sicht Autos ersetzen. Ein interessantes Video dazu hier. Schließlich können Sportler mit Akku zu neuen Hochs auflaufen, mehr Ausdauer abrufen. Die Liste könnt ihr gerne in den Comments erweitern! Und mein Lieblingsvorteil kommt jetzt:  

See-ison eröffnet – ab an den See

Letzten Sommer haben wir bei Polarstern im Rahmen der E-Bike-Debatte ein ähnliches Gespräch gehabt. Es ging ums An-den-See-Fahren, um Freizeit und Sommer draußen. Und wie das E-Bike da rein passt. Wenn man dann nach einer Radler-Mass. Oder ein paar Brez’n mit Obazda (kann ich nicht deklinieren, Dativ: mit Obazdem?) am See neben seinem Rad in der Wiese oder auf dem Steg liegt, noch müde von der schweißtreibenden Herfahrt. Alles ist gut, du bist entspannt, weil die Sonne dich lächeln macht. Aber jetzt zurückstrampeln? No gracias, Senor! Lieber aufs Elektrobike setzen, den künstlichen Rückenwind spüren, und die Sonne untergehen sehen, mit warmen Wind in den Haaren. Ein Traum. Man muss ja nicht immer, nur weil man kann…

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