Planung der PV-Anlage

Unter Mieterstrom wird die lokale Versorgung von Bewohnern eines Gebäudes mit Strom vom eigenen Dach verstanden. Weniger bekannt ist, dass sich Mieterstrom heute immer besser mit der lokalen Wärmeversorgung kombinieren lässt. Dabei verspricht beides zusammen umgesetzt Immobilienbesitzern und Mietern noch größere Vorteile.

von Manuel

Mieterstrom inklusive Wärmeversorgung.

Bei einem kombinierten Strom- und Wärme-Contracting werden die Energieflüsse übergreifend gesteuert und können so besser den situativen Gegebenheiten angepasst werden. Am Ende verbessert sich die Energieautarkie und die Energiekosten sinken deutlich stärker verglichen zu einem reinen Strom-Contracting.

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So funktioniert die lokale Wärmeversorgung.

Die klassische Kombination beim Strom- und Wärmecontracting war im Mieterstrom bisher PV-Anlage plus BHKW. Weil das BHKW gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt, steht den Mietern in dieser Variante neben der im BHKW erzeugten Wärme auch mehr lokal erzeugter Strom zur Verfügung als bei einem reinen PV-Mieterstromprojekt.

Die Kombination aus Photovoltaikanlage und BHKW rechnet sich, weil auf den direkt im bzw. am Gebäude erzeugten und genutzten Strom Netzentgelte sowie andere Umlagen wie zum Beispiel die Konzessionsabgabe entfallen.

Wird ferner das BHKW mit Ökogas betrieben, kann eine CO2 neutrale Energieversorgung erzielt werden; ein wichtiges Kriterium hoher Förderungen. Auch kann das gemäß Gebäudeenergiegesetz auf die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien angerechnet werden.

Aber auch andere Heiztechniken wie zum Beispiel Wärmepumpen können in dezentrale Versorgungsangebote im Mieterstrom integriert werden. Anders als das BHKW, ist die Wärmepumpe ausschließlich ein Energieabnehmer. Geschickt integriert kann die Wärmepumpe dank ihres Pufferspeichers zeitlich versetzt Strom aufnehmen und ihn später nutzen. Damit kann mehr lokal erzeugte Solarenergie vor Ort genutzt und so der Direktverbrauch erhöht und die gesamte Energieautarkie gesteigert werden. Wichtig: Die Stromautarkie sinkt natürlich dabei, da Solarstrom auch in der Wärmeversorgung eingesetzt wird.

Wird die Wärme ebenfalls im Zuge von Mieterstrom abgerechnet, ergeben sich weitere Kostenvorteile. Es entfallen beispielsweise anteilig auf den lokal erzeugten und für den Betrieb der Wärmepumpe genutzten Strom die lokalen Netzentgelte, die Konzessionsabgabe und auch die Stromsteuer.

Quartier mit Mieterstrom

Mieterstrom-Contracting lohnt sich.

Meistens erfolgt die Wärmeversorgung im Mieterstrom im Rahmen eines Contractings, da hier der Dienstleister oft auch die Finanzierung der Energietechnik übernimmt. Die Umsetzung im Contractingmodell hat ferner den Vorteil, dass der Immobilienbesitzer über keine energiemarktspezifischen Kenntnisse verfügen muss. Gleichzeitig erhalten er und die Mieter neben den genannten Kostenvorteilen einen guten Überblick über den gesamten Energieverbrauch und die Energiekosten, sprich Strom und Wärme zusammen.

Umgekehrt besteht für den Contractingpartner bei einer kombinierten Strom- und Wärmeversorgung ein größerer Spielraum in der Gestaltung des Angebots. Er kann die Ersparnisse dort steigern, wo sie die Mieter am stärksten spüren. Aus Verwaltungssicht vereinfacht eine im Mieterstrom kombinierte Wärme- und Stromversorgung schließlich die Abrechnung der Nebenkosten.

Strom-Wärme-Contracting im Quartier: Beispiel ansehen

Besonderheiten im Mess- und Abrechnungskonzept.

Eine im Mieterstrom kombinierte Strom- und Wärmeversorgung ist komplexer als reine PV-Mieterstromprojekte. Schließlich sind verschiedene Anlagentechniken, ihr jeweils spezifischer Energiebedarf bzw. -erzeugung und ihre unterschiedlichen Netzentgelte, Umlagen- und Abgabenbelastung sowie Kostenstrukturen u. a. im Zuge von Subventionierungen unter einen Hut zu bringen. Das macht die Kooperation mit einem erfahrenen Energieversorger einmal relevanter.

Um die individuellen Energiebedarfe der Bewohner zu erfassen und entsprechend abzurechnen, sind intelligente Stromzähler wichtig. Sie erfassen an jeder Energie abnehmenden und erzeugenden Stelle im lokalen Netz die Energieflüsse. Inzwischen gibt es auch Smart Meter, die den Wärmebedarf erfassen. Indem Smart Meter den gerätespezifischen Verbrauch immer besser erkennen können, helfen die Verbrauchsprofile in der jeweiligen App des Herstellers und/oder des Energieversorgers zudem den Mietern selbst, die lokal erzeugte Energie effizienter zu nutzen.

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Einschätzung zum Trend der Strom- und Wärmeversorgung im Mieterstrom.

Die Bedeutung eines kombinierten Strom- und Wärme-Contractings nimmt auch aufgrund der Sektorenkopplung und der steigenden lokalen Energieversorgung zu. Sie ist im Bereich der Mehrparteiengebäude dasjenige Konzept, das alle Beteiligten mit allen Anlagen zusammenbringt und ihnen in ihrer Gesamtheit attraktive Vorteile bietet. Letztlich wird so der Impuls zur Energiewende aus dem Strommarkt auf den Wärmesektor und zunehmend auch auf die Mobilität übertragen.

 

Weitere Mieterstrom- und Elektromobilitäts-Artikel gibt's auch als Gastartikel bei energyload von unserem Experten Manuel Thielmann.

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