Radfahrerin auf weißem Fahrrad

Die Anzahl an Elektroautos, die 2020 neu zugelassen wurde, hat sich verglichen zum Vorjahr beinahe verdreifacht. Gleichzeitig gibt es immer mehr E-Bikes und E-Roller und mehr Fahrrad gefahren wird auch noch, v. a. im Sommer. Ist die Verkehrswende also in vollem Gange? Jein. Denn leider geht es nicht nur in die klimabewusste Richtung. Was schief läuft, worauf wir selbst achten können und müssen und was die jüngsten Entwicklungen sind, liest du hier.

von Tabatha

 

Nachholbedarf bei der grünen Mobilität.

Hast du gewusst, dass der Verkehr ein zentraler Knackpunkt ist, um die Klimakrise abzuwehren? Jede:r von uns trägt hier mit seinem persönlichen Verhalten bei – und kann seinen Alltag leichter als oft gedacht, klimabewusster gestalten.

So hat sich unser Mobilitätsverhalten entwickelt.

Heute sind wir deutlich mehr unterwegs als noch vor einigen Jahren. Das Umweltbundesamt (UBA) gibt beim Personentransport an, dass die zurückgelegten Personenkilometer von 1.045 Milliarden im Jahr 2000 auf 1.182 Milliarden im Jahr 2018 gestiegen sind. Das ist ein Zuwachs von etwa 13 %. Die Fahrleistung aller Kraftfahrzeuge im Straßenverkehr stieg laut UBA von 1991 bis 2019 sogar um etwa 31,5 %.

Und auch unsere Strecken werden länger. Eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMWI) von 2017 zeigt, dass die mittlere Tagesstrecke von 2002 bis 2017 von 33 km auf 39 km gestiegen ist.

JahrEmissionen durch den Verkehr*
2020146 (Corona-bedingt)
2019164
2018163
2017168
2016165
2015162
2010153
2005160
2000181
1995176
1990164

Kaum Fortschritt: Die Emissionen im Verkehr sind 2019 noch genauso hoch wie 1990; Quelle: BMU

*in Mio. Tonnen CO2-Äquivalente

Was bei der Verkehrswende wichtig ist.

Es geht aber nicht nur darum, ob du mit dem Flieger in den Urlaub nach Thailand oder mit dem Zug nach Wien reist. Eine sozialverträgliche Verkehrswende, so dass jede:r mitmachen kann, hat vier Dimensionen und damit auch vier Ansatzpunkte, dies zu verbessern:

Damit die Mobilität als Teil der Daseinsvorsorge anerkannt wird, müssen Fuß- und Radwege ausgebaut sowie der öffentliche Verkehr eine bessere Infrastruktur erhalten. Auch geht es um Barrierefreiheit und erschwingliche Preise, die es den Menschen leichter machen, öffentliche Mobilitätsangebote zu nutzen.

Lebensqualität und Gesundheit werden durch einen klimaneutralen Verkehr stark beeinflusst. Alternative Antriebe spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es geht um weniger Treibhausgase, genauso wie um Verkehrslärm. Aber auch Sicherheitsmaßnahmen gehören zu einer gesunden Mobilität dazu.

>>> Mehr über alternative Antriebe erfahren.

In der Mobilitätswirtschaft liegt der Fokus darauf, die Arbeitsplätze bei der Mobilitätswende nicht außer Acht zu lassen. Gemeint sind etwa Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote, weil alte Jobs wegfallen und neue entstehen, die neue fachliche Anforderungen mit sich bringen. Die Politik muss außerdem den regionalen Strukturwandel aktiv gestalten und eine attraktive Infrastruktur zur Nutzung klimabewusster Mobilitätsangebote schaffen. Auch Anreizsysteme wie eine höhere CO2-Komponente bei der Kfz-Steuer sowie die Erhöhung der Entfernungspauschale für Pendler, der städtischen Parkgebühren und die Dienstwagenbesteuerung werden dazu als geeignete Mittel betrachtet.

Zu guter Letzt ist ein Kulturwandel nötig. Denn das eigene Auto spielt heute noch für viele Menschen eine viel zu zentrale Rolle. Die empfohlene Lösung? Ausprobieren.

„Die neue Mobilitätskultur muss erlebbar werden. In Reallaboren können Menschen Alternativen zum privaten Pkw im Alltag erfahren.“ – Bündnis sozialverträgliche Verkehrswende

Du siehst schon: Es muss einiges beachtet werden, wenn wir den Mobilitätsmarkt umkrempeln wollen. Klar sind da viele politische Entscheidungen involviert, aber auch du hast einen Einfluss auf eine klimafreundliche Mobilität. Das zeigen etwa die Veränderungen im Jahr der Corona-Pandemie.

 

Bringt uns Corona einer klimafreundlichen Mobilität näher?

Ein Wandel kommt manchmal unverhofft, etwa durch eine weltweite Pandemie. Die Coronakrise hat unsere Mobilität in vielerlei Hinsicht beeinflusst – nicht immer, aber auch zum Guten, wie ein differenzierter Blick auf die Entwicklungen zeigt:

Das Umweltbundesamt (UBA) hat für 2020 einen Rückgang der Emissionen um 8,7 % errechnet. Das ist primär der Corona-Pandemie zu verdanken und nicht aktiven, von uns bewusst eingeleiteten Veränderungen. Und so schätzen Experten, dass das Ziel im Verkehrssektor unter normalen Umständen sogar um rund 15 Mio. Tonnen CO2 überschritten worden wäre.

"Im Verkehr hat es einen klaren Lockdown-Effekt gegeben. Das bedeutet, dass wir 2022 hier wieder auf dem alten Pfad sind und der Verkehr mit hohen Emissionen dasteht." – Brigitte Knopf (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change)

In einer Umfrage hat der ADAC im November 2020 das Mobilitätsverhalten zu Corona-Zeiten untersucht. Zu diesem Zeitpunkt gaben 18 % der Befragten an, nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. 53 % taten dies aus Angst vor einer Infektion. Gleichzeitig fuhren 54 % der Befragten unverändert häufig mit dem Auto. Und 18 % sogar öfter als zuvor.

Gefragt nach ihrer mobilen Zukunft geben 29 % der Teilnehmer:innen an, seltener fliegen zu wollen. Etwa ein Sechstel will mehr Auto fahren und jeder Fünfte häufiger zu Fuß gehen. Ob diese Momentaufnahme tatsächlich Realität wird, bleibt abzuwarten.

Einige Veränderungen im Verkehr wurden politisch eingeleitet. Frankreich etwa will Flüge reduzieren. Es sollen nur noch Ziele angeflogen werden, die nicht innerhalb von 2,5 Stunden mit dem Zug erreicht werden können. Damit würden etwa Flüge von Paris nach Lyon eingestellt. Mit ihrem tollen TGV-Netz haben die Franzosen sicherlich einen Vorteil, dies auch praktisch für alle umzusetzen. Die Entscheidung ist Teil eines neuen Klimagesetzes. Hintergrundinfo, warum das auch eine Überlegung bei uns wert ist: Von 2009 bis 2019 stieg die Anzahl der Fluggäste an deutschen Hauptverkehrsflughäfen um 37 %.

Auch im Alltag – etwa auf dem Weg ins Büro – ist Mobilität ein wichtiges Thema. Gerade junge und sportliche Menschen steigen in Deutschland vermehrt auf ihre Fahrräder. Für die längeren Pendlerstrecken sind E-Bikes immer beliebter. Damit kommt man noch schneller und leichter voran. Einen richtigen E-Bike-Boom gabs 2020. Laut dem Branchenverband Cycling Industries Europe stieg der Absatz in Europa 2020 um etwa 25%.

>>> Gute Gründe, die für ein Elektroauto sprechen.

 

Der Elektroauto-Boom mit Licht und Schatten.

Echt stark, dass immer mehr Elektroautos neu zugelassen werden. Die hohen Wachstumsraten dürfen uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Anteil am Pkw-Bestand nach wie vor erst bei 6,7 % liegt.

Dabei sind E-Autos neuesten Studien zufolge schon ohne Ökostrom umweltfreundlicher als Verbrenner – wenn sie lange genug gefahren werden. Wer dann noch Ökostrom „tankt“, der tut wirklich etwas für mehr Klimaschutz.

Natürlich dürfen Elektroautos nicht einfach dazukommen, sondern müssen alte Verbrenner ersetzen, wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Allerdings wächst der Pkw-Bestand von Jahr zu Jahr. Hier gilt es mit neuen Angeboten wie Sharing-Konzepten entgegenzuwirken.

>>> Mehr zur Ökobilanz von Elektroautos.

JahrVollelektrischer PkwPlug-in-Hybride
2020194.163200.469
201963.28145.348
201836.06231.442
201725.05629.436
201611.41013.744

So entwickelten sich die Neuzulassungen in den letzten fünf Jahren.

Ein Blick auf die Neuzulassungen (veröffentlich vom Kraftfahrtbundesamt) zeigt, dass sowohl vollelektrische Pkw, als auch Plug-in-Hybride immer gefragter sind. Besonders extrem schossen die Zahlen 2020 in die Höhe. Hier haben sicherlich auch die Förderungen wie die Umweltprämie, auch Innovationsprämie genannt, ihren Teil dazu beigetragen. Sie wurde bis 2025 verlängert.

Mehr über Autostrom von Polarstern erfahren

 

Sharing, Abos & Co. – die neuen Mobilitäts-Angebote.

Welche Angebote gibt es, wenn du klimafreundlicher unterwegs sein möchtest? Einen großen Unterschied macht es, ob du in der Stadt oder auf dem Land wohnst. Zum Glück gibt’s fast überall klimabewusste Mobilitätskonzepte – und sie werden immer zahlreicher.

Nachhaltige Mobilitätskonzepte in der Stadt.

Wenn du hauptsächlich innerhalb der Stadt unterwegs bist, brauchst du vielleicht gar kein eigenes Auto. Gerade in großen Städten häufen sich Sharing-Angebote für Elektroautos, E-Roller und E-Scooter. Der Vorteil ist hier, dass dein Fortbewegungsmittel nicht die meiste Zeit in der Garage steht, sondern genutzt wird – durch viele verschiedene Menschen. Und je besser genutzt ein Fahrzeug ist, umso sinnvoller war seine Produktion und umso weniger muss hergestellt werden. Das kommt auch dem Klima zugute.

Wenn du viel unterwegs und gut an die Öffentlichen angebunden bist, sind Bus, Straßenbahn und Co. vielleicht die einfachere Lösung. Noch klimabewusster ist das gute, alte Fahrrad.

>>> Unsere Rad-Tipps für den Winter.

Für längere Strecken sind E-Bikes & Co. praktischer, aber nur mit Ökostrom wirklich deutlich klimafreundlicher. Bei Polarstern bekommst du 100 % Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und mit echter Ausbauwirkung.

>>> Mehr über Wirklich Ökostrom von Polarstern.

Und wenn es doch ein Auto sein soll, überleg dir, ob ein Elektroauto das Passende ist. Inzwischen gibt es immer mehr Modelle für alle Bedürfnisse und Lebenslagen. Auch die Reichweite und die Nachhaltigkeit der Batterien werden immer besser. Und das Beste: Das Ladenetzwerk kann sich wirklich sehen lassen. Im Zweifel reicht auch ein E-Auto für eine ganze WG oder den Freundeskreis? Sharing is caring.

Grüne Mobilitätskonzepte auf dem Land.

Wer nicht in der Stadt wohnt, kennt es: Auf dem Land halten sich Sharing-Angebote in Grenzen. Trotzdem gibt es auch dort die Möglichkeit, klimafreundlich unterwegs zu sein.

Hier kannst du natürlich ebenfalls statt auf einen Verbrenner auf ein Elektroauto setzen. Wer im Einfamilienhaus lebt, hat es sogar leichter als Menschen in der Stadt, mit dem Einbau einer eigenen Ladestation günstig und klimabewusst zu laden. Und mit einer PV-Anlage wird’s besonders preiswert.

Was auch immer geht: Privates Teilen von (E-)Autos und Fahrgemeinschaften. Warum sollten zwei große SUVs mit je zwei Menschen darin losfahren, wenn man sich zu viert in einen davon setzen kann? Damit halbiert ihr ganz einfach die Emissionen für die Strecke und habt auch noch nette Gesellschaft.

>>> Sharing Economy: Warum Teilen wichtiger ist denn je.

Wer phasenweise mehr Auto fährt, der kann auf Auto-Abos setzen. Die gibt es jetzt zum Beispiel von Sixt. Dabei sparst du die Kosten für Kauf, TÜV, Wartung und Co. und kannst monatlich kündigen. Je nach Modell bekommst du für knapp 350 € monatlich ein Auto und bist dabei super flexibel.

Ziemlich cool: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert seit 2020 Projekte, die die Mobilität auf dem Land verbessern sollen. Beispielsweise wird im Landkreis Ludwigslust-Parchim ein Pendlerparkplatz zu einem Mobilitätszentrum ausgebaut. Es wird dort Lade- und Mietstationen für Elektroautos und E-Bikes, eine Mitfahrstation in vier Himmelsrichtungen und eine digitale Infosäule geben. Solche Projekte sind wichtig, damit die Mobilitätswende auch auf dem Land funktioniert – Stichwort sozial.

„Die Modellprojekte der Fördermaßnahme LandMobil erproben praktische Lösungsansätze, mit denen die verschiedenen Mobilitätsbedürfnisse der ländlichen Bevölkerung mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und möglichst kurzer Reisezeit bedient werden können. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Politikgestaltung auf Ebene der Kommunen, der Länder und des Bundes einfließen. Aber auch Initiativen, Vereine und Unternehmen können die aus den Modellprojekten abgeleiteten Handlungsempfehlungen für eigene Mobilitätsprojekte nutzen.“ – BMEL 

 

Du hast die Wahl – bei der Mobilität und beim Strom.

Wir fassen zusammen: Es gibt immer bessere Angebote für grüne Mobilität. Vielleicht hast du Glück und die Ausleihstation für den E-Roller ist direkt vor deiner Haustür. Vielleicht musst du etwas kreativer werden und dir selbst überlegen, was für dich Sinn macht. Auf jeden Fall wachsen die Angebote jedes Jahr. Es liegt auch an dir, die Verkehrswende zu unterstützen.

Ein springender Punkt ist natürlich Ökostrom. Elektroauto, E-Bike & Co. werden erstmal produziert und sollten dann möglichst klimafreundlich betrieben werden. Beides am besten mit Ökostrom. Zuhause kannst du selbst auf Ökostrom zu setzen und deinen CO2-Ausstoß gewaltig reduzieren – nicht nur für deine Mobilität. Probiere am besten mal selbst aus, was dich Wirklich Ökostrom von Polarstern kostet:

Zum Tarifrechner

Wer ein Elektroauto fährt, der kann bei Polarstern sogar von speziellen grünen Autostromtarifen profitieren:

>>> Mehr über unsere Autostrom-Tarife.

Mehr Artikel zu den Themen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen