Das Leben beginnt nach Feierabend? Dann stimmt was nicht. Arbeit soll einen Sinn haben, fair bezahlt sein und vor allem Spaß machen. Erfahre, wie wir uns eine gute Arbeitswelt für alle schaffen können, wo es noch hapert – und wie es bei gemeinwohlorientierten Unternehmen wie Polarstern abläuft.

von Sabrina

Ein bisschen merkwürdig ist dieser Begriff ja schon: „Work-Life-Balance“. Als wären es zweierlei Zustände – wie Wasser und Öl – die sich nicht mischen lassen. Vielmehr klingt es, als müssten wir aus dem einen Zustand auschecken, um in den anderen zu gelangen. „Tschüss Leben. Hallo Arbeit!“. Und andersherum. Dass Arbeit aber auch Lebenszeit ist – weil wir hier lernen, uns einsetzen, uns begeistern, Persönlichkeit zeigen – das wird uns bei Polarstern jeden Tag wieder bewusst. 

Als Arbeitgeber wissen wir aber auch: Polarstern ist nicht alles für die Mitarbeitenden. Da sind Hobbies und Herzensprojekte. Da sind Freund:innen, da ist Familie – und mit ihr: aufgeschürfte Knie, Kita-Öffnungszeiten, Geburtstagspartys und entlaufene Zwergkaninchen. Dass damit die Leistung im Beruf aber gar nicht nachlässt, sondern sich sogar positiv auswirkt, zeigt eine Oxford-Studie: Mitarbeiter:innen, die sich selbst als glücklich einschätzten, erzielten etwa 13 % mehr Verkaufsabschlüsse. Dafür braucht es natürlich gute Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig soll Arbeit aber immer öfter mehr sein, als die Zeit vor dem Gehaltsnachweis. Nämlich ein sinnvoller Beitrag für die Welt.

Kind, Kegel und Karriere kombinieren.

Wie groß der Wunsch ist, Familie und Beruf zusammenzubringen bestätigt der Familienreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): „Meine Berufstätigkeit ist mir sehr wichtig!“, sagen 75 % der Frauen. „Ich will mehr Zeit für meine Familie!“, sagen 79 % der Männer. Beide Elternteile wünschen sich also einerseits ein erfülltes Berufsleben, andererseits mehr Zeit, um mit dem Nachwuchs Sandkuchen zu backen.

Es arbeiten immer noch weniger Frauen.

Die Ergebnisse des Reports machen auch ein altbekanntes Thema sichtbar: Immer noch sind es die Frauen – und vor allem die Mütter – die sich schwertun, Kind und Karriere zusammenzubringen. Die Arbeitsbedingungen berücksichtigen zu wenig ihre Situation. Eine Studie der Agentur für Arbeit klingt zumindest vielversprechend: Zwischen 2009 und 2019 ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen zwischen 15 und 65 Jahren von 70,3 auf 74,9 % gestiegen. Das liegt allerdings auch stark daran, dass heute viel mehr Frauen in Teilzeit beschäftigt sind: 2019 waren es fast die Hälfte der Arbeitnehmerinnen in Deutschland. Dagegen arbeiten nur 9 % der männlichen Mitarbeiter in Teilzeit.

Frauen werden schlechter bezahlt.

Sag mir dein Geschlecht und ich sag dir, was du kriegst. Leider gibt es sie immer noch: die sogenannte Gender Pay Gap. Sie besagt, dass Männer im Durchschnitt mehr verdienen als Frauen. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, wird jedes Jahr am Equal Pay Day erlebbar: Laut einer Pressemitteilung vom Statistischen Bundesamt haben Frauen im Jahr 2020 18 % weniger verdient als Männer. Rechnet man diese Differenz in Tage um, dann haben Frauen bis zum 10. März 2021, dem Equal Pay Day, unentgeltlich gearbeitet. 

Grafik: Gender Pay Gap
Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern sinkt, ist aber noch viel zu groß. Grafik: Statistisches Bundesamt.

Um diesen Pay Gap zu ändern braucht es nicht nur gleichberechtigte Löhne, sondern auch eine bessere Verteilung der Geschlechter auf die verschiedenen Berufe. Moderne Arbeitsbedingungen müssen für alle passen. Dann sehen wir auch mal mehr Frauen in Führungspositionen. Per Gesetz soll nachgeholfen werden.

Das Führungspositionen-Gesetz geht in die zweite Runde.

Im Januar 2021 wurde das sogenannte Zweite Führungspositionen-Gesetz verabschiedet. In Vorständen von börsenorientierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen muss nun von drei Mitgliedern mindestens eines eine Frau sein. Davon sind rund 70 Unternehmen betroffen. Arbeitgeber, die sich zum Ziel setzen, null Frauen in den Vorstand zu berufen, müssen dies begründen oder mit Sanktionen rechnen. Auch für Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes (rund 90 in Deutschland) gilt diese 30-%-Quote. Gleichberechtigung, wir kommen!

Wir sorgen für Chancengleichheit. 

Dass bei Polarstern mehr Frauen als Männer arbeiten (anteilig rund 60 %), ist organisch entstanden. Da wir ein junges Unternehmen sind, gibt es hier keine alten Strukturen, die bei anderen Versorgern häufig von Männern besetzt sind. Außerdem suchen heute ähnlich viele männliche und weibliche Young Professionals einen „Job mit Sinn“. Dass wir uns immer für die beste Kandidatin oder den besten Kandidaten entscheiden – unabhängig vom Geschlecht – ist für uns selbstverständlich. 

Chancengleichheit wählen? Diese Ideen hat die Politik.

SPD: Mit einem „Vier-Säulen-Modell“ will die Partei für mehr Familienzeit sorgen. Unter anderem soll das Elterngeld erhöht werden, wenn sich die Elternteile die Care-Arbeit gleichberechtigter aufteilen. Außerdem soll es 20 Kinderkrankentage pro Kind, Jahr und Elternteil geben. 

CDU/CSU: Zur Verbesserung der Chancengleichheit sollen sogenannte Familienzeitkonten genutzt werden. Damit kann Arbeitszeit sozusagen „angespart“ werden und später flexibel als freie Zeit genutzt werden, um sich um die Familie zu kümmern.  

Bündnis 90/Die Grünen: Das Konzept KinderZeit Plus soll die Auszahlung von Elterngeld auf 24 Monate ausweiten. Außerdem kann es flexibler genutzt werden: bis zum 14. Geburtstag des Kindes. 

Mehr zu den Wahlthemen 2021 findest du hier

Das kannst du selbst für mehr Chancengleichheit tun:

1. Beobachte dein Denken.

Wie sehr wir in klischeehaften Geschlechterrollen denken, ist uns oft gar nicht bewusst. Denn welche Fähigkeiten wir wem zuschreiben und an welchen Positionen wir uns selbst sehen, entscheidet sich oft schon in der frühen Erziehung. Hier lohnt es sich, das eigene Denken immer wieder zu hinterfragen: Schreibe ich Frauen andere Talente zu als Männern? Welche Fähigkeiten sind wirklich angeboren, welche anerzogen?

Unser HR-Manager Manuel ist da schon aufmerksam: „Bisher hat sich niemand bei mir gemeldet, der/die sich ungleich behandelt gefühlt hat. Wenn mir persönlich Dinge auffallen, spreche ich sie direkt an. Zum Beispiel, wenn nur Frauen zu Kleidertauschevents eingeladen und nur Männer bei Handwerksarbeiten im Büro angesprochen werden.“

2. Nutze deine Stimme.

Nicht nur beim Thema Gleichberechtigung gilt: Geh wählen. Denn Ja, vieles können wir jetzt ganz konkret selbst verändern. Aber einiges wird eben auch in der Politik entschieden. Auch im Alltag darfst du deine Stimme einsetzen, wann immer du Ungerechtigkeit erlebst oder beobachtest. Nicht immer steckt hinter ungleicher Behandlung böse Absicht, sondern einfach Gewohnheit oder Unwissen. Ein freundlicher Hinweis kann Wunder bewirken.

3. Arbeite für ein Social Business.

Auch wenn wir bei Polarstern viel für Gleichberechtigung tun: die Mann-Frau-Unterscheidung finden wir gar nicht mehr zeitgemäß. Schließlich sind es am Ende doch einfach Menschen mit verschiedenen Antrieben und Motivationen – manche mit Lust auf Karriere, manche die sich gar nicht in einer Führungsposition sehen oder manche, die einfach gerne und viel für die Familie da sind. 
Wenn du mit veralteten Rollenbildern brechen und dich frei entfalten willst, bist du in einem gemeinwohlorientieren Unternehmen gut aufgehoben: Solidarität und Gerechtigkeit gehören zu den Grundwerten der Gemeinwohlökonomie und spiegeln sich auch in modernen Arbeitsbedingungen wider. 

Mehr Flexibilität: Modelle zu Arbeitszeit und -Ort.

Die Arbeitswelt sortiert sich neu. Eine 40-Stunden-Woche auf dem immer gleichen Schreibtischstuhl im Bürogebäude? Für persönliche Entwicklung und ungesehene Ideen ist da oft wenig Platz. Spätestens seit der Corona-Pandemie wissen wir, dass mobile Arbeitsplätze und eine Kommunikation oder Kooperation unabhängig von Zeit und Ort funktionieren können. Laut HR-Report 2021 gibt etwa die Hälfte der deutschen Führungskräfte an, dass Themen wie zeitliche und örtliche Flexibilisierung, agile Organisationsformen, Sinnstiftung bei der Arbeit oder neue Machtverteilung bereits umgesetzt wurden. Über 60 % der Befragten glauben, dass das flexible Arbeiten auch in Zukunft bestehen bleibt. Für die Mitarbeiter:innen sind das attraktive Arbeitsbedingungen.

So unterstützt mehr Flexibilität eine egalitäres Familienmodell und wirkt damit auch auf die Vereinbarkeit von Kind und Karriere. Es geht dabei weniger um feste Modelle wie Teilzeit, Telearbeit oder Jobsharing, sondern immer mehr um individuell mögliche Flexibilität zur zeitlichen und örtlichen Jobgestaltung. Das zeigt auch der Wunsch nach mehr Homeoffice und Gleitzeit. Die zunehmende Digitalisierung des Joballtags in vielen Branchen – beschleunigt durch Corona – setzt hier die technischen Grundlagen. Wird mehr Flexibilität ermöglicht, wirkt sich das übrigens laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend produktivitätssteigernd aus (+ 13 %) und erhöht die Motivation der Mitarbeiter:innen um 14 %.

Beispiel Polarstern.

Polarstern bietet allen Mitarbeitenden ein faires Arbeitszeitmodell.

Zum Beispiel, indem wir unserem Mitarbeiter Norman, der in Köln lebt, flexible Arbeitszeiten ermöglichen. So kann er zwar Vollzeit arbeiten, aber durch eine Mischung aus Bürozeit in München und Homeoffice in Köln unter der Woche bei seiner Familie sein. 
Und auch Verena nutzt diese Flexibilität. An vier Tagen die Woche arbeitet sie bei Polarstern – und am fünften Tag bringt sie ihre eigenen Projekte rund um female Empowerment voran.

Hallo New Work: Flache Hierarchien am Arbeitsplatz. 

Mit der New-Work-Bewegung werden neue Arten der Zusammenarbeit immer beliebter, die sich in den veränderten Arbeitsbedingungen zeigen: An die Stelle von verstaubten Hierarchien treten Demokratisierung, Partizipation und Transparenz. Das zu ermöglichen stellt Herausforderungen an die Organisations- und Führungsstrukturen in Unternehmen – und auch persönlich an Führungskräfte und Mitarbeiter:innen. Kollegiale Selbstorganisation und Selbstverantwortung sind super – können aber auch anstrengend sein. Genauso beinhaltet die Teilhabe an Entscheidungen mehr Verantwortung. Jede:r im Unternehmen ist mehr gefordert, sich einzubringen und Initiative zu ergreifen. Die klassisch hierarchische Zuordnung von Anweisung und Abarbeitung wird aufgelöst.

Beispiel Polarstern.

Wir halten die Hierarchien flach.

Hier muss sich niemand größer oder kleiner machen, als er ist. Wir begegnen uns ganz selbstverständlich auf Augenhöhe – und wissen: das Argument einer Praktikantin ist genauso viel Wert wie das eines Gründers. Nur gut muss es sein. ;) Unsere Gründer bezeichnen sich übrigens als Mitarbeiter, machen selber Kaffee, kochen mittwochs Pasta und räumen auch mal die Spülmaschine aus. 

 

Mehr Menschlichkeit, mehr Miteinander. 

Menschlichkeit, Sinn, Vernetzung – das sind Aspekte, die den Erfolg von Unternehmen ausmachen. Mitarbeitende sind keine Produktionsmaschinen, sondern Persönlichkeiten, die einen Raum für Entwicklung verdienen.

Gemeinwohlorientierte Unternehmen sind schon echte Vorreiter in Sachen attraktiver Arbeitsbedingungen. Im Mittelpunkt ihres Handelns steht der Mehrwert für die Menschen. Im Unternehmen heißt das: statt die Ellenbogen auszufahren, entwickelt sich eine Kultur des Miteinanders. Wie können Talente und Fähigkeiten zusammengebracht werden? Wie kann ich von anderen lernen? So können trotz unterschiedlicher Arbeitszeiten und -Orte neue und bessere Formen der Zusammenarbeit entstehen und neue Arbeitsbedingungen gelebt werden. Wer für ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen arbeitet weiß auch: „Ich mache das nicht (nur) für mich oder den Profit des Unternehmens. Sondern für die Welt.“ Das Gefühl von Verbundenheit und Sinn kommt da ganz von selbst. 

Gemeinwohlökonomie bei Polarstern.

Unternehmen, die nach den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie handeln, nutzen oft eigene Bilanzen, um ihr Handeln entsprechend der Werte darzustellen und von Externen bewerten zu lassen. So auch Polarstern. Wie wir in Sachen Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung abschneiden, kannst du hier nachlesen. Hier machen wir uns sozusagen nackig – damit wir klar sehen, in welchen Feldern noch Handlungsbedarf besteht und schrittweise besser werden können. Dazu gehört auch, Arbeitsplätze und Arbeitszeiten so zu gestalten, dass sie attraktiv für alle sind: die Mitarbeitenden und Polarstern. 

Wir sind schon da! Auf unserer Social Business Landkarte findest du Unternehmen, die moderne Arbeitsbedingungen leben und weiterdenken.

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