Die Welt zeigt gerade, dass sie in der Lage ist, eine Bedrohung abzuwehren. Kann man daraus etwas für den Klimaschutz lernen? Unbedingt! Denn auch die Erderwärmung betrifft uns alle – und sie erfordert dringend Maßnahmen, um die Gefahren abzuwehren. Das Gute ist: Wir sehen, dass gemeinsames Handeln funktioniert.

von Michael

1. Die Natur vergibt. 

Kaum flüchtet sich die Menschheit ins Häusliche, kann die Natur kurz durchatmen. Der Think Tank Agora Energiewende rechnet in diesem Jahr allein für Deutschland mit einem CO2-Rückgang von bis zu 120 Millionen Tonnen.

 

Klimaschutzerfolge sind sehr wohl messbar.

Dass sich die Natur sichtbar regeneriert, sobald man ihr eine Verschnaufpause gönnt, ist eine wichtige Erkenntnis. Normalerweise dauert es, bis Maßnahmen des Klima- und Umweltschutzes messbar sind. Das führt bei Klimaschützern mitunter zu Frust und sorgt bei den Leugnern für Unbelehrbarkeit. Weil aktuell so umfassende und tiefgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus ergriffen werden, sieht man die Nebeneffekte auch im Umwelt- und Klimaschutz direkt sehr deutlich. CO2 mag unsichtbar sein, wie stark die Stickstoffdioxide über China gesunken sind, haben NASA-Bilder jedoch klar gezeigt. Und das ging vor allem auf den Rückgang der Kohleverbrennung zurück. Die gleiche Tendenz konnte die European Space Agency bereits in Italien feststellen.

 

Das lernen wir: Maßnahmen jetzt und wirklich umfassend zu ergreifen.

Was nehmen wir für den Klimaschutz mit? Die Erkenntnis, dass Schutzmaßnahmen wirklich wirken, aber dass sie umfassend und streng umgesetzt werden müssen. So ein bisschen Klima schützen funktioniert eben nicht: Einmal dauert es zu lange, die Schäden sind dann nicht mehr zu beheben, und zum anderen zeigen sich die Erfolge so langsam, so dass immer mehr Menschen an den Maßnahmen zweifeln.


Vorteil beim Klimaschutz: Veränderung ohne Stillstand.

Einen großen Unterschied zur Corona-Pandemie gibt es allerdings: Klimaschutz-Maßnahmen bringen die Welt nicht zum Stillstand. Sie wecken vielmehr Aktivitäten in neuen Bereichen und zwingen uns, uns für die Zukunft zu rüsten. Apropos erneuerbare Energien:

 

2. Energiewende: Wir setzen aufs richtige Pferd. 

Mit den erneuerbaren Energien setzen wir aufs richtige Pferd: Sie sind wesentlich krisenresistenter als fossile Energieträger. Die Sonne scheint, das Wasser fließt, der Wind weht – auch ohne uns. Ihre natürlich vorhandene Energie zu nutzen, ist unsere Chance auf mehr Unabhängigkeit. Ein weiterer Vorteil liegt in der dezentralen Organisation der Ökostromkraftwerke. Statt weniger zentraler Kraftwerke gibt es viele kleinere Anlagen. Fällt ein Windrad aus, weil Techniker es gerade nicht warten können, fängt der Anlagenschwarm den Ausfall leichter auf. Auch entfallen verglichen zu fossilen Brennstoffen komplexe Lieferketten wie wir es etwa von Erdöl und Erdgas kennen. 

 

3. Wir müssen auf Experten hören. 

Gute Ratschläge nehmen wir meist dankend an. Wenn der Mechaniker sagt, dass wir mit den aktuellen Bremsbelägen bald am Baum hängen, lassen wir ihn lieber mal machen. Die Sicherheit des eigenen Lebens stellen wir über den Zweifel, ob uns jemand übers Ohr hauen möchte. Warum wir das im Alltag bei Mechanikern, Ärzten und Rechtsanwälten tun, nicht aber bei Forschern, ist schon seltsam. Schließlich widmen sie ihr Leben der Forschung und analysieren auch für uns abstrakte Gefahren wie Pandemien und Klimawandel. Sie wissen zwar längst nicht alles (geht auch gar nicht), aber sie wissen es besser als wir. Und das ist eine ganze Menge. Wenn Ärzte und Wissenschaftler nun sagen: Da kommt was auf uns zu, müssen wir zuhören. Das Vertrauen in die Wissenschaft muss stärker sein, als das Vertrauen in Karin und Michael auf Facebook. Es hat sich in der Corona-Krise bestätigt – und muss für den Klimawandel ein für alle Mal Gültigkeit haben.

 

4. Der Stärkere ist die Natur. 

Die gleichen Politiker, die den menschgemachten Klimawandel für eine mediengemachte Ente halten, haben auch lange die Corona-Pandemie unterschätzt. Aus einem Überlegenheitsgefühl heraus, das jetzt noch nutzloser wird, als es eh schon ist. Wir können die Natur nicht leugnen oder besiegen. Wir müssen sie annehmen und uns als Einheit begreifen. Ein Bolsonaro behauptet, ihm könne Corona nichts anhaben, weil er früher Sport gemacht hat. Wow. Die bodybewussten Brasilianer bleiben vorsorglich lieber zu Hause. Gut so. Das Recht des Stärkeren liegt am Ende bei der Natur.

 

5. Unser Handeln hat Konsequenzen. Für andere.  

Die Corona-Krise verdeutlicht, dass unser Handeln vor allem auch Konsequenzen für andere hat. Mundschutz schützt die anderen mehr als uns selbst. Beim Klimawandel gilt das Gleiche, nur ist die Wirkung abstrakter: Der CO2-Rucksack, den wir alle mit uns rumschleppen, ist kein Virus und er bringt niemanden direkt um – mit Verzögerung schon. Ein Ballast ist er auf alle Fälle schon heute. Der Vorteil: Du kannst deinen Ballast berechnen – zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts – und gleich einen großen Teil davon abwerfen. Damit reduzierst du die bösen Konsequenzen für andere – für die Zukunft. Auch gerade die deiner Kinder und Enkel. 

CO2-Ballast abwerfen

 

6. Wir müssen solidarisch bleiben.

Die Einschränkungen, die wir derzeit erleben, akzeptieren wir, weil es Gruppen gibt, die wir besonders schützen müssen. Die gleiche Solidarität brauchen wir beim Klimaschutz. Wer den Klimawandel gerade als verhältnismäßig harmlose Bedrohung sieht, lebt eher in einer sicheren Region. Andere Erdbewohner kriegen schon heute die volle Packung von Dürren, Feuer und Überschwemmungen als Folge unseres CO2-Ausstoßes ab. Auch hier braucht es mehr Solidarität, indem die Industrienationen aufstrebenden Ländern bei den Klimaschutzmaßnahmen helfen. Unsere Kunden machen das bereits.

Mehr darüber erfahren

 

7. Wir müssen flexibel bleiben. 

Shutdown und Stay-At-Home-Kultur sind für die meisten eine Herausforderung und in manchen Familien schlicht und ergreifend ein Albtraum, da darf man sich nichts vormachen. Trotzdem: Innerhalb von nur zwei, drei Wochen hat sich das Gewohnheitstier Mensch zum anpassungsfähigen Chamäleon entwickelt. Das öffentliche Leben verlagert sich ins Netz, Läden und kleine Unternehmen erfinden sich neu, wir steigen aufs Rad und gewöhnen uns daran, dass es das eine oder andere Produkt heute nicht zu kaufen gibt. Bis vor ein paar Wochen hätte man dieses Anpassungsverhalten nicht für möglich gehalten. Es ist erzwungen und fühlt sich deshalb nicht gut an. Merken wir uns trotzdem: Wir sind flexibler, als wir denken. Und Anpassungshandeln im Klimaschutz? Ist dagegen ein Klacks! Wirklich. 

Was du fürs Klima tun kannst

 

8. Wir müssen gemeinwohlorientiert wirtschaften.

Die Krise zeigt auf radikale Weise, wie fatal Wirtschaften auf Kosten des Gemeinwohls ist. Lohndumping, Gewinnmaximierung auf Teufel komm raus, vertreibt diejenigen aus dem Job und den Städten, die jetzt unter dem Einsatz ihres Lebens unseres retten. Sie erfahren gerade die Wertschätzung, die sie verdienen, aber sie wird abflauen, sobald die Spitze des Spuks vorbei ist. Und von Applaus allein kann niemand seine Miete bezahlen oder ein gutes Leben führen. Menschen brauchen vor allem finanzielle Wertschätzung. Andersrum schützt alles Geld der Welt weder vor Corona, noch vor den Folgen des Klimawandels. Deshalb braucht es mehr gemeinwohlorientierte Unternehmen, die nicht nur Gewinne erwirtschaften um ihren Gewinn zu mehren, sondern um einen verstärkten Beitrag für Umwelt und Gesellschaft zu leisten. 

Mehr über die Gemeinwohl-Ökonomie erfahren

 

9. Dein Engagement bleibt wichtig. 

Die Unterstützung jedes Einzelnen für den Klimaschutz bleibt essenziell. Denn beim jetzigen Rückgang der Emissionen bleibt es nicht. Die Schornsteine werden schon früh genug wieder hochgefahren. Und das Budget für den Klimaschutz wird dann geringer sein, als ursprünglich geplant. Die Corona-Pandemie mag im Moment vielleicht die akuteste Aufgabe sein. Klimaschutz und Energiewende sind es definitiv mit Blick auf unsere Zukunft. Bleibt dran.

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