Viele Deutsche fahren mit ihrem Auto in den Urlaub. Muss sich das ändern, nur weil man ein Elektroauto fährt? Nein. Es erfordert nur ein wenig mehr Planung. Wie du Lademöglichkeiten unterwegs und am Urlaubsort findest und woran du vor der Abreise denken solltest – wir haben alle wichtigen Infos für dich gesammelt.

Inhalt

 

So planst du den Urlaub mit dem Elektroauto.

Mit dem Elektroauto in den Urlaub zu fahren ist viel einfacher als du vielleicht denkst. Solange du vorher ein paar Dinge im Blick hast, kannst du auf deiner Fahrt nicht nur CO2, sondern auch Kosten einsparen. Und wer mit dem Elektroauto fährt, kommt auch noch entspannter am Zielort an. Wir zeigen dir wie.

 

Die Reichweite deines Elektroautos kennen.

Wenn du ein Elektroauto fährst, kennst du wahrscheinlich die Reichweite deines Autos. Wenn nicht, dann kannst du es zum Beispiel hier nachrechnen. Während du beim Fahren in der Stadt wahrscheinlich selten unterwegs nachladen musst, sieht das bei langen Fahrten anders aus.

Die Reichweite deines Elektroautos ist nicht nur vom Modell abhängig. Mit entspannten 120 km/h hält deine Batterie länger als wenn du superschnell über die Autobahn heizt. Auch häufiges Abbremsen und wieder Gas geben sorgt dafür, dass deine Batterie schneller leer ist. Wer also vorausschauend und ruhig fährt, der fährt am längsten.

>>>> Welche neuen Elektroautos es gibt und welches Modell zu dir passen könnte, zeigen wir dir hier.

Je nach Fahrstil und der Reichweite deines Elektroautos solltest du also deine Lade-Stopps auf der Strecke sinnvoll gestalten und lieber früher als später einplanen. Unterwegs zeigt dir aber auch der Bordcomputer immer deine Reichweite an. Zudem kannst du oft im Navigationssystem mögliche Ladestellen an der Strecke finden. Falls dein Elektroauto das nicht kann, gibts dafür auch eigene Apps.

 

Routenplanung mit dem Elektroauto.

In Ländern mit einem hohen Anteil an Elektroautos ist das spontane Wegfahren praktisch kein Thema mehr. Bestes Beispiel dafür sind viele skandinavische Länder. Anders in Regionen, in denen wenig Elektroautos unterwegs sind. Hier ist die Ladeinfrastruktur noch mager – zumindest abseits europäischer Hauptrouten. Du solltest deine Strecke deshalb vor Abreise abstecken und deine Stopps sinnvoll legen. Vergiss aber nicht, dass du dein Elektroauto auch bei Stopps zwischendurch, beispielsweise im Hotel oder bei einem Restaurant, nachladen kannst.

Unser Tipp: Mach den Weg zum Ziel! Statt 10 Stunden mit nur kurzen Tankpausen durchzufahren, kannst du dir deine Reise in mehrere Etappen aufteilen. So entdeckst du ganz neue Reiseziele, die du sonst buchstäblich an dir vorbeigezogen wären. Pausenloses Fahren ist im Übrigen auch schlecht für deine Konzentration und dein Wohlbefinden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) rät zu einer 15-minütigen Pause alle zwei Stunden. Danach ist nämlich nicht nur dein Elektroauto, sondern auch dein Körper wieder bereit fürs Weiterfahren.

 

Ladestationen, Ladekarten und Bezahlsysteme.

Besonders weil die Mehrheit der Deutschen ihr Elektroauto zuhause lädt, kennt sich nicht jeder mit den verschiedenen Ladesäulen, Ladekarten und Bezahlmodellen aus. Wenn du mehr Infos dazu möchtest, wie du unterwegs in Deutschland laden kannst, haben wir hier alle wichtigen Punkte für dich gesammelt.

Und für Fahrten ins europäische Ausland haben wir im Folgenden ein paar Tipps zusammengetragen.

>>>> Für das Laden zuhause haben wir auch spannende Tipps.

Laden des Elektroautos unterwegs
Urlaub mit dem Elektroauto: Ladestationen auf deiner Route solltest du kennen.

 

Lademöglichkeiten für dein Elektroauto unterwegs und im Urlaub.

Wir nehmen das mal vorneweg: Natürlich eignet sich nicht jedes Land gleich gut für einen Urlaub mit Elektroauto. Verreist du innerhalb von Deutschland (wie es laut ADAC viele Deutsche tun), kannst du dich über ein recht gutes und immer besseres Ladenetz freuen. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik etwa 17.400 Ladepunkte. (Quelle: BDEW, Stand: April 2019)

Wer aber zum Beispiel in Irland oder Griechenland nach Ladestationen sucht, hat es – wenn man Erfahrungsberichte liest – schwer. Hier kannst du natürlich trotzdem jederzeit an normalen Steckdosen laden. Mit einer mobilen Ladestation geht das Laden sogar besonders flexibel und sicher. Länder wie Norwegen machen das Reisen im Elektroauto besonders unkompliziert und entspannt. Je nachdem, wo du also Urlaub machst, ist die Fahrt mit dem Elektroauto mit mehr oder weniger Aufwand verbunden. Allgemein gilt: Das Ladenetz in Nord- und Mitteleuropa ist schon heute recht gut ausgebaut. Je weiter du in den Süden oder Osten fährst, je schwieriger wird es meist, Ladestationen zu finden.

Eines der liebsten Urlaubsziele deutscher Touristen ist Mallorca: Ob Party- oder Familienurlaub. Ab 2050 sollen auf den Balearen gar keine Verbrenner mehr erlaubt sein. Die bekannten Mietwagen-Anbieter bieten heute schon Elektroautos an. So kannst du trotz Flug ein bisschen CO2 „wiedergutmachen“.

Für Reisen im Elektroauto ist auch die Schweiz spannend: Dort wurden bereits 2017 entlang der „Grand Tour of Switzerland“ 200 Ladestationen aufgestellt. Das macht den Tourismus mit Elektroauto dort viel einfacher.

Ein Verzeichnis der Ladestationen in Europa kannst du über verschiedene Apps wie plugsurfing, Going Electric und Chargemap einsehen. Hier ein paar Beispiele* (Quelle: Going Electric, Stand Januar 2019):

 

  • Deutschland: ca. 16.000 Standorte, ca. 45.600 Ladepunkte
  • Österreich: ca. 4.000 Standorte, ca. 12.700 Ladepunkte
  • Schweiz: ca. 1.900 Standorte, ca. 5.700 Ladepunkte
  • Frankreich: ca. 3.000 Standorte, ca. 11.200 Ladepunkte
  • Großbritannien: ca. 1.200 Standorte, ca. 3.400 Ladepunkte
  • Spanien: ca. 660 Standorte, ca. 1.800 Ladepunkte

 

*Natürlich hast du immer auch noch die Möglichkeit, an normalen Steckdosen zu laden. Deine Lademöglichkeiten sind also nicht nur auf öffentliche Ladepunkte begrenzt.

Ladenetz in Europa
In Europa gibt es immer mehr Ladestationen für Elektroautos. (Quelle: Chargemap)

Damit du auf der Stecke nicht unter Druck gerätst, gibt es zum Beispiel Apps und Webseiten mit denen du unterwegs Ladestationen finden kannst.

 

Mit diesen Services findest du unterwegs Ladestationen.

Wer die Route vorab genau planen will, kann das über die Webseite Going Electric tun. Bei Going Electric kannst du dein Auto und den Steckertyp angeben. Die Webseite zeigt dir dann nicht nur normale Ladesäulen und Schnelladesäulen, sondern auch deine Strecke inklusive Ladepausen an.

Besonders beliebt bei Elektroauto-Urlaubern ist auch die App Chargemap. Sie wird von der Community gepflegt, die nicht nur Ladestationen einträgt, sondern auch ihre Erfahrungen vor Ort kundtut. Auch ein Routenplaner ist in der App integriert. Wer wissen will, ob eine Ladestation belegt oder kaputt ist, kann das ebenfalls über Chargemap einsehen. Extrem praktisch.

Darüber hinaus bieten natürlich auch noch viele andere Apps ähnliche Services an. Multi-Stopp-Fahren kannst du zum Beispiel mit „A Better Routeplanner“ bestens planen. Viele Elektroautofahrer haben uns bei der Recherche für diesen Artikel berichtet, dass du deine Route auch einfach über Google Maps checken und dann entlang dieser Strecke Ladestationen suchen kannst. Und auch beim Routenplaner des ADAC kannst du über die Routenoptionen nach Ladestationen suchen. Egal, welche Option du wählst: Mach dich vor Abreise mit den Möglichkeiten auf dem Weg vertraut.

 

So kannst du unterwegs laden.

In Deutschland ist das Ladenetz bereits sehr gut ausgebaut. ALDI, Lidl, IKEA und Kaufland bieten zum Beispiel an einigen Filialen kostenlose Ladestationen. Und 2018 baute ALDI SÜD das Ladenetz mit 28 weiteren Filialen aus. Das Spannende für Urlauber ist: Alle liegen im Abstand von höchstens 160 km an wichtigen Autobahnen. Die Schnelladestationen von ALDI SÜD laden mit 50 kW. Ein Nissan Leaf mit einem 40 kWh Akku ist an so einer Ladestelle schon nach rund 30 Minuten zu 80 % geladen. Bei einem Kia Soul mit einem 64 kWh Akku kannst du nach etwa einer Stunde Mittagspause wieder mit 80 % weiterfahren.

>>>> So easy funktioniert das Laden in Deutschland.

Denk bei deiner Planung auch daran, dass du dich im Ausland möglicherweise bei anderen Anbietern von Ladestationen anmelden musst als in Deutschland. Ob das nötig ist, hängt ganz von deiner Route und dem Land ab, in dem du unterwegs bist.

Um in Europa laden zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Polarstern-Partner IONITY ist vorne mit dabei: 96 Ladeparks mit durchschnittlich 6 Schnelladestationen (Stand Mai 2019) bietet IONITY bereits in Europa an. Deutschlandweit sogar mit 100 % Wirklich Ökostrom von Polarstern. Bis Ende 2020 sollen es insgesamt 400 Ladeparks werden. Bei IONITY bezahlst du für jeden Ladevorgang einen Festpreis von 8 Euro – oder im europäischen Ausland 8 Britische Pfund, 8 Schweizer Franken bzw. 80 Norwegische, Schwedische oder Dänische Kronen.

 

Mit den Superchargern von Tesla bekommst du weltweit – als Tesla-Fahrer natürlich – in nur 30 Minuten eine fast vollgeladene Batterie. Auf der Website von Tesla findest du ein Verzeichnis der Ladestationen.

Tesla Supercharger
Die Supercharger von Tesla gibt es in vielen Ländern weltweit.

Kosten beim Laden im Ausland.

Bezahlmodelle und Kosten von Ladestationen sind schon innerhalb von Deutschland nicht leicht zu verstehen. Im Ausland kommen noch mehr verschiedene Anbieter und Abrechnungsmodelle dazu. Plane also am besten mehrere Stopps an bekannten Ladestationen. Und vergiss nicht: Viele Supermärkte, Raststätten und Tankstellen in Europa bieten kostenlose Ladestationen an. Wenn du auf deiner Strecke also viele davon ansteuerst, kommt dich der Urlaub im Elektroauto um einiges günstiger. Manchmal musst du dafür von der Autobahn runter, sparst aber trotzdem Geld und Zeit.

Mit der Ladekarte von New Motion kannst du europaweit an über 100.000 öffentlichen Ladestationen laden. Über die App erhältst du Informationen zu den Tarifen, der Ladegeschwindigkeit und der Verfügbarkeit vor Ort. Sowohl Ladekarte als auch die New Motion App sind kostenlos.

 

Ladepausen sinnvoll nutzen.

Deine Ladestopps mit Unternehmungen oder sogar einen Urlaubsabschnitt zu verbinden ist die eine Möglichkeit. Wenn du lieber schnell am finalen Urlaubsort sein möchtest und unterwegs laden musst, solltest du trotzdem nicht nur zum Laden stoppen. So ein Lade-Stopp lässt sich nicht nur mit Mittagessen und Toilettenpause verbinden. Polarstern-Gründer Flo checkt zum Beispiel bei längeren Geschäftsreisen gerne seine Mails in der Ladepause. Du kannst dir auch vorher deine Lieblingsserie auf Netflix herunterladen und so das meiste aus der Ladezeit machen. Langweilen musst du dich auf jeden Fall nicht. Mit regelmäßigen Pausen tust du deinem Körper gerade auf Langstrecken einen Gefallen und fährst danach auch wieder konzentriert und sicher weiter.

 

Mit dem E-Auto in Norwegen.

War irgendwie klar, dass das beste Ladenetz in einem skandinavischen Land zu finden ist, oder? Norwegen liegt in Sachen Ladestationen pro Einwohnerzahl vorn. Dort existieren mehr als 185 Ladestationen pro 100.000 Einwohner. Klingt immer noch nicht viel? In Deutschland sind es zum Vergleich 25 Ladestationen auf 100.000 Einwohner. (Quelle: WELT, Stand 2018)

Da Norwegen das Fahren von Elektroautos zudem staatlich unterstützt, kannst du mit dem Elektroauto beispielsweise Fähren kostenlos nutzen und an vielen Orten günstiger parken. Kein Wunder also, dass in Norwegen schon letztes Jahr 49 % der Neuzulassungen Autos mit Elektroantrieb waren (Quelle: Handelsblatt, Januar 2019). Inzwischen werden sogar umweltfreundliche Norwegen-Reisen im Elektroauto angeboten.

Weltweit bieten viele Hotels (besondere größere Hotels und Ketten) ihren Besuchern inzwischen Ladestationen fürs Elektroauto an. Tesla hat auch hier ein eigenes Netzwerk: Über 1.500 Destination-Charger gibt es in Europa. Die Automarke kooperiert mit Hotels, Restaurants und Einkaufszentren und kann so an vielen Orten Ladestationen anbieten. Während geladen wird, schläft der Fahrer im Hotel, isst im Restaurant oder shoppt im Einkaufszentrum. Wie praktisch!

 

Checkliste für den Urlaub im Elektroauto.

An die folgenden Dinge solltest du denken, bevor du deinen Roadtrip mit dem Elektroauto startest. Denn dann steht einem entspannten Urlaub nichts mehr im Wege.

  • 1. Recherchiere, wie die Ladesituation auf der Strecke und vor Ort ist.
  • 2. Routenplanung: Fülle deine Ladepausen mit Übernachtungen oder Freizeitbeschäftigungen.
  • 3. Lade Apps für die Suche von Ladestationen herunter.
  • 4. Fordere gegebenenfalls eine Ladekarte an.
  • 5. Packe ein Ladekabel oder eine mobile Ladestation ein.
  • 6. Los geht´s. Viel Spaß!

 

>>>> Und für zuhause gibt es die Autostrom-Tarife von Polarstern.

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