So viel Strom musst du erzeugen, einspeisen und selbst verbrauchen, damit sich die Investition lohnt.

von Michael

Inhaltsverzeichnis:


Jeden Besitzer eines Eigenheims wird früher oder später die Frage beschäftigen, ob eine Solaranlage und Stromspeicher nicht doch sinnvoll ist. Wenn man schon ein eigenes Dach überm Kopf hat, bietet es sich einfach an, Strom für sich und seine Familie selbst zu erzeugen und dadurch unabhängiger vom Stromnetz und seinen Preisen zu werden. Mit einer PV-Anlage kann eine Familie im Schnitt rund 30 % ihres Stroms selbst erzeugen. Ein Speicher dazu verdoppelt die Autarkie sogar. So kann eine eigene Stromversorgung aussehen ...

Jetzt kann man sagen: Werbung halt. Tatsächlich spielt es sich vielerorts so ab. Laut Bundesverband Solarwirtschaft waren bis Ende 2018 deutschlandweit rund 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen installiert. Und laut Bundesnetzagentur bestellt aktuell jeder zweite PV-Besitzer einen Solarstromspeicher dazu. Denn leistungsstarke PV-Anlagen und Speicher gibt es inzwischen für alle Budgets und Situationen: Solarstromspeicher mit einer Leistung bis 10 kWh kosten heute nur noch halb so viel wie 2013. Auch die Preise für Solarmodule sind um die Hälfte gefallen. In nur drei Jahren. Dadurch ist selbst erzeugter Strom heute schon rund 60 Prozent günstiger als typischer Haushaltsstrom. Kein Wunder, dass sich jeder zweite Eigenheimbesitzer eine eigene Stromversorgung gut vorstellen kann. Es rechnet sich. Die Frage ist nur noch: ab wann. Und wie sehr. 

 

Faustformel: So berechnest du die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage.

Um herauszufinden, wie sehr du von einer eigenen Stromversorgung profitierst, nimmst du zunächst eine einfache Faustformel.

Investition in die Anlage + deine Stromkosten für die Reststromversorgung - deine Einnahmen aus der EEG-Einspeisevergütung

Das Ergebnis vergleichst du mit dem Betrag, den du nur für Strom aus dem öffentlichen Netz beziehst:

Dein Jahresstrombedarf * 0,3 Euro/kWh*
* Der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom liegt im Moment gerundet bei etwa 30 Cent.

 

Diese Faktoren beeinflussen deine Wirtschaftlichkeit.

Die wichtigsten Größen für deine Wirtschaftlichkeitsberechnung sind deine Autarkie, dein Eigenverbrauch und deine EEG-Einspeisevergütung. Mit diesen Faktoren kannst du die Wirtschaftlichkeit deiner eigenen Stromversorgung konkret erhöhen. Aber wie? Und: Was ist was?

 

Deine Autarkie.

Die Autarkie beschreibt deine Unabhängigkeit vom Stromnetz. Also den Anteil am gesamten Strombedarf, den du aus eigener Erzeugung decken kannst. Angenommen du bist zu 69 % unabhängig vom Netz und hast einen jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh, dann beziehst du nur noch 1.240 kWh Netzstrom. Beim durchschnittlichen Preis für eine Kilowattstunde Strom von derzeit rund 0,30 Euro zahlst du dann für den Reststrom 372 Euro im Jahr. Vergleich: Wärst du nur zu 55 % Prozent autark, bräuchtest du beim gleichen Jahresstrombedarf von 4.000 kWh bereits 2.220 kWh aus dem Netz und würdest 666 Euro im Jahr bezahlen. Das ist ein Preisunterschied von 294 Euro.


Berechnung: 100 % Jahresstrombedarf - Autarkie = Reststrombedarf | Jährliche Kosten für Strom aus dem öffentlichen Netz: Reststrombedarf * Preis für eine Kilowattstunde.


Auf der Homepage der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin kannst du ausrechnen, welche Leistung deine Solaranlage und dein Stromspeicher haben müssen, um eine hohe Autarkie zu erreichen. 

 

Deine EEG-Vergütung.

Für deinen selbst produzierten Ökostrom, den du ins Netz einspeist, bekommst du Geld. Allerdings ist die EEG-Einspeisevergütung nicht mehr so hoch wie früher. Bekamst du vor 15 Jahren ca. 57,4 Cent pro eingespeister Kilowattstunde, sind es im Juni 2019 nur noch 10,79 Cent. Die eigene Stromversorgung lohnt sich daher am meisten, wenn du so viel Solarstrom wie möglich selbst verbrauchst. Die Einspeisevergütung ist für Anlagenbesitzer ab dem Stichtag der Inbetriebnahme für die nächsten 20 Jahre fix. Wäre deine Anlage im Juni 2019 in Betrieb gegangen, bekämst du eine Einspeisevergütung von 10,79 Cent pro Kilowattstunde. Würdest du nun 51 % deines Jahresbedarfs von 4.000 kWh ins Netz einspeisen, erhieltest du ab jetzt 220 Euro im Jahr. Wer noch von der EEG-Einspeisevergütung profitieren will, sollte schnell sein: Nach jetzigem Stand wird sie in zwei Jahren auslaufen. Dann ist der Photovoltaik-Zubau-Deckel von 52 Gigawatt erreicht. 


Berechnung: (100 % - Eigenverbrauchsanteil in Prozent) * EEG-Einspeisevergütung von aktuell  10,79 Cent. 


>>> Mehr zur sinkenden Einspeisevergütung.  

 

Dein Eigenverbrauch.

Der Eigenverbrauch ist der Anteil deines selbst erzeugten Stromes, den du direkt nutzt und nicht ins Netz einspeist. Je höher dein Eigenverbrauch ist, desto rentabler ist deine Anlage. Nach jetzigem Stand kostet eine selbst erzeugte und genutzte Kilowattstunde rund 60 % weniger als eine Kilowattstunde Strom aus dem öffentlichen Netz von ca. 30 Cent. Du sparst also deutlich mehr, wenn du eine selbst erzeugte Kilowattstunde selbst nutzt, statt sie ins öffentliche Netz einzuspeisen. Wie hoch der Einflussfaktor Eigenstromverbrauch ist, zeigt die Grafik. 

Je höher der Eigenverbrauch, desto größer die Ersparnis.

In unserem Beispiel würde eine vierköpfige Familie für ihren Jahresstrombedarf von 4.000 kWh und einem Kilowattstundenpreis von ca. 30 Cent etwa 1.200 Euro bezahlen. Dagegen würde sie mit einer PV-Anlage und einem Speicher bei einer Autarkie von 69 % nur noch 1.240 Kilowattstunden aus dem Netz benötigen und für diesen Reststrom nur noch 372 Euro bezahlen. Die jährliche Ersparnis gegenüber dem reinen Netzbezug läge dadurch bei 828 Euro, mit der EEG-Einspeisevergütung bei 1.048 Euro. Noch lukrativer wird es, wenn große Stromverbraucher wie Wärmepumpen und Elektroautos hinzukommen. Der Stromverbrauch des Haushalts legt zwar zu, dafür kannst du noch mehr deines eigenen Stroms selbst verbrauchen – und im Vergleich zum reinen Netzbezug noch mehr Geld sparen. 

 

Ab wann rechnen sich nun Solaranlage und Speicher?

Gehen wir von einer Gesamtinvestition von 16.000 Euro aus, kostet die Anlage auf zehn Jahre gerechnet jährlich 1.600 Euro. Den tatsächlichen Preis pro Jahr erfährst du, indem du die Kosten für den Reststrom aus dem öffentlichen Netz addierst und die Einnahmen aus der EEG-Vergütung wieder abziehst – wie anfangs in der Formel beschrieben. In unserem Fall wären dies: 1.600 Euro jährliche Investitionskosten + 372 Euro Stromkosten aus dem öffentlichen Netz - 220 Euro Einspeisevergütung. Das wäre ein jährlicher Preis von 1.751 Euro. Bei einer jährlichen Ersparnis von 1.048 Euro gegenüber dem reinen Netzbezug hätte sich die Anlage nach weniger als 17 Jahren amortisiert. Unter Berücksichtigung von einem großen Stromverbraucher wie  einem E-Auto und einer jährlichen Ersparnis von 1.350 Euro nach knapp 13 Jahren. Käme noch eine Wärmepumpe dazu, läge die Ersparnis bei 1.550 Euro im Jahr, und die eigene Stromversorgung hätte sich schon nach 11 Jahren rentiert. 

Tatsächlich spülst du dein Geld viel früher rein!

Denn bei der groben Berechnung ist noch gar nicht berücksichtigt, dass die Strompreise aus dem Netz um jährlich etwa 3 % steigen. Die Umstellung auf eine eigene Stromversorgung lohnt sich daher in jedem Fall. Und früher, als du denkst. Ab da kostet dich dein Strom nichts mehr. Und bekommst noch für weitere Jahre die EEG-Vergütung.

 

So geht dein Einstieg in die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Es ist immer schwierig, sich vorzustellen, was in 10, 20 Jahren ist. Einfacher ist es zurückzublicken, wie schnell die Zeit vergangen und wie sowieso alles beim Alten geblieben ist. Zum Glück. So gesehen, lohnt es sich einfach, die dezentrale Energiewende aktiv mitzugestalten und jetzt loszulegen. Zusammen mit dem Installateur deines Vertrauens kannst du die leistungstärkste und rentabelste Kombination aus Solaranlage und Stromspeicher für dein Haus finden. Und für den restlichen Strombedarf – falls du mal nicht ausreichend Strom erzeugst – gibt es Wirklich Eigenstrom von Polarstern. Ein herstellerunabhängiger Reststromtarif, bei dem du nur das bezahlst, was du tatsächlich verbrauchst. Keine Flatrate, kein Komplettangebot, sondern komplett unabhängig und flexibel. So ist deine Energie zu jedem Zeitpunkt sauber. Denn bei Polarstern gibt es keine Mindestvertragslaufzeiten. Aber vorher: Lern uns kennen!

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