Gasverbrauch schätzen und Heizkosten senken: 8 Tipps | Polarstern Magazin

Wer eine Gasheizung zu Hause hat – also 50 % der Deutschen – sollte jetzt die Ohren spitzen: Ein niedriger Gasverbrauch bedeutet ein paar hundert Euro auf der Gasrechnung weniger. Wir zeigen, wie das geht.

Inhalt:


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Man kann sich chronisch verschätzen. Beim Memory zum Beispiel. Oder dem tatsächlichen Kontostand. Der Energieverbrauch zu Hause ist auch so ein Klassiker. Gut, dass wir eingeübt haben, das Licht auszumachen, wenn wir einen Raum verlassen. Das weit größere Einsparpotenzial von Kosten und CO2 liegt natürlich woanders: bei der Wärme. Mehr als 70 % des eigenen Energieverbrauchs gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasser. Seit 2014 steigt in den deutschen Haushalten die genutzte Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche sogar an. Wir zeigen, wie du trotz steigender Energiepreise deinen Gasverbrauch senkst und Energie sparst. Mit diesen 8 Tipps klappt's.

 

 

Heiztipp 1: Temperatur senken.

Den Unterschied von einem Grad Celsius Raumtemperatur wirst du kaum merken. Aber jedes Grad weniger spart schon 6 Prozent Energie und Heizkosten. Kennst du die empfohlenen Temperaturen für alle Wohnbereiche? 20 °C fürs Wohnzimmer, 18 bis 20 °C für die Küche und kühle 16 bis 18 °C für das Schlafzimmer. Im Bad darf es etwas ruhig etwas wärmer sein: ca. 23 °C. Zur Orientierung: bei Thermostaten zum Drehen entspricht die mittlere Stufe etwa 20 °C.

 

Heiztipp 2: Stoßlüften statt kippen.

Gekippte Fenster kühlen die Wände aus und erhöhen das Schimmelrisiko. Besser ist, mindestens drei Mal am Tag die Fenster wirklich aufzumachen und dabei die Heizung runterzudrehen, so geht keine Energie verloren. Durch konsequentes Stoßlüften kann ein 3-Personenhaushalt an die 131 Euro im Jahr sparen.

 

Heiztipp 3: Heizung entlüften.

Spätestens wenn die Heizung gluckert, solltest du sie entlüften. Richtig warm wird sie dann vermutlich auch nicht mehr. Kauf dir einen Entlüftungsschlüssel – gibt's in jedem Baumarkt – und dreh das Ventil an der Heizung vorsichtig auf. Wenn statt Luft Heizwasser aus dem Ventil läuft, kannst du es wieder zudrehen. Nutze ein Gefäß, um die Flüssigkeit aufzufangen.

 

Heiztipp 4. Heizung von Gegenständen freihalten.

Die Heizung sollt nicht mit Möbeln zugestellt sein, sonst kann sich die Wärme nicht gleichmäßig im Raum verteilen.  Bis zu 15 Prozent der Wärme können bei zugeparkten Heizungen verlorengehen. Auch hinter der Heizung geht viel Wärme verloren. Tipp: Mit einer mit Alu beschichtete Dämmmatte aus dem Baumarkt hinter der Heizung gelangt die Wärme zurück ins Zimmer. Auch Staub oder nasse Kleidung auf der Heizung mindern die Heizleistung. 

 

Heiztipp 5: Fenster abdichten.

Zieht's im Zimmer? Versuch es DIY-mäßig mit Dichtungsbändern aus dem Baumarkt und kleb die Fensterdichtungen ab. In einer 40-Quadratmeter-Wohnung lassen sich so schon 20 Euro Heizkosten und ca. 80 kg CO2 im Jahr sparen. Tipp: Eine Kerze vor einem Fenster oder einer Balkontür ist ein Hinweis, ob man bei der Dichtung nachbessern muss. Flackert die Flamme, gibt es etwas zu tun. 

>>> Mehr über Energieeffizienz bei Fenstern.

 

Heiztipp 6: Jalousien und Rollos nutzen.

Über Nacht bleibt die Wohnung warm, wenn du alle Rollläden runterziehst oder die Vorhänge zuziehst. Ein 3-Personen-Haushalt spart damit ca. 42 Euro im Jahr. Schließe auch die Türen der Zimmer. So bleibt die Wärme schön im Raum.

 

Heiztipp 7: Thermostate programmieren.

Mit einem programmierbaren Thermostat kannst du Temperaturen zu bestimmten Uhrzeiten selbst bestimmen. Ein Haus mit 8 Gasheizungen kann damit ca. 135 Euro Heizkosten und 540 kg CO2-Emissionen im Jahr sparen.

 

Heiztipp 8: Smart heizen.

Eine smarte Gasheizung funktioniert folgendermaßen: Eine App auf deinem Smartphone erkennt, ob du zu Hause bist oder nicht, reagiert auf die aktuelle Wetterlage und stellt die Raumtemperatur entsprechend ein. Damit kannst du bist zu 30% Energie sparen.  In einer 100 Quadratmeter Wohnung sind das an die 250 Euro im Jahr.

>>> Test: So funktionieren smarte Thermostate. 


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Wie du deinen Gasverbrauch herausfindest.

Woher weiß man eigentlich, wie hoch der Gasverbrauch ist? Schau einfach auf der letzten Rechnung von deinem Gasversorger nach, da steht er drauf. 

 

Gasverbrauch auf Jahresrechnung in kWh oder am Gaszähler in m³ ablesen.

Wenn du deinen Gasverbrauch ca. ein Mal pro Monat selber am Zähler abliest, bekommst du einen Überblick über deinen Verbrauch im Jahresrhythmus. Ziehe einfach immer den letzten Wert (Vormonat) vom aktuellen Wert (aktueller Monat) ab: die Differenz sind deine tatsächlich genutzten m3 Gas. Wie du deinen Gaszähler identifizierst? Er ist über die Zählernummer (steht du auf der letzten Gasrechnung) deiner Wohneinheit eindeutig zugeordnet. Am Zähler steht diese Nummer entweder unter oder über dem Strichcode (siehe Bild). Dein Gaszähler befindet sich typischerweise im Keller, in deiner Wohnung, im Treppenhaus oder im Zählerraum.

 

 

Auf deinem Gaszähler steht deine Zählernummer. Die benötigst du für den Wechsel zu einem Gasanbieter.
Für den Wechsel zu einem Gasanbieter benötigt dieser deine Zählernummer. Die findest du auf deinem Gaszähler.

Der Gaszähler misst den Verbrauch in Kubikmeter (m³). Die jährliche Gasabrechnung vom Gasversorger weist hingegen Kilowattstunden (kWh) aus. Das scheint verwirrend, ermöglicht aber erst die akkurate Abrechnung: Du bezahlst nur die Energie, die wirklich im Gas steckt.

 

Leistung des Gases: abhängig von Temperatur, Druck & Brennwert.

Denn die Leistung des gelieferten Erdgases pro Kubikmeter ist nicht jederzeit und überall gleich. Temperatur, Druck und Brennwert des Gases beeinflussen die Effizienz, also die tatsächliche Leistung. Salopp gesagt gibt der Brennwert an, wie viel kWh in einem Kubikmeter Gas stecken. Der ändert sich von Jahr zu Jahr und unterscheidet sich auch zwischen den Netzgebieten. Um Kubikmeter in Kilowattstunden und umgekehrt umzurechnen, brauchst du den Umrechnungsfaktor auf deiner letzten Gasrechnung, der sich wiederum aus dem Brennwert und der "Zustandszahl" zusammensetzt.

 

Gasverbrauch ausrechnen.

Aus dem Brennwert und der Zustandszahl ergibt sich ein Umrechnungsfaktor, den du auf der Gasrechnung findest. Als Schätzfaktor zum Umrechnen kannst du alternativ den Faktor 10 nehmen: 1 m3 Gas entspricht grob 10 kWh Leistung. Mit der folgenden Formel wandelst du m3 in kWh um und umgekehrt:

Gasverbrauch in m³ x Umrechnungsfaktor = Verbrauchswert in kWh.
Gasverbrauch in Kilowattstunden : Umrechnungsfaktor = Verbrauch in Kubikmeter.

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Wovon die Höhe deines Gasverbrauchs abhängt.

  • Größe deiner Wohnung 

    Die m3 sind der ausschlaggebender Faktor, weil du die entsprechende Luftmenge heizen musst (siehe unsere Referenzwerte unten).

  • Persönliches Wärme-Bedürfnis und Heizverhalten 

    Wie oft bist du zu Hause und wie warm heizt du?

  • Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus 

    In einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung mit vielen Außenwänden verbrauchst du mehr Gas. In Wohnhäusern hingegen heizt der Nachbar sozusagen für dich mit. Neben- oder übereinander liegende Wohnungen isolieren sich gegenseitig.

  • Alter der Wohnung 

    Es gelten unterschiedliche Baustandards je nach Baujahr für Altbau und Neubau, die sich auf die Dämmung der Mauern und Fenster auswirken: je älter der Bau, desto schlechter ist er meistens isoliert.

  • Warmwasserverbrauch im Bad 

    Für Duschen und Baden kannst du pro Jahr nur rund 4000 bis 6000 kWh Gas kalkulieren.

  • Anzahl der Bewohner

    Anders als beim Stromverbrauch, korreliert der Gasverbrauch nur indirekt mit der Personenanzahl und ist eher unwichtig für den Gasverbrauch. 1 oder 2 Personen wohnen meistens aber auf einer kleineren zu beheizenden Fläche als eine Familie mit 3 oder 4 Personen.

  • Moderne Heiztechnik (Heizkessel)

    hat einen kleinen Einfluss auf den Gasverbrauch. Faustregel: Je neuer die Anlage, desto effizienter ist sie.

  • Kochen und Backen 

    verbraucht max. 1000 kWh Gas pro Jahr. Den Gasverbrauch in der Küche kannst du damit ebenfalls vernachlässigen. 

 

Mein Gasverbrauch hat sich geändert - woran kann's liegen?

  • Dein Wärmebedürfnis: Schon ein Grad weniger beim Beheizen der Wohnung macht den großen Unterschied von sechs Prozent der Heizenergie aus.
  • War das Vorjahr ein besonders warmes Jahr mit einem kurzen, milden Winter oder ein sehr kaltes und heizintensives Jahr? Relevant sind die Heizperioden von Januar bis März und von Oktober bis Dezember.
  • Beispiel: Im Jahr 2014 wurde deutschlandweit dank freundlichem Wetter während der Heizperiode rund 14 % weniger Gas als im Vorjahr verbraucht. Im kühleren Jahr 2015 stieg der Gasverbrauch hingegen wiederum um 5 %. 2016 brachte kalte Witterung während der winterlichen Heizmonaten - der Gasverbrauch stieg um rund 11 % zum Vorjahr an.
  • Mehr oder weniger Personen im Haushalt: Das führt zu kleinen Schwankungen von maximal 10 %.
  • Wurden Geräte, die mit Gas betrieben werden, renoviert (z.B. die Gasheizung)?

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Gasverbrauch mit Durchschnittswerten vergleichen

Waaaaas, so teuer? Erstes Anzeichen für einen zu hohen Gasverbrauch: Du zahlst am Jahresende drauf. Vergleiche deinen Gasverbrauch mal mit diesen Durchschnittswerten (Gemittelt: Neu- und Altbau). Sie basieren auf den zu beheizenden Quadratmetern und dem durchschnittlichen Gasverbrauch für Warmwasser und Kochen. Es spielt fast keine Rolle, ob du den durchschnittlichen Verbrauch an Gas für dich, für 2 oder 3 Personen oder eine Familie schätzt. Die angegebenen Personenzahl ist deshalb nur grob zur Verdeutlichung der jeweiligen Wohnungsgröße zugeordnet.

30 m2 ca. 1 Person 3.800 kWh/Jahr.

50 m2 ca. 1 Person 5.000 kWh/Jahr.

100 m2 ca. 2 Personen 12.000 kWh/Jahr.

150 m2 ca. 3 Personen 18.000 kWh/Jahr.

180 m2 ca. 4 Personen 20.000 kWh/Jahr.

 

Gasverbrauch Rechner: im Jahresverlauf, nach Gebäude
Der Rechner kalkuliert deinen Gasverbrauch in monatlichen Abschlägen. Diese sind gemittelt über Durchschnittswert des Gasverbrauches im Jahresverlauf in verschiedenen Gebäuden.

Du schonst mit jeder gesparten Kilowattstunde (kWh) Gas Umwelt und Geldbeutel.

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