5 Tipps, wie du wirklich soziale Unternehmen findest. | Polarstern Magazin

Wie erkennst du Unternehmen, die wirklich nachhaltig und sozial sind? Mit diesen 5 Tipps und unserer Social-Business-Map findest du ganz einfach soziale Unternehmen in deiner Nähe: 

von Michael

So erkennst du ein Social Business:

 

Brachte früher jemand Schnapspralinen mit, bekam er höchstens eins auf den Deckel, weil die halt eklig schmecken. Heute kennt man bei Produkten auch den Beigeschmack: Jeder weiß, dass Konsum Konsequenzen für die Umwelt, das Klima und die Menschen hat. So überrascht es auch nicht, dass der Konsum von Fair-Trade-Artikeln 2018 laut Forum Fairer Handel  um 15 % zulegte, der von Bio-Lebensmitteln nach Angaben von Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft um 5,5 %. Zum Glück ist es nicht so ganz schwer zu erkennen, ob ein Produkt biologisch oder fair erzeugt ist – es steht drauf. Aber wie der Anbieter dahinter tickt, ob sein Ziel tatsächlich eine gerechte, gemeinwohlorientierte Wirtschaft ist oder nicht, ist schwieriger nachzuvollziehen. 

 

Verantwortung übernehmen – für was zuerst?

Auch konventionelle Unternehmen können soziale oder ökologische Entwicklungen positiv mitgestalten. Als Wirtschaftsmotor und genauso als Stifter und Spender für entsprechende Projekte. Weil viel Geld im Spiel ist, kann der positive Impact auch sehr groß sein. Aber in erster Linie verfolgen klassische Unternehmen betriebswirtschaftliche Ziele wie zum Beispiel die Gewinnsteigerung. Es stehen erst die direkten Shareholdern im Fokus, dann Natur und Gesellschaft.

 

Wiedergutmachung vs. gleich gut machen. 

Die Profitmaximierung als größter Treiber der Unternehmung hinterlässt schnell – manchmal schlicht aufgrund von Sorglosigkeit – eine Schneise der ökologischen Verwüstung oder sozialen Ausbeutung. Irgendwer wird dabei oft unterbezahlt, geprellt oder ausgebeutet. Ein Aufforstungsprojekt ist zwar eine gute Sache, aber auch eine Wiedergutmachung, weil eben woanders kein Gras mehr wächst. Das Prinzip lautet: Erst Wirtschaften ohne Rücksicht auf sozial-ökologische Verluste, dann schauen, wie man es wieder gut machen kann. Ein Social Business geht den umgekehrten Weg. Es fragt erst, was es für die Gesellschaft und Umwelt leisten kann und entwickelt dann dazu das passende Angebot. Und so erkennst du Social Businesses.

 

So erkennst du ein Social Business. 

 

1. Anhand ihrer doppelten Leistung: Produkt und Wirkung.

Kunden bekommen bei einem Social Business immer zwei Leistungen in einem: das Produkt und eine soziale oder ökologische Wirkung. Wie das konkret aussieht, zeigt das Beispiel der Bäckerei Kuchentratsch. Du kaufst dort einen Kuchen, den eine Oma gebacken hat. Die kann mit dem Backen ihre Rente aufstocken, einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und soziale Kontakte pflegen. Das Kuchenbacken wird so zur Lösung für Altersarmut und Alterseinsamkeit. Und zwar nachhaltiger, als einmalig etwas zu spenden. Auch bei Polarstern werden bei deiner Bestellung zwei Bedürfnisse gestillt: saubere Energie für dich – und saubere Energie für eine Familie in einem Entwicklungsland.

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2. Anhand ihres Netzwerks. 

Ein Social Business strebt keine Monopolstellung an. Denn solo kann es sein Ziel nicht erreichen – etwa Inklusion, Gendergerechtigkeit oder Armutsbekämpfung. Mittels Schwarmintelligenz schon. So sind Sozialunternehmen mindestens Teil einer Szene, meistens aber auch Mitglied eines Netzwerks. Merken kannst du dir zum Beispiel Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland oder UnternehmensGrün. Die Netzwerke sind Interessensvertretungen von Sozialunternehmen bzw. von grünen Unternehmen gegenüber der Politik und bilden ein Gegengewicht zur klassischen Wirtschaftslobby. Auf ihren Webseiten kannst du nachsehen, wen die Verbände als Mitglieder listen, das heißt wer hinter ihren Zielen steht. Auch Impact Hubs sind Startrampen für viele tolle Social Businesses. 

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3. Anhand ihrer Zertifizierungen. 

Ein Biolebensmittel erkennst du daran, dass auf seiner Verpackung Bio-Label aufgedruckt sind. Auch wenn natürlich nicht alle Label gleich gut sind, sind sie zumindest ein erster Anhaltspunkt. Auch für sozial agierende Unternehmen gibt es gewissermaßen Siegel, nur sind die nicht so verbreitet. Die wichtigsten heißen B Corp und Gemeinwohl-Ökonomie.

 

B Corp.

B Corp ist vor allem im englischsprachigen Raum verbreitet. Das Siegel kennzeichnet Unternehmen, deren unternehmerische Tätigkeiten soziale und ökologische Probleme lösen und das Streben danach fest in der Unternehmenskultur verankert ist. Um die Zertifizierung zu erhalten, evaluieren die Unternehmen ihren ökologischen und sozialen Impact auf die Kunden, Mitarbeiter, Partner und Umwelt.

 

Gemeinwohl-Ökonomie.

In Europa macht die Gemeinwohl-Ökonomie eine immer größere Runde. Auch dieses „Siegel“ kennzeichnet Unternehmen, bei denen der sozial-ökologische Mehrwert die zentrale Motivation der wirtschaftlichen Tätigkeit ist. Die „GWÖ“ geht aber noch einen Schritt weiter. Sie hat ein alternatives Wirtschaftssystem zum Ziel, in dem Unternehmen, die einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, politisch unterstützt und steuerrechtlich begünstigt werden sollen. Verbraucher sollen anhand eines Punktesystems erkennen können, welchen Nutzen das Unternehmen für das Gemeinwohl leistet. Dazu erstellen sie Gemeinwohl-Bilanzen. Gemessen wird ihr Nutzen anhand der Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung. Auch wir von Polarstern haben bereits zwei Gemeinwohlbilanzen erstellt.

>>> Mehr über die Gemeinwohl-Ökonomie erfahren. 

 

4. Anhand ihrer Story. 

Der kurze Blick auf das „Über uns“ einer Webseite dauert nicht lange, verrät aber viel. Natürlich zeigt jedes Unternehmen in dieser Rubrik nur seine Schokoladenseite. Nichtsdestotrotz erfährt man dort etwas über die Motivation zu Gründung und „spürt“ ein wenig, wie das Unternehmen tickt. War der Antrieb, einfach nur ein gutes Produkt zu verkaufen? Oder sollte wirklich ein gesellschaftliches Problem gelöst werden? Erfüllt das Produkt beide Leistungen, bist du sehr wahrscheinlich bei einem Social Business gelandet – auch wenn sich das eine oder andere Unternehmen bestimmt nicht als solches bezeichnen würde.  

>>> Über-uns-Seite von Polarstern besuchen.

 

5. Anhand unserer Social-Business-Map. 

Um die Unternehmen und Menschen, die eine verantwortungsvolle Wirtschaft vorantreiben, noch besser zusammenzubringen, haben wir eine Map entwickelt. Auf diese findest du Social Businesses aus allen Bereichen. Wähle einfach im Filter aus, was du suchst und zoom in deine Region. 

>>> Social Businesses auf der Karte finden

Landkarte für Sozialunternehmen von Polarstern
Finde Sozialunternehmen mit unserer interaktiven Landkarte.

Die Social Economy braucht Kunden. 

Aber natürlich können noch so viel Unternehmen mit den besten Absichten auf den Markt treten. Am Ende entscheiden die Kunden, wo ihr Geld hinfließen soll. In diesem Sinne hoffen wir, dass die Leistungen der Social Businesses auch genutzt werden. Fang noch heute an! Am einfachsten mit deiner Umstellung auf wirklich saubere Energie.

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Das Team von Polarstern
Das Team von Polarstern zeigt sich auf unserer Webseite und in sozialen Kanälen ganz persönlich. Lernen Sie uns kennen.

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