Arbeit mit Spaß

Wie erkennst du Unternehmen, die wirklich nachhaltig und sozial sind? Mit diesen 5 Tipps und unserer Social-Business-Map findest du ganz einfach soziale Unternehmen in deiner Nähe: 

von Michael

Brachte früher jemand Schnapspralinen mit, gab’s höchstens eins auf den Deckel, weil die halt eklig sind. Heute kennt man bei Produkten immer den wahren Beigeschmack: Jede:r weiß, dass unser Konsum Folgen für die Umwelt, das Klima und die Menschen hat. Und zum Glück ziehen daraus auch immer mehr Konsument:innen Konsequenzen. Gute. Ein Indikator ist zum Beispiel der jährliche Umsatz von Fair-Trade-Produkten. Laut Forum Fairer Handel stieg dieser zwischen 2011 und 2020 von 477 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro. Auch der Umsatz von Bio-Produkten kletterte 2020 laut statista auf einen Rekordwert von fast 15 Milliarden Euro – fast 22 % mehr als im Vorjahr.

Ein Business macht's wieder gut, ein Social Business macht's gleich gut. 

Ob ein Produkt biologisch oder fair erzeugt ist, ist nicht schwer zu erkennen – es steht drauf. Aber wie der Anbieter dahinter tatsächlich tickt, ob er wirklich eine gerechte und gemeinwohlorientierte Wirtschaft anstrebt, ist schwieriger nachzuvollziehen. Dies ist aber insofern entscheidend, weil sich große gesellschaftliche Herausforderungen kaum lösen lassen, wenn die wichtigste Währung immer nur noch mehr Geld ist. Eine gesunde Gesellschaft und Natur sind wertvoller, nämlich existenziell.

Zwar können auch konventionelle Unternehmen soziale oder ökologische Entwicklungen positiv mitgestalten, doch müssen sie immer zuerst die Bedürfnisse der Shareholder stillen, das heißt mehr Geld abwerfen. Und diese Money Machine hinterlässt Gräben, ökologische wie gesellschaftliche. Entlang der Lieferketten werden Emissionen ausgestoßen, Natur plattgemacht, fast immer Menschen unterbezahlt, geprellt oder ausgebeutet. Wenn ein Unternehmen dann etwa ein Aufforstungsprojekt startet, mag das eine gute Sache sein, aber es ist in erster Linie eine Wiedergutmachung – weil woanders eben kein Gras mehr wächst. Das Prinzip lautet: Erst Wirtschaften ohne Rücksicht auf sozial-ökologische Verluste, dann schauen, wie man es wieder gutmachen kann. Ein Social Business geht den umgekehrten Weg. Es fragt erst, was es für die Gesellschaft und Umwelt leisten kann und entwickelt dann dazu das passende Angebot. Aber was heißt das genau?

So erkennst du ein Social Business. 

1. An ihrem gesellschaftlichen Mehrwert.

Kunden bekommen bei einem Social Business immer zwei Leistungen in einem: das Produkt – und eine soziale oder ökologische Wirkung. Die Produkte und Dienstleistungen eines Social Business sind bereits ein Lösungsvorschlag für ein gesellschaftliches Problem. Klingt abstrakt, ist es aber gar nicht. 

Beim Social Business Kuchentratsch kaufst du zum Beispiel einen Kuchen, den eine Oma (oder ein Opa) gebacken hat. Die kann mit dem Backen ihre Rente aufstocken, einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und soziale Kontakte pflegen. Das Kuchenbacken wird so zur Lösung für Altersarmut und Alterseinsamkeit. Und zwar nachhaltiger, als es eine Spende an eine bestimmte Einrichtung leisten kann.

Polarstern: Das Social Business im Energiemarkt.

Auch bei Polarstern werden bei deiner Bestellung zwei Bedürfnisse gestillt: saubere Energie für dich – und saubere Energie für eine Familie in Kambodscha. Inzwischen bauen wir gemeinsam mit Africa GreenTec auch eine solare Stromversorgung für Dörfer in Madagaskar auf. In beiden Fällen ist der Impact von sauberer Energie gewaltig.

Die Idee dahinter: die Energiewende weltweit voranzutreiben. Die Motivation dahinter: Länder wie Deutschland müssen mehr für den Klimaschutz leisten. Unser Wohlstand hat eine Menge Emissionen verursacht. Aber unter dem Klimaschaden leiden vor allem Länder, die kaum etwas zum Klimawandel beigetragen haben. Sowohl in Kambodscha als auch Madagaskar ist der Impact von sauberer Energie gewaltig.

Preis für saubere Energie berechnen

Allein der Verzicht auf Holz als Energieträger bedeutet, dass die Wälder vor Abholzung verschont bleiben und CO2-Emissionen verhindert werden. Es bedeutet, dass Kinder zur Schule gehen können statt Holz zu sammeln. Es bedeutet, dass die Holzkochstellen, auf denen üblicherweise im Haus gekocht wird, verschwinden – und damit auch der Feuerrauch, der laut WHO zu den größten Gesundheitsrisiken in den Ländern des globalen Südens zählt.

Es bedeutet, dass die Menschen mehr Geld zum Leben haben. Denn Energie steigert die Produktivität. Man kann Maschinen nutzen, dadurch Leute einstellen und mehr Produkte erzeugen. Man kann Ernteprodukte kühlen und damit mehr Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Kurz: Wohlstand, Bildung und Chancen hängen größtenteils von der Energieversorgung ab.

Ernte Kambodscha

2. An ihrer Kooperationsbereitschaft.

Auch daran erkennst du ein Social Business: Es strebt keine Monopolstellung an. Denn solo kann es sein Ziel nicht erreichen, etwa die Bekämpfung der Armut, der Geschlechterdiskriminierung oder des Klimawandels. Als Schwarmintelligenz können Social Businesses viel mehr bewegen. So sind Sozialunternehmen mindestens Teil einer Szene, meistens aber auch Mitglied eines Netzwerks. Etwa im Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e.V.) oder dem Bundesverband nachhaltige Wirtschaft. Die Netzwerke sind Interessensvertretungen von sozialen und nachhaltigen Unternehmen gegenüber der Politik und bilden so ein Gegengewicht zur klassischen Wirtschaftslobby. Auch Impact Hubs sind Startrampen für viele tolle Unternehmen mit sozialer Wirkung.

Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

3. An ihren Zertifizierungen. 

Ein Biolebensmittel erkennst du daran, dass auf seiner Verpackung Bio-Label aufgedruckt sind. Auch wenn natürlich nicht alle Label gleich gut sind, sind sie zumindest ein erster Anhaltspunkt. Social Businesses bieten aber mehr als ein grünes oder soziales Produkt. Sie wollen insgesamt die Wirtschaft verändern. Anders lassen sich große gesellschaftliche Herausforderungen wie etwa der Klimawandel gar nicht lösen. Im besten Fall sind die Unternehmen wirtschaftlich unabhängig, sonst steckt man wieder in der Falle, die finanziellen Erwartungen von Investor:innen zuerst zu befriedigen. Auch für Unternehmen, die die Wirtschaft insgesamt verändern wollen, gibt es Zertifizierungen. Die wichtigsten heißen  B Corp und Gemeinwohl-Ökonomie.

Mehr über unsere Gemwohlbilanz erfahren

B Corp.

B Corp ist vor allem im englischsprachigen Raum verbreitet. Das Siegel kennzeichnet Unternehmen, deren unternehmerische Tätigkeiten soziale und ökologische Probleme lösen. Das Streben nach Veränderung ist fest in der Unternehmenskultur verankert. Um die Zertifizierung zu erhalten, evaluieren die Unternehmen ihren ökologischen und sozialen Impact auf die Kunden, Mitarbeiter, Partner und Umwelt.

In Europa macht die Gemeinwohl-Ökonomie eine immer größere Runde. Auch diese Zertifizierung kennzeichnet Unternehmen, bei denen der sozial-ökologische Mehrwert die zentrale Motivation der wirtschaftlichen Tätigkeit ist. Die „GWÖ“ geht aber noch einen Schritt weiter. Sie hat ein alternatives Wirtschaftssystem zum Ziel, in dem Unternehmen, die einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, politisch unterstützt und steuerrechtlich begünstigt werden sollen. Verbraucher können anhand eines Punktesystems erkennen, ob die Leistung des Unternehmens für das Gemeinwohl hoch, mittel oder niedrig ist. Unternehmen erstellen dazu Gemeinwohl-Bilanzen, in denen sie festhalten, wie Werte wie Menschenwürde, Transparenz, Mitentscheidung oder ökologische Nachhaltigkeit intern und extern gelebt werden.

Auch wir von Polarstern haben bereits zwei Gemeinwohlbilanzen erstellt. Jede:r kann nachlesen wie Werte wie Ökologische Nachhhaltigkeit, Menschenwürde, Transparenz und Mitentscheidung, Solidarität und Gerechtigkeit im Unternehmen und mit unseren Bezugsgruppen gelebt werden.

Mehr über unsere GWÖ-Bilanz erfahren

Der Vorteil gegenüber gewöhnlichen Nachhaltigkeitsberichten. 

Der Vorteil gegenüber gewöhnlichen Nachhaltigkeitsberichten ist, dass die Ergebnisse bei einer Gemeinwohlbilanz von externen Auditor:innen geprüft werden und freiwillig erstellt werden. Im Gegensatz dazu sind Nachhaltigkeitsberichte ab einer Unternehmensgröße von 500 Mitarbeiter:innen Pflicht. Nach einer Analyse des Deutschen Rechnungslegungs Standards Commitee e.V. (DRSC) werden nur 60 % von einer unabhängigen Stelle geprüft. Ab 2024 wird es jedoch in der EU eine neue Berichtspflicht geben. Dann werden europaweit 50.000 Unternehmen statt rund 11.600 Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen und diesen auch von einer externen Prüfungsstelle überprüfen lassen. 

4. An ihrer Transparenz.

Der kurze Blick auf das Über-uns einer Webseite dauert nicht lange, verrät aber viel. Natürlich zeigt jedes Unternehmen in dieser Rubrik nur seine Schokoladenseite. Nichtsdestotrotz erfährt man dort etwas über die Motivation zu Gründung und „spürt“ ein wenig, wie das Unternehmen tickt. War der Antrieb, einfach nur ein gutes Produkt zu verkaufen? Oder sollte wirklich ein gesellschaftliches Problem gelöst werden? Erfüllt das Produkt beide Leistungen, bist du sehr wahrscheinlich bei einem Social Business gelandet – auch wenn sich das eine oder andere Unternehmen bestimmt nicht als solches bezeichnen würde. Ein weiterer guter Hinweis ist, ob Versprechen überprüfbar sind. Zum Beispiel indem Produktionsstätten gezeigt und benannt werden, ebenso Punkte, bei denen sich das Unternehmen noch verbessern kann. 

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5. Mit unserer Social-Business-Map. 

Landkarte für Sozialunternehmen von Polarstern
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Wenn wir den Wandel wollen, müssen wir ihn auch kaufen. Um die Unternehmen und Menschen, die eine verantwortungsvolle Wirtschaft vorantreiben, noch besser zusammenzubringen, haben wir eine Map entwickelt, auf der du Social-Businesses aus allen Branchen findest. Auch in deiner Region. Wähle einfach im Filter aus, was du suchst und zoom in deine Region.

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Berechnen, was du bewirkst.

Bei Polarstern kannst du mit unserem Impact-Rechner berechnen, welchen gesellschaftlichen Mehrwert du mit deiner Bestellung bewirkst. Zum Beispiel, wie viel CO2 du verhinderst und wie viele Leben du mit Ökostrom und Ökogas verbesserst. Schau`s dir an!

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