Beim nachhaltigen Leben ist es wie mit einer Diät, es gibt so viele Ansätze die Kilos loszuwerden. Ob es klappt, hängt stark davon ab, ob du die Diät findest, die zu dir passt. Manche brauchens direkt krass, vermeiden auf einmal komplett Plastik oder ernähren sich von heute auf morgen vegan. Die meisten Menschen wachsen eher rein. Sie fangen mit den einfachen Tipps und dann kommt eins zum anderen. Mit unseren Tipps für Einsteiger:innen, Profis und DIY-König:innen wirst du zum Umwelt-Champion – weil's Tipps sind, die sich für dich gut anfühlen. Wirklich.

von Ludwig

Es gibt Nachhaltigkeits-Tipps, die sind sowas von banal, dass man sie gefühlt seit Ewigkeiten kennt. Und dann gibt es welche, die klingen so kompliziert und nerdig, dass sie nicht in deinen Alltag passen. Ertappt? Mir geht's zumindest oft so. Die einfachen Tipps, wie möglichst verpacksungsfrei einkaufen oder das Eco-Programm bei der Waschmaschine nutzen, kenne ich. Dass ich selbst Spül- und Putzmittel herstellen kann, war mir dagegen bis vor kurzem nicht bekannt und ist mir ehrlich gesagt etwas zu umständlich. Ich bin schon froh, wenn ich meine Bude einfach sauber halte.

Klar, ein Tipp ist gut gemeint, aber er wirkt am Ende nur, wenn er ankommt und umgesetzt wird. Wir sind überzeugt – allein schon angesichts der Masse an Tipps: Es gibt Nachhaltigkeits-Tipps, mit denen du das Klima und unsere natürlichen Ressourcen schützt und, mit denen du dich wohlfühlst. Wirklich. Wir haben die besten Nachhaltigkeits-Tipps – kategorisiert nach Expertenlevel. Such dir einfach dein Level aus. Los geht's!

Krasse Zahlen, krasse Verantwortung für den Planeten.

Fakten und Bilder geben uns den letzten Rest. Sie bringen das Fass zum Überlaufen und uns endlich zum Handeln. Deshalb ohne große Erklärungen, ganz direkt:

  • +45 %, so hoch ist der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung.
  • Rund 762 Millionen Tonnen Treibhausgase haben wir in Deutschland 2021 verursacht, was uns einen Platz in den Top 10 der größten Klimaverschmutzer beschert.
  • +32 cm, so hoch steigt der prognostizierte Meeresspiegel bis 2050, bis Ende des Jahrhunderts sogar bei 61-110 cm. Das heißt, weite Teile Norddeutschlands sowie die Städte Hamburg und Bremen wären unter Wasser. Ganze Landstriche werden dann unbewohnbar.
  • 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen pro Jahr in die Meere. Das ist so viel Müll wie 60 mal die Elbphilharmonie. 
  • +5 % mehr Tage mit Starkregen gibt es seit 1951 in Deutschland. Extreme Unwetterereignisse wie die Flut im Ahrtal im Jahr 2021 treten in Zukunft häufiger auf.
  • Um unglaubliche 196 % hat die Zahl der Tage mit mehr als 30 Grad Celsius in Deutschland seit 1951 zugenommen.

 

Folgen des Klimawandels
Wir leben mitten in der Klimakrise (Quelle: BMU, Klimaschutz in Zahlen, 2021).

Schnelle Nachhaltigkeits-Tipps für Einsteiger:innen.

Lebensmittel.

  • Nur unverpacktes Obst und Gemüse kaufen.
  • Obst- & Gemüsenetze nutzen statt Plastiktüten.
  • Auf Produkte im Supermarkt mit möglichst wenig Verpackungsmaterial achten.
  • Unterwegs öfter vor Ort essen und trinken statt „To go“ und „Take away“ – das spart eine Menge Verpackungsmaterial und Müll.

Eigenen Thermobecher für Coffee-to-go verwenden.

Deutschlandweit landen jeden Tag rund 7,6 Millionen Coffee-To-Go-Becher im Müll. Dafür werden pro Jahr rund 29.000 Tonnen Papier allein in Deutschland für die Herstellung von Einwegpappbechern benötigt. Und das erfordert 64.000 Tonnen Holz. Wenn jede:r einen eigenen Behälter für seinen Kaffee mitbringt, könnten wir das locker sparen.

Leitungs- statt Mineralwasser trinken.

Dadurch sparst du eine Menge Geld und CO2-Emissionen, die bei Herstellung und Transport des Mineralwassers anfallen. 1 Liter Leitungswasser kostet durchschnittlich 0,2 Cent. Mineralwasser aus dem Supermarkt liegt hingegen zwischen 19 und 50 Cent pro Liter. Für 1 Euro bekommst du also rund 500 Liter Leitungswasser, aber nur 2 bis 5 Flaschen Mineralwasser. Leitungswasser ist meist unbedenklich, sehr günstig und verursacht so gut wie keine Emissionen.

Leitungswasser

Energie & Mobilität.

  • Dreh die Heizung runter. 1 Grad weniger in einer 70-qm-Wohnung spart im Schnitt 160 kg CO2-Emissionen und 40 Euro Heizkosten.
  • Achte beim Kauf neuer Elektrogeräte auf die beste Energieeffizienzklasse. So sparst du dauerhaft Energie und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck. Ein Gerät mit Energieeffizienzklasse A spart im Vergleich zu Effizienzklasse C gut und gerne 50 % an Energie.
  • Nutze die Energiesparprogramme bzw. das Eco-Programm bei Waschmaschine und Geschirrspüler. Das spart Geld und viel Strom.
  • Trockne deine Wäsche lieber an der frischen Luft als im Wäschetrockner – und lüfte regelmäßig, wenn du’s in der Wohnung machst.

Fahr weniger Auto: Wenn man von 232 Arbeitstagen im Jahr und einem Arbeitsweg von 10 km ausgeht, spart eine Person rund 70 kg CO2 im Jahr, wenn sie einmal die Woche das Rad statt den Verbrenner nimmt. Und du bewegst dich an der frischen Luft. Besser geht’s nicht. Alternativ kannst du auch das E-Bike (z. B. ein Abo bei Rebike) statt das Verbrennerauto nehmen.

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Haushalt.

  • Hol dir nen Sparduschkopf. Laut CO2online sparst du so bei siebenmal duschen pro Woche schon 526 Kilowattstunden Strom, 159 Euro und 282 Kilogramm CO2 im Jahr.
  • Nutze Recycling- statt Frischfaserpapier. Letzteres hat einen 2,5-fach höheren Wasserverbrauch in der Herstellung und ein fast 2,5-faches des Energiebedarfs.
  • Kaufe nur ökologische Wasch- und Putzmittel. Sie sind wesentlich umweltverträglicher als herkömmliche Mittel.
  • Kaufe feste Seife und Shampoo statt Flüssigseife. Das spart mehrere Hundert Gramm an Plastikmüll, da feste Seife meist länger genutzt wird.
  • Spar dir das Vorheizen beim Backofen.
  • Verzichte auf Weichspüler. Die belasten das Wasser besonders stark. Du bekommst deine Wäsche stattdessen auch mit Salz, Natron oder Backpulver weich.
  • Verwende lieber Pulver- statt Flüssigwaschmittel. Pulverform benötigt keine Konservierungsstoffe und enthält weniger umweltschädliche Tenside.
  • Wähle generell häufiger Verpackungen aus Glas statt aus Plastik, vor allem bei mehrfachem Einsatz.
  • Plastikbehältnisse mehrfach verwenden: Leere Eisboxen kannst du ideal als Lunchboxen oder Aufbewahrungsbox für Kleinkram nutzen.
  • Nutze das Wasser vom Salatwaschen oder abgekühltes Nudelwasser zum Blumen gießen. Genauso restliches Wasser aus dem Wasserkocher.
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Vermeide beim Einkauf Produkte mit Mikroplastik. Leider gibt es eine Vielzahl an Hygiene- und Kosmetikprodukten, die Mikroplastik enthalten und somit unsere Meere verschmutzen. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz finden sich die Plastikteile in Peelings und Gesichtsreinigern, Duschgels und Pflegebädern, Shampoo und Conditioner etc. Also Schluss mit Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamid (PA) oder Polyethylenterephtalat (PET), wenn du Plastikmüll vermeiden willst.

Nachhaltige Tipps für die Profis.

Energie & Mobilität.

  • Nutze verstärkt Car-Sharing-Angebote und natürlich dein Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel.
  • Wenn du ein Elektroauto brauchst, lade nur mit echtem Ökostrom.
  • Kurzes, rund 10-minütiges Stoßlüften ist viel effektiver als dauernd gekippte Fenster. Kurzes Stoß- bzw. Querlüften ist perfekt – dreimal am Tag. Auch im Sommer.
  • Nutze Solargeräte für Garten und Balkon wie Solarlichter für stimmungsvolle Sommerabende oder solarbetriebene Rasenmähroboter. Das spart Arbeit und Strom aus der Steckdose.
  • Nutze Stromspar-Apps, um deinen Stromverbrauch und -kosten zu analysieren. Auch Strommessgeräte und Smart Meter helfen dir dabei. Am Ende schlägt sich das garantiert auf deiner Stromrechnung nieder.
  • Prüfe die Dichtung deiner Fenster und Türen. Lifehack: Halte eine Kerze an den Rahmen. Flackert das Licht, ist eine Dämmung wirklich ratsam.
  • Produziere deinen eigenen Ökostrom zuhause mit einer PV-Anlage.
  • Heize mit einer Wärmepumpe und Ökostrom. Alles, was du zu Wärmepumpen wissen musst, liest du in unserem großen Wärmepumpen-FAQ.

 

Haushalt.

  • Nutze wiederverwendbare Silikondeckel statt Frischhalte- und Alufolie.
  • Ein vertikaler Garten bringt in fast jede Wohnung und auf jeden Balkon etwas Grün.
  • Wenn du einen Garten oder Balkon hast, pflanze Gemüse selbst an.

Standby bei Elektrogeräten ausschalten und Energie sparen.

Die Standby-Leistung liegt durchschnittlich bei etwa 10 Watt, rechnet CO2online vor. Durch vollständigen Verzicht könnte man in einem Einfamilienhaus im Jahr bis zu 360 kWh und 115 Euro sparen sowie 170 kg CO2 vermeiden. Kleine Änderung, krasser Impact.

TV Fernseher Wohnzimmer

Unverpackte statt verpackte Lebensmittel kaufen.

Nach wie vor ist viel Obst und Gemüse unnötig und mehrfach verpackt. Unverpackt-Läden zeigen, dass es auch anders geht: Im Vergleich zum Bioladen fällt bei ihnen 84 % weniger Verpackungsmüll an. Das ergab eine Untersuchung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Unverpackt einkaufen

Nachhaltige Tipps für Kreative und DIY-Begeisterte.

Möbel und Einrichtung.

  • Behältnisse für Stifte etc. aus leeren Milchtüten basteln.
  • Kerzenlichter aus Tetrapackkarton.
  • Alte Fensterrahmen zu Bilderrahmen upcyceln.
  • Blumenübertopf aus alter Jeans upcyceln.

 

DIY-Ideen für den Haushalt.

  • Alte Konserven und Blechdosen zu Behältern für Stifte, Pflanzen etc. upcyceln.
  • Weinflaschen zu Kerzenständer machen.
  • Etagere aus alten Zinntellern bauen.
  • Schlichtes Geschirr einfach mit Porzellanfarbe aufpeppen.
  • Pflanzenbehälter aus leeren Milchtüten upcyceln.
  • Aus alten T-Shirts Putzlappen machen.
  • Verwende Papierreste als Schmier- oder Einkaufszettel. Infopost oder Briefe, die eigentlich ins Altpapier können, sind tolle Notizzettel.

 

Noch mehr nachhaltige DIY-Tipps findest du bei uns auf Pinterest

 

Mode und Deko.

  • DIY-Armreif aus Joghurtbechern machen.
  • Tablet- oder Laptophülle aus alter Jeans.
  • Aus leeren Aluminium-Kaffeekapseln mit Draht und Wolle Anhänger machen.

 

Garten.

  • Schuhe, Plastikflaschen oder Stühle zu Blumenbeet upcyceln.
  • Teekanne zu Vogelhäuschen umfunktionieren.
  • DIY-Kräuterschilder aus altem Besteck.
  • Autoreifen zu Blumentrögen upcyceln.

 

Noch mehr Ideen für DIY und Upcycling gibt's hier
Ludwig von Polarstern

Ludwig | Team Wirklich

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