Polarstern Mitarbeiterin am Dach mit Mieterstrom PV Anlage

Eigener PV-Strom, das war lange nur etwas für Eigenheimbesitzer:innen. Inzwischen werden zunehmend auch Mehrparteiengebäude mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Als Mieter:in fragt man sich: Wann bekommt mein Haus eine PV-Anlage? Wir zeigen, welche Gebäude zuerst dran sind – und was es dir bringt, wenn es so weit ist.

von Michael

Man möchte ja in diesen Zeiten am liebsten alles selbst machen: autark wohnen und sich frei machen von steigenden Strompreisen und Lebenshaltungskosten. Eigenheimbesitzer:innen waren in dieser Hinsicht schon immer ein bisschen besser aufgestellt: Viele pflanzen im Garten ihr eigenes Gemüse und Obst an und erzeugen auch schon seit Jahren selbst Strom auf dem Dach. Wer schon vor ein paar Jahren in eine PV-Anlage investierte, hat heute eine abbezahlte Anlage und zahlt im Vergleich zum Netzstrom wesentlich weniger. Aber es ist nie zu spät. Die Preisschere zwischen den Netzstromkosten und den Stromkosten für eigenen Solarstrom geht immer weiter auseinander. Nur: Wir profitieren Mieter:innen davon?

Strom vom Dach: So läuft's im Mehrparteienhaus. 

In Deutschland lebt die Mehrheit im Miethaus. Ihr bleibt gar nichts anderes übrig als den Strom aus dem Netz zu beziehen. Es sei denn, es gäbe eine PV-Anlage für die Hausgemeinschaft auf dem Dach. Zum Glück werden immer öfter die Dächer auch dafür genutzt – Mieterstrom nennt man das. Dabei werden Mehrparteiengebäude mit einer Photovoltaikanlage, manchmal auch einem Blockheizkraftwerk ausgerüstet und die dort erzeugte Energie von den Haushalten direkt genutzt. Je mehr Strom vor Ort erzeugt wird, umso weniger Strom brauchen sie aus dem öffentlichen Netz und umso günstiger wird es. Mit Mieterstrom nutzen du und deine Nachbar:innen ein preiswertes Ökostromangebot. Transparenter und nachhaltiger geht’s praktisch nicht.

In diesem Clip über das Klimaquartier Neue Weststadt in Esslingen erfährst du ab 8:53, wie es sich im Mieterstromprojekt lebt.

Ökologische und finanzielle Entlastung.

Mieterstrom ist eine große Chance, fossile Brennstoffe aus dem Haus zu werfen und den Gebäudesektor, einem der größten CO2-Emittenten, klimaneutral zu machen. Mieterstrom verleiht der Energieversorgung eine dezentrale Struktur und ist damit ein Weg aus der Abhängigkeit von Energieimporten und steigenden Energiepreisen. Denn je mehr Energie wir selbst erzeugen, desto weniger Energie muss importiert werden.

Welche Vorteile habe ich als Mieter:in?

Als Mieter:in profitierst du vor allem von den günstigeren Strompreisen. Im Mittel liegen die Kosten der Mieterstromversorgung preislich mindestens 10 % unter den Grundversorgertarifen. In der Energiepreiskrise nimmt der Preisvorteil derzeit sogar zu. 

Warum Mieterstrom günstiger ist. 

Dass der Strom vom Haus günstiger ist als der aus dem Netz, liegt zum einen an den niedrigeren Stromgestehungskosten (wie man die Produktionskosten für Strom nennt). Zum anderen daran, dass der lokal produzierte Strom nicht durchs öffentliche Stromnetz muss. Übliche Strompreiskomponenten wie die Netzgebühr, die Stromsteuer oder bestimmte Umlagen fallen so weg.

Vielseitig einsetzbar. 

Ein weiterer Vorteil ist die Vielseitigkeit der Stromnutzung. So wird Mieterstrom häufig dazu genutzt, hauseigene Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen zu betreiben. Autark vom Stromnetz wird dein Gebäude nicht, doch einen großen Teil des Energiebedarfs wirst du mit selbst gemachtem Ökostrom decken. Für den Restbedarf bezieht dein Gebäude Strom aus dem öffentlichen Stromnetz. Und wenn am Haus sogar mehr Solarstrom produziert wird, als das Haus benötigt, wird dieser ins Stromnetz eingespeist. So haben alle etwas von der erzeugten Energie und es verfällt nix.

Du kannst – und musst gar nichts. 

Mieterstrom bedeutet für dich ein Angebot. Du kannst es nutzen, musst es aber nicht. Dein Ansprechpartner für deine Stromversorgung ist in der Regel ein Energieversorger, der die Mieterstrom-Versorgung im Haus managt. Mit dem hast du einen Vertrag und Ansprechpartner:innen im Kundenservice, so wie du es von deinem bisherigen Stromanbieter gewohnt bist. Auch der Stromwechsel läuft genauso einfach ab: Online-Formular ausfüllen, fertig.

Wirklich faire Konditionen. 

Bei Polarstern gibt es bei allen Tarifen – auch bei Mieterstrom – keine Mindestvertragslaufzeiten. Du kannst jeden Monat kündigen. Und wenn du Fragen hast, nehmen wir uns Zeit. Unser Kundenservice wurde schon vielfach ausgezeichnet. Hast du eine Frage an Polarstern?

Stell sie hier

Warum hat mein Haus noch keine PV-Anlage?

Bei so vielen Vorteilen stellt sich die Frage, warum dein Haus und die meisten anderen nicht längst eine solare Kopfbedeckung tragen. Dafür gibt es mehrere Gründe. 

1. Die Umsetzung erscheint zu komplex.

So hadern viele Immobilienbesitzer:innen mit einer PV-Anlage, weil sie selbst zum Energieversorger werden müssten, um die Haushalte mit PV-Strom zu versorgen. Kaum jemand will nebenbei ein neues Business aufmachen – geschweige denn erlernen.

Und da kommen Energiewende-Spezialisten wie wir – Polarstern – ins Spiel. Wir kümmern uns um die Mieterstromversorgung. Vom Energiekonzept bis zur Stromabrechnung. Von der Installation der Anlagen bis zur Integration von weiteren Techniken wie Wärmepumpen und Wallboxen.  Immer so, dass es am besten fürs Gebäude und seine Bewohner:innen passt. 

Mieterstrom-Broschüre downloaden

2. Viele Hausgemeinschaften sind zu klein. 

In manchen Mehrparteiengebäuden im Bestand ist vielleicht der:die Besitzer:in total motiviert, eine Solarstromversorgung fürs Haus zu organisieren, kann diese aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzen. Denn damit die Technik wirtschaftlich ist, müssen viele Parteien den Strom vom Dach beziehen. Dann sinken die Fixkosten, die für Mieterstrom anfallen und die Mieterstromkosten werden attraktiv. Bei Polarstern arbeiten wir mit der Faustformel, dass es mindestens 20 Parteien im Haus braucht, damit sich Mieterstrom rechnet. Und so fallen bereits einige Gebäude raus, weil sie eben zu wenige Wohnungen beherbergen.

3. Zu viele wollen nicht mitmachen.

In anderen Gebäuden finden sich unter den Hausbewohner:innen keine Mehrheiten, den PV-Strom zu nutzen. Denn die Nutzung des selbst erzeugten Stroms ist kein Zwang. Eine Veränderung im Haus kann auch mit Skepsis aufgenommen werden, vor allem, wenn Bewohner:innen schon einmal schlechte Erfahrungen mit der Hausverwaltung gemacht haben. 

4. Veraltete Haustechnik. 

Eine weitere Herausforderung ist die Haustechnik. In Bestandsgebäuden ist sie oftmals so veraltet, dass möglicherweise die Sanierung der Technik das Budget aufbraucht, bevor in eine PV-Anlage investiert werden kann. Die Regierung unterstützt allerdings viele PV-Vorhaben. So gibt es für den erzeugten Strom am Haus einen Mieterstromzuschlag.

Und: Polarstern bietet Immobilienbesitzer:innen auch Mieterstrom-Contracting. Dabei kann die PV-Anlage über uns finanziert und betrieben werden. Die Besitzer:innen müssen sich praktisch um nichts kümmern. Sie stellen lediglich den Platz für die Anlagentechnik zur Verfügung und erhalten dafür von Polarstern eine Vergütung. 

Wo es Mieterstrom schon gibt. 

Auch wenn es auf dem Weg zu Mieterstrom noch einige Hürden gibt, die Gebäudeart ist keine. Mieterstrom gibt es natürlich in modernen Passivhaussiedlungen oder smarten Quartieren. Es funktioniert aber genauso in städtischen Bestandsgebäuden, im sozialen Wohnungsbau und sogar in denkmalgeschützten Gebäuden. Ein paar Eindrücke. 

Strom und Wärme im Mehrfamilienhaus.

In diesem Mehrfamilienhaus sorgt eine 37,2 kWp Photovoltaikanlage und vier reversiblen Wärmepumpen für die Strom- und Wärmeversorgung der 27 Wohnungen. Etwa 85 % der lokal erzeugten Energie werden direkt von den Parteien im Haus verbraucht. Das ist eine echte Strompreisbremse.

Sozialer Wohnungsbau.

Mieterstrom macht im sozialen Wohnungsbau besonders Sinn. In München-Aubing haben die Bewohner:innen dank einer 92 kWp PV-Dachanlage und ein BHKW mit 20 kW elektrischer Leistung gegenüber dem reinen Netzbezug einen Preisvorteil von ca. 15 %. Klimaschutz zahlt sich eben aus.

Mieterstrommodell für sozialen Wohnungsbau

Städtischer Baubestand.

Wenn ein Dach schon saniert wird, sollte es auch gleich eine PV-Anlage bekommen. So geschieht es etwa in Freiburg. 12 Wohngebäude nutzen mehrere vernetzte PV-Mieterstromanlagen, mit gesamt 320 kWp und versorgen sich zu einem Großteil mit selbst gemachtem Ökostrom. In Baden-Württemberg wird der Photovoltaik-Zubau bei Dachsanierungen ab 2023 sogar verpflichtend.

Wohnviertel mit Mieterstrom

Passivhaussiedlung einer Baugemeinschaft.

In Passivhaussiedlungen wie hier in Berlin-Adlershof versorgen die PV- und Solarthermieanlagen auf den Dächern und Fassaden die Bewohner:innen nicht nur komplett mit Energie – sie erzeugen sogar Überschüsse. 

 

Passivhaussiedlung mit Mieterstrom

Smarte Quartiersentwicklung.

Das Tolle an Mieterstrom ist, dass hier Energieversorgung komplett neu gedacht wird. In der Esslinger Weststadt werden die Bewohner:innen eines Quartiers mit Strom und Wärme aus PV-Anlagen und BHKWs versorgt. Das Besondere: Stromüberschüsse am Haus werden dazu genutzt, um grünen Wasserstoff zu erzeugen. Das sektorenübergreifende Energiekonzept wurde mit dem Sonderpreis Nachhaltigkeit des Innovationspreis Reallabore ausgezeichnet. Der Preis wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz verliehen.

Wer wahrscheinlich bald eine PV-Anlage bekommt.

Wenn du selbst bald in einen Neubau ziehst, ist es wahrscheinlich, dass du zum Einzug das Angebot bekommst, PV-Strom vom Dach zu nutzen. In vielen Neubauten wird die Photovoltaik schon in der Planung mitgedacht. Nicht nur weil Besitzer:innen mit der lokalen Stromerzeugung den Immobilienwert steigern, sondern auch weil es vielerorts bereits eine PV-Pflicht gibt. Sie gilt zum Beispiel in Baden-Württemberg für alle neuen Wohn- und Nichtwohngebäude. Auch in Berlin, Hamburg und Bremen tritt ab 2023 eine Solarpflicht für neue Wohngebäude in Kraft. Für Gewerbegebäude gibt es längst in vielen anderen Bundesländern eine Solarpflicht, etwa in Bayern, Niedersachen und Rheinland-Pfalz.

Nutzen wir den Platz!

In Deutschland gibt es richtig viele Dächer. Im Verbund können sie der Energiekrise und dem Klimawandel etwas entgegensetzen. Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 % steigen. Ein Ausbau der Solarkraft unterstützt dieses Ziel. Denn auf den Dächern ist noch richtig viel Platz für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Laut EUPD Research waren 2021 in Deutschland erst 11 % der möglichen Dachflächen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Allein in Nordrhein-Westfalen könnten laut Energieagentur NRW noch rund 11 Millionen Dächer Platz für die Photovoltaik bieten und zusammen rund 68 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr erzeugen. Das würde die Hälfte des Jahresstrombedarfs des Bundeslands decken. 

Energiewende anschieben mit Netzstrom. 

Auch wenn bei dir die Mieterstrom-Nutzung noch in weiter Ferne liegt: Den Ausbau der erneuerbaren Energien kannst du genauso mit deinem Strombezug aus dem Netz fördern. Mit Wirklich Ökostrom tust du das ambitionierter als bei anderen Anbietern. Für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, investieren wir 1 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere in den Ausbau der Photovoltaik. Gleichzeitig förderst du mit Polarstern die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Und zu Wirklich Ökostrom – kannst du immer wechseln. Ob privat im Mehrparteiengebäude, im Eigenheim oder beruflich mit dem Unternehmen. Wenn du wirklich die Energiewende unterstützen und den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern willst, bist du hier richtig. Wirklich.

Hinweis: Aktuell ist unser Angebot aufgrund der Marktsituation vor allem was für besondere Energiewende-Unterstützer:innen. Wenn's jetzt nicht passt, schau gerne später wieder vorbei.

Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

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