Klimawandel: Wo er in Deutschland zuschlägt | Polarstern Magazin

Die Zahl der extremen Wetterereignisse hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren mehr als verdreifacht. Du willst dagegen Etwas tun? Dann scrolle an das Ende des Artikels. 

von Michael

Inhalt.

 

Deutschland ist nicht die sichere Eisscholle, für die man sie hält. Auch unser Land ist längst vom Klimawandel betroffen. Wir zeigen, wo – und erklären, warum unsere Verantwortung groß ist. 

Für die Mehrheit der Deutschen ist die Klimakrise weder Witz noch Hirngespinst. Laut einer Untersuchung von Statista und YouGov gehört der Klimawandel sogar zu ihren größten Sorgen – hat er sich doch in den letzten Jahren von etwas Abstraktem in etwas sehr Konkretes entwickelt. Er ist spürbar und erfahrbar. In den letzten fünf Jahren, die laut UN die heißeste Periode seit der Vorindustriellen Zeit war, wird für viele ein Blick in den eigenen vertrockneten Garten genügt haben.  

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Wo der Klimawandel in Deutschland zuschlägt.

Tatsächlich ist laut Bundesumweltministerium der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur in Deutschland mit 1,5 °C höher als im globalen Mittel. Dabei hat sich die Zahl der extremen Wetterereignisse in den vergangenen fünfzig Jahren sogar mehr als verdreifacht. Betrachtet man die letzten zwei Jahrzehnte gehört Deutschland laut UN Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR) sogar zu den Top 10 der Länder mit den höchsten finanziellen Schadensbilanzen bei klimabedingten Naturkatastrophen.

 

Flüsse.

Vor allem von Überschwemmungen ist Deutschland stark betroffen. Und sie dürften in Zukunft häufiger auftreten. Denn der Klimawandel sorgt einerseits für mehr Trockenheit, er sorgt aber auch dafür, dass mehr Starkregen runterkommt, weil sich bei hohen Temperaturen mehr Wasserdampf in der Atmosphäre bildet. Eine Studie von Hattermann et al. am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie eine Untersuchung von 35 Forschungsgruppen, die in Nature veröffentlicht wurde, konnten einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und einer Zunahme von heftigen Hochwasserereignissen in Deutschland und Nordwesteuropa empirisch feststellen. 

 

Berge.

Sichtbar ist der Klimawandel auch in den Alpen, die besonders sensibel auf den Klimawandel reagieren. Hoch oben liegt der mittlere Temperaturanstieg gegenüber vorindustrieller Zeit bereits bei 2 °C. In der Folge schmelzen die Gletscher dahin. Laut Lehrstuhl für Physische Geographie der LMU München ist die Fläche der bayerischen Gletscher von 1820 bis 2010 von 4 km² auf 0,7 km² geschrumpft. 2015 waren es nur noch 0,55 km². 

Zusätzlich setzt die Schneeschmelze in den Bergen immer früher im Jahr ein, wodurch die Flüsse nicht mehr gleichmäßig mit Wasser gespeist werden. Im Frühjahr herrscht Hochwasser, im Sommer Niedrigwasser. Vor allem der Rhein, einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas litt 2018 extrem unter dem Wassermangel. Transporte ließen sich schlecht planen oder kaum durchführen, es gab Lieferengpässe, und Kraftwerke mussten ihre Leistung runterfahren, weil ihr Kühlwasser den Fluss zusätzlich erwärmt hätte. Werden niedrige Pegel zur Regel müssen sich komplette Branchen anpassen und die Verbraucher mit höheren Preisen rechnen, etwa bei Rohstoffen. 

 

Wald.

Als CO2-Speicher ist der Wald ist einer der wichtigsten Klimaschützer. Aber auch einer der größten Klimaopfer. Im Juli 2019 hatte der Bund Deutscher Forstleute (BDF) den Klimanotstand für die deutschen Wälder ausgerufen. Über 100 Millionen Altbäume waren durch Trockenheit und Schädlingsbefall abgestorben. Eichen mögen stark sein, aber die Hälfte des Deutschen Waldes besteht aus Fichten und Kiefern, und die mögen die Hitze überhaupt nicht. Sie brechen schnell, brennen schnell, und fehlt ihnen Wasser können sie nur schwer Harz produzieren – ihr wichtigstes Schutzschild gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer. Nach Einschätzung von der Forstwirtschaft in Deutschland erleben wir gerade die größte Borkenkäferplage seit dem 2. Weltkrieg. Entscheidend: Wo Wald fehlt, fehlt einer der wichtigsten CO2-Speicher. Und das treibt den Klimawandel weiter an. 

 

Tiere und Pflanzen.

Für die einheimischen Tiere und Pflanzen wird der Klimawandel zur besonderen Belastungsprobe. Das Bundesamt für Naturschutz rechnet in den nächsten Jahren mit einem Artenschwund bei Tieren und Pflanzen von fünf bis 30 %. Vor allem Tiere in Fließgewässern, Mooren und feuchtem Grünland sind betroffen. Durch die Wärme können sich gleichzeitig neue Arten ausbreiten und alte verdrängen. 

 

Landwirtschaft. 

Ohne Landwirtschaft keine Nahrung. Logisch. Leider ist der landwirtschaftliche Anbau besonders hart vom Klimawandel betroffen. Immer häufiger hat sie erst mit dem Starkregen zu kämpfen, dann mit der Dürre. Im Rekordsommer 2018 lagen die Getreideerträge laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft um 16 % unter dem dreijährigen Mittel der Vorjahre. Am schlimmsten traf es Schleswig-Holstein. Dort fiel die Ernte insgesamt um 31 % niedriger aus. Der finanzielle Schaden belief sich bundesweit auf rund 770 Millionen Euro. Bund und Länder stellten zusammen bis zu 340 Millionen Euro bereit, um einen Teil der Schäden zu begleichen. 

 

Warum Deutschlands Verantwortung groß ist.

Den Klimawandel, kann man natürlich nicht auf ein paar Zeilen reduzieren. Wichtig ist aber sich einzugestehen, dass wir die Folgen längst zu spüren bekommen. Und dass die Verantwortung, dem Wandel entgegenzuwirken bei uns groß ist: Laut Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat Deutschland seit Beginn der Industrialisierung fast 5 % zur globalen Erderwärmung beigetragen. Im Ranking der größten CO2-Verursacher der Welt liegt Deutschland aktuell auf Platz 7, wie es die Emissions Database for Global Atmospheric Research (EDGAR) angibt. China ist derzeit Spitzenreiter, aber man muss auch sehen: Die Deutschen verursachen laut Bundesumweltministerium pro Kopf 20 % mehr CO2 als die Chinesen. Derzeit liegt bei uns der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Kopf bei 9,7 Tonnen CO2. Der Weltdurchschnitt liegt ungefähr bei 5 Tonnen. Da heißt es nur: CO2 runter!

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Wie jeder mithelfen kann.

Die Hauptverantwortung liegt bei Politik und Wirtschaft. Aber die Haushalte müssen mithelfen! Denn sind die Wähler und Verbraucher passiv, werden es die anderen auch. Zum Glück sind die Alltagsmaßnahmen, um sein CO2 zu reduzieren, nicht schwer. Die Basics findest du hier im Link. Die simpelste und zugleich besonders wirkungsvolle Maßnahme ist und bleibt die Umstellung auf Ökoenergie. Sie geht ohne Verhaltensänderung einher, ist mit einer einfachen Online-Bestellung erledigt, verändert aber verdammt viel. Wer privat zum Beispiel Wirklich Ökostrom oder Wirklich Ökogas bezieht, kann seinen CO2-Fußabdruck bereits um bis zu einem ein Fünftel reduzieren. Auch der internationalen Verantwortung wirst du mit deinem Wechsel gerecht. Denn bei Polarstern ermöglicht jeder Wechsel Familien in Entwicklungsländern den Umstieg zu sauberer Energie. Denn die Energiewende kann die Welt nur gemeinsam schaffen. Hilf mit!

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