Kambodscha: Neue Biogasanlagen sorgen für noch mehr Veränderung – zum Guten! | Polarstern Magazin

Polarstern wurde gegründet, weil wir mit Energie die Welt verändern wollen. Unser Engagement in Kambodscha zeigt, dass dazu neben dem Ausbau erneuerbarer Energien genauso ihre effiziente Erzeugung und Nutzung gehört. Mit unseren Partnern bauen wir nicht nur Biogasanlagen für Familien, wir arbeiten auch an einer kontinuierlichen Verbesserung der Anlagentechnik, um mit noch weniger Dung möglichst viel Biogas zu erzeugen. Das Biogas wird immer öfter nicht nur zum Kochen und für Licht genutzt, sondern auch in weiteren Anlagen etwa zur Bewirtschaftung der Acker eingesetzt.

von Michael

Ca. 27.000 Biogasanlagen wurden seit 2006 in Kambodscha gebaut. Ein großer Teil davon geht auf die Kappe von Polarstern-Kunden, die automatisch mit ihrem Wechsel das Biogasanlagenprogramm unterstützen. Die Mitwirkung von Polarstern hat auch dafür gesorgt, dass unser Partner vor Ort, das National Biodigester Programme, die Anlagentechnik weiterentwickeln konnte. Es hat sich gezeigt, wie mit dem neuen Anlagendesign, ein finanzieller Mehrwert für die Bauern geschaffen werden kann, der nicht nur für die Verbreitung der Biogasanlagen im Land entscheidend ist – sondern auch als Muster für eine gelingende Energiewende in den Entwicklungsländern gelten kann.

>>> Ermögliche auch eine Biogasanlage. 

 

Neues Anlagendesign sorgt für noch mehr Leistung – für Menschen, Umwelt und Klima. 

 

Biogaserzeugung steigt um 15 %.

Der wichtigste Aspekt der neuen Biogasanlage ist ihre verbesserte Leistung. Das neue Design ist bis zu 15 % effizienter. Dadurch können auch Familien mit wenig Besitz Biogas erzeugen. Vormals brauchte man mindestens den Mist von zwei Kühen oder sechs Schweinen, um täglich genügend Energie für eine Familie produzieren zu können. Jetzt funktioniert es auch mit weniger Vieh. In den letzten zwei Jahren wurden über 25 % der Anlagen in Kambodscha nach diesem Design gebaut. Auch in der Produktion der Biogasanlagen hat man dazugelernt. Die Fertigstellung geht schneller, und da beim neuen Design Elemente wie die Abdeckung der Anlagenkuppel immer robuster werden, sinken in der Folge auch die Wartungskosten für die Familien.  

 

Immer weniger Kredite nötig.

Weil die leistungsstärkeren Anlagen gleichzeitig 110 US-Dollar günstiger sind, müssen immer weniger Familien einen Mikrokredit zur Finanzierung einer Biogasanlage aufnehmen. So ging die Nachfrage nach einem Mikrokredit in den letzten zwei Jahren sogar um die Hälfte zurück. Sind die Anlagen erst einmal finanziert, sparen sich die Familien außerdem das Geld für andere Energiemittel wie Diesel, Holz, Petroleum oder Autobatterien. Der Bau der Biogasanlage geht nur einmal ins Geld. Danach ist die Energie for free

 

Optimierung beim Düngen.

Bei der Biogasproduktion bleiben immer Gärreste übrig, die Bauern dazu nutzen, ihre Felder zu düngen. Dieser natürliche Dünger schlägt den üblichen Kunstdünger um Längen. Um bis zu 30 % höhere Erträge können die Bauern im Vergleich erwirtschaften. So ist die Anlage nicht nur schnell abbezahlt; wer mehr Ernte zu bieten hat, kann auch mehr verkaufen – und mehr verdienen. Das Wissen über den Einsatz des natürlichen Düngers wird dabei immer größer. Allein im vergangenen Jahr haben etwa 2.400 Bauern an Trainings teilgenommen, die sie im Nährstoff-Management der Erde, der Erzeugung von Kompost und der Organisation der Fruchtfolge schulen.  

Die Biogasanlagen werden immer breiter eingesetzt.

Neben der Weiterentwicklung der Anlagen kümmert sich das National Biodigester Programme auch immer stärker darum, wie das Biogas mehrfach eingesetzt werden kann. Die regenerative Energie entpuppt sich dabei als Einsatz-Allrounder. Für die Verbreitung der Anlagen unter den Bauernfamilien ist dieser Mehrwert ganz wesentlich.

 

Für Wasserpumpen und Generatoren.

Wurden die Anlagen bislang hauptsächlich für den Betrieb von Gaslampen und Gasherden im Haus eingesetzt, nutzen die Bauern sie immer häufiger, um Wasserpumpen zum Laufen zu bringen. So liefert die Biogasanlage nicht nur den Dünger für die Felder, sondern gleichzeitig die Energie um sie effektiv zu bewässern. So verschwindet nicht nur der Kunstdünger vom Feld, auch der Generator für die Wasserpumpe kann mit Biogas statt mit Diesel betrieben werden. Das spart noch mehr Geld – und noch mehr CO2. Zwei in eins.

 

Für Reismühlen und Wärmelampen.

Genauso kommt das Biogas für den Betrieb weiterer Anlagen wie Reismühlen und Wärmelampen zum Einsatz. Letztere werden insbesondere bei der Hühnerzucht benötigt. Das National Biodigester Programme schult die Bauern inzwischen auch in der Nutzung von Gewächshäusern. So lassen sich trotz des Klimawandels ganzjährig Gemüse und Früchte anpflanzen. 

>>> Alle Vorteile der Biogasanlagen auf einen Blick.

Wer Tiere besitzt, hat Mist. Und wer Mist hat, kann seine Energie mit einer Biogasanlage selbst erzeugen. Über den Einfülltank (1) wird der Mist zusammen mit Wasser und anderen organischen Abfällen in die Gärkammer (2) befördert, wo das Gemisch von Bakterien zersetzt wird. Dabei entsteht Biogas, das direkt über Rohre (3) zu den Gaslampen und zu einem Gasherd im Haus geleitet wird (5). Was nicht von Bakterien zersetzt werden kann, bleibt als Schlacke übrig (4). Ein perfekter natürlicher Dünger.

Ein Klick hier, eine Biogasanlage dort.

Bei uns in Deutschland ist der Wechsel zu sauberer Energie in ein paar Klicks geschafft. In einem Entwicklungsland wie Kambodscha ist der Umstieg dagegen eine riesige Sache. Energienetze sind außerhalb der Stadt praktisch nicht vorhanden, die Frage nach dem Bezug von Ökostrom oder Ökogas stellt sich erst gar nicht. Zur Deckung ihres Energiebedarfs bleiben den Menschen Autobatterien, Holz, Dieselgeneratoren oder Petroleum. Wer saubere Energie nutzen möchte, muss sich seine Energieversorgung selbst bauen. Das verlangt den Menschen einen hohen Einsatz ab. Und deshalb helfen wir mit unseren Kunden beim Bau dieser kleinen Biogasanlagen finanziell mit. Als Lösung, dass man trotz weltweit steigendem Energiebedarf, die richtigen Weichen stellen kann, das heißt: nicht mehr CO2 emittieren muss. Jede Biogasanlage spart 4,5 Tonnen CO2 im Jahr. Inzwischen sind so viele neue Biogasanlagen in Kambodscha in Planung, dass wir erst vor Kurzem unser Engagement nach Mali ausweiten konnten. Energiewende weltweit eben. Es klappt wirklich!

>>> Auch eine Biogasanlage ermöglichen.

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