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Wie wird Erdgas erzeugt – und wie entsteht es?

Die Vorkommen von Erdgas sind weltweit verteilt. Die größten Gasreserven befinden sich in Russland, Iran und Katar. In Deutschland lagert das meiste Erdgas in bzw. unter Niedersachsen. Während Erdöl bei zunehmendem Drücken und steigenden Temperaturen meist ab ca. 70° Celsius in circa 2.000 Metern entsteht, bildet sich Erdgas häufig erst bei Temperaturen von 120 bis 180° Celsius, häufig etwa 4.000 bis 6.000 Meter unter der Erdoberfläche.

Die feinkörnigen Gesteinsschichten, in denen sich Erdgas entwickelt, werden Muttergestein genannt. Durch sogenannte permeable Sedimente migriert das Erdgas von dort aus langsam Richtung Erdoberfläche, und entweicht entweder in die Atmosphäre oder stößt auf undurchdringliche Gesteinsschichten und sammelt sich in den darunter liegenden porösen Gesteinsformationen.

Erdgas-Gewinnung sehr aufwendig.

Erdgas wird an Land wie auf dem Meer über Bohrtürme gefördert, wobei das Vorkommen in flachen Gebieten heute gering ausfällt. Daher liegen die Erdgaslagerstätten oft Hunderte Meter in der Tiefe. Das macht die Erdgasförderung zu einem aufwendigen Unterfangen.

Ökogas hingegen wird meist in Biogasanlagen aus pflanzlichen Rest- und Abfallstoffen gewonnen. Ökogas ist um ein Vielfaches klimafreundlicher als fossiles Erdgas. Bei Polarstern kannst du echtes Ökogas beziehen, das auf nachhaltige Weise aus pflanzlichen Rest- und Abfallstoffen in Europa erzeugt wird.

Wie kommt Gas zu uns und woher bezieht Deutschland sein Gas?

Transportiert wird Erdgas im Normalfall über Pipelines, die sowohl unter- als auch oberirdisch verlaufen können. Zudem gibt es Unterwasser-Pipelines wie in der Ostsee Nord Stream 1 und 2, die seit dem Sabotageakt im September 2022 außer Betrieb sind.

Um den Transport des Gases zu gewährleisten, ist ausreichend Druck in den Leitungen nötig. Um den benötigten Druck auch über lange Strecken aufrechtzuerhalten, sind entlang der Gas-Pipelines in Abständen zwischen 100 und 400 km Verdichter installiert, die die Gasmoleküle vorantreiben. Die durchschnittliche Transportgeschwindigkeit von Erdgas in Pipelines beträgt 20 km/h.

Gasimporte: Woher Deutschland Erdgas bezieht.

Zwar gibt es in Deutschland einige Erdgasvorkommen, diese sind aber so klein, dass wir stark auf Importe aus anderen Ländern angewiesen sind. Ungefähr 95 % seines Erdgasbedarfs muss Deutschland aktuell importieren. Über die heimische Gasförderung werden laut Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) gerade mal 5 % des Bedarfs gedeckt – Tendenz rückläufig.

Deutschland importiert hauptsächlich Erdgas, seit einiger Zeit aber auch vermehrt LNG-Gas, also Flüssiggas, wofür extra neue LNG-Terminals gebaut wurden. Die folgende Grafik zeigt, woher die Gasimporte im Jahr 2025 kamen.

Gasimporte: Norwegen war 2025 Deutschlands wichtigster Gaslieferant, gefolgt von Niederlande und Belgien. © Bundesnetzagentur

Deutschland hat im Jahr 2025 nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur insgesamt 1.031 TWh (2024: 864 TWh) Erdgas importiert. Wichtigster Gasimporteur für Deutschland ist Norwegen.

Starke Abhängigkeit von USA bei LNG-Importen.

Die deutschen LNG-Importe steigen seit 2025 an, wie die Handelsentwicklung zeigt, wobei Kritiker eine riskante Abhängigkeit von den USA bei den Flüssiggasimporten sehen. Insgesamt wurden 2025 106 TWh Erdgas über deutsche LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran nach Deutschland importiert. Das entspricht einem Anteil von 10,3 % an den gesamten deutschen Gasimporten. Nach Angaben des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.) stammten 2025 rund 96 % der deutschen LNG-Importe aus den USA.

So findest du gutes Ökogas

Ökogas spielt bei der Importbilanz so gut wie keine Rolle. Es hat aber inzwischen eine zunehmende Bedeutung bekommen, nicht nur wegen des neuen Heizungsgesetzes, sondern auch weil wir bei der Ökogaserzeugung weniger stark von anderen Ländern (in Krisenregionen wie dem Nahen Osten), globalen Lieferwegen oder autokratisch regierten Ländern abhängig sind.

Ökogas von Polarstern – nachhaltig und aus Europa.

Echtes Ökogas hat einen großen Impact fürs Klima. Während Erd- und Flüssiggas klimaschädlich sind, ist Ökogas die Lösung für nachhaltige Wärmeversorgung. Polarstern ist einer der wenigen Anbieter, der ausschließlich Ökogastarife mit 100 % Biogasanteil anbietet. Unser Wirklich Ökogas wird in Anlagen in Ungarn und Großbritannien erzeugt, wobei zur Erzeugung ausschließlich Rest- und Abfallstoffe oder pflanzliche Ressourcen genutzt werden.

Unser Ökogas ist erneuerbar und geprüft vom TÜV Nord. Zusätzlich sind wir als Unternehmen mit Polarstern für unser nachhaltiges Handeln zertifiziert durch die Gemeinwohl-Ökonomie und B Corp. Berechne jetzt deinen individuellen Tarif und wechsle in wenigen Minuten!

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So funktioniert das deutsche Gasnetz – und so sieht es aus.

Ein deutsches Gasnetz an sich gibt es eigentlich nicht, denn das Gasnetz muss man aus europäischer Sicht sehen. Vor allem aus Osteuropa und Russland, wo große Gasvorkommen liegen, führen viele kontinentale Fernleitungen nach Mittel- und Westeuropa, wo sie sich verzweigen. So gibt es auch Grenzübergänge beim Pipelinenetz, wie die Karte unten zeigt. Hinzu kommt ein engmaschiges Gasverteilnetz innerhalb Deutschlands bis hin zum Endverbraucher.

Das deutsche Gasnetz besteht laut Bundeswirtschaftsministerium aus dem Fernleitungsnetz mit einer Länge von ca. 40.000 Kilometern sowie dem Verteilnetz mit einer Länge von knapp 560.000 Kilometern.

Neben den vielen Gas-Leitungen sind für das Funktionieren des Gasnetzes und der Versorgung auch die Gasspeicher wichtig (siehe Kapitel unten), in denen Gas über das Jahr gelagert wird. „Die Erdgasspeicher dienen als saisonaler Ausgleich, um ein konstantes Erdgasangebot mit einem saisonal abhängigen Gasbedarf auszugleichen“, schreibt die Bundesnetzagentur. Der größte Gasspeicher Deutschlands liegt in Rehden in Niedersachsen und ist auch einer der größten Europas.

Das deutsche Gas-Fernleitungsnetz im Überblick (Stand: Januar 2024). © Fernleitungsnetzbetreiber

Gasspeicher in Deutschland: Größte Speicher, Anzahl & mehr.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, existieren in Deutschland 44 große Untertage-Gasspeicher an 32 Standorten. Diese Speicher liegen in Tiefen von bis zu 2.000 Metern und haben eine Gesamtkapazität von etwa 23 Milliarden Kubikmetern Gas, was 230 Milliarden Kilowattstunden entspricht.

Zum Vergleich: An kalten Wintertagen decken diese Speicher bis zu 60 % des Erdgasbedarfs in Deutschland.

Größter Gasspeicher Deutschlands ist Rehden in Niedersachsen.

Der Gasspeicher Rehden im Landkreis Diepholz ist Deutschlands größter Erdgasspeicher und einer der größten Porenspeicher in Westeuropa. Er liegt 2.000 Meter unter der Erde. Das Volumen beläuft sich laut dem Betreiber auf rund 4 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Diese Menge reicht, um zwei Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen, informiert die Astora GmbH. Der Erdgasspeicher Rehden macht allein fast ein Fünftel der gesamten deutschen Speicherkapazität aus.

Der Speicher Rehden liegt an einem Knotenpunkt mehrerer deutscher Erdgasleitungen und spielt damit eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas.

Tabelle: Die 4 größten Erdgasspeicher in Deutschland.

SpeicherStandortSpeichervolumen
RehdenRehden (Niedersachsen)3,9 - 4,4 Mrd. Kubikmeter
EtzelEtzel (Niedersachsen)3,9 Mrd. Kubikmeter
JemgumJemgum (Niedersachsen)900 Millionen Kubikmeter
EpeGronau (Nordrhein-Westfalen)2,5 Mrd. Kubikmeter

Quelle: Betreiber-Informationen.

Es gibt zwei Arten von Gasspeichern in Deutschland:

Kavernenspeicher.

Große Hohlräume in mächtigen Salzstöcken tief unter der Erdoberfläche, entstanden durch den Bergbau.

Porenspeicher.

Natürliche Gasspeicher aus Schwammgestein, das in der Vergangenheit Erdgas gespeichert hatte.

Füllstände und Versorgungslage: Wie die Gasversorgung geregelt ist.

Deutschland heizt noch immer zum Großteil mit Gas. Zwei Drittel aller deutschen Haushalte heizt mit Gas, und auch in der Industrie spielt der Energieträger noch immer eine sehr wichtige Rolle. Zum Leidwesen von Verbraucher:innen und Unternehmen, wenn der globale Gaspreis durch politische Ereignisse wie Kriege nach oben getrieben wird.

Deshalb ist die Versorgung von nationaler Wichtigkeit und Bedeutung. Wie wichtig und am seidenen Faden die Gas-Versorgung hängen kann, hat Deutschland zu Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erlebt. Seitdem hat die Öffentlichkeit ein wacheres Auge auf die Versorgung mit Gas und Gasspeicherfüllstände sind inzwischen deutlich mehr im Fokus als früher. Auch deswegen gibt es die Gasspeicherfüllstandsverordnung, um jedes Jahr die Versorgung mit Gas für Deutschland sicherzustellen.

Das sieht die Gasspeicherfüllstandsverordnung vor:

Nach der Gasspeicherfüllstandsverordnung gelten zum 1. November eines jeden Jahres folgende Zielvorgaben für die Gasspeicherfüllstände:

  • 80 % für alle Speicheranlagen (Regelfall) und
  • 45 % für die Anlagen in Bad Lauchstädt, Frankenthal, Hähnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen.
  • In der Gesamtbetrachtung führt das zu einem Füllstand über alle deutschen Speicher von 70 %.

Zum 1. Februar gelten diese Speicherfüllstände:

  • 30 % für alle Speicheranlagen (Regelfall)
  • 40 % für die vier bayerischen Speicheranlagen Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg

Quelle: Bundesnetzagentur, Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 5. Mai 2025.

Tipp: Aktuelle Daten zu den Speicherfüllständen und historische Verläufe kann man direkt bei der Bundesnetzagentur einsehen. Auch mit der INES-Speicherkarte lassen sich die aktuellen Gasspeicher-Füllstände checken.

Gasverbrauch zuhause: Was ist normal?

Ab wann ist der Gasspeicherfüllstand kritisch?

Pauschal kann man keinen Prozentwert nennen, da es auf Faktoren wie Wetter, Jahreszeit und Lieferwege oder eben nicht funktionierende Transportwege ankommt. So kann ein relativ geringer Füllstand im Frühjahr völlig unbedenklich sein, wenn die Heizperiode ohnehin rum ist und gleichzeitig die Belieferung mit Gasimporten sichergestellt ist.

Anders sieht das natürlich zu Beginn des Winters oder im Herbst aus. Wenn hier die Füllstände sehr gering sein sollten, wäre das kritisch für die Gasversorgung. Dafür gibt es aber ja die Gasspeicherfüllstandsverordnung.

20 % Füllstand gelten als kritische Marke.

Dennoch gibt es einen Prozentwert, ab dem es kritisch wird: Technisch gesehen gilt der Gasspeicher-Füllstand laut dem Notfallplan Gas bei 20 % als kritisch. Fällt der Speicherstand unter diese Marke, kann der benötigte Gasdruck in den Leitungen nicht mehr aufrechterhalten werden. In der Folge würde die Entnahmeleistung sinken. Ein geringes Unterschreiten dieser Schwelle führt nicht automatisch zu Problemen in der Gasversorgung, erfordert aber erhöhte Aufmerksamkeit.

Wird die Gasheizung zur Kostenfalle?

Wachsende Bedeutung: Wärmewende klappt nur mit Ökogas.

Die Wärmewende im Gebäudesektor gehört zu den zentralen Herausforderungen der Energiewende und Klimaneutralität bis 2045. Rund ein Drittel der CO₂-Emissionen in Deutschland entsteht durch das Heizen und die Warmwasserbereitung. Während der Ausbau von Wärmepumpen und die Elektrifizierung eine wichtige Rolle spielen, zeigt sich zunehmend: Allein mit Strom wird die Wärmewende nicht gelingen. Ökogas gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung.

Auch durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (Nachfolger des GEG) werden grüne, nachhaltige Gase in den kommenden Jahren nochmals an Wichtigkeit gewinnen. Echtes Biogas ist somit eine wichtige Ergänzung zu Wärmepumpen im Heizungsbestand.

Ökogas spielt Schlüsselrolle im Gebäudebestand

Besonders im Gebäudebestand zeigt sich, warum die Wärmewende ohne Ökogas schwer umsetzbar ist. Millionen Heizsysteme in den Haushalten sind heute noch auf Gas und die Infrastruktur ausgelegt. Ein vollständiger Austausch braucht viel Zeit, Investitionen und Fachkräfte.

Echtes Biogas bietet hier eine sofort verfügbare und klimafreundliche Brückenlösung – und perspektivisch mehr:

  • Kurzfristig: Reduktion von Emissionen ohne Systemwechsel
  • Mittelfristig: Kombination mit Hybridlösungen (z. B. Wärmepumpe + Gaskessel)
  • Langfristig: Integration weiterer erneuerbarer Gase wie grüner Wasserstoff

Der große Vorteil von echtem Biogas liegt in seiner direkten CO₂-Einsparung. Wird Biogas aus Reststoffen erzeugt, entsteht ein nahezu geschlossener Kohlenstoffkreislauf. Zusätzlich entstehen weitere positive Effekte:

  • Methanemissionen werden reduziert, etwa durch die Vergärung von Gülle.
  • Regionale Wertschöpfung wird gestärkt.
  • Meist kaum Abhängigkeit von globalen Lieferketten und Importen.
  • Abfälle werden sinnvoll genutzt statt entsorgt.

Damit kann Biogas im Vergleich zu fossilem Erdgas die Treibhausgasemissionen deutlich senken – je nach Herkunft und Aufbereitung teilweise um über 80 %.

Polarsterns Ökogas.

In unseren Ökogas-Tarifen steckt immer 100 % erneuerbare Energie, sprich Rest- und Abfallstoffe oder pflanzliche Ressourcen. Bei Polarstern kannst du aus sechs Tarifen auswählen, mit oder ohne Laufzeit und mit fixem oder flexiblem Arbeitspreis.

Ökogas ist sinnvoll.

Der größte Teil der privaten Treibhausgasemissionen entfällt auf das Heizen. Dabei sind die Mehrheit der Heizungen Gasheizungen, Ökogas lässt sich also ohne Umrüstung des Heizsystems sofort nutzen.

Einfacher Wechsel.

Klimabewusst heizen ist denkbar einfach: Du meldest dich online bei uns in 5 Minuten an, wir melden deinen alten Vertrag ab. Schnell, sicher und monatlich kündbar. Deine Versorgung ist jederzeit gesichert.

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Portrait von Ludwig.

Ludwig. | Team Wirklich

E‑Mail:  ludwig.o@polarstern-energie.de

Ludwig ist ausgebildeter Journalist und hat viele Jahre bei einem großen Medienhaus in München gearbeitet. Bei Polarstern ist er Redakteur im Marketing-Team und schreibt Artikel für das Polarstern-Magazin und Neuigkeiten für unsere Newsletter. Außerdem kümmert er sich um Events wie die Earth Hour und den Isar Cleanup.