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Social Entrepreneurship
Social Entrepreneurship

Kurz erklärt: Was ist Social Entrepreneurship?

Social Entrepreneurship bedeutet, mit unternehmerischen Mitteln gesellschaftliche oder ökologische Probleme zu lösen. Anders als bei klassischen Unternehmen steht nicht die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt, sondern die Wirkung: zum Beispiel weniger Armut, bessere Bildung, Klimaschutz, Inklusion oder Zugang zu sauberer Energie.

Bei so vielen Unternehmen, die mit ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung werben, würde man meinen, die Wirtschaft hätte ihre Probleme längst gelöst. Doch wenn man ehrlich ist: Viele Unternehmen engagieren sich, weil sie Schäden ausgleichen wollen, die sie zuvor selbst verursacht haben – etwa auch Umwelt- und Klimaschäden. Oder weil es gesellschaftlich erwartet und gesetzlich gefordert wird. So sind immer mehr Unternehmen dazu verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen und ihren Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft – positiv wie negativ – offenzulegen.

Andererseits: Weil Regeln auf EU-Ebene gerade vereinfacht und Fristen verschoben werden, wird der Blick auf Unternehmen umso wichtiger, bei denen Wirkung nicht nur Berichtspflicht, sondern Geschäftsmodell ist.

Klassische Unternehmen vs. Sozialunternehmen.

Klassische Unternehmen: Gewinn steht im Mittelpunkt.

Was unterscheidet Social Entrepreneurships von klassischen Unternehmen? Im Kern wirtschaften klassische Unternehmen zunächst für den finanziellen Gewinn, nicht um gesellschaftliche oder ökologische Probleme zu lösen. Ein positiver Einfluss auf die Umwelt oder die Natur ist zwar nice-to-have, aber nicht das eigentliche Ziel. Leider hält sich nach wie vor die Vorstellung, dass verantwortungsvolles Wirtschaften dem wirtschaftlichen Erfolg im Weg steht.

Sozialunternehmen: Wirkung steht im Mittelpunkt.

Zum Glück sehen das immer mehr Unternehmen anders. Sozialunternehmen – oder Social Businesses, wie sie auch genannt werden, verbinden wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Nutzen von Anfang an. Nicht als Zusatz, sondern als Kern ihres Geschäftsmodells. Der soziale und ökologische Mehrwert ist entweder das oberste Ziel oder steht zumindest gleichberechtigt neben dem finanziellen Gewinn. Das Produkt selbst wird zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems.

Polarstern als Social Business

Was ist der Unterschied zwischen Social Business, Sozialunternehmen und Social Enterprise?

Social Business, Sozialunternehmen, Social Entrepreneurship, Social Enterprise – bei dem Thema geistern viele Begriffe umher. Oft werden sie synonym verwendet. Und tatsächlich haben sie einen gemeinsamen Kern: Sie wirtschaften mit dem Ziel, gesellschaftliche oder ökologische Probleme zu lösen. Und doch gibt es nuancierte Unterschiede.

    Social Business.

    Der Begriff wurde stark durch den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus geprägt. Der Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesch gründete die Grameen Bank, die seit den 1980er Jahren Mikrokredite vergibt. Im engeren Sinn beschreibt der Begriff Social Business Unternehmen, die ein gesellschaftliches Problem lösen wollen und Gewinne vor allem in die eigene Wirkung reinvestieren. Im Alltag wird der Begriff aber oft breiter verwendet – ähnlich wie Sozialunternehmen.

    Sozialunternehmen.

    Deutscher Oberbegriff für Unternehmen, die wirtschaftlich arbeiten und dabei einen sozialen oder ökologischen Zweck verfolgen. Der Begriff ist breiter als Social Business und umfasst verschiedene Geschäftsmodelle, Rechtsformen und Wirkungsbereiche.

    Social Enterprise.

    Englisches Pendant zum Sozialunternehmen. Der Begriff wird vor allem im internationalen Kontext verwendet und beschreibt Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf gesellschaftlichen oder ökologischen Impact ausgerichtet ist.

    Social Entrepreneurship.

    Beschreibt den unternehmerischen Ansatz hinter solchen Unternehmen: Gründer:innen entwickeln mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für gesellschaftliche oder ökologische Probleme. Es geht also weniger um die Organisationsform – sondern darum, wie Wirkung entsteht.

Beispiele für Social Entrepreneurship in Deutschland.

Kuchen gegen Einsamkeit.

Ein runder Kuchen, aufgeschnitten, mit weißem Zuckerguss und bunten getrockneten Blütenblättern obendrauf.

Wie kann ein Produkt ein gesellschaftliches Problem lösen? Wie kann man sich das vorstellen? Ein gutes Beispiel dafür ist das Unternehmen Kuchentratsch. Das Münchner Social Business ist ein Hersteller von Kuchen. Die Kuchen werden von Senior:innen gebacken und sowohl online als auch in Cafés verkauft. Die Idee: Man greift auf das Know-how von Omas und Opas zurück, integriert diese zurück in den Arbeitsmarkt und unternimmt gleichzeitig etwas gegen Einsamkeit im Alter. Die Kund:innen können sich im Gegenzug auf Kuchen wie bei Oma freuen – inklusive persönlicher Geschichte. Denn auf jedem Kuchen steht, wer ihn gebacken hat.

Warum die soziale Komponente funktioniert.

Bei Social Businesses ist der gesellschaftliche Zweck kein Beiwerk, sondern Grundlage des Geschäfts. Ohne ihn gäbe es das Produkt so nicht. Gleichzeitig funktioniert der soziale Ansatz nur, weil das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist. Genau darin liegt die Stärke: Social Businesses denken Wirkung und Wirtschaftlichkeit zusammen. Nicht entweder–oder, sondern sowohl–als–auch.

Mehr Beispiele für Sozialunternehmen und Social Entrepreneurships.

Sozialunternehmen gibt es so gut wie in allen Branchen. So zeigt etwa der Bierhersteller Quartiermeister, dass ein Feierabendbier lokale soziale Projekte finanzieren kann. AfB beweisen, dass ökologische und soziale Wirkung zusammengehen – indem sie IT wiederaufbereiten und gleichzeitig inklusive Arbeitsplätze schaffen. Weitere Beispiele, die du dir mal anschauen kannst:

EcosiaEine Suchmaschine, die ihre Werbeeinnahmen nutzt, um weltweit Bäume zu pflanzen und Klimaschutzprojekte zu finanzieren. Jede Suchanfrage wird so zum kleinen Beitrag für eine grünere Zukunft.
EinhornProduziert vegane und fair gehandelte Kondome sowie Periodenprodukte. Ein Teil der Erlöse fließt zurück in soziale und ökologische Projekte – ganz im Sinne der sogenannten „Fairstainability“, die fairen Handel und Nachhaltigkeit zusammenbringt.
soulbottlesStellt klimaneutrale, plastikfreie Trinkflaschen aus Glas her und engagiert sich darüber hinaus für den Zugang zu sauberem Trinkwasser – sowohl durch Spenden als auch durch politische Arbeit.
LemonaidProduziert Bio-Limonaden und Eistees aus fairem Handel. Von jeder verkauften Flasche fließt ein fester Betrag in soziale Projekte im globalen Süden.
KuchentratschEin soziales Back-Startup, bei dem Seniorinnen und Senioren gemeinsam Kuchen backen – gegen Einsamkeit im Alter und für ein zusätzliches Einkommen sowie mehr gesellschaftliche Teilhabe.
shareVerkauft Alltagsprodukte nach dem „1+1“-Prinzip: Für jedes gekaufte Produkt wird eine konkrete Hilfeleistung ermöglicht – etwa eine Mahlzeit, sauberes Trinkwasser oder Hygieneartikel für Menschen in Not.

Polarstern – das Social Business im Energiemarkt.

Solaranlagen auf einem Dach unter einem hellen Himmel.

Und dann gibt es natürlich noch uns, Polarstern. Wir sind das Social Business im Energiemarkt. Bei uns ist es die Energie, die einen ökologischen und sozialen Mehrwert bietet: Jede Kilowattstunde unserer Ökoenergie fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien – zusätzlich unterstützt jede Kundin und jeder Kunde jedes Jahr über uns den Ausbau erneuerbarer Energien in Kambodscha und Madagaskar. Dort schafft die Energie neue Möglichkeiten: wirtschaftlich gesehen, aber auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Durch das Produkt wird so ein gesellschaftlicher und ökologischer Impact geschaffen.

Unterstütze den Ausbau.

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Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften.

Unsere Aufgabe, die Energiewende weltweit voranzutreiben, ist dabei eng mit unserer Auffassung von Wirtschaft verknüpft. Sie muss sich verändern. Nur wenn wir ressourcenschonend und emissionsarm, innovativ und sozial verantwortungsvoll wirtschaften, können wir die Klimaziele erreichen. Das fördert Innovation und ebenso Wirtschaftlichkeit. Denn gerade der Klimawandel stellt eine enorme Herausforderung für die Wirtschaft dar.

Sozialunternehmen und Wachstumschampion.

Dass gerade Gemeinwohlorientierung wirtschaftlich erfolgreich ist, zeigt unsere Auszeichnung zum Europe's Long-Term Growth Champion 2026 durch die Financial Times und statista. Das Ranking umfasst 300 Unternehmen mit besonders starkem langfristigem Umsatzwachstum zwischen 2014 und 2024.

Landkarte: Social Businesses per Klick finden.

Karte von Deutschland mit blauen nummerierten Kreisen und schwarzen Ortsmarkierungen.

Es gibt noch so viel mehr Unternehmen, die sozial und ökologisch wirtschaften. Du findest sie auf unserer Landkarte der Social Businesses – die Unternehmen eint, dass sie entweder Certified B Corporations sind, eine Gemeinwohlbilanz nach den Kriterien der Gemeinwohl-Ökonomie veröffentlicht haben oder Mitglied im Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschland sind.

Zur Social-Business-Map

Welche Zertifizierungen helfen bei der Orientierung?

Zertifizierungen sind ein guter Hinweis, um herauszufinden, welche Unternehmen es mit ihrem gesellschaftlichen und ökologischen Auftrag ernst meinen – und welche nicht. Das können auch Unternehmen sein, die zwar nicht als Social Business oder Enterprise gegündet wurden und dennoch hohe ökologische und soziale Standards setzen wollen. Warum das glaubwürdig ist? Weil die Zertifizierungsprozesse anspruchsvoll sind. Viele Unternehmen lassen ihr Handeln zum Beispiel prüfen von:

    Gemeinwohl-Ökonomie

    Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine Bewegung für ein Wirtschaftssystem, in der Geld nur eins von vielen Unternehmenszielen ist. Vielmehr soll ein ökologischer und sozialer Mehrwert erwirtschaftet werden. In Gemeinwohlbilanzen dokumentieren Unternehmen ihren Nutzen für Gesellschaft und Umwelt. Die Berichte werden von externen Auditor:innen überprüft und bewertet. Denn wer etwas verändern will, muss erst mal wissen, wo er/sie selbst steht.

    B Corp™

    Certified B Corporations™ wie Polarstern sind Teil einer globalen Gemeinschaft von Unternehmen, die sich gemeinsam für den Wandel einsetzen und eine Wirtschaft vorantreiben, die den Menschen und dem Planeten zugutekommt. B Corps erfüllen definierte Standards für soziale und ökologische Leistung, Transparenz und Verantwortlichkeit und werden von der Non-Profit-Organisation B Lab überprüft.

Diese Standards machen sichtbar, wie ein Unternehmen wirtschaftet – von Lieferketten über Umweltwirkungen bis zu sozialen Kriterien. Entscheidend dabei ist nicht nur das Label, sondern die Offenlegung der Ergebnisse.

Diese Siegel hat Polarstern

Fazit: Deine Entscheidung für Sozialunternehmen zählt.

In Zeiten, in denen sich viele Unternehmen einen grünen Anstrich geben, ist es umso wichtiger zweimal hinzusehen. Denn viele Unternehmen bieten vielleicht ein nachhaltiges Produkt an oder starten eine ökologische Aktion (etwa eine Spendenkampagne) – wirtschaften aber ansonsten eben nicht im Einklang mit fairen Lieferketten, Umwelt- oder Klimaschutz. Langfristig treten so keine Verbesserungen ein. Mit Sozialunternehmen entscheidest du dich bewusst für ein Produkt, in dem der gesellschaftliche und ökologische Mehrwert bereits integriert ist. Am Ende läuft es auf eine einfache Frage hinaus: Welche Art von Wirtschaft wollen wir unterstützen?

Portrait von Michael.

Michael. | Team Wirklich

E‑Mail:  [email protected]

Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.