Social Business: Was das ist und wie es funktioniert. | Polarstern Magazin

Social Business, Social Entrepreneurship, Social Enterprise, Sozialunternehmen... egal, wie man sie nennt, ihr Merkmal ist immer das gleiche: Nachhaltigkeit und Gemeinwohl sind Teil ihrer DNA.

Inhalt:

 

Vor der Arbeit stelle ich mein Fahrrad oft neben einem Stromkasten ab, auf dem mir ein Aufkleber die Worte „Kapitalismus abschaffen!“ entgegen brüllt. Ich stimme zu: Geldgier verabscheue ich, aber der Aufkleber hat als Lösung nur eine hochgereckte Faust parat. Um die Gesellschaft wirklich zu verändern, müssen Alternativen her. Krakeele und Fäuste reichen nicht - sie schaden oft sogar. Es braucht vielmehr konkrete Angebote, mit denen jeder von uns im Alltag zu einem neuen Wirtschaften beitragen kann. Solche Angebote schaffen Unternehmen der Social Economy: Social Businesses.

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Was ein Social Business will. 

Es liegt an Unternehmen selbst, die Wirtschaft besser und sozialer zu gestalten. Und Social Businesses – im Deutschen auch unter dem etwas klobigen Begriff Sozialunternehmen bekannt – machen genau das. Sie verkaufen Produkte, die zur Lösung von gesellschaftlichen oder ökologischen Herausforderungen beitragen – sei es der Klimawandel, Lücken im Bildungssystem oder demografischer Wandel. Social Businesses maximieren nicht finanzielle Gewinne, sondern wirtschaften sozial und nachhaltig – nehmen der Gesellschaft nichts weg, sondern geben ihr etwas.

Wie erklären unsere Gründer ihren Mamas, was ein Social Business ist? Schau dir das Video an:

Aber erst durch Kunden wird der Gemeinwohlnutzen eines Social Business real. Eine Idee kann noch so toll sein: Wenn sie nicht von Endkunden wie dir und mir gekauft wird, verschwindet sie bald und es bleiben uns nur die konventionellen Standardprodukte. Jeder kann also mit simplen Kaufentscheidungen etwas dafür tun, dass sich die Social Economy durchsetzt.

 

Was Polarstern zum Social Business macht.

Von den Produkten eines Social Business haben auch diejenigen etwas, die das Produkt gar nicht bestellt haben. Die Vorteile kommen bei allen an. Mit Polarstern haben wir uns einen Wunsch erfüllt: einen Energieversorger aufzuziehen, wie es ihn bis dahin noch nicht gab. Einen, der die Energiewende weltweit vorantreibt und gemeinwohlorientiert wirtschaftet. Das ist nicht lax daher gesagt, sondern passiert wirklich. Wir leben die Werte der Gemeinwohl-Ökonomie nicht nur bei unserem Energieangebot, auch gegenüber unseren Mitarbeitern, unseren Kunden und unseren Partnern und Lieferanten. Es geht um das "wie" wir wirtschaften und nicht nur darum, was wir anbieten.

Schau dir das Video an und lerne Polarstern in 93 Sekunden kennen:

 

Dazu gehört für uns auch, über den Tellerrand zu schauen und die weltweite Energiewende anzustoßen: Mit jedem Kunden, den wir mit unseren Wirklich Ökostrom oder Wirklich Ökogas beliefern, investieren wir in den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und in Kambodscha und Mali. Dort stoßen wir den Bau von Biogasanlagen an. Die positiven Effekte dieser DIY-Energiewende sind enorm. Auch für uns, hier in Deutschland.

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In Kambodscha und Mali stoßen Polarstern-Kunden mit ihrem Wechsel den Bau von Biogasanlagen an.

 

Warum ein Social Business Geld verdienen muss.

„Ihr wollt ja auch nur Geld verdienen!" – das ist ein häufiger Vorwurf an ein Sozialunternehmen. Die Behauptung ist nicht grundlegend falsch, denn wir müssen als Social Business sogar Geld verdienen. Nur so können wir auch immer mehr in die weltweite Energiewende investieren. Wenn nichts da ist, kann auch nichts investiert werden. Im Herbst 2018 konnten wir unser weltweites Engagement von Kambodscha auf Mali ausweiten. Damit ist ein Traum wahr geworden!

Wichtig ist beim Wirtschaften im Social Business jedoch, dass es eben nicht "nur" ums Geld verdienen geht, und dass es nicht auf Kosten von Gesellschaft und Umwelt passiert. Kurz gesagt: Gewinn ist, wenn alle gewinnen. 

Sozialunternehmen müssen sich als echte Alternative zu den klassischen Unternehmen positionieren, die primär das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen. Wir müssen konkurrenzfähige Alternativen schaffen, denn nur dann entscheiden sich Kunden für Social Businesses und unterstützen damit die Social Economy. Das gilt für die Energieversorgung, genauso wie für faire Kleidung, gesundes Essen und alle anderen Dinge, die wir im Alltag brauchen und nutzen. Jede gute Idee ist eine Bewegung - und du kannst sie unterstützen.

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Warum ein Social Business mehr Gewinn abwirft.

Oft höre ich, Social Business rechne sich nicht und hätte keine Zukunft. Dem widerspreche ich entschieden, leidenschaftlich und aus eigener Erfahrung: Wir haben Polarstern 2011 als Sozialunternehmen gegründet und sind heute einer der wenigen etablierten, wirklich unabhängigen Ökoenergieversorger. Ob bei Öko-Test, bei Utopia, bei eKomi, bei Robin Wood etc. wir gehören zu den Testsiegern und werden ausdrücklich empfohlen. Das macht uns stolz und zeigt: Es geht. Du kannst Gutes tun und erfolgreich dabei sein.

Man kann auch weiter gehen und sagen: Ein Social Business ist profitabler als konventionelle Unternehmen. Nämlich dann, wenn die Wirtschaft endlich die soziale und ökologische Rendite als das wahrnimmt, was sie ist: Profit. Social Businesses werfen neben dem monetären, auch einen ökologischen und sozialen Gewinn ab – ein dreifacher Gewinn, von dem alle profitieren.

 

Wie du die Social Economy unterstützt. 

Es gibt einen klaren Trend zu mehr Social Businesses und das ist ein tolles Signal. Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) hat bereits über 250 Mitglieder, ebenso der grüne Lobbyverband UnternehmensGrün. In der alternativen Wirtschaftsbewegung Gemeinwohl-Ökonomie sind bereits mehr als 2.220 Unternehmen organisiert.

Schau dir das Video an und finde heraus, wie es ist bei einem Social Business zu arbeiten:

Allerdings: Wenn wir die Wirtschaft wirklich umkrempeln wollen, müssen wir zeigen, dass wir die Social Businesses wirklich wollen. Dazu müssen wir sie beim Einkaufen bevorzugen. So lange, bis auch die restliche Wirtschaft endlich kapiert, dass es kein Gewinn sein kann, wenn nur einer etwas davon hat – sondern dass es immer um alle geht. Dann wird auch aus der Faust am Stromkasten, an dem ich mein Fahrrad abstelle, eine freundliche Hand, die zum Einschlagen einlädt. Gemeinsam geht eben mehr! 

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.