Ein hoher Autarkiegrad und ein hoher Eigenverbrauch des erzeugten Stroms entscheiden zunehmend darüber, ob sich Mieterstrom rechnet. Unterstützt wird dies durch die geplante Kürzung der EEG-Einspeisevergütung, die nach aktuellem Planungsstand schon ab 2019 alle Mieterstromprojekte mit PV-Anlagen über 40 Kilowatt-Peak (kWp) betrifft.

Inhalt: Was die Verbreitung von Gewerbespeichern im Mieterstrom fördert.

 

Mit der Installation eines Gewerbespeichers im Mieterstrom verbessern Immobilienbesitzer die Wirtschaftlichkeit des Mieterstromangebots. Mieter erzielen eine höhere Stromkostenersparnis und es eröffnen sich weitere Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel Peak Shaving, Notstromversorgung oder die Teilnahme am Regelenergiemarkt. Damit tragen Mieterstromprojekte auch zur Stabilisierung der Stromnetze bei.

>>> Beispiele für Mieterstromprojekte mit und ohne Speicher. 

 

Diese 7 Aussichten fördern die Verbreitung von Gewerbespeichern im Mieterstrom.

 

1. Verbesserte Wirtschaftlichkeit.

Die Investitionen in einen Gewerbespeicher rechnen sich immer besser: Das Delta zwischen selbst erzeugtem und genutztem Strom und Strom aus dem öffentlichen Netz wächst angesichts steigender Börsenstrompreise und Netzentgelte. 

Fallbeispiel:

Bei einer 50 kWp PV-Anlage, die im November 2018 errichtet wurde, beträgt die Differenz zum Arbeitspreis des örtlichen Grundversorgungstarifs bereits mehr als 15 Cent je Kilowattstunde. Errichtet wurde die Anlage zu Kosten von 1.000 Euro je kWp, mit einem spezifischen Ertrag von 950 Euro je kWp. Bei der hier angeführten Wirtschaftsbetrachtung wurden 2 Prozent der Investitionskosten als jährliche Betriebskosten angesetzt und die Modul-Degradation nicht berücksichtigt. Mit Blick auf die prognostizierte Strompreisentwicklung in den nächsten Jahren ist ein hoher Autarkiegrad, den ein Gewerbespeicher unterstützt, eine sichere Strompreisbremse. Gleichzeitig eröffnen sich weitere Einsatzmöglichkeiten zur Stabilität des Stromnetzes. Außerdem erfordern hohe Förderungen für den Haus- und Wohnungsbau, wie z. B. die KfW-40-Plus-Förderung die Installation eines Speichers. Auch stärkt ein hoher Autarkiegrad die emotionale Bindung der Bewohner an das Gebäude.

 

2. Steigende Sektorenkopplung.

Die Zahl elektrisch betriebener Anlagen und Geräte nimmt zu. In Neubauten sind zur Wärmeversorgung zunehmend Wärmepumpen installiert, genauso wie Ladestationen für die steigende Zahl an Elektrofahrzeugen. Ihr großer Strombedarf ist im Mieterstrom von Vorteil:  Schließlich steigt so der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms und macht die Investition einmal rentabler. Mit ihren flexiblen Speichermöglichkeiten können die Anlagen außerdem zeitlich versetzt zu ihrem Bedarf Strom aufnehmen und speichern.

 

3. Zunehmende Mieterstromerfahrung.

Das Projektmanagement ist der Dreh- und Angelpunkt einer funktionierenden Mieterstromplanung. Alle Rädchen müssen von Anfang an ineinandergreifen, sonst kann die Umsetzung am Ende nicht funktionieren. Die Partner hängen stark voneinander ab: Passt beispielsweise das Messkonzept des Anlagenplaners nicht, verweigert am Ende der Netzdienstleister die Freigabe und die Umsetzung verzögert sich oder ist sogar gefährdet. Je komplexer das Versorgungskonzept ist und je mehr Anlagen integriert werden, umso wichtiger sind eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, effiziente Prozesse und ein erfahrenes Projektmanagement. Mieterstromdienstleister unterstützen mit ihrer Schnittstellenkompetenz und ihrem Know-how die Absprachen zwischen Architekten, Elektroplanern, Installateuren genauso wie mit dem Netzbetreiber. Der Mieterstromdienstleister erstellt ferner das Mieterstromkonzept, kümmert sich um den Betrieb des Speichers inklusive der erforderlichen Absprachen mit den Beteiligten und achtet im Rahmen der Mieterstromversorgung auf die Wartung und Instandhaltung der Anlagentechnik.

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4. Technische Fortschritte.

Während Speichersysteme bei Einfamilienhäusern als Standardsysteme angeboten werden, bedarf es im Mieterstrom individuelle Lösungen. Ein Speichersystem muss so flexibel sein, wie der Kunde und der geplante Einsatz es erfordern. Das beinhaltet die Wahl des Wechselrichters, die Definition der erforderlichen Speicherkapazität bzw. den Aufbau der Racks genauso wie die zugehörige Messtechnik. Als besonders erfolgreich haben sich laut Speicherhersteller VARTA Storage Systeme herausgestellt, die schlüsselfertig aus einem Baukasten zusammengestellt werden. So wird der Speicher individuell auf das Gebäude, die vorhandene oder geplante Anlagentechnik und das Verbrauchsverhalten seiner Bewohner zugeschnitten. Angesichts der steigenden Bedeutung von Strom für den Energiebedarf in Gebäuden ist zudem ihre modulare Erweiterung wichtig. Sie ermöglichen es, das Energiekonzept für künftige Entwicklungen auszulegen und zusätzlich benötigte Flexibilität einfach zu realisieren.

 

5. Erleichterte Installation.

Die Gebäudesituation hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Wahl der Anlagentechnik und auf den Aufwand zur Installation. Im Neubau werden Speicher idealerweise schon in der Planungsphase des Gebäudes berücksichtigt. Aufgrund seiner Größe von über zwei Metern und seines Gewichts von drei Tonnen muss die Installation eines Gewerbespeichers möglichst frühzeitig in der Gebäudeplanung berücksichtigt werden. Von Vorteil sind modulare Speicher, die sich flexibel an die Gebäudesituation anpassen. Fehlt der Platz im Keller, was gerade in Bestandsgebäuden schnell der Fall sein kann, können Anlagen zur Außenaufstellung eine Alternative sein. Allerdings ist aufgrund des Aufwands eine Indoorlösung zu bevorzugen. Denn die vorherrschenden Temperaturen und der Verschmutzungsgrad beeinflussen den Wirkungsgrad eines Speichers. Idealerweise herrscht eine konstante Temperatur um die 20 Grad vor, was bei einer Außenaufstellung automatisch ein Klimagerät erforderlich macht. Ansonsten liegen in Bestandsgebäuden die Herausforderungen in der erforderlichen Kabelführung, im Umbau des Messkonzepts und in der Absprache mit dem Netzbetreiber. Bisher unterstützen die Hersteller von Gewerbespeichern die Installateure bei der Inbetriebnahme, so dass gegenseitig Know-how ausgetauscht werden und in der Weiterentwicklung genutzt werden kann. Auch werden – wie unter Punkt 4 genannt – große Speichersysteme speziell für das jeweilige Projekt und den Einsatz zusammengestellt.

 

6. Etablierte Messkonzepte.

Werden Gewerbespeicher integriert, bedarf es im Energiekonzept spezieller Messlösungen. Sie wurden lange Zeit blockiert, auch weil sich viele Beteiligte wie Anlagenplaner, Installateure genauso wie Netzbetreiber wenig mit den neuen Lösungen auskannten. Das ändert sich allmählich. Weil die Messkonzepte individuell mit dem Netzbetreiber geklärt werden sind nach wie vor regionale Unterschiede in der Umsetzung zu verzeichnen. Eine erleichterte Absprache wird durch den vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) veröffentlichten Hinweis zu „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“ ermöglicht. Hier sind Messkonzepte für die unterschiedlichen Einsatzvarianten der Gewerbespeicher definiert. Der Hinweis definiert die messtechnischen Verschaltungen und gilt als Vorlage für den Einsatz bei den meisten Verteilnetzbetreibern.

 

7. Künftige Einsatzfelder und Geschäftsgebiete.

Für Immobilienbesitzer und Anlagenbetreiber ergeben sich mit einem Gewerbespeicher weitere Geschäftsfelder, etwa in der Spitzenlastkappung, der reversiblen Ladekapazität oder der Bereitstellung zusätzlicher Flexibilität im Energiemarkt. Auch die Einbringung des Gewerbespeichers direkt im Regelenergiemarkt sowie Funktionen des Peak Shavings und zur Notstromversorgung versprechen zusätzliche Einnahmen.

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