Solaranlagen liefern Sonnenenergie für Mieterstrom

Das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom wurde am 29. Juni 2017 vom Deutschen Parlament beschlossen. Damit soll die Versorgung von Mehrparteiengebäuden mit Strom aus lokaler Erzeugung ausgebaut werden. Alle Fragen und Antworten zum Mieterstromgesetz und zu den staatlichen Zuschüssen haben wir hier zusammengetragen.

von Nora

Das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom wurde im Sommer 2017 verabschiedet. Das Ziel: Solarstrom zur dezentralen Energieversorgung in Deutschland voranbringen, gerade auch in Ballungsräumen und Städten – Stichwort urbane Energiewende. Weil das Mieterstromgesetz nicht gegriffen hat, soll eine Mieterstrom-Novelle erarbeitet werden. Was die Aufgaben und Herausforderung des Mieterstromgesetzes sind und um welche Verbesserungen gerungen wird, haben wir hier zusammengefasst. Denn eines ist klar: Mieterstrom hat das Zeug, die Energiewende auch in die Städte zu bringen und alle partizipieren zu lassen.

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Inhalt

Alle Vorteile von Wirklich Mieterstrom

 

Mit Mieterstrom die Energiewende in die Städte bringen.

Über drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland lebt in Städten und Ballungsräumen und von Jahr zu Jahr werden es mehr. Die Mehrheit wohnt hier in Mehrfamilienhäusern. Mieterstrom bietet ihnen die Chance, an der Energiewende teilzuhaben und lokal erzeugte Energie nutzen – zu attraktiven Konditionen. 

Das garantiert die freiwillige Teilnahmen an der Mieterstromversorgung. Es werden sich damit nur Projekte durchsetzen, die sich für alle Beteiligten rechnen: Bewohner profitieren von niedrigen Energiekosten, während Immobilienbesitzer Zusatzeinnahmen erhalten, neue Geschäftsfelder erschließen und schließlich den Immobilienwert steigern.

Um die Umsetzung von Mieterstrom auszubauen und gleichzeitig die Benachteiligung bezüglich der EEG-Umlage gegenüber Eigenheimbesitzern auszugleichen, wurde das Mieterstromgesetz im EEG verankert.

 

Auf Deutschlands sonnigen Hausdächern schlummert großes Potenzial.

Nach wie vor scheint die Sonne vielerorts umsonst und ungenutzt auf die Dächer, während die meisten gewerblichen und privaten Mieter immer teureren Strom über das öffentliche Stroomnetz beziehen.

Bis zu 570.000 Gebäude könnten mit Photovoltaikanlagen aufgerüstet werden, um die Mieter dieser Gebäude mit Mieterstrom zu versorgen, besagt eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion. Das BMWi rechnet aus, dass 3,8 Millionen Wohnungen günstigen Mieterstrom nutzen könnten.

Doch der 500 MW-Deckel des bereits 2017 in Kraft getretenen Mieterstromgesetzes ist bisher bei weitem nicht erreicht. Bis Ende Juni 2020 wurde er nur zu gut 1,6 % ausgenutzt.

Diese Mieterstrom-Modelle gibt es
Aufbau der Photovoltaik für Mieterstrom

 

Worum geht es im Mieterstromgesetz?

Eigenheimbesitzer produzieren seit längerem und immer mehr über Solaranlagen ihren eigenen Strom. Für den selbst erzeugten und genutzten Strom entfällt für die EEG-Umlage – sofern es sich um Photovoltaikanlagen bis 10 kWp handelt.

Wird Strom in größeren Solaranlagen erzeugt und den Bewohnern eines Mehrparteienhauses zur Verfügung gestellt, muss hingegen die EEG-Umlage gezahlt werden. Diesen finanziellen Nachteil sollte das Mieterstromgesetz ausgleichen und so Mieterstrom zum Durchbruch verhelfen.

Fast 20 Jahre nach Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern auch private wie gewerbliche Mieter direkt von Solarstrom und der Energiewende profitieren.

 

Die Entwicklung des Mieterstromgesetzes.

Den ersten Referentenentwurf vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatte es bereits am 21. März 2017 gegeben. Am 25. Juli 2017 trat das Gesetz nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Am 20. November 2017 hat nun auch die Europäische Kommission die Förderung von Mieterstrom beihilferechtlich genehmigt und die Mieterstromzuschläge werden ausgezahlt.

Doch bereits im Frühjahr 2019 gab es Sonderkürzungen bei der EEG-Einspeisevergütung. Von Februar bis April 2019 wurde sie schrittweise reduziert und dazu die normale, im EEG festgeschriebene Degression ausgesetzt. Diese Kürzung der EEG-Vergütung wirkt sich auch auf den Mieterstromzuschlag aus.

Inzwischen erhalten aufgrund der geltenden Berechnung Besitzer von Photovoltaikanlagen über 40 kWp gar keinen Mieterstromzuschlag mehr. Dies gilt es in einer Mieterstromgesetzes-Novelle dringend zu ändern, soll das Gesetz doch noch seine Wirkung entfalten. 

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Zu unseren Mieterstrom-Referenzen
Solaranlagen liefern Sonnenenergie für Mieterstrom

 

Welchen Mieterstromzuschlag sieht das Gesetz vor?

Eine EEG-Einspeisevergütung haben die PV-Anlagenbesitzer zwar immer schon bekommen, nur mussten sie auf den Solarstrom die volle EEG-Umlage zahlen. Damit war die Umrüstung auf neue Techniken oft nicht rentabel. Durch den Mieterstromzuschlag werden die Investitionen zur Installation der Photovoltaikanlagen, die neu einzubauenden Messeinrichtungen und die Umstellung auf andere Abrechnungssysteme wirtschaftlicher.

War es für den Anlagenbesitzer bisher zum Teil lukrativer, Strom vom Dach ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen, statt an die Mieter zu liefern, soll sich das mit dem Mieterstromgesetz ändern.

Die genaue Höhe des Anspruchs pro lokal verbrauchter Kilowattstunde bestimmt sich nach dem sogenannten "anzulegenden Wert" der EEG-Vergütung abzüglich 8,5 Cent je kWh für den Leistungsanteil Photovoltaikanlagen unter 40 kWp. Bei Anlagen für den Leistungsanteil ab 40 kWp werden 8,0 Cent je kWh abgezogen.

Sinkt jedoch die EEG-Einspeisevergütung wird durch den Abschlag der Mieterstromzuschlag quasi zunichte gemacht.

Mieterstrom von Neubau bis Bestand, von Wohn- bis Geschäftsgebäude.

Bei der Umsetzung von Mieterstrom gibt es durch geschickte Konzeption seltener Gebäude, die sich nicht dafür eignen. Durch die zunehmende Sektorenkopplung und den Mieterstromzuschlag ist die Umsetzung für Immobilienbesitzer immer lukrativer.

Und für die Mieter ist der Vorteil direkt im Geldbeutel spürbar: Laut Mieterstromgesetz muss das Mieterstromangebot mindestens 10 % günstiger sein als der örtliche Grundversorgertarif.

Individuelle Mieterstromplanung.

Der Ökoenergieversorger und Mieterstromdienstleister Polarstern berechnet bei Anfragen für jedes Gebäude, abhängig von den Dachflächen, der Mieterstruktur (z.B. Gewerbe, Wohnraum) etc., ob sich Mieterstrom lohnt und berät hinsichtlich geeigneter Mieterstrommodelle.

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Mieterstrom-Broschüre downloaden

 

Fragen zum Mieterstromgesetz in Deutschland.

Wann trat das Mieterstromgesetz in Kraft?

  • Am 29.06.2017 wurde das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom“ im Deutschen Bundestag verabschiedet.
  • Die EU-beihilferechtliche Genehmigung wurde am 20.11.2017 erteilt.

Mieterstrom und Batteriespeicher, passt das zusammen?

  • Nach §19 EEG 2017 und dessen Änderung durch das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom“ besteht auch dann ein Anspruch auf einen Mieterstromzuschlag, wenn der Strom vor dem Verbrauch durch den Bewohner in einem Stromspeicher zwischengespeichert wurde.
  • In diesem Fall bezieht sich der Anspruch auf die Strommenge, die aus dem Stromspeicher an den Mieter geliefert wurde.

Welcher Strom wird überhaupt gefördert?

  • Ein Anspruch auf Mieterstromzuschlag besteht für Strom aus Solaranlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt bis zu 100 Kilowatt Peak. Die Photovoltaikanlagen müssen auf, an oder in einem Wohngebäude installiert sein.
  • Dies gilt nur, wenn der Strom innerhalb dieses Gebäudes an einen Letztverbraucher geliefert und im Gebäude verbraucht worden ist. 

Wie definiert das Gesetz Wohngebäude?

  • Wohngebäude sind im Sinne des Gesetzes Gebäude, bei denen mindestens 40 % der Fläche des Gebäudes als Wohnfläche genutzt werden.

Kann der Strom auch auf einem Nebengebäude erzeugt werden?

  • Ja, solange der Letztverbraucher innerhalb des Hausnetzes beliefert wird, kann die PV-Anlage auch auf einem Nebengebäude (z.B. einem Carport oder Garage) stehen.
  • Ein Anspruch auf Förderung besteht für Strom aus Solaranlagen die auf, an oder in einem Wohngebäude installiert sind, wenn er an einen Letztverbraucher geliefert worden ist.

Wie hängt die Höhe der Förderung mit dem Zuschlag für Mieterstrom und dem EEG zusammen?

  • Die Höhe des Zuschlags hängt von der Größe der Photovoltaikanlage sowie dem Photovoltaik-Zubau insgesamt ab.
  • Der Mieterstromzuschlag berechnet sich aus der jeweiligen EEG Einspeisevergütung minus 8,5 Cent pro kWh für den Leistungsanteil Photovoltaikanlagen unter 40 kWp. Bei Anlagen ab 40 kWp werden 8,0 Cent je kWh abgezogen.

Was bedeutet das Gesetz für Mieter?

  • Mieter können ihren Stromanbieter weiterhin frei wählen.
  • Das Gesetz ist wirklich mieterfreundlich gestaltet. Die Kopplung von Stromliefervertrag und Mietvertrag ist verboten, d.h. jeder Bewohner kann seinen Stromversorger weiterhin frei wählen.  Das Mieterstromangebot muss mindestens 10 % unter dem örtlichen Grundversorgertarif liegen und das Mieterstromangebot muss die Stromversorgung aus lokalem Solarstrom und Reststrom über das öffentliche Stromnetz beinhalten (sollte nicht ausreichend Energie vor Ort erzeugt werden).

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Diskussionspunkte bei der Mieterstrom-Gesetzes-Novelle.

Die Überarbeitung des Mieterstromgesetzes steht schon länger auf der politischen Agenda. Nun soll es bis Anfang 2021 soweit sein und eine Novelle im überarbeiteten EEG enthalten sein.

Diskutiert werden unter anderem folgende Punkte:

  • Die gelockerte Definition des räumlichen Zusammenhangs soll auch Quartierslösungen ermöglichen. Zur Definition des räumlichen Zusammenhangs regt die Wohnungswirtschaft an, auf Kriterien zurückzugreifen, die ein Gebiet einheitlich wahrnehmen lassen. Das sei bei Gebäuden mit gemeinsamer Wärmeversorgung genauso der Fall wie bei Gebäudekomplexen, die durch große Straßen, Bahndamm, Fluss oder Wald begrenzt sind oder architektonisch klar zusammengehören.
  • Durch das Lieferkettenmodell soll der Lieferant des Mieterstroms nicht zugleich der Betreiber der Photovoltaikanlage sein müssen, Stichwort Abschaffung der Personenidentität.
  • Die Höhe der Vergütung, sprich die Berechnung des Mieterstromzuschlags, soll erhöht werden bzw. überhaupt wieder greifen.
  • Mit der Abschaffung der Anlagenzusammenfassung soll die verpflichtende und unverhältnismäßig teure und komplexe Direktvermarktung, auch von mehreren kleineren Mieterstromanlagen ein Ende haben.

Weitere Verbesserungen, die ein Bündnis aus 12 Verbänden der Energie- und Wohnungswirtschaft fordert, beinhalten den Abbau der steuerlichen Hemmnisse sowie Erleichterungen für die Umsetzung von Mieterstrom in kleineren Mehrfamilienhäusern. Auch sollen Änderungen im Gewerbesteuergesetz den Betrieb von Solaranlagen auf Hausdächern grundsätzlich genauso wie den Betrieb von Heizungsanlagen einstufen.

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