Rosige Aussichten für Mieterstrom 2019 | Polarstern Magazin

Am Siegeszug der dezentralen Energieversorgung ändern auch politisch verursachte Unsicherheiten etwa durch abrupte Förderkürzungen nichts. Denn die Vorteile für Immobilienbesitzer und Mieter überwiegen – und das immer mehr. Der erzeugte Strom kann in immer mehr Anlagen eingesetzt, über digitale Wege effizient gesteuert werden und neue Geschäftsfelder eröffnen. So nimmt beispielsweise mit der steigenden Anzahl an Elektrofahrzeugen die Nachfrage nach grünen Lademöglichkeiten in der Stadt zu und damit die Attraktivität entsprechender Angebote.


Inhalt:


Insgesamt werden vor allem technische Verbesserungen, sinkende Kosten für die Anlagentechnik und die zunehmende Erfahrung in der dezentralen Energieversorgung Mieterstromprojekte fördern. Der Ökoenergieversorger Polarstern verzeichnet eine steigende Anfrage besonders seitens größerer Mieterstromprojekte, obgleich diese stärker von den Kürzungen der Solarförderung betroffen sind.

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Anstieg der Baugenehmigungen bei Mehrfamilienhäusern.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist zuletzt wieder deutlich gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt gab es von Januar bis November 2018 insbesondere im Mehrfamilienhaussegment ein Plus von 4,5 Prozent. Diese Neubauten direkt für die Zukunft zu rüsten und auch die dezentrale Energieversorgung dabei zu berücksichtigen, bietet ein großes Potenzial für den Mieterstrommarkt.

Mieterstromprojekt in München-Bogenhausen.

 

Förderung von Sektorenkopplung und Eigenverbrauch durch das Gebäudeenergiegesetz.

Auch wenn der Energiestandard gemäß des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) weniger ambitioniert ist als gefordert und dieser letztlich „nur“ den geltenden EnEV-Kriterien entspricht, so fördert das GEG Mieterstrom indirekt über die Vorteile der Sektorenkopplung. Lokal erzeugter Solarstrom kann nun auch auf den Jahresprimärenergiebedarf angerechnet werden, wenn er in anderen Anlagen des Gebäudes, etwa in Wärmepumpen, genutzt wird. Und noch einen Vorteil bietet das Ganze: Je mehr Anlagen den Solarstrom nutzen, desto höher ist der Direktverbrauch, der wirtschaftlich aufgrund steigender Strompreise und sinkender EEG-Vergütung immer attraktiver wird. Schon für 2020 geht der Bundesverband Solarwirtschaft davon aus, dass der 52 Gigawatt-Förderdeckel für die Solarförderung erreicht wird und es danach generell keine Einspeisevergütung mehr gibt. Außerdem wird Biomethan auf die Erfüllung der energetischen Gebäudestandards angerechnet, so dass ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das zur Erzeugung von Mieterstrom betrieben wird, in mehrfacher Hinsicht den Jahresprimärenergieverbrauch senkt.

 

Potenziale durch den Einsatz von Gewerbespeichern.

Werden Gewerbespeicher im Mieterstrom eingesetzt, steigen der Direktverbrauch des erzeugten Solarstroms und somit die Stromkostenvorteile für die Mieter. Auch für den Immobilienbesitzer rechnet es sich immer mehr. Der Aufwand zur Integration von Gewerbespeichern in das Energiekonzept und die Genehmigung des Messkonzepts durch den Netzbetreiber wurden erleichtert. Gleichzeitig steigen die Vorteile des Direktverbrauchs gegenüber der Netzeinspeisung nicht zuletzt aufgrund der gekürzten Solarförderung für Anlagen über 40 Kilowattpeak. Zudem werden Gewerbespeicher technisch immer leistungsstärker, was ihren kombinierten Einsatz zur Eigenstromversorgung und beispielsweise zum Laden von Elektrofahrzeugen unterstützt. 

Volker Dietrich, Sales Manager der VARTA Storage, sieht die Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität als treibende Kraft der Speichernachfrage im Mieterstrom. Steigende Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen – 2018 ein Plus von rund 43 % im Vergleich zum Vorjahr – hätten einen direkten Einfluss auf die benötigte Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum und in der Wohnungswirtschaft. Diese bereitzustellen unterstützten große Gewerbespeicher. „Gewerbespeichersysteme müssen heute nicht nur den Solarstrom optimal nutzbar machen, sondern auch hohe elektrische Leistungsanforderungen am Netzanschlusspunkt erfüllen, um beispielsweise die Schnellladung von Elektroautos zu ermöglichen“, erläutert Volker Dietrich. Das erfordere flexible Speichersysteme, die sowohl geringe, als auch hohe Lade- und Entladeleistungen bei variierenden Kapazitäten effizient bereitstellen. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach schlüsselfertigen Speichersystemen, da bei immer mehr PV-Anlagen die EEG-Vergütung auslaufe. Werden Gewerbespeicher neben der Mieterstromversorgung auch zur Spitzenlastkappung (Peak Shaving) eingesetzt oder erbringen durch die Bereitstellung zusätzlicher Flexibilität im Energiemarkt Regelleistung, rechnet sich ihr Einsatz mehrfach. Mit den hier erzielbaren Zusatzeinnahmen und damit der verbesserten Wirtschaftlichkeit steigt die Speichernachfrage seitens der Immobilienbesitzer.

 

Gute Erfahrungen führen zu neuen Projekten.

Immer mehr Immobilienbesitzer haben positive Erfahrung mit Mieterstromprojekten gemacht und planen weitere zu realisieren. Zwar ist Mieterstrom stets ein Projektgeschäft doch haben enge Partnerschaften den Vorteil, dass die Prozesse eingespielt sind und gegenseitiges Vertrauen die Abstimmung zwischen den Schnittstellen erleichtert. Zudem haben einige Wohnungsbauunternehmen immer wieder ähnliche Projekte, so dass bei vergleichbaren Gebäudetypen, technischer Ausstattung und Haushaltsstruktur gewisse standardisierte Prozesse und Konzepte eingesetzt werden können. Solche baulichen Standardisierungen ermöglichen es, die Investitionskosten inklusive Installation und Wartung zu reduzieren und die reibungslose Umsetzung zu beschleunigen.

 

Politisch ist noch viel drin.

Dass Mieterstrom die Energiewende in der Stadt maßgeblich unterstützt, ist klar. Auch politisch ist das Bewusstsein dafür vorhanden. So mahnte der Bundesrat in seiner beschlussfassenden Sitzung zum Energiesammelgesetz weitere Regelungen an, um das Potenzial beim Ausbau von Photovoltaik-Gebäudeanlagen zu heben und den Ausbau von Mieterstromprojekten zu forcieren, um das Ziel eines Anteils von 65 Prozent erneuerbare Energien am Stromverbrauch bis 2030 erreichen zu können.

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