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Vorsicht vor den Tricks der Billigstromanbieter.

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Wo etwas zu günstig ist, um wahr zu sein, stimmt oft etwas nicht. Im Strommarkt ist das nicht anders. Wir zeigen, vor welchen Tricks der Billigstromanbieter du dich in Acht nehmen solltest – und wie du die Vertrauenswürdigkeit eines Stromanbieters besser einschätzt.

von Michael. - Lesezeit: 5 Minuten

Dass es im Strommarkt nicht immer ehrlich zugeht, erkennt man schon an der Tatsache, dass bei Google häufig das Stichwort Stromanbieter in Verbindung mit seriös gesucht wird. Und tatsächlich gibt es einige uncoole Tricks, vor denen du dich in Acht nehmen solltest, um am Ende nicht einen Vertrag an der Backe zu haben, den du so nie wolltest.

Fall nicht auf diese billigen Maschen der Stromanbieter rein.

Ein Mann telefoniert

1. Untergejubelte Verträge.

Erster Punkt: Ruft dich ein fremder Stromanbieter an, sollten bei dir die Alarmglocken klingeln, denn solche Werbeanrufe sind nicht erlaubt. Ein besonders perfider Trick ist, dass sich jemand per Telefon meldet, der sich als Mitarbeiter:in deines Stromanbieters ausgibt und unter einem Vorwand deine Zähler- und Kundennummer abfragt. Mit diesen Daten kann er:sie deinen bestehenden Vertrag bei deinem bisherigen Anbieter kündigen und dich ummelden. Selbst wenn du den Braten kurz darauf riechst, ist es unnötiger Stress, den neuen Vertrag zu widerrufen, wenn er erst mal zustande gekommen ist.

Tipp: Einfach auflegen.

Sollte also ein fremder Stromanbieter anrufen, kannst du direkt auflegen. Falls du doch in ein Verkaufsgespräch verwickelt wirst, gib keine Daten von dir durch – vor allem nicht die Zählernummer. Und wenn du einen Anruf bekommst und dir unsicher bist, ob du wirklich mit deinem Kundenservice sprichst – oder ob du es mit einem Dritten zu tun hast, kontaktiere am besten deinen Stromanbieter und kläre, ob der Anruf aus seinem Hause kommt.

Das ist zu tun, wenn dir jemand einen Vertrag unterschiebt.

Und wenn man aus Versehen doch etwas abgeschlossen hat? Zunächst einmal: Ein Irrtum kann jedem passieren, schließlich gehen doch die meisten von uns mit dem Grundvertrauen durchs Leben, dass einem keiner was Böses will. Falls doch ungewollt eine Vertragsbestätigung ins Haus oder E-Mail-Postfach flattert, musst du dem Vertrag innerhalb von 14 Tagen per Einschreiben widersprechen und ihn widerrufen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Musterbriefe aufgesetzt, wie du einen aufgeschwatzten Vertrag schriftlich widersprichst und widerrufst. Kontaktiere bei einem unbeabsichtigten Vertragsabschluss auch unbedingt deinen bisherigen Anbieter, der kann dir vielleicht helfen, aus der Nummer rauszukommen.

Die kommen bis an die Haustür.

Bei manchen Stromanbietern ist das ganze Jahr über Halloween. Die ziehen die Wechselaktion nicht nur am Telefon ab, sondern schicken ihre Vertreter:innen sogar bis zu dir nach Hause. Während der Energiepreiskrise hatten sie einen besonders fiesen Trick dabei. Bewohner:innen sollten an ihrer Haustür vermeintliche Anträge für Energiepreisbremsen ausfüllen, bei denen es sich aber um Wechselformulare handelte. Füll also nie etwas aus – und schick die Leute direkt wieder weg.

2. Fake-Shops.

Auch so ein Zeichen unserer Zeit sind Fake-Shops. Es handelt sich dabei um Shops, denen du Geld überweist – die aber gar nichts liefern. Fake-Shops gibt es auch im Energiebereich. So traten während der Energiepreiskrise plötzlich Anbieter von billigem Brennholz, Briketts oder Pellets auf den Plan. Ein Fake-Shop tarnte sich sogar als Bundesnetzagentur, bastelte deren Website nach und bot Gasrabatte an. Und jüngst ahmten Betrüger die Websites von Solarmodul-Herstellern nach, kassierten Geld per Vorauskasse, lieferten aber keine Module.

So prüfst du die Echtheit eines Anbieters.

Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, solltest du daher checken, ob es denn auch wahr ist. Die Verbraucherzentrale bietet dazu einen Fakeshop-Finder, wo du die Webadresse eines Anbieters eingibst und so seine Echtheit überprüfst. Weiter nennt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieben Indikatoren, um einen sicheren Online-Shop zu erkennen.

7 Indikatoren für sichere Online-Shops.

👉 Es gibt einen eindeutigen Bestellbutton, der ganz klar ausdrückt, dass man jetzt zahlungspflichtig bestellt.

👉 Die URL beginnt mit https und ist mit einem Vorhängeschloss gekennzeichnet, das eine verschlüsselte Verbindung symbolisiert. Ein Garant ist dieser Indikator natürlich nicht, schließlich können auch Fake-Shops verschlüsselte Verbindungen nutzen.

👉 Es gibt eine Telefonnummer und eine E-Mailadresse, die man kontaktieren kann – und nicht nur ein Postfach oder Kontaktformular.

👉 Es gibt ein vollständiges Impressum inklusive Firmenname, Rechtsform, Namen der Vertretungsberechtigten, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten. Mit Google Maps kannst du zusätzlich die Echtheit der Adresse überprüfen.

👉 Der Preis liegt nicht meilenweit unter den marktüblichen Preisen. Außerdem gibt es Infos rund um Versand- und Rücksendekosten sowie mögliche Zusatzkosten.

👉 Ein Qualitäts-Siegel, das auf der Seite genutzt wird ist echt. Überprüfen kannst du das beispielsweise bei Siegelklarheit.

👉 Es gibt viele Zahlungsmöglichkeiten. Bei Fake-Shops gibt’s meistens nur eine: Vorkasse.

3. Überteuerte Stromverträge ohne Widerrufsrecht.

Zur Trickkiste unseriöser Anbieter gehören auch heftige Preiserhöhungen, die nicht mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen konform sind – und bei denen Kund:innen nicht auf ihr Widerrufsrecht aufmerksam gemacht werden. In einem Fall in jüngerer Vergangenheit erhöhte ein Stromanbieter den Preis sogar um 750 % im Vergleich zum vereinbarten Preis bei Vertragsabschluss. Wenn du das Gefühl hast, da stimmt etwas nicht mit einer Preiserhöhung, kontaktiere deinen Stromanbieter und recherchiere im Netz, ob andere Kund:innen auch betroffen sind. Spätestens, wenn dein Anbieter diesbezüglich in den Medien ist, kann etwas nicht stimmen. In diesem Fall kannst du recherchieren, ob es bereits Sammelklagen gegen den entsprechenden Stromanbieter gibt – und dich ihnen anschließen. Das erhöht deine Chance, die Konditionen deines ursprünglichen Vertrags zurückzubekommen.

4. Vorauskasse.

Strom für ein ganzes Jahr im Voraus zu bezahlen, ist im Strommarkt üblich, wirklich fair ist es nicht. Der Deal ist, dass man seinem Stromanbieter eine bestimmte Menge Strom garantiert abnimmt, dafür bekommt man dieses Strompaket zu einem günstigen Strompreis. Nur: Wenn du in der Vertragslaufzeit weniger Strom verbraucht hast als im Strompaket enthalten, erhältst du keine Rückzahlung. Und wenn du mehr verbrauchst, als das Paket hergibt, berechnet dir der Stromanbieter einen hohen Kilowattstundenpreis. Entscheide dich daher lieber für Verträge, wo du wirklich nur zahlst, was du auch verbrauchst. Ein Vorauskasse-Deal belohnt dich nämlich nicht fürs Energiesparen. Ein seriöser Stromanbieter wird dir aber immer helfen, weniger Energie zu nutzen.

Zum Beispiel mit diesen Energiespartipps

Schlichtungsstelle Energie.

Wenn du mal Ärger mit deinem Stromanbieter hast und nicht mehr weiterweißt, kannst du dich auch an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Der Verein greift allerdings erst dann ein, wenn deine direkte Beschwerde beim Energieversorger nichts gebracht hat. Mehr darüber erfährst du in den FAQs auf der Website der Schlichtungsstelle.

An diesen Kriterien erkennst du einen vertrauenswürdigen Anbieter.

Im besten Fall landest du erst gar nicht bei einem unseriösen Anbieter. Bevor du einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließt, mach dir ein Bild, wie vertrauenswürdig der Anbieter wirklich ist. Die folgenden Anhaltspunkte kannst du prüfen.

Bewertungen.

Klar, jedes Unternehmen fängt sich bei Bewertungsportalen oder bei Google auch mal eine schlechte Bewertung ein, selbst den Besten passieren Fehler. Doch ist es hilfreich zu prüfen, wie der Stromanbieter mit der Kritik umgeht. Und wie der allgemeine Tenor der Rezensionen ist. Auch bei vereinzelter Kritik kann der kollektive Daumen nach oben zeigen. Ist der Großteil zufrieden, ist dies ein Indikator, dass der Stromanbieter auch vertrauenswürdig ist. Aber Vorsicht: Auch Bewertungen können fake sein. Wenn es durchweg nur Lobeshymnen und Sterne hagelt, die Rezensionen teilweise immer gleich klingen oder einfach zu perfekt aussehen, kann irgendwas nicht stimmen. Wie du die Echtheit von Rezensionen besser einschätzt, erfährst du in diesem Artikel.

So schätzt du Bewertungen besser ein

Kompetenz.

Das Vertrauen unter Kund:innen ist vor allem dann hoch, wenn die Abläufe und Prozesse einwandfrei funktionieren, wenn der Anbieter hilfsbereit ist, zum Beispiel im Kundenservice – und wenn er verlässlich ist und Versprechen wie etwa Preissenkungen auch einhält.

Transparenz.

Websites und Social-Media-Kanäle bieten die Möglichkeit, den Anbieter besser einzuschätzen. Findest du auf einer Website kein einziges Teambild oder Mitarbeiter:innen-Foto, stellt sich die Frage, ob der Arbeitgeber nicht hinter den Mitarbeiter:innen stehen oder umgekehrt. Oft gibt man sich mit eingekauften Bildern auch einen diversen Anstrich, der intern so überhaupt nicht existiert. Ein Blick ins Impressum bietet dazu außerdem eine Möglichkeit zu erfahren, wer eigentlich hinter dem Stromanbieter steckt. Vielleicht ist es ein Großkonzern, mit dem man nichts zu tun haben will.

Prüf die Vertragsbedingungen.

Klar, jede:r will für Energie am liebsten so wenig zahlen wie möglich. Stromanbieter locken dabei gerne mit Boni und Sachprämien. Allerdings: Zwischen Sparen und Draufzahlen ist die Wand häufig sehr dünn. Gerade bei den Schnäppchentarifen solltest du dir die Vertragsdetails genau ansehen. Neukunden- und Sofortboni senken zwar den Jahrespreis, doch meistens nur im ersten Jahr. Im zweiten Jahr ziehen die Preise dann so richtig an. Entscheidest du dich für einen Vertrag mit Neukunden- und Sofortbonus, solltest du sichergehen, dass du nach dem ersten Jahr auch wirklich kündigen kannst – und nicht noch ein weiteres Jahr vertraglich an den Anbieter geknebelt bist.

Ein seriöser Stromanbieter:

  • rechnet deine Stromkosten in monatlichen Abschlägen ab
  • erlaubt dir, deinen monatlichen Abschlag jederzeit an deinen tatsächlichen Verbrauch anzupassen.
  • lockt dich nicht mit unsicheren Deals wie Vorauskasse oder Paketpreisen.
Diese Punkte im Stromvertrag solltest du beachten

Check das Serviceprogramm.

Zu einem guten Service gehört der Kundenservice, aber genauso die Infos auf der Website. Schau dir an, welche Infos dein Anbieter zu Preisen und Vertragskonditionen bereithält. Ein seriöser Stromanbieter bietet dir dazu jede Menge in seinem Fragen-und-Antworten (FAQ-)-Bereich.

Prüf das Produkt.

Mag ein Anbieter auch zuverlässig sein, das Angebot sollte natürlich ebenso stimmen. Ökostrom muss etwa seinen Zweck erfüllen, nämlich einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Echter Ökostrom erfüllt 3 Kriterien:

  • Er wird zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt. Der Stromanbieter sollte zeigen, wo der Ökostrom erzeugt wird.
  • Er fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien. In der Regel investiert dein Stromanbieter dazu für jede Kilowattstunde Ökostrom (oder Ökogas), die du nutzt einen kleinen Betrag in den Bau neuer Ökokraftwerke oder Energiewende-Projekte.
  • Er kommt von einem Anbieter, der ausschließlich erneuerbare Energie im Portfolio hat und nicht an Kohle- oder Atomkraftwerken beteiligt ist.

Ökostrom, der diese Kriterien erfüllt, erkennst du unter anderem an den Siegeln Grüner Strom-Label und ok power. Ökostrom-Tarif-Empfehlungen findest du zum Beispiel auf der Ökostrom-Bestenliste von Utopia, dem Ökostrom-Report von Robin Wood oder im Ökostrom-Test von Öko-Test.

Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern auf der sicheren Seite.

Polarstern-Team

Und bei uns so? Bei Google und Portalen wie Trustpilot, ekomi und Utopia schätzen unsere Kund:innen unsere Qualität und Seriosität hoch bis sehr hoch ein. Und unsere Produkte stimmen natürlich auch. Wirklich Ökostrom zum Beispiel heißt, wie er heißt, weil er wirklich nur aus erneuerbaren Energien erzeugt wird – und auch wirklich die Energiewende fördert. Für jede Kilowattstunde, die du nutzt, investieren wir 1 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Weil die Energiewende eine weltweite Aufgabe ist, fördert deine Bestellung auch den Bau von Biogasanlagen in Kambodscha sowie den Bau von Solarparks in Madagaskar. Als Stromanbieter sind wir, Polarstern, unabhängig, bieten nur Ökoenergie und haben auch sonst nichts mit fossiler Energie am Hut. Außerdem wurde Polarstern als Social Business gegründet. Wir arbeiten daran mit, dass die Wirtschaft verantwortungsvoller wird. Erkennbar an unseren Zertifizierungen durch B Corp und die Gemeinwohl-Ökonomie.

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Portrait von Michael.

Michael. | Team Wirklich

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Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.