Nur 3 % der Biogastarife auf dem Markt sind „echtes“ Biogas. Die Mehrheit besteht sogar aus Erdgas. Verbrauchertäuschung im großen Stil also? Fakt ist, es steht nicht gut um die Energiewende im Wärmemarkt. Und das, obwohl für die Wärmeversorgung deutlich mehr Energie benötigt wird als für Strom.

von Tabatha

 

Im Strommarkt wächst seit Jahren der Anteil erneuerbarer Energien. 2019 lag er bei 37,8 %. Vor 20 Jahren waren es noch 6,3 %. Während es im Strommarkt vorangeht mit der Energiewende, döst sie im Wärmemarkt vor sich hin. Der Anstieg liegt hier im gleichen Zeitraum nur bei 10 Prozentpunkten – und eben nicht bei 31,5 wie im Strommarkt. Eine besondere Rolle im Wärmemarkt spielt Gas. Die große Mehrheit der Haushalte in Deutschland heizt mit Gas, wie eine Studie des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Stand Oktober 2019, zeigt:

 

 

So hoch ist der Erdgasanteil in Deutschland 2019
Mit 48,2 % liegen Erdgas-Heizungen in Deutschland nach wie vor vorne. Quelle: BDEW, 2019.

 

Deutschland muss eine Menge Gas aus dem Ausland beziehen, um den hohen Bedarf zu decken. In diesem Punkt sind wir also ziemlich abhängig von anderen Ländern. Auch ist der sogenannte „Methanschlupf“, als das Entweichen von Methan bei der Erdgasförderung, nicht zu unterschätzen. Und das, wo doch Methan um ein Vielfaches klimaschädlicher ist als CO2.

 

Gasmarkt: Diese Ökogastarife gibt´s.

Tatsächlich handelt es sich bei den Ökogasangeboten in 77 % der Fälle um sogenannte Klimatarife. Hinter ihnen steckt nichts anderes als gewöhnliches fossiles Erdgas; die Umweltbelastung wird lediglich durch Aufforstungs-Maßnahmen und Co. klimaneutral gestellt. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende werden so nicht unterstützt. Es ändert sich also dadurch im Wärmemarkt schlichtweg nix.

Eine andere Art an Gastarifen sind Biogas-Beimischprodukte. Sie machen etwa 20 % des Marktes aus. Sie sind ein Mix aus fossilem Erdgas und einem kleinen Anteil Biogas. Besser als nichts – aber eben auch nicht wirklich gut. Denn was bringt es, wenn 5 % Biogas dabei sind, aber 95 % Erdgas? Im Ökostrommarkt gibt es solche halben Sachen auch nicht. Ökostrom ist immer 100 % aus erneuerbaren Energien – da gibt’s andere wichtige Unterschiede.

Und was bleibt übrig? Genau 3 %. Nur dieser geringe Anteil aller Öko-/Biogas-Tarife stammt wirklich komplett aus erneuerbaren Energien. Krass!

 

 

So sieht der Biogasmarkt aus
Biogasmarkt: So steht es um die Energiewende beim Heizen.

 

Nur 3 % echtes Biogas.

Jetzt könnte man optimistisch sagen, das wird noch. Tatsächlich sank jedoch der Anteil der echten Ökogasprodukte in den letzten Jahren sogar. Auch stammt nur eine Handvoll der echten Biogas-Tarife aus Reststoffen.

>>> Wirklich Ökogas aus organischen Reststoffen von Polarstern kennenlernen.

Aber warum hinkt der Wärmemarkt bei der Energiewende so hinterher? Ja, darauf gibt es viele Antworten. Einerseits gibt es – wie schon erwähnt – nur wenige Angebote, die wirklich nachhaltig sind. Gleichzeitig wissen viele Verbraucher auch gar nicht, dass Biogas nicht gleich Biogas ist. Wie soll man sich da für den richtigen Tarif entscheiden? Dazu kommt, dass beim Gas – anders als beim Strom – nicht jeder selbst wählen kann. Häufig geht das über die Nebenkostenabrechnung und ist dadurch auch nicht so stark im Bewusstsein der Menschen.

Je nach Anbieter wird Biogas aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen produziert. Das können beispielsweise Gülle, nachwachsende Rohstoffe wie Mais oder – wie bei Polarstern – organische, pflanzliche Abfälle sein. Gegen Gülle spricht, dass damit die Massentierhaltung unterstützt wird. Und extra zur Energiegewinnung angebaute Energiepflanzen haben den Nachteil, dass für sie Anbauflächen genutzt werden, auf denen andernfalls Nahrungsmittel angebaut würden.

>>> Du lebst vegan? Mit Wirklich Ökogas kannst du tierfreundlich heizen.

Ein wichtiges Potenzial für mehr erneuerbare Energien im Wärmemarkt liegt deshalb in der Nutzung von Abfall- und Reststoffen, wie eine Studie des Umweltbundesamtes von 2019 zeigt. Die Herstellung von Biogas aus Abfallstoffen ist besonders umweltfreundlich.

Wirklich Ökogas von Polarstern beispielsweise wird aus Zuckerrübenresten gewonnen, die bei der Zuckerproduktion übrigbleiben. Also aus Abfall! Wie das Gas dabei genau entsteht und was danach mit den Resten passiert, siehst du im Video. 

 

 

So entsteht Wirklich Ökogas.

 

Weil es aber in Deutschland und Europa nicht ausreichend Rest- und Abfallstoffe gibt, sind auch alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen ein wichtiger Teil der Energiewende im Wärmemarkt.

 

So kannst du die Energiewende unterstützen.

Laut Umweltbundesamt machte die Nutzung von Heizung und Warmwasser im Jahr 2017 zusammen rund 84 % des privaten Energieverbrauchs aus – und so auch einen Großteil deines CO2-Fußabdrucks. Umso wichtiger ist es für eine erfolgreiche Energiewende, dass auch der Wärmemarkt endlich einen richtigen Push bekommt. Und du kannst dabei helfen!

 

Checkliste: Das kannst du tun.

1. Wirklich Ökogas bestellen.

Wirklich Ökogas von Polarstern ist ein mehrfach zertifiziertes Gasprodukt aus 100 % organischen Restoffen: Aus Zuckerrübenresten, um genau zu sein. Wenn du einen eigenen Gaszähler hast, steht dem Wechsel zu Wirklich Ökogas nichts mehr im Wege.

>>> Alles rund um Wirklich Ökogas.

Der Wechsel funktioniert ganz easy: In nur 5 Minuten kannst du zu wirklich besserer Energie wechseln und so die Energiewende unterstützen – in Deutschland und weltweit. Du brauchst dafür nur deine Postleitzahl, deinen bisherigen Gasverbrauch – geht auch geschätzt anhand der Quadratmeterzahl deines Zuhauses – und deine Kontaktdaten.

Ist das nicht super teuer? Nö, denn du zahlst zwar ein wenig mehr als für gewöhnliches fossiles Erdgas, doch von allen vergleichbaren Ökogasprodukten auf Reststoffbasis bist du bei uns am günstigsten dran. Probier´s einfach aus:

 

Hier mal ein kleines Rechenbeispiel für dich: Ein Haushalt, der jährlich 20.000 kWh verbraucht, senkt mit dem Wechsel zu Wirklich Ökogas seinen CO2-Ausstoß um fast 5 Tonnen. Bei einem Biogasmischtarif mit nur 30 % Ökogas ist die Wirkung auf das Klima natürlich entsprechend geringer.

 

2. Mit deiner Hausverwaltung sprechen.

Wenn in deinem Haus mit Gas geheizt wird, du aber keinen eigenen Zähler hast, kannst du deiner Hausverwaltung vorschlagen, auf Ökogas aus Reststoffen umzusteigen und mit deinen Nachbarn darüber sprechen. Eine gute Hausverwaltung oder Immobilienfirma sollte ein offenes Ohr für Maßnahmen haben, die helfen, den CO2-Ausstoß zu senken.

 

3. Deinen Verbrauch senken.

Ein wichtiges Thema ist dein Energieverbrauch. Denn damit erzeugst du dann natürlich auch weniger CO2. Um Heizkosten und CO2-Ausstoß zu senken, haben wir ein paar Tipps für dich. Auch Gebäudesanierungen machen in vielen Fällen einen großen Unterschied.

 

4. Polarstern empfehlen.

Außerdem hast du – egal ob du selbst Kunde bist oder nicht – die Möglichkeit, Polarstern an Freunde oder Bekannte weiterzuempfehlen. Und das hat´s in sich: Jede Bestellung sorgt nämlich dafür, dass echtes Ökogas das Erdgas vom Markt verdrängt.

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