

Elektroauto im Winter: Reichweite und Nutzung bei bis zu minus 20 Grad.
Cool bleiben: Dein E-Auto kommt mit Minusgraden gut zurecht – doch kann die Reichweite im Winter deutlich sinken. Erfahre, warum die Batterie im Winter schneller leer ist, wie weit dein E-Auto im Vergleich zum Sommer kommt – und wie du trotz knackiger Kälte weniger Akku verlierst.
Deshalb ist die E-Auto-Batterie im Winter schneller leer.
Das Problem kennt man vom Handy: Der Akku ist frisch aufgeladen, aber sobald man das Haus verlässt, purzeln die Prozente gemeinsam mit der Außentemperatur wieder nach unten. Lithium-Ionen-Batterien sind eben nicht nordisch by nature, und so mögen auch die E-Auto-Batterien milde Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C am liebsten.
E-Auto zieht Wärme komplett aus Batterie.
Bei niedrigen Temperaturen verlieren die Akkus schnell an Kapazität und Spannung, weil das flüssige Elektrolyt in der Batterie seine elektrische Leitfähigkeit verliert. Um die gewohnte Leistung zu liefern, muss die Batterie mehr Energie aufbringen. Das E-Auto verbraucht so mehr Strom und verliert Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Wo sich ein konventionelles Auto die Abwärme des Verbrennungsmotors zunutze macht, zieht ein Elektroauto die Energie für die Wärme komplett aus der Batterie.
E-Auto-Reichweite im Winter: So hoch sind die Verluste bei Kälte.
Wie hoch die Reichweitenverluste bei Kälte sein können, zeigt der El Prix-Test in Norwegen, der vom Norwegische Automobilverband (NAF) jedes Jahr sowohl im Sommer als auch im Winter durchgeführt wird. El Prix ist der weltweit größte Reichweiten-Test unter realen Bedingungen. Autofahrer:innen können so vor dem Kauf besser einschätzen, wie nah die tatsächlichen Reichweiten an die offiziellen WLTP-Werte herankommen. WLTP steht für Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure. Das ist ein international einheitliches Prüfverfahren, um die Reichweite von E-Autos unter standardisierten Bedingungen zu prüfen – zum Beispiel ohne Klimaanlage oder Heizung. In Europa müssen Hersteller die Reichweite ihrer Elektroautos nach dem WLTP-Standard angeben.
👉 E-Autos haben im Winter Reichweitenverlusten von bis zu 30 %.
Wie aus dem El Prix-Test 2025 hervorgeht, liegt die Reichweite im Winter im Schnitt 18,7 % und maximal 29,5 % unter der von den Herstellern angegebenen Reichweiten. Dafür schaffen die E-Autos im Sommer in den Tests häufig mehr Reichweite als angegeben. Im Winter steigt der Verbrauch von E-Autos vor allem durch die Heizung, höhere Luftdichte und kalte Batterie. Daher ist im Winter ein Vorheizen des E-Autos noch während des Ladevorgangs zu empfehlen.
Tabelle: Reichweite von Elektroautos im Sommer und Winter.
| E-Automodell | Reichweite Sommer (bei 12 bis 18 °C) | Reichweite Winter (bei -9 bis 1 °C)* |
|---|---|---|
| Audi Q6 e-tron | 563 km (WLTP: 582 km) | 477 km (WLTP: 616 km)** |
| BYD Sealion 7 | 523 km (WLTP: 502 km) | 429 km (WLTP: 502 km) |
| Hongqi EHS7 | 524 km (WLTP: 540 km) | 450 km (WLTP: 540 km) |
| Mercedes-Benz G-Klasse | 467 km (WLTP: 455 km) | 378 km (WLTP: 443 km) |
| Peugeot E-5008 | 516 km (WLTP: 488 km) | 353 km (WLTP: 488 km) |
| Tesla Model 3 | 721 km (WLTP: 702 km) | 536 km (WLTP: 702 km) |
| VW ID.7 GTX | 595 km (WLTP: 568 km) | 434 km (WLTP: 571) |
Quellen: ÖAMTC (El Prix Sommer-Test) und ÖAMTC (El Prix Winter-Test).
* Aufgrund der unterschiedlichen Wintertemperaturen ist keine 100-prozentige Vergleichbarkeit zwischen den Modellen gegeben.
** Unterschiedliche WLTP-Werte im Sommer- und Winter resultieren zum Beispiel aus unterschiedlichen Ausstattungs- oder Akkuvarianten bei den Tests oder Updates der WLTP-Angaben durch den Hersteller.

Fahr sauber & günstig: Entdecke unsere Autostrom-Tarife mit Ökostrom.
Typische Elektroauto-Probleme im Winter – und wie du sie löst.
Tipp 1: E-Auto in der Garage – oder bewusster draußen parken.
Banal, aber effektiv: Wer eine eigene Garage oder einen Stellplatz in einer Tiefgarage hat, sollte die Parkmöglichkeit im Winter konsequent nutzen. Wirklich. Das E-Auto ist dann der Kälte und Minusgraden bei weitem nicht so stark ausgesetzt, das wiederum kühlt die Batterie nicht so stark ab und schützt die Scheiben vor Vereisung.
Elektroauto im Winter ohne Garage.
Und wenn man keine Garage hat? Dann ist das fürs E-Auto zumindest kein Drama. Moderne Traktionsbatterien sind so gebaut, dass sie auch bei dauerhaftem Draußenstehen keinen Schaden nehmen. Die Packs sind gekapselt und thermisch geschützt. Allerdings sinkt die Reichweite stärker als mit Garage, weil der Akku und der Innenraum bei jedem Start erst wieder aufgeheizt werden müssen.
Das E-Auto im Winter draußen bewusster parken.
Musst du dein E-Auto auch im Winter stets draußen parken, kommt's auf die richtige Planung an. Versuceh, den Wagen möglichst direkt nach der Fahrt zu laden, solange die Batterie noch warm ist, und die Vorklimatisierung zu nutzen, wenn das Auto am Kabel hängt – so kommt die Wärme aus dem Netz und nicht aus dem Akku. Außerdem solltest du möglichst windgeschützt zu parken und Schnee und Eis vor Fahrtbeginn entfernen.
Tipp 2: Elektroauto bewusst wärmen und Fahrten besser planen.
Am Thermostat zu Hause spart jedes Grad weniger rund 6 % Heizenergie. Im Elektroauto sorgt jedes Grad gesparte Energie dafür, dass mehr Power für die Batterie übrig bleibt. Zu kalt sollte die Temperatur aber nicht eingestellt werden, sonst beschlagen die Scheiben. Und mit offenem Fenster möchte man jetzt auch nicht fahren. Am besten heizt du bewusst, indem du dir vorher überlegst, wie lange die Fahrt wird (je kürzer, desto mehr Energie geht fürs Heizen drauf) und wie warm oder kalt es zu verschiedenen Tageszeiten ist. Kannst du eine Fahrt an kalten Wintertagen zum Beispiel vom frühen Morgen auf den wärmeren Nachmittag verschieben, ist das eine gute Option, um mehr Reichweite herauszuholen.
THG-Quote: Bis zu 200 € Prämie sichern.
Du fährst schon ein E-Auto? Dann kannst du ein Mal im Jahr deine THG-Quote handeln. Mach's über unsere Kooperation mit climate.karma und sichere dir eine Prämie von bis zu 200 Euro.
So funktioniert'sTipp 3: Klimaanlage und Sitzheizung im E-Auto gezielter nutzen.
Im Winter ist die Heizung im E-Auto unverzichtbar. Gleichzeitig ist die E-Auto-Heizung im Winter einer der größten Reichweitenkiller. Wie auch im Sommer, wenn die Klimaanlage kühlen soll. In beiden Fällen sorgt eine intensive Nutzung der Klimaanlage für Reichweitenverluste, wie Untersuchungen gezeigt haben. Der amerikanische Automobilclub hat das aufgezeigt: Die Klimaanlage hat demnach einen deutlichen Effekt auf den Reichweitenverlust im Winter. Wird im Winter die Heizung für den Innenraum des Elektroautos genutzt, kann das je nach Modell einen Reichweitenverlust von bis zu 40 % zur Folge haben. Grund: Die Energie der Klimaanlage kommt aus der Batterie des E-Autos. Wurde die Klimaanlage nicht zum Heizen des Innenraums genutzt, lagen die Verluste bei der Reichweite übrigens nur bei 12 %, wie die Studie zeigte.
Wärme im E-Auto im Winter effizient einsetzen.
Unsere Tipps: Schalte deine Klimaanlage gezielt an und nutze, wenn möglich, die Vorklimatisierung, solange dein E-Auto noch zuhause an der Wallbox steht. Noch besser: Heize im Winter nur über die Lenkrad- oder Sitzheizung statt das ganze Auto und zieh dir bei knackigen Minusgraden einfach (rutschfeste) Handschuhe beim Autofahren an. Dann kann die Lenkradheizung ausgeschaltet bleiben und du sparst Power bei der Batterie.
Tipp 4: Standheizung bei Elektroautos im Winter.
Elektroautos haben standardmäßig eine Standheizung, mit der du das Fahrzeug im Winter vorheizen kannst. Die Heizung funktioniert elektrisch und nicht über die Abwärme eines Verbrennungsmotors. Ein Elektroauto kann somit vor dem Losfahren noch an der Ladestation über die Stromversorgung aufgewärmt werden, ohne, dass der Strom von der Batterie entnommen wird. Insofern ist es auch ein Mythos, dass man im E-Auto bei längeren Standzeiten oder in einem Stau frieren müsste, weil die Energie der Batterie nicht zum Heizen ausreicht.
Tipp 5: Fahrten im Winter mit dem E-Auto gut planen.
Bei einem Trip mit dem Elektroauto solltest du Reiseziel und Route anhand von Lademöglichkeiten wählen und dafür entsprechende Apps und Karten nutzen, etwa das Ladesäulenregister. Das gilt im Sommer und im Winter. Im Internet kannst du mit entsprechenden Tools deine Fahrt im Winter exakt planen, damit die Reichweite bis zur nächsten Ladestation reicht. Besonders bei der ersten langen Winterfahrt, wenn man noch nicht so genau einschätzen kann, wie hoch die Reichweitenverluste beim eigenen E-Auto ausfallen, ist eine gute Planung das A und O.
Tipp 6: E-Auto im Winter richtig laden.
Die Batterie eines E-Autos ist das sensible Herzstück des Fahrzeugs. Im Winter solltest du am besten möglichst kurz nach Fahrtende dein E-Auto im Winter laden. Dann ist die E-Auto-Batterie im Winter noch aufgewärmt und lädt schonender und schneller. Steht das Auto länger bei Minusgraden, kommt es außerdem zu einer gewissen E-Auto-Selbstentladung – der Ladestand sinkt also langsam, auch wenn du nicht fährst. Wer länger als zwölf Stunden am Stück steht, sollte nach Einschätzung von Expert:innen den Ladestand der Batterie im Winter idealerweise im Bereich zwischen 40 und 80 % halten, damit es bei der nächsten Fahrt keine Reichweiten-Probleme gibt.
Unsere Stromtarife für dein E-AutoTipp 7: Richtiger Reifendruck verhindert im Winter Reichweitenverlust.
Schau auch mal auf die Reifen deines Elektroautos: Denn die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks kann zur Effizienz und somit zu mehr Reichweite im Winter beitragen. Das ist nicht nur aus Sicherheitsgründen ratsam. In den meisten Fällen ist davon auszugehen, dass der maximale Reifendruck die Reichweite eines Elektroautos verbessern kann.
Tipp 8: E-Auto im Winter im Eco-Modus nutzen.
Wie effiziente Waschmaschinen haben auch viele Elektroautos einen Eco-Modus. Der Eco-Modus hilft E-Autos im Winter Reichweite zu sparen. Allerdings: Wo sich die Waschmaschine für einen Waschgang Zeit lässt, verlangsamt der Wagen im Eco-Modus seine Geschwindigkeit. Die Räder bekommen dann weniger Kraft vom Motor. Manko des energiesparenden Fahrmodus: Je länger die Fahrtzeit, desto höher ist der Wärmebedarf. Da sollte man eine gesunde Mischung finden. Gut ist der Eco-Modus bei kürzeren Strecken, bei längeren ist ein schnelleres Ankommen oft die bessere Option. Denn je kürzer die Fahrtzeit, desto geringer ist der Wärmebedarf.
Tipp 9: E-Auto mit Wärmepumpe wählen.
Wer gerade vorm Kauf eines E-Autos steht: Manche Modelle sind mit einer Wärmepumpe ausgestattet, die sehr viel effizienter heizen. Neuere Studien, zum Beispiel von Recurrent zeigen, dass moderne E-Autos mit Wärmepumpe bei 0 °C oft nur 15 bis 20 % Reichweite verlieren, während Fahrzeuge ohne Wärmepumpe bis zu 35 % einbüßen. In Haushalten machen sich Wärmepumpen je nach Technik die Umgebungstemperatur der Luft, des Bodens oder des Grundwassers zunutze und „pumpen“ sie auf ein höheres Level. Für jede investierte Kilowatt Strom bekommt man dabei etwa vier Kilowatt Heizenergie raus. Bei Wärmepumpen im Auto kann man mit drei Kilowatt Heizenergie rechnen. Dort ist es die Temperatur von Batterie, Motor und Leistungselektronik, die auf ein höheres Level gebracht wird.
12 Tipps: E-Auto fahren und sparenElektroauto im Winter: Das solltest du bei Minusgraden und strengem Frost beachten.
Viele fragen sich, ob man auch bei strengem Frost und Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius sein Elektroauto ohne Probleme nutzen kann. Die Antwort lautet Ja. Mal abgesehen davon, dass es in Deutschland (und in den meisten Ländern Mitteleuropas) nur noch selten extremen Frost bis zu minus 20 Grad Celsius gibt, ist Frost im Winter kein E-Auto-Killer per se. Die Reichweite schrumpft zwar bei minus 20 Grad deutlich, aber grundsätzlich kannst du auch dann E-Auto fahren und solltest die genannten Tipps beachten. Die Winter bei uns werden insgesamt milder. Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass die Anzahl der Frost- und Eistage in Deutschland seit vielen Jahren deutlich zurückgeht. Wegen strengem Frost musst du dir also keine allzu großen Sorgen machen.
E-Auto bei minus 20 °C? In Norwegen klappt's doch auch.
Dass sich Elektromobilität und kaltes Wetter vertragen, zeigt übrigens Norwegen. Laut Reuters waren dort Ende 2025 97,6 % aller Neuwagen reine Elektroautos. Es wird nicht lange dauern, bis die 100-%-Marke geknackt ist. So kalt wie der Winter in Skandinavien ist, dem Absatz von E-Autos tut das – zumindest in Norwegen – keinen Abbruch.
Im Stau mit dem E-Auto: Auch im Winter kein Problem.
Ein Vorurteil ist auch, dass man mit einem Elektroauto im Winter in einem Stau relativ schnell frieren würde. Das ist Quatsch, denn die Batterie hält auch im Winter stundenlang im Stand aus. Der ADAC hat das in einem realen Test gezeigt. Das Ergebnis: Ein E-Auto verbrauche selbst im Stand im Winter relativ wenig Energie. Mit einem Elektroauto im Stau darf die Heizung auch bei eisiger Kälte problemlos mehrere Stunden auf Wohlfühltemperaturen laufen, so das Fazit des ADAC.
Tipps aus Skandinavien für mehr Reichweite und Komfort.
Auch Audi hat Tipps für die Nutzung des E-Autos im Winter und dafür eine Familie aus Norwegen interviewt, die ihre Reichweiten-Tipps im kalten skandinavischen Winter verraten hat. Familie Lunde, die einen Audi e-tron fährt, hat einige praktische Erfahrungen gemacht, wie man trotz Energiesparen komfortabel heizen kann. „Wenn wir keine Zeit für die Vorkonditionierung haben, nutzen wir die Lenkrad- und Sitzheizung für maximalen Komfort bei Fahrtbeginn. Auf den Kurzstrecken reicht das völlig aus“, meint Lunde. „Körpernahes Heizen, wie Familie Lunde es beschreibt, ist ein cleverer Tipp, um den Akku des E-Autos zu schonen.
Zudem lohnt sich die Vorkonditionierung beziehungsweise Vorklimatisierung per App, wenn das E-Auto noch zuhause an der Ladestation steht. So kann man mit einem beheizten und eisfreien Auto losfahren, ohne kratzen zu müssen.
Fazit für mehr Reichweite:
- Sitz- oder Lenkradheizung nutzen statt gesamten Innenraum zu beheizen.
- Vorkonditionierung an der Wallbox spart Reichweite im Winter (insbesondere bei kurzen Fahrten).
- Immer mit Navigation fahren (einige E-Autos können Streckeninfos zum Management der Batterie nutzen), um verbleibende Reichweite effizient zu nutzen.








