Zum Inhalt
Kleidung im Shop
Kleidung im Shop

Die wichtigsten Tipps für nachhaltige Mode:

  • Weniger und bewusster kaufen
  • Secondhand oder Vintage wählen
  • Kleidung tauschen oder leihen
  • Reparieren statt wegwerfen
  • Zeitlose Mode statt kurzlebige Trends
  • Qualität statt Quantität
  • Auf nachhaltige Siegel achten
  • Neue Sachen von nachhaltigen Brands kaufen
  • Kleidung schonend energieeffizient waschen.

Unstylisch: Fast Fashion schadet Umwelt, Klima und Menschen.

Menschen sind ziemliche Vögel. Kaum ist Frühling wollen wir uns auch alle ein bisschen aufplustern, schick machen. Neue Federn müssen her. Doch weil das Make-over schnell gehen muss, wird auch viel zu oft schnell-schnell eingekauft. Mit dem Ergebnis, dass die Teile nicht passen oder nur in der Einbildung schön waren. Und so geht sie meistens wieder dahin, die Mode. Als Retour zum Hersteller, in die Tiefen des Kleiderschranks – oder gleich in den Müll. Doch ist damit das Problem nicht gelöst, sondern geht erst so richtig los, wie die folgenden Facts zeigen.

Krasse Fast-Fashion-Facts.

  • Der durchschnittliche Textilkonsum der Europäer:innen lag 2022 bei rund 19 Kilogramm pro Jahr.
  • Dabei fielen durchschnittlich 355 Kilogramm CO₂ pro Person an.
  • Der Ressourcenverbrauch lag pro Person bei zwölf Kubikmetern Wasser und 523 kg Rohstoffen.
  • Pro Person fielen in der EU 2022 durchschnittlich 16 kg Textilabfälle an.
  • Nur 1 % der gebrauchten Klamotten wird recycelt.
  • 2023 wurden rund 1,4 Millionen Tonnen Altkleider exportiert – vor allem nach Afrika und Asien.
  • Für ein Baumwoll-T-Shirt werden schätzungsweise 2.700 Liter Frischwasser benötigt.
  • Die Textilproduktion soll für etwa 20 % der weltweiten Verschmutzung von Frischwasser verantwortlich sein, vor allem durch Färbeprozesse.

Quellen: Europäisches Parlament, Europäische Umweltagentur.

Uncool: Ausbeutung in der Fast-Fashion-Industrie.

Besonders unstylisch sind die Arbeitsbedingungen in der Fashion-Industrie. Damit Kleidung günstig auf der Stange hängen kann, werden Menschen unterbezahlt, geprellt und ausgebeutet. Allein der Lohnanteil einer Näherin eines Marken-T-Shirts liegt laut BMZ bei unter 1 %. Zusätzlich war in der Vergangenheit der Arbeitsschutz oftmals so gering, dass es kracht. Buchstäblich. Prominentestes Beispiel ist wahrscheinlich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza, bei dem über 1.100 Menschen starben.

In einem T-Shirt stecken bereits 11 Kilogramm CO2. © bund.net

8 Tipps für nachhaltige Mode.

Eine blonde Frau hält einen roten Faltenrock hoch, während eine andere Frau mit Einkaufstüten in einem Bekleidungsgeschäft zusieht.

Zum Glück ist die Modebranche wie ein Wendepulli. Auf der einen Seite sind da riesige ökologische und gesellschaftliche Probleme, auf der anderen Seite aber auch Lösungen. Natürlich ist die bestehende Unlogik des Textilmarktes schwer zu brechen, aber wir alle können schon mal anfangen, etwas zu verändern. Es beginnt mit einem neuen Look. Die einfachsten zwei Regeln bedeuten: weniger oder gebraucht kaufen. Und weil das allein doch etwas traurig klingt, haben wir noch Tipps, wie man gut neu einkauft.

1. Secondhand und Vintage kaufen.

Was alt ist, will niemand haben? Vielleicht liegt's am Wort. Vintage, das klingt doch gleich viel besser als secondhand oder gebraucht. Vintage-Mode hat sowieso einen großen Vorteil. Sie hat auch immer etwas Exklusives. Denn was aktuell in den Schaufenstern hängt oder vorwiegend auf Instagram und TikTok zu sehen ist, hat auch jede:r an. Eine alte coole Bluse, ein Hemd, das man entdeckt hat, hat dafür den Glanz einer echten Rarität.

Fazit: Secondhand spart Ressourcen, CO2 und Wasser. Und: Du findest oft einzigartige Teile, die nicht jede:r trägt.

2. Kleidung tauschen oder verschenken.

Verschiedene Kleidungsstücke auf einer Kleiderstange vor einer Betonwand, die mit Sofortbildern dekoriert ist.

Seinen eigenen Kram kann man ohnehin gut loswerden. Zum Beispiel bei Apps wie Vinted, wo man tauschen, verkaufen und Kleidung verschenken kann. Kleidertauschpartys sind ein guter Anlass, mal wieder Freund:innen zu treffen und dabei Anziehsachen einfach mal durchrotieren zu lassen.

Fazit: Warum neu kaufen, wenn Kleidung schon existiert? Kleidertauschpartys, Tausch-Apps und Verschenken im Freundeskreis ist gut für die Umwelt und den Geldbeutel.

3. Upcyceln statt wegwerfen.

Wer seine alten Stücke nicht loswird und in ihrer jetzigen Form nicht mehr sehen kann, hat immer noch die Möglichkeit, Ärmel abzuschneiden oder Hosenbeine zu kürzen. Und wenn gar nicht’s mehr hilft, lassen sich aus alten Klamotten noch Lappen oder Kissenbezüge machen. Auch in der Modeindustrie wird Upcycling immer wichtiger. Einige Marken entdecken, dass die Weiterverwertung von Material auch eine Menge Geld spart. Und es ist das Gegenteil von billig. Beliebt sind zum Beispiel Hemden im Patch-Look, die aus vielen Stoffelementen bestehen. Auch Luxusmarken entdecken das Upcycling. Zwar kommen für das gleiche Schnittmuster unterschiedliche Stoffe zusammen. Aber letztlich ist das auch exklusiver. Kund:innen wissen, dass sie hier ein Unikat in der Hand halten. Und damit auch etwas Wertvolles.

Fazit: Alte Kleidung kann umgenäht werden oder neue Funktionen bekommen.

4. Lieblingsstücke retten statt neu kaufen.

Vintage-Nähutensilien, darunter Garnspulen, Schere, Knöpfe und Sicherheitsnadeln, auf einer Holzoberfläche.

Apropos Nähen: In Zeiten von YouTube gibt es eigentlich keine Ausreden mehr, einen Knopf nicht anzunähen. Wie das geht, hat man irgendwann in der dritten oder vierten Klasse gelernt. Mit einem Tutorial ist das Wissen schnell aufgefrischt. Oft sind es diese Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass eine Bluse oder ein Hemd nicht so schnell ausgemustert wird. Trainieren wir uns an, kleinere Dinge selbst zu reparieren, dann tragen wir unsere Kleidung definitiv länger.

Fazit: Ein fehlender Knopf ist kein Grund für ein neues Hemd. Kleine Reparaturen verlängern die Lebensdauer enorm.

5. Neukauf: Zeitlos vor Zeitgeist – und Qualität vor Quantität.

Ein Kleiderständer mit Pullovern und Strickjacken in neutralen Farben, die in einem Schaufenster ausgestellt sind.

Vor dem Kauf eines neuen Teils sollte man sich immer die Frage stellen, ob man das wirklich will. Zeitlose Mode ist am besten. Denn wer dem Trend von heute hinterherläuft, sieht morgen schon wieder out aus – und hat dafür Geld und Ressourcen verschwendet.

Fazit: Fast Fashion lebt von Trends. Nachhaltiger sind klassische Schnitte, gute Qualität und neutrale Farben.

Wie erkenne ich gute Qualität?

Nachhaltige Mode beginnt nicht erst beim Siegel – sondern schon beim Material und der Verarbeitung. Denn ein Kleidungsstück, das lange hält, ist automatisch nachhaltiger.

Achte beim Kauf auf:

  • Stoffqualität: Fühlt sich der Stoff stabil und angenehm an oder dünn und pappig? Hochwertige Materialien liegen meist schwerer in der Hand.
  • Nähte: Saubere, gerade Nähte sind ein gutes Zeichen. Lose Fäden oder schiefe Nähte dagegen eher nicht.
  • Passform: Sitzt ein Teil gut, trägst du es auch länger. Klingt banal, ist aber entscheidend.
  • Transparenz: Gute Marken zeigen, wo und wie produziert wird. Wenn du nichts darüber findest, hat das meist einen Grund.
  • Materialwahl: Naturfasern wie Bio-Baumwolle oder Leinen sind oft langlebiger und angenehmer zu tragen als synthetische Mischungen.

👉 Kurz gesagt: Lieber ein Teil, das fünf Jahre hält, als fünf Teile für eine Saison.

6. Auf Nachhaltigkeitssiegel achten.

Nachhaltigkeitssiegel und Fair-Trade-Labels helfen, den Markt zu verändern. Sie stehen für bessere Arbeitsbedingungen und einen ökologischere Produktion. Dass es immer mehr Marken gibt, die eine Zertifizierung durch ein Label anstreben, hat auch etwas mit dem Anspruch an das eigene Produkt zu tun. Denn ein Produkt, das einen gesellschaftlichen und ökologischen Schaden anrichtet, kann, darf nicht als hochwertig durchgehen.

Welche Siegel für nachhaltige Kleidung sind seriös?

Damit sich im Markt etwas bewegt, sind auch wir als Konsument:innen gefragt, zertifizierte Angebote zu wählen. Orientierung bieten Labels wie GOTS, bluesign, IVN Best, Fairtrade Cotton, Fair Wear oder Cotton made in Africa. Sie setzen – je nach Schwerpunkt – Standards für Umwelt- und Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette.

  • GOTS / IVN Best: sehr streng bei Ökologie und Sozialem.
  • Fairtrade Cotton / Fair Wear : Fokus auf Arbeitsbedingungen
  • bluesign: Fokus auf Chemikalien und Umwelt.
  • Cotton made in Africa: stärker auf Einkommen und Landwirtschaft.

Zwar garantieren die Labels nicht immer existenzsichernde Löhne, tragen aber zu besseren Bedingungen in der Produktion bei. Bio-Baumwolle wird ohne synthetische Pestizide und ohne Gentechnik angebaut und kann – je nach Anbauregion – deutlich weniger Bewässerungswasser benötigen, in einzelnen Studien laut Utopia bis zu 91 %.

Der Grüne Knopf.

Der Grüne Knopf wiederum ist das erste staatliche Siegel für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in der Kleidungsindustrie. Das Siegel will einen einheitlichen Standard für den deutschen Markt entwickeln. Die Standards werden von externen Prüfer:innen kontrolliert, die sich auch Fabriken vor Ort ansehen. In jedem Fall ist ein staatliches Siegel ein wichtiger Schritt, doch kritisiert die deutsche Textilbranche, dass der Grüne Knopf als nationales Siegel zusätzlich zu international anerkannten Siegeln für mehr Verwirrung statt Klarheit sorgen könnte.

Fazit: Labels helfen, bessere Produkte zu erkennen. Allerdings können sie auch keine perfekten Bedingungen garantieren.

Wann lohnt sich ein Kauf wirklich?

Ein neuer Kauf lohnt sich vor allem dann, wenn:

  • du das Teil wirklich oft tragen wirst
  • es zu mehreren Outfits passt
  • es eine Lücke im Kleiderschrank schließt
  • du dich darin so wohl fühlst, dass du automatisch danach greifst.

7. Nachhaltige Modemarken entdecken.

Siegel sind wichtig, erkennt man doch mit einem Blick, unter welchen Bedingungen ein Kleidungsstück hergestellt wurde. Man kann aber immer noch einen Schritt weitergehen und Unternehmen entdecken, die ihr komplettes Programm auf ökofairen Kriterien ausrichten. Brands, die zum Beispiel Polarstern-Partner Loveco empfiehlt, sind zum Beispiel:

  • Armedangels
  • JAN N JUNE
  • Nudie Jeans
  • KnowledgeCotton Apparel
  • Kings of Indigo
  • Lanius
  • recolution
  • LangerChen
  • dedicated

Stylische Slow Fashion von Loveco.

Loveco ist ein Store und Online-Store, in dem es ausschließlich vegane, faire und ökologische Mode zu kaufen gibt. Hier findest du alle guten Marken, die für eine faire und nachhaltige Mode stehen und mit strengen Siegeln wie GOTS und Fair Trade zertifiziert sind. Der Shop selbst ist mit Second-Hand oder Upcycling-Möbeln ausgestattet, versendet Waren mit DHL Go Green und bezieht Wirklich Ökostrom von Polarstern, das senkt CO2-Emissionen und unterstützt den Energiewende-Ausbau.

8. Kleidung schonend und energieeffizient waschen.

Ein großer Teil der CO2-Emissionen deiner Kleidung fallen übrigens in der Nutzungsphase an, also beim Waschen, Trocknen und Bügeln. Dieses CO2 kannst du mit einem Schlag sofort loswerden. Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern. Wir zeigen dir transparent, wo wir deinen Ökostrom erzeugen lassen. Das Beste: Als Polarsten-Kund:in stößt du den Bau von Biogasanlagen in Kambodscha an – und treibst die Stromversorgung in Dörfern in Madagaskar an. Denn Klimaschutz ist eine weltweite Aufgabe. Und wie bei der Mode haben wir hier eine besondere Verantwortung. Nutze sie!

1. Deine Postleitzahl
Portrait von Michael.

Michael. | Team Wirklich

E‑Mail:  michael@polarstern-energie.de

Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.