Plug-in-Hybrid

Umweltfreundlicher als ein Verbrenner, reichweitenstärker als ein Elektroauto – sind Plug-in-Hybride die besseren elektrischen Fahrzeuge? Schaut man sich den Fahrzeugbestand Stand Januar 2020 an, gab es 102.175 Plug-in-Hybride, ein Plus von 52,5 % zum Vorjahr. Rein elektrisch betriebene Autos lagen bei 136.617 Fahrzeugen, ein Plus von 64,3 %. Wie Plug-in-Hybride im Vergleich bei CO2-Bilanz, Preis, Reichweite und Co. abschneiden und ob sie die bessere Alternative für Verbrenner sind, erfährst du hier.

von Tabatha

 

Was ist ein Plug-in-Hybrid und wie funktioniert er?

Ein herkömmlicher Hybridantrieb, wie etwa bei einem Toyota Prius, hat zwei Motoren:

  • einen Verbrennungsmotor und
  • einen Elektromotor.

Während der Fahrt wird über einen Generator Strom erzeugt, der den Akku lädt. Der elektrische Motor unterstützt so den Verbrennungsmotor, zum Beispiel beim Anfahren oder beim Beschleunigen.

Ein Hybridantrieb soll also die Vorteile beider Antriebe kombinieren: niedrige Emissionen in der Nutzung und zusätzliche elektrische Reichweite durch den Elektromotor sowie die hohe Reichweite durch den Verbrennungsmotor. Rein elektrisch kommt ein Hybrid allerdings nicht weit.

Was ist aber der Unterschied zwischen einem Hybrid und einem Plug-in-Hybrid (kurz PHEV)? Das sagt schon der Name: Ein Plug-In-Hybrid kannst du zusätzlich auch per Stecker („plug“) an einer Steckdose oder Ladestation laden. Er hat außerdem eine höhere elektrische Reichweite als ein „normales“ Hybrid-Fahrzeug. Das bedeutet auch, dass rein elektrisch Strecken von 40-60 km hingelegt werden können. Für den Weg zur Arbeit oder Besorgungen braucht man somit kein Benzin – ein Plus für die Umwelt.

 

Plug-in-Hybride: Diese Modelle gibt es.

Viele große Autohersteller – wie VW und BMW – haben heute Plug-in-Hybride im Angebot. Von Januar bis August 2020 wurden mehr tatsächlich auch mehr Plug-In-Hybride neu zugelassen als vollelektrische Fahrzeuge. Warum sind Plug-in-Hybride so beliebt? Vermutlich liegt es daran, dass du die Möglichkeit hast, elektrisch zu fahren, gleichzeitig aber nicht auf die elektrische Reichweite angewiesen bist und gerade bei langen Strecken einfach “normal” tanken kannst. Vorteile bei Preis, CO2-Bilanz und Betriebskosten sind es jedenfalls nicht.

Wer sich nach einem SUV umsieht, könnte beispielsweise am Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid Gefallen finden. Er hat eine elektrische Reichweite von 54 km. Insgesamt kommt er laut Hersteller rund 800 km weit und ist aktuell für einen Grundpreis von rund 37.000 Euro zu haben. Du möchtest lieber einen Kombi? Dann könnte der VW Passat GTE Variant das Richtige für dich sein. Er kommt elektrisch 50 km weit und schafft alles in allem bis über 1.000 km. Er liegt er bei einem Grundpreis von rund 45.000 Euro.

Auch von BMW gibt es einen Plug-in-Hybriden: Den BMW 225xe iPerformance Active Tourer. Er kommt laut Hersteller rein elektrisch rund 55 bis 56 km weit – insgesamt sind es 550 km. Dieser Plug-in-Hybrid von BMW ist ab rund 40.000 Euro zu haben. Wer sich eher nach einem kompakteren Auto umsieht, könnte sich in den MINI Countryman All4 verlieben. Der bietet eine elektrische Reichweite von 57 km und einer Gesamtreichweite von bis zu 500 km. Er ist ab ca. 38.000 Euro zu haben.

Der Hyundai IONIQ Plug-in-Hybrid ist Testsieger des Vergleichs von EFAHRER. Seine Vorteile: Das Modell verbraucht besonders wenig Benzin und bietet eine hohe elektrische Reichweite von 63 km. Er ist ab rund 31.000 Euro verfügbar.

>>> Einen umfangreichen Vergleich der Plug-in-Hybride 2020 gibt´s bei EFAHRER.

Beim Kauf eines Plug-in-Hybriden solltest du auf jeden Fall auf die elektrische Reichweite achten und auch checken, wie viel Platz du im Innenraum hast. Denn manchmal muss für die zwei Antriebstechnologien der Stauraum weichen.

Zudem solltest du wohl genau hinschauen, um den Umweltbonus zu erhalten. Denn mit der WLTP Verbrauchsmessung haben sich Verbrauchs- und Emissionswerte teilweise verschlechtert, sodass manche Modelle keine Umweltprämie mehr erhalten. Dafür gibt es höhere Beträge für förderfähige Plug-in-Hybride aufgrund der Coronakrise bis Ende 2021: Bei einem Netto-Listenpreis bis 40.000 € kannst du insgesamt 6.750 € Förderung erhalten. Für Modelle mit einem Netto-Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 € gibt es insgesamt 5.625 €. Welches Modell förderfähig ist, erfährst du in einer Liste des Bundesfinanzministeriums.

 

Die CO2-Bilanz von Plug-in-Hybriden.

Im Vergleich zum Verbrenner spart ein Plug-in-Hybrid CO2, weil er zum Teil elektrisch fährt. Wie groß die CO2-Einsparung in der Nutzung tatsächlich ist, kommt darauf an, mit welchem Strom der Plug-in-Hybrid geladen wird und wie viel er elektrisch fährt: Beim Laden mit dem klassischen Strommix, bei dem zum Teil Strom aus fossiler Energie stammt, fallen deutlich höhere CO2-Emissionen an als bei Ökostrom. Ökostrom von Polarstern etwa wird zu 100 % aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Das merkt man natürlich auch in der Ökobilanz.

>>>> Mehr über die Autostrom-Tarife von Polarstern.

Allerdings hagelt es auch immer wieder Kritik an Plug-in-Hybriden: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Schadstoff-Emissionen von Plug-in-Hybriden getestet und herausgefunden, dass die Norm-Werte für den CO2-Ausstoß in der Praxis teilweise bis zum 7-fache überschritten werden. Also 7-mal mehr CO2 als zu warten? Puh. Deshalb fordert die DUH ein Ende der Förderung von Plug-in-Hybriden. Das Portal EFAHRER kritisiert diesen Test jedoch: „Die Plug-In-Hybride müssen die 32-Kilometer-Testfahrt mit entladendem Akku antreten. Dabei schafft heute fast jeder Plug-In-Hybrid 32 Kilometer rein elektrisch und ohne einen Tropfen Benzin zu verbrennen.“

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT) von 2020 zeigt: "Im Mittel fallen die realen Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen von Plug-in-Hybridfahrzeugen bei privaten Haltern in Deutschland mehr als doppelt so hoch aus wie im offiziellen Testzyklus." Das liegt daran, dass Plug-in-Hybride durchschnittlich eben doch nicht so oft elektrisch genutzt werden.

 

Plug-in-Hybrid und Elektroauto im Vergleich.

Kann ein Plug-in-Hybrid mit einem Elektroauto mithalten? Oder ist er eher eine Übergangslösung? Wir haben Reichweite, Kosten und CO2-Ausstoß unter die Lupe genommen.

 

 

Emissionen Plug-in-Hybride
So schneiden Plug-in-Hybride im Vergleich mit E-Autos ab.

 

Vorteile von Plug-in-Hybriden.

Einen großen Vorteil bietet der Plug-in-Hybrid im Vergleich zum Elektroauto beim Thema Reichweite: Während die elektrische Reichweite laut Hersteller nur etwa 40 bis 60 km beträgt, kommt er insgesamt oft bis zu 800 km weit. Elektroautos der unteren Mittelklasse haben zum Vergleich meist Reichweiten von 150 bis 450 km. Die aktuell verfügbaren Elektroautos mit der größten Reichweite schaffen rund 600 km.

Außerdem musst du dir bei Plug-in-Hybriden keine Gedanken über Ladestationen unterwegs machen, da sie ganz normal betankt werden können. Und den Elektromotor lädst du einfach bei der nächsten Gelegenheit. Das spart auch einiges an Zeit, denn das Laden eines Elektroautos dauert (aktuell noch) länger, als Benzin oder Diesel zu tanken. Beispielsweise stehst du mit einem Renault Zoe (dem beliebtesten Elektroauto Deutschlands mit 22 kW Ladeleistung) an einer Ladestation mit 50 kW etwa 18 Minuten bis der Akkustand von 10 % auf 80 % lädt. Wichtig: Ausschlaggebend ist hier die Ladeleistung des Autos. Das heißt, auch wenn die Ladestation 50 kW schafft, lädt dieses Auto mit maximal 22 kW Ladeleistung.

 

Nachteile von Plug-in-Hybriden.

Was die Anschaffungskosten angeht, sind Plug-in-Hybride nicht günstiger als Elektroautos. Je nach Modell können sie in der unteren Mittelklasse im Normalfall von rund 32.000 bis rund 82.000 € kosten. Typischerweise liegt der Listenpreis bei um die 50.000 Euro. Bei Elektroautos rechnest du in diesem Segment mit Preisen von rund 33.000 bis rund 91.000 €. (Quelle: ADAC Kostenrechner) Wichtig zu wissen ist, dass Elektroautos noch bis Ende 2021 mit einem erhöhten Umweltbonus von bis zu 9.000 € gefördert werden, Plug-in-Hybride (nicht alle Plug-in-Hybride werden gefördert) mit nur bis zu 6.750 €.

>>> Zum Kostenvergleich des ADAC.

Sieht man sich die Betriebskosten (Stand Februar 2020) im Vergleich an, schneiden auch hier Elektroautos – im ADAC-Vergleich – etwas günstiger ab: Mit rund 41 bis 167 Cent/km liegen sie unterhalb von Plug-in-Hybriden mit rund 61 bis 255 Cent/km. Bei der Berechnung ist der ADAC von einer Kilometerleistung von 10.000 km im Jahr ausgegangen.

Vergleicht man die CO2-Emissionen, sieht man schnell, dass es hierbei extrem auf den Strom ankommt, der geladen wird und darauf, wie häufig man überhaupt elektrisch fährt. E-Autos sind mit 57 bis 173 g/km dabei – abhängig davon, ob mit Ökostrom oder mit dem herkömmlichen Strommix geladen wird. Bei Plug-in-Hybriden sind es 126 bis 193 g/km. Du siehst also: Wenn du Strom aus erneuerbarer Energie lädst, kannst du mit einem Elektroauto deutlich mehr CO2 sparen als mit einem Plug-in-Hybrid. Lädst du allerdings Strom aus fossilen Quellen, gibt es kaum einen Unterschied. Dann ist dein Plug-in-Hybrid nicht nachhaltiger als ein Verbrenner.

Übrigens: Forscher der Technischen Universität Eindhoven (TUe) kritisieren, dass in vielen Studien zu hohe Emissionswerte für die Batterieherstellung angenommen werden. Sie berechneten nun für neue Elektroautos eine um 54 bis 82 % niedrigere CO2-Bilanz als bei vergleichbaren Verbrennern. Der CO2-Vorteil eines Elektroautos ist damit deutlich höher als bisher angenommen.

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Ökobilanz gängiger Antriebstechniken
Untersuchung zur Ökobilanz gängiger Antriebstechniken; Quelle: ADAC

 

Auch fährst du die Batterie immer mit, egal ob du gerade elektrisch unterwegs bist oder nicht. Das macht dein Auto schwerer und steigert seinen Verbrauch. Generell musst du beim Plug-in-Hybrid mit mehr Gewicht und weniger Platz für Gepäck und Co. rechnen.

 

Unser Fazit: Plug-in-Hybride lohnen sich nur in Einzelfällen.

Ein Plug-in-Hybrid macht für die meisten Autofahrer wenig Sinn, denn er schneidet im Vergleich zum E-Auto (abgesehen von der Reichweite) eher schlecht ab. Doch es kommt immer auf die Situation an: In Deutschland werden vor allem Kurzstrecken zurückgelegt – im Durchschnitt nur rund 11 km am Tag. Das schaffen Plug-in-Hybride elektrisch. Selbst Pendelstrecken von ca. 40 km pro Tag schaffen die meisten Modelle. Wer auch immer mal Langstrecken fährt und sich hier keine Gedanken um passende Ladestationen unterwegs machen möchte, für den kann ein Plug-in-Hybrid eine Alternative sein. Allerdings ganz ohne „Planung“ geht’s auch hier nicht: Bevor der Tank leer ist, musst du auch bei klassischem Antrieb eine Tankstelle aufsuchen.

 

Tarife für Plug-in-Hybride.

Wie bei Elektroautos solltest du beim Laden eines Plug-in-Hybriden auf den Strom achten. Nur wer Ökostrom lädt, der spart CO2 und ist klimafreundlich unterwegs. Polarstern hat verschiedene Ladetarife für elektrische Fahrzeuge im Portfolio. Da du mit einem Plug-in-Hybriden jedoch vergleichsweise eine kleine Batterie und wenig elektrische Reichweite hast, macht vor allem unser Wirklich Autostrom-Tarif Sinn.

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