Lange hieß es, die Eneco-Gruppe, zu der auch Lichtblick gehört, könnte von Shell übernommen werden. Ganz so dicke kam es nicht: Mitsubishi und ein japanischer Energieversorger kamen zum Zug. Warum das nicht weniger traurig ist, wie es dazu kommen konnte – und was jetzt zu tun ist.

von Michael

 

Memes gibt es nicht erst seit Instagram und Facebook. In den 90er Jahren waren sie zum Beispiel häufig auf T-Shirts zu sehen. Besonders beliebt waren Parodien von Markennamen: Cocaine statt Coca Cola, Nasty statt Nestlé oder Hell statt Shell. Parodien spielen mit Vorurteilen, halben Wahrheiten und im Fall von Großkonzernen ist oft mehr dran als weniger. Auf Shell trifft das zu. Bilder, die man mit dem Öl- und Erdgaskonzern verbindet, sind mehr Hölle als Muschel. Das Unternehmen steht für vieles, was falsch läuft, wenn Gewinnmaximierung die große Motivation ist: nach mir die Ölpest. 

 

Memes gibt es nicht erst seit Instagram und Facebook. In den 90er Jahren waren sie zum Beispiel häufig auf T-Shirts zu sehen. Besonders beliebt waren Parodien von Markennamen: Cocaine statt Coca Cola, Nasty statt Nestlé oder Hell statt Shell. Parodien spielen mit Vorurteilen, halben Wahrheiten und im Fall von Großkonzernen ist oft mehr dran als weniger. Auf Shell trifft das zu. Bilder, die man mit dem Öl- und Erdgaskonzern verbindet, sind mehr Hölle als Muschel. Das Unternehmen steht für vieles, was falsch läuft, wenn Gewinnmaximierung die große Motivation ist: nach mir die Ölpest. 

 

Lichtblick gehört jetzt zu Mitsubishi. 

Mittlerweile ist der Konzern auch im erneuerbaren Markt aktiv und lange dachte man, er würde die Eneco-Gruppe samt Lichtblick übernehmen. Ganz so krass kam es nicht. Aber gut ist es auch nicht ausgegangen. Lichtblick gehört jetzt zu 80 % Mitsubishi und zu 20 % Chubu, Japans drittgrößtem Energieversorger. Wie konnte es so weit kommen? 

 

Lichtblick gehört jetzt zu Mitsubishi. 

Mittlerweile ist der Konzern auch im erneuerbaren Markt aktiv und lange dachte man, er würde die Eneco-Gruppe samt Lichtblick übernehmen. Ganz so krass kam es nicht. Aber gut ist es auch nicht ausgegangen. Lichtblick gehört jetzt zu 80 % Mitsubishi und zu 20 % Chubu, Japans drittgrößtem Energieversorger. Wie konnte es so weit kommen? 

 

Wie es so weit kommen konnte.

Seit Dezember 2018 gehörte Lichtblick schon vollständig zur Eneco-Gruppe. Unabhängig war Lichtblick damit nicht mehr. Aber immer noch grün: Eneco ist in den Niederlanden mit über zwei Millionen Kunden der größte Anbieter von Ökoenergie und war in der Hand von mehr als 60 Gemeinden. Die beiden Unternehmen teilten „die gleiche Vision für eine nachhaltige Energiewelt." Super. Leider hatten die niederländischen Gemeinden, Aufsichtsrat und Management Krach. Worüber und wer mit wem, ist nicht klar. Klar ist, Eneco sollte privatisiert werden. Klar ist, dass nur ein noch größeres Unternehmen den niederländischen Energieversorger kaufen konnte. 

 

Wie es so weit kommen konnte.

Seit Dezember 2018 gehörte Lichtblick schon vollständig zur Eneco-Gruppe. Unabhängig war Lichtblick damit nicht mehr. Aber immer noch grün: Eneco ist in den Niederlanden mit über zwei Millionen Kunden der größte Anbieter von Ökoenergie und war in der Hand von mehr als 60 Gemeinden. Die beiden Unternehmen teilten „die gleiche Vision für eine nachhaltige Energiewelt." Super. Leider hatten die niederländischen Gemeinden, Aufsichtsrat und Management Krach. Worüber und wer mit wem, ist nicht klar. Klar ist, Eneco sollte privatisiert werden. Klar ist, dass nur ein noch größeres Unternehmen den niederländischen Energieversorger kaufen konnte. 

Ökostromanbieter: Wer zu wem gehört.

 

Warum du da nicht bleiben kannst.

Veränderungen wie die Energiewende, Menschheitsaufgaben wie die Bekämpfung der Klimakrise gehen nicht ohne die großen Player. Wer eine bessere und ökologischere Wirtschaft einfordert, kann nicht an den großen Konzernen vorbeidiskutieren. Einerseits. Andererseits passiert die Veränderung nicht, nur weil die Großkonzerne jetzt auf grüner Einkaufstour sind. Klartext: Wer die Energiewende wirklich fördern möchte, kann nicht bei Lichtblick bleiben. Auch Mitsubishi und Chubu verdienen ihr Geld mit fossilen Brennstoffen. Recherchen der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald in Kooperation mit BankTrack und weiteren Organisationen ergab, dass die Mitsubishi UFJ Financial Group, die zum Mitsubishi-Konsortium gehört, einer der größten Kreditgeber für den Ausbau der Kohlekraft ist. So wird man mit seiner Ökostromrechnung bei Lichtblick immer auch Kohlestrom fördern. Und genau dort möchte und muss man endlich weg. Laut UN sind die Investitionen in die fossilen Energien immer noch höher als die Investitionen in den Klimaschutz. 

 

Warum du da nicht bleiben kannst.

Veränderungen wie die Energiewende, Menschheitsaufgaben wie die Bekämpfung der Klimakrise gehen nicht ohne die großen Player. Wer eine bessere und ökologischere Wirtschaft einfordert, kann nicht an den großen Konzernen vorbeidiskutieren. Einerseits. Andererseits passiert die Veränderung nicht, nur weil die Großkonzerne jetzt auf grüner Einkaufstour sind. Klartext: Wer die Energiewende wirklich fördern möchte, kann nicht bei Lichtblick bleiben. Auch Mitsubishi und Chubu verdienen ihr Geld mit fossilen Brennstoffen. Recherchen der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald in Kooperation mit BankTrack und weiteren Organisationen ergab, dass die Mitsubishi UFJ Financial Group, die zum Mitsubishi-Konsortium gehört, einer der größten Kreditgeber für den Ausbau der Kohlekraft ist. So wird man mit seiner Ökostromrechnung bei Lichtblick immer auch Kohlestrom fördern. Und genau dort möchte und muss man endlich weg. Laut UN sind die Investitionen in die fossilen Energien immer noch höher als die Investitionen in den Klimaschutz. 

 

Warum wir uns nicht freuen.

Für Lichtblick und die Energiewende in Deutschland ist die Übernahme fast schon eine Tragödie. Denn für die dezentrale Energiewende brauchen wir gute unabhängige Ökoenergieversorger. Jetzt sind wir einer weniger, und es ist ein Lehrstück wie der Wunsch nach Veränderung am Ende wieder mal wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fällt. Und ein Lehrstück, warum eine Veränderung des Energiemarktes nur mit einer Veränderung der Wirtschaft geschehen kann, in der Gewinnmaximierung nicht das oberste Ziel sein darf.

 

Warum wir uns nicht freuen.

Für Lichtblick und die Energiewende in Deutschland ist die Übernahme fast schon eine Tragödie. Denn für die dezentrale Energiewende brauchen wir gute unabhängige Ökoenergieversorger. Jetzt sind wir einer weniger, und es ist ein Lehrstück wie der Wunsch nach Veränderung am Ende wieder mal wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fällt. Und ein Lehrstück, warum eine Veränderung des Energiemarktes nur mit einer Veränderung der Wirtschaft geschehen kann, in der Gewinnmaximierung nicht das oberste Ziel sein darf.

 

Welchen Wirtschaftsweg wir brauchen.

Polarstern wurde als Social Business gegründet und ist Teil der Gemeinwohl-Ökonomie. Einer Bewegung für eine Wirtschaftskultur, die erst nachfragt, welche ökologischen und sozialen Konsequenzen das ökonomische Handeln hat, nicht umgekehrt; das ist der wesentliche Unterschied. Die großen Energiekonzerne wirtschaften nach einer Logik, die du keinem Handwerker der Welt durchgehen lassen würdest: Erst irgendwo reinbohren und mal sehen, ob sich der Wasserschaden irgendwie beheben lässt. So darf es nicht weitergehen.

 

Welchen Wirtschaftsweg wir brauchen.

Polarstern wurde als Social Business gegründet und ist Teil der Gemeinwohl-Ökonomie. Einer Bewegung für eine Wirtschaftskultur, die erst nachfragt, welche ökologischen und sozialen Konsequenzen das ökonomische Handeln hat, nicht umgekehrt; das ist der wesentliche Unterschied. Die großen Energiekonzerne wirtschaften nach einer Logik, die du keinem Handwerker der Welt durchgehen lassen würdest: Erst irgendwo reinbohren und mal sehen, ob sich der Wasserschaden irgendwie beheben lässt. So darf es nicht weitergehen.

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