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Gasversorger: Biogasanlage
Gasversorger: Biogasanlage

Bei seinem Gasanbieter muss man sich fragen, mit wem man sich einlässt: Ist es ein Anbieter, mit dem man die Energiewende fördert und das Klima schützt? Oder mit dem man das Zeitalter der fossilen Energie verlängert und entsprechend den Klimawandel verstärkt? Und wenn man schon so viel Geld im Jahr fürs Heizen mit Gas ausgibt, dann sollten Qualität und Gasanbieter stimmen: Die Heizkosten für eine 70 Quadratmeter Wohnung mit zentraler Gasheizung lagen im Jahr 2024 laut Energieberatung co2online immerhin zwischen 630 und 1.560 Euro.

Wer einen eigenen Gaszähler hat, darf seinen Gasanbieter frei wählen.

Wenn du noch nie den Gasanbieter gewechselt hast, erhältst du dein Gas vermutlich vom Grundversorger oder bist "in der Grundversorgung", wie es auch heißt. Der Grundversorger ist das Energieunternhemen eines Netzgebietes, das die meisten Haushalte mit Gas versorgt und sogar verpflichtet ist, Haushalte mit Gas zu beliefern, wenn kein Vertrag mit einem alternativen Gasanbieter besteht. In der Grundversorgung wirst du in der Regel mit gewöhnlichem Erdgas beliefert. Zwar bieten manche Grundversorger separate Ökogastarife an – aber die Grundversorgung selbst ist in der Praxis häufig fossiles Erdgas oder ein Standardmix.

Gas vom Grundversorger.

Wenn du noch nie den Gasanbieter gewechselt hast, erhältst du dein Gas vermutlich vom Grundversorgung oder bist "in der Grundversorgung", wie es auch heißt. Der Grundversorger ist das Energieunternhemen eines Netzgebietes, das die meisten Haushalte mit Gas versorgt und sogar verpflichtet ist, Haushalte mit Gas zu beliefern, wenn kein Vertrag mit einem alternativen Gasanbieter besteht. In der Grundversorgung wirst du in der Regel mit gewöhnlichem Erdgas beliefert. Zwar bieten manche Grundversorger separate Ökogastarife an – aber die Grundversorgung selbst ist in der Praxis häufig fossiles Erdgas oder ein Standardmix.

Grundversorgung: teuer, aber kurze Vertragslaufzeiten.

Die Grundversorgung ist beim Strom wie beim Gas laut Ratgeber finanztip einer der teuersten Tarife. Allerdings ist die Vertragslaufzeit so kurz – sie beträgt in der Regel nur zwei Wochen – dass du jederzeit aus der Grundversorgung rauswechseln kannst.

Wo sehe ich, bei welchem Gasanbieter ich gerade bin?

Wo bin ich eigentlich? Viele Menschen in Mietwohnungen wissen manchmal gar nicht, bei welchem Gasanbieter sie eigentlich sind, wenn sie noch nie aktiv den Gasanbieter gewechselt haben. Trifft das auf dich zu? Dann bist du mit ziemlicher Sicherheit auch in der Grundversorgung. Abgesehen davon, dass du bei einem Wechsel – je nach Angebot – auf klimafreundlichere Gastarife umsteigen kannst, spart ein Wechsel oftmals auch Geld.

Ökogasanbieter.

Willst du klimafreundlich heizen und Ökogas bestellen, wechselst du zu einem Ökogasanbieter. Dazu solltest du eine Sache wissen: In Ökogas steckt manchmal nur wenig erneuerbare Energie. Manchmal sogar gar nichts. Es gibt also "unechtes" und "echtes" Ökogas.

"Unechtes" Ökogas: Klimatarife.

Wie ist das möglich? Es ist möglich, weil Ökogas kein geschützter Begriff ist. Gasanbieter dürfen sogar konventionelles Erdgas als Ökogas vermarkten, wenn der Tarif ein bestimmtes Klimaschutzprojekt unterstützt, mit dem die verbrennungsbedingten CO2 Emissionen kompensiert werden sollen. Man nennt diese Tarife Klimatarife.

Vorsicht vor Klimatarifen.

Unterstützen Klimatarife die Energiewende? Wenig bis kaum. Klar, ein Klimaprojekt kann besser sein als nichts. Doch verbessern CO2 Kompensationen nur die Klimabilanz auf dem Papier, aber nicht in der Atmosphäre. Sie führen nicht zu einer tatsächlichen Umstellung des Wärmemarkts auf erneuerbare Energien oder klimaneutrale Technologien. Sie ändern auch nichts am physischen Energiemix. Ins Gasnetz fließt einfach nur gewöhnliches Erdgas. Es übt auch keinen Druck auf den Markt aus, neue Biogasmengen zu beschaffen und Biogasanlagen zu bauen.

Kritik an Klimatarifen.

Zudem gibt es Kritik an solchen Tarifen, da viele Klimaschutzprojekte fragwürdig sind und keine realen Emissionsminderungen nachweisen. CORRECTIV dokumentierte 2024, dass zahlreiche deutsche Gasversorger ihre „klimaneutralen“ Tarife deshalb sogar einstellten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist 2024 juristisch gegen die Vermarktung „klimaneutraler“ Erdgastarife vorgegangen. Laut DUH haben sich 13 Gasversorger verpflichtet, bestimmte Bezeichnungen nicht weiter zu nutzen. Gegen E.ON wurde sogar eine Unterlassungsklage angekündigt.

“Echtes Ökogas”: Rarität im Markt.

Laut einer Polarstern-Auswertung sind nur 3 % ausgewählter Ökogastarife bei Check24 tatsächlich aus 100 % erneuerbaren Energien. Bei dem Rest handelt es sich um Mischprodukte mit einem kleinen Biogasanteil oder Klimagastarife.

Was ist echtes Ökogas oder echtes Biogas?

Bei Ökogas, das seinem Namen auch gerecht wird – oder sagen wir mal: gerechter – hat der Tarif einen klar benannten Anteil Biogas oder Biomethan, im Idealfall sogar 100 %.

Wie kommt Ökogas zu dir nach Hause?

Wichtig zu wissen: Natürlich kommt bei dir zu Hause nicht dein persönliches Biogas aus einer eigenen Leitung. Das Gasnetz ist ein großer Mix aus verschiedenen Quellen. Aber das Prinzip ist nachvollziehbar: In der Größenordnung deines Verbrauchs wird Biomethan ins Gasnetz eingespeist. Dadurch wird an anderer Stelle fossiles Erdgas verdrängt. Man nennt das Massenbilanz-Prinzip: Es zählt, was bilanziell ins Netz kommt und entnommen wird – nicht, welcher Gasmix bei dir zu Hause ankommt. Mit deiner Bestellung von echtem Ökogas sorgst du aber dafür, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im Markt und im Netz zunimmt. Klarer wird's, wenn man sich das Gasnetz wie einen See vorstellt, der aus vielen Quellen gespeist wird.

Der Anteil an erneuerbaren Energien liegt im Wärmemarkt liegt erst bei 19 %.

Ökogas, Biogas, Biomethan: Der Unterschied.

Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass hier verschieden Begriffe rumschwirren. Mal ist von Ökogas die Rede, dann wieder von Biogas oder Biomethan. Was dann nun? Ökogas ist der Überbegriff für Gas, in dem eine bestimmte Menge an Biogas steckt, zum Beispiel 10 %, 30 % oder auch 100 %. Ökogas kann auch ein Klimatarif sein. Biogas hingegen bezeichnet echte erneuerbare Energie aus vergorenen Pflanzen- und Reststoffen. Wird dieses Biogas weiter veredelt, entsteht Biomethan. Es ist chemisch kaum von fossilem Erdgas zu unterscheiden, aber klimafreundlich und kann direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Kurz gesagt: Ökogas kann vieles sein, Biogas ist dagegen erneuerbar, und Biomethan ist der hochwertige, vollwertige Erdgas-Ersatz – nur eben nachhaltig.

BegriffWas ist es?HerkunftBesonderheit
ÖkogasMarketing-begriffFossiles Gas oder erneuer-bares GasOft CO2-kompensiert, Begriff nicht geschützt
BiogasErneuerbares RohgasVergärung von BiomasseNicht direkt ins Netz einspeisbar
BiomethanAufbereitetes BiogasWie Biogas, aber gereinigtGleichwertig zu Erdgas einspeisbar

Ökogas vom reinen Ökogasanbieter.

Die Energiewende unterstützt man nur, wenn man sich für einen Tarif aus 100 % erneuerbaren Energien, also reines Biogas entscheidet und dessen Anbieter in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren. Anbieter, die ausschließlich Ökogas aus 100 % erneuerbaren Energien anbieten, sind rar. Tatsächlich schreibt der Verbraucherratgeber Utopia dazu:

  • Polarstern ist der einzige uns bekannte Biogas-Anbieter, der darauf verzichtet, auch Tarife mit fossilem Gas anzubieten.
  • Alle Ökogas-Tarife haben ein TÜV-Nord-Siegel.
  • Das Unternehmen zeigt glaubwürdiges Nachhaltigkeits-Engagement über die Gasangebote hinaus.

Quelle: Utopia.

Wirklich Ökogas, wie unser Produkt heißt, wird ausschließlich aus biogenen Reststoffen erzeugt – Gülle wird dabei nicht eingesetzt, auch wenn in den Abfallstoffen vereinzelt auch Lebensmittelabfälle tierischen Ursprungs enthalten sein können. Beim Tarif Wirklich Ökogas Vegan stammt das Biogas komplett aus pflanzlichen Quellen.

Und was kostet das?

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Großkonzerne: Ökogas im “Regal” – fossiles Erdgas im Kerngeschäft.

Was gibt's neben Grundversorgern und reinen Ökogasanbietern noch? Große Energieunternehmen natürlich. Sie bieten meistens alles an: Strom, Gas, Wärmelösungen – und oftmals auch "Ökogas"-Produkte. Das Problem, wenn du bei einem Großkonzern Ökogas bestellst: Das Kerngeschäft liegt immer noch beim Erdgas. Das bedeutet: Selbst wenn das Unternehmen ein gutes Ökogas-Produkt im Portfolio hat, ist der Unternehmensenergiemix immer noch vorrangig fossil. Mit deinem Ökogas-Tarif förderst du deshalb vielleicht ein bisschen die Energiewende – aber in erster Linie doch eher das fossile Geschäft. Schau dir deshalb auch bei einem 100-%-Biogastarif immer das Unternehmen dahinter an.

    ☝️ Praxis-Check: Ist das wirklich Ökogas?

    • Steht im Tarif klar, wie hoch der Biogas-/Biomethan-Anteil in Prozent ist, zum Beispiel 10 %, 30 %, 100 %? Wenn nicht, ist es ein reiner Klimatarif, also Erdgas mit einer CO2-Kompensation.
    • Das Wort „Klimaneutral“ kann auch bedeuten, dass es sich um fossiles Erdgas und ein Ausgleichsprojekt handelt. Das ist nicht dasselbe wie erneuerbares Gas im Produkt.
    • Bei Mischprodukten ist oft ein großer Teil noch Erdgas. Wenn du maximale Wirkung willst, such nach sehr hohem Anteil – idealerweise 100 % Biomethan.

Unabhängige Gasanbieter.

Unabhängige Gasversorger sind keine Tochter-Unternehmen von Großkonzernen. Das ist ein Pluspunkt für die Transparenz – aber hier hilt: Unabhängigkeit bedeutet noch nicht, dass es hier automatisch gutes Ökogas gibt. Mach den Check, indem du recherchierst, ob der Versorger auch konventionelle Erdgastarife anbietet und wie hoch der Biogasanteil in den Tarifen ist.

Discounter: Günstiges Gas, aber meist mickriger Öko-Anteil.

Ein Teil des Marktes läuft über Discountmarken. Für Preisjäger:innen kann das attraktiv sein, bei den Ökogastarifen handelt es sich aber in der Regel um Kompensationstarife oder Mischprodukte. Wenn du möglichst viel Klimawirkung willst, sind das meist nicht die stärksten Angebote – außer du findest dort wirklich einen klar deklarierten 100%-Biogastarif.

Gewerbegasanbieter.

Gewerbekunden beziehen ihr Gas – anders als Privatkunden – bei einem Gewerbegasanbieter. Dieser hat mit seinen Tarifen für Gewerbegas die nötigen Qualifikationen, um auf Wünsche und Bedürfnisse von Gewerbekunden einzugehen. Denn für Gewerbe und sehr große Verbräuche gelten oft andere Tarife und Abrechnungsmodelle: mehr Individualangebote, andere Laufzeiten und Preislogiken. Der Grundgedanke bleibt aber auch bei Gewerbegas gleich: Nämlich die Frage, was im Gasprodukt steckt: Erdgas, ein kleiner Biogasanteil oder 100 % Biogas? Gerade Unternehmen können mit der Wahl eines echten Ökotarifs viel bewirken. Ihr Verbrauch ist riesig, entsprechend riesig ist aber auch das Potenzial, Emissionen zu senken und den Klimaschutz zu unterstützen.

Wirklich Ökogas von Polarstern.

Jetzt kennst du die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Gasanbietern auf dem Gasmarkt. Und, wo verschlägt's dich hin? Wenn dir die Energiewende wichtig ist, weißt du ja bereits, was Utopia sagt: "Polarstern ist der einzige uns bekannte Biogas-Anbieter, der darauf verzichtet, auch Tarife mit fossilem Gas anzubieten." Mit Wirklich Ökogas von Polarstern förderst du außerdem den Ausbau der erneuerbaren Energien mit 0,21 Cent pro Kilowattstunde. Da kommt ganz schön was zusammen. Eine weitere Besonderheit bei Polarstern: Wir sind komplett unabhängig, wirtschaften gemeinwohlorientiert – und du unterstützt über uns auch die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Warum? Weil es sinnvoll ist, bei Energieversorgungen im Aufbau gleich mit erneuerbarer Energie einzusteigen. Denn das Klima schützen, können wir nur gemeinsam. Dabei? Dann berechne deinen Tarif.

Ökogas-Tarife anzeigen.

Portrait von Michael.

Michael. | Team Wirklich

E‑Mail:  michael@polarstern-energie.de

Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.