Mieterstrommodell und das EEG 2017 | Polarstern
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Mieterstrommodell und EEG

EEG und Mieterstrom – jetzt kommt der Durchbruch!

Das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom ist am 25. Juli 2017 in Kraft getreten. Durch eine im EEG verankerte Direktförderung werden Mieterstromprojekte für Vermieter und Mieter rentabler – und rechnen sich schon für Gebäude ab 15 Wohneinheiten.

Infos und Beratung zum Mieterstrom

Lange Zeit konnten fast ausschließlich Eigenheimbesitzer vor Ort erzeugten Strom auch profitabel selbst nutzen. Während sie auf den vor Ort erzeugten und genutzten Strom nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen, fällt bei Mieterstrom die volle EEG-Umlage an. Das machte viele mögliche Mieterstromprojekte unwirtschaftlich – obwohl anders als beim Strombezug aus dem Netz keine Netzentgelte, Konzessionsabgaben und Stromsteuer anfallen, weil der Strom nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird. Diese Situation hat sich mit dem Gesetz zur Förderung von Mieterstrom nun geändert. 

Direktförderung für Mieterstrom im EEG 2017

Eine Änderung im EEG macht nun Mieterstrom für Vermieter und Mieter finanziell attraktiver: Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) wird ein Förderanspruch für direkt gelieferten Strom aus Solaranlagen auf Wohngebäuden verankert. Mit dem Mieterstromzuschlag für Anlagenbetreiber wird künftig jede Kilowattstunde Mieterstrom gefördert. Das Interesse am Mieterstrommodell ist offenbar vorhanden: Polarstern verzeichnet 2017 bereits viermal so viele Anfragen wie 2016.

Die Eckdaten zur Mieterstromförderung nach dem EEG zusammengefasst

Voraussetzungen zur Förderung

  • Die Direktförderung von Mieterstrom tritt vorbehaltlich der beihilferechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission rückwirkend zum 25. Juli 2017 in Kraft.
  • Mindestens 40 Prozent der Gebäudefläche im Mieterstromprojekt muss Wohnfläche sein.

Höhe der Förderung

  • Der Mieterstromzuschlag orientiert sich an den im EEG genannten Einspeisevergütungen abzüglich eines Abschlags von 8,5 ct/kWh.
  • Die Höhe des Mieterstromzuschlags hängt von der Größe der Solaranlage und dem Photovoltaik-Zubau insgesamt ab und liegt zwischen 2,2 Cent/kWh und 3,8 Cent/kWh.

Beschränkungen

  • Eine Anlage darf eine Maximalleistung von 100 kWp nicht überschreiten.
  • Der Solarstrom muss innerhalb desselben Wohngebäudes oder in unmittelbarem Zusammenhang dazu erzeugt und verbraucht werden, ohne Durchleitung durchs Netz der öffentlichen Versorgung.
  • Der insgesamt durch den Mieterstromzuschlag förderfähige Solaranlagenausbau ist auf 500 Megawatt pro Jahr beschränkt.

Finanzierung

  • Die Förderung wird über die EEG-Umlage finanziert.

Mieterfreundliches Gesetz

  • Mieter können ihren Stromanbieter weiterhin frei wählen.
  • Das Gesetz begrenzt die Laufzeit von Mieterstromverträgen auf ein Jahr bei stillschweigender jährlicher Verlängerung.
  • Eine Kopplung mit dem Mietvertrag ist nicht erlaubt, so dass der Mieterstromvertrag getrennt gekündigt werden kann.
  • Der Preis für Mieterstrom darf maximal 90% des örtlichen Grundversorgertarifs betragen.
Dein Ansprechpartner für Wirklich Mieterstrom

Bewertung: Die Direktförderung von Mieterstromprojekten ist ein Kompromiss

Anstelle einer echten Gleichstellung von Einfamilienhausbesitzern und Mietern wurde die oben genannte Direktförderung beschlossen. Sie ist ein Kompromiss der verschiedenen Anspruchsgruppen. Eine komplette Gleichstellung von Eigenheimbesitzern und Mietern ist bislang politisch nicht durchsetzbar. Inwieweit die Mieter von der Direktförderung profitieren, hängt maßgeblich von den Zielen des Immobilienbesitzers und der Verteilung der Direktförderung ab. Chancen, mit der Direktförderung auch die Mieter an den Vorteilen der Energiewende zu beteiligen, sind vorhanden.

Richtig realisiert kann Mieterstrom ein Gewinn für Mieter, Immobilienbesitzer und uns alle sein – und vor lauter Diskussion um Fördersätze geht manchmal unter: die Mieterstromförderung ist ein weiterer kleiner Schritt, die Energiewende konkret und wirtschaftlich umzusetzen.

So funktioniert das Mieterstrommodell: PDF zu Mieterstrom
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