Energieversorger wie Polarstern haben Angebote für verschiedene Fahr- und Ladeverhalten.

von Anna

Immer mehr Energieversorger reagieren mit Ladeangeboten für zuhause auf die große Nachfrage und die steigenden Zulassungszahlen von Elektroautos. Zwar hat erst rund jeder Fünfte der untersuchten Energieversorger* entsprechende Stromprodukte im Portfolio, doch die Tarifvielfalt ist bereits sehr groß. Es gibt Angebote, die auf speziellen Stromzählern basieren, auf Doppeltarifzähler (HT/NT, Zweitarifzähler) oder auf unterbrechbaren Stromzählern. Auch Angebote, bei denen Nutzer verschiedene Boni erhalten, sind verbreitet. „Energieversorger müssen immer stärker Stromtarife bieten, die den unterschiedlichen Verbräuchen der Haushalte gerecht werden. Das spiegelt sich auch in der Elektromobilität wieder“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. „Abhängig vom Fahr- und Ladeverhalten können Fahrzeughalter ihre Energiekosten mit dazu passenden Tarifen am besten senken.“

 

Tarif ist abhängig von Fahr- und Ladeverhalten.

Polarstern hat ein paar Faustformeln für die Besitzer von Elektroautos zusammengestellt. Sie orientieren sich am Fahr- und Ladeverhalten.

1) Vielfahrer, die meist zuhause laden.

Wer viel unterwegs ist, im Jahr also mindestens 10.000 Kilometer fährt und fast immer daheim lädt, für den eignet sich oft ein Tarif mit einem separaten unterbrechbaren Stromzähler. Damit profitiert er von niedrigeren Arbeitspreisen verglichen zum klassischen Stromtarif und senkt seine Stromkosten um rund ein Fünftel. Eine Umsetzung zeitvariabler Netzentgelte, wie dies aktuell die Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) und der Autoindustrieverband VDA fordern, können künftig noch größere Preisvorteile bei Spezialtarifen für Elektroautos bringen.

2) Vielfahrer, die nachts laden.

Für Elektroautofahrer, die vor allem nachts zuhause laden, kann ein HT/NT-Tarif das Richtige sein. Es setzt voraus, dass der Ladevorgang erst spät abends, oft ab 22 Uhr erst startet und bis etwa 7 Uhr beendet sein muss. Ein Fahrzeug mit einer großen Batterie, das an einer Schuko-Steckdose lädt, wird hier nicht unbedingt vollgeladen sein. Mit einem Starkstrom-Anschluss und mindestens 11 Kilowatt Ladeleistung, sieht das schon anders aus. Im Mittel kann verglichen zu klassischem Haushaltsstrom eine Preisersparnis im Jahr von über 100 Euro erzielt werden.

3) Klassisches Stadt- und Pendlerauto.

Tarife, die Gutschriften und Boni beinhalten oder eine Umweltprämie berücksichtigen, sind vor allem für Nutzer klassischer Stadtautos und Pendler sinnvoll. Hierzu benötigt man keinen separaten Stromzähler. Meist gibt es eine einmalige Ersparnis von rund 50 Euro.

4) Solarstrom vom Dach laden.

Wer ein eigenes Haus hat, für den ist das Laden mit Photovoltaikstrom spannend. Gerade, wenn das Auto tagsüber zuhause steht, kann hier preiswert eigener Solarstrom geladen werden. Derzeit liegen die Kosten von selbst produziertem und genutztem Solarstrom bei 14 bis 20 Cent/kWh und damit bei der Hälfte oder zwei Drittel der Kosten für Strom aus dem öffentlichen Netz. 

Ganz gleich, welcher Tarif gewählt wird, es sollte ein Ökostromangebot sein. Die Ökoqualität entscheidet darüber, wie viel klimafreundlicher ein Elektroauto gegenüber einem Verbrenner wirklich ist.

 

* Analyse der im letzten ÖkoTest 2018 bewerteten Energieversorger sowie der ausgezeichneten Unternehmen im Ökostrom-Report 2020 von Robin Wood

Anna Zipse

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