Mehr Klimaschutz braucht ein anderes Wirtschaften - Vorbild Social Business | Polarstern

Start ins Zeitalter der Sozialunternehmen

Mehr Klimaschutz braucht ein anderes Wirtschaften

München, 24.10.2019

Experten erwarten in den nächsten zwei Jahren deutlich steigende Gründungszahlen von Sozialunternehmen. Der Trend hat durch die Fridays-for-Future-Bewegung an Fahrt gewonnen. Vor allem Programme zur Gründungsunterstützung würden derzeit verstärkt aufgesetzt. Auch werde auf privatwirtschaftlicher Seite zunehmend mehr Finanzierungsunterstützung angeboten, berichtet Markus Sauerhammer, Vorsitzender des Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschland (SEND). Bis dies in konkreten Gründungszahlen sichtbar sei, dauere es jedoch noch mehrere Monate. „Wichtig ist, dass jetzt die Chancen der Zeit genutzt und endlich Rahmenbedingungen gesetzt werden, die das Gründungsumfeld für Social Entrepreneure erleichtern.“ Auch die Politik müsse dringend aktiver werden. Europaweit betrachtet sei Deutschland deutlich im Hintertreffen. „Heute werden die Wegweiser gesetzt, um die Energie der Fridays-for-Future-Bewegung zu kanalisieren und sie zu Lösungsträgern von Morgen zu machen“, sagt Markus Sauerhammer. Dazu müssten systemische Veränderungsprozesse eingeleitet und Strukturen aufgebaut werden.*1

Kristina Notz, Direktorin der Social Entrepreneurship Akademie (SEA) in München, erkennt aktuell, dass vor allem die Generation der Ende 20- bis Ende 30-Jährigen, die Generation Y, durch die verstärkte Kima- und Zukunftsdebatte motiviert worden sei, Sozialunternehmen zu gründen. Ob künftig die Schüler und Studenten von Fridays for Future verstärkt Sozialunternehmen gründen, bleibe abzuwarten. „Bisher sei es vor allem das Ziel der Fridays-for-Future-Bewegung, unmittelbar politischen Druck zu erzeugen.“ Laut KfW-Gründungsmonitor*2 zählten 2017 rund 9 Prozent der Jungunternehmer zu den Sozialunternehmern.

„Neue Gesetze und Regelungen etwa zur CO2-Bepreisung können die Geschäftsaussichten für Sozialunternehmer verbessern“, betont Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers und Sozialunternehmens Polarstern. Das Marktumfeld werde attraktiver, ist er sich sicher. „Auf Kundenseite gewinnen nachhaltige Kriterien an Bedeutung und verändern das Konsumverhalten. Gleichzeitig verbessern sich die Geschäftsaussichten, was wiederum die Finanzierungsmöglichkeiten beeinflusst.“ Noch stellen Sozialunternehmen eine Minderheit in der Wirtschaft. Doch die Zeichen der Zeit stehen gut, dass ihr Einfluss zunimmt und sie Wirtschaft, Politik und Gesellschaft immer stärker prägen.

Wird jetzt alles besser?

„Nicht automatisch“, warnt Florian Henle. Er fürchtet bei extrinsischer Motivation eine verengte und kurzfristige Sichtweise auf einzelne Aspekte der Unternehmensführung. „Nachhaltiges, verantwortungsbewusstes Wirtschaften ist mehr als ein Produkt oder neue Regeln im Einkauf. Es verlangt ein anderes Wirtschaften, von der Pike an und alle Bereiche des Unternehmens betreffend.“ Das erfordere Mut zu Veränderungen und das bewusste Verlassen gewohnter Pfade. Soziale Innovationen seien dabei entscheidend, um grundlegend und tiefgreifend Wirkung zu erzielen.

Florian Henle führt zusammen mit Simon Stadler den Ökoenergieversorger und Sozialunternehmen Polarstern. „Wir verstehen es als unsere Aufgabe, neue Lösungen für die Energiewende und mehr Klimaschutz zu entwickeln.“ Oft seien sie bei neuen Energieprodukten die ersten oder einer der ersten, die diese konsequent in den Markt brächten; ob Ökogas aus komplett organischen Reststoffen, Mieterstrom zur dezentralen Energieversorgung von Mehrparteiengebäuden oder neue Tarife für Elektroautos. „Wir sehen Gestaltungspotenzial, um die Energiewende voranzubringen und ergreifen es“, erzählt er.

Wichtig sei es auch, dabei weg von Förderungen einzelner Technologien zu kommen. Polarstern arbeitet beispielsweise an Solarprojekten, genauso wie am Ausbau der Biogasproduktion und an Lösungen zur Nutzung von grünem Wasserstoff. „Für mehr Klimaschutz darf nicht der Weg vorgeben werden, sondern das Ziel“, betont Florian Henle. Das würde Innovationen beflügeln. Auch Markus Sauerhammer vom SEND sieht Sozialunternehmen als Transformationshelfer, weil sie Lösungen vom Impact heraus entwickeln – nicht wie bisher vom Geschäftsmodell – und dabei ganzheitlich und weltweit agierten.

Erste Landkarte der Social Businesses in Deutschland.

Im Alltag bevorzugt Produkte und Leistungen von Sozialunternehmen zu nutzen, ist gar nicht so einfach. Weder an der rechtlichen Firmierung, noch an sonstigen Merkmalen sind sie für Laien schnell zu identifizieren. Polarstern hat deshalb ein Landkarten-Tool entwickelt, um sie einfacher zu finden. Darin sind alle Unternehmen verzeichnet, die entweder eine Gemeinwohl-Bilanz veröffentlichen, sich nach B Corp zertifizieren lassen, Mitglied des Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschland (kurze SEND e.V.) oder eines Impact Hubs sind. Die Karte wird kontinuierlich erweitert. Sie ist erreichbar unter https://www.polarstern-energie.de/social-business/landkarte/

 

*1 Der nächste „Social Entrepreneurship Monitor“ erscheint Mitte Januar 2020; er vermittelt basierend auf einer Umfrage unter den Sozialunternehmern in Deutschland ein Bild zum Markt und de n aktuellen Herausforderungen und Chancen

*2 KfW-Gründungsmonitor, www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2019/Fokus-Nr.-238-Januar-2019-Sozialunternehmer.pdf; Die Identifikation „junger“ Sozialunternehmer erfolgt auf Basis der Angaben zum Unternehmenszweck durch die Existenzgründer. Das heißt, dazu zählten jene der noch aktiven Existenzgründer, die ihren Unternehmenszweck „voll und ganz“ im sozialen oder ökologischen Anliegen sehen und dieses höher bewerten als die Einkommenserzielung.

*3 Die Gespräche mit Kristina Notz, Social Entrepreneurship Akademie, und Markus Sauerhammer, SEND e.V., wurden im Sommer 2019 geführt

Pressekontakt

Polarstern GmbH
Anna Zipse
Lindwurmstr. 88
80337 München
T: 089 309 042 911
presse@polarstern-energie.de
Wirklich Ökostrom
Franziska Willkommen bei Wirklich Ökostrom

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

1. Meldest du dich privat, als Firma oder als Verein an?
2. Wie lautet deine Postleitzahl?

3. Schätz deinen Stromverbrauch. 3. Schätz deinen Stromverbrauch.

Am einfachsten anhand deiner letzten Gasrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt Am einfachsten anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt

Am einfachsten anhand der Personen, die bei dir zu Hause wohnen:

Am einfachsten anhand deiner ungefähren Wohnungsgröße:

m2

Oder anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf.

NT

Abbrechen

Garantie: Du zahlst nur, was du wirklich verbrauchst. Deinen Abschlag passen wir immer entsprechend an.