Nachhaltigkeitsberichte sind trotz Pflicht wenig verbreitet

Freiwillig erstellte Berichte sind selten, aber wichtig und oft besser; Polarstern fordert allgemeine Berichtspflicht und setzt auf die Gemeinwohl-Ökonomie

München, 21.02.2018

Nachhaltigkeit sei Unternehmen immer wichtiger, heißt es. Aber wie ernst nehmen sie es wirklich und was tun sie dafür? Mit dem Ziel, dies transparenter zu machen und die Qualität des nachhaltigen Handelns zu verbessern, gilt seit Anfang 2017 für große Unternehmen die Pflicht, jedes Jahr einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Allerdings ist nur ein Bruchteil der Unternehmen in Deutschland davon betroffen. Schätzungen gehen von rund 550 Unternehmen aus. In vielen Branchen wie zum Beispiel der Energieversorgung müssen deutlich weniger als ein Prozent der Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, unterliegen nicht der Pflicht. Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern, fordert Unternehmen auf, freiwillig einen Bericht zu verfassen. Polarstern selbst hat sich Anfang 2016 als erster Energieversorger in Deutschland Gemeinwohl zertifizieren lassen und erstellt alle zwei Jahre eine sogenannte Gemeinwohlbilanz.

"Der Vorteil der Gemeinwohl-Bilanz liegt für mich darin, dass der Aufwand für engagierte kleine und mittelständische Unternehmen realistisch ist, der Bericht extern zertifiziert wird und am Ende eine einseitige bewertende Zusammenfassung erfolgt. Das Ergebnis der Gemeinwohlbilanz kann so jeder schnell erfassen, während mehrere hundert Seiten eines Nachhaltigkeitsberichts wohl kaum einer liest." Genau dies ist auch ein zentraler Kritikpunkt von Gerd Scholl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) an den aktuellen Nachhaltigkeitsberichten: "Ihnen fehlt ein Fazit, welches die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen ermöglicht." Jedoch fördere die Pflicht zur nachhaltigen, transparenten Berichterstattung mittelfristig ein nachhaltiges Handeln der Unternehmen und verbessere die Vergleichbarkeit. Denn mit den Berichten wachse auch das Interesse von Initiativen und Organisationen, sie zu vergleichen und zu bewerten.

Freiwillige Berichterstattung von KMUs sind ein erstes Zeichen

Welche Bedeutung die freiwillige Berichterstattung hat, zeigt der Anteil kleiner und mittelständischer Unternehmen an der deutschen Wirtschaft. Sie stellen 99,6 Prozent der Unternehmen in Deutschland, erwirtschaften mehr als jeden zweiten Euro und stellen deutlich mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze.

"Dass möglichst viele Unternehmen über ihr nachhaltiges Wirtschaften berichten, ist im Sinne des Verbrauchers. Nur dann kann er sich daran im Alltag orientieren", sagt Florian Henle, von Polarstern. "Diejenigen KMUs, die freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen, sind tendenziell engagierter und messen einem wertegetriebenen Unternehmenshandeln eine höhere Bedeutung bei", sagt Dr. Gerd Scholl, vom IÖW. "Im Durchschnitt waren die von uns geprüften Nachhaltigkeitsberichte der KMUs qualitativ besser als die der Großunternehmen - inhaltlich genauso wie hinsichtlich ihrer kommunikativen Aufbereitung." Das IÖW erstellt zusammen mit future e.V. regelmäßig ein "Ranking der Nachhaltigkeitsberichte", mit dem Ziel die Qualität und Vergleichbarkeit zu fördern und das nachhaltige Wirtschaften zu unterstützen.

Nachhaltigkeit im Alltag erkennen

"Die Form eines Nachhaltigkeitsberichts eignet sich nicht direkt für die Endkundenansprache, da wäre ein Ampel-System wirkungsvoller", sagt Gerd Scholl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Verbrauchern, die in ihrem Alltag nachhaltig handelnde Unternehmen bevorzugt wählen wollen, rät er...

1) zu schauen, ob sie freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen und diesen veröffentlichen. Das sei ein erster Hinweis, wie ernst ihnen nachhaltiges Handeln sei.

2) Produktsiegel als weiteren Anhaltspunkt heranzuziehen, genauso wie vergleichende Tests etwa von Stiftung Warentest und ÖkoTest.

3) auf der Webseite des Unternehmens nach weiterführenden Informationen zu recherchieren. Wem Nachhaltigkeit wirklich wichtig sei, der berichte auch gerne ausführlicher darüber.

* 1 Die Gespräche mit Dr. Gerd Scholl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung wurden im Januar/Februar 2018 geführt

* 2 Das nächste Ranking der Nachhaltigkeitsberichte erscheint Anfang 2019, www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de

Pressekontakt

Polarstern GmbH
Anna Zipse
Lindwurmstr. 88
80337 München
T: 089 309 042 911
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