Steigende Solarstromerzeugung, verbesserte Energieeffizienz und ein ganzjähriger Einsatz machen Wärmepumpen zum heimlichen Mieterstrom-Star.

von Anna

Die kombinierte Energieversorgung mit Strom und Wärme im Mieterstrom gewinnt an Bedeutung. Dabei geht es immer weniger um Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen sind der neue Shooting-Star. Das hat wirtschaftliche Vorteile und unterstützt den Klimaschutz im Gebäudebereich. Ein Uno-Bericht zu den auf Rekordniveau gestiegenen Treibhausgasemissionen unterstreicht die Notwendigkeit, auch im Wärmemarkt die Nutzung erneuerbarer Energien stärker voranzutreiben. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) nimmt die Wärmewende in seinem Dialog „Klimaneutrale Wärme“ verstärkt in den Fokus.

Die Entwicklung hin zu Wärmepumpen bietet viele Vorteile: lokal erzeugter Solarstrom kann in verschiedenen Anlagen und zu verschiedenen Einsatzzwecken genutzt, auf den Primärenergiebedarf angerechnet werden, den Zugang zu KfW-Förderungen erleichtern und höhere Heizkosten durch steigende CO2-Preise verhindern. „Der Klimaschutzeffekt einer Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe ist höher als bei einem BHKW. Auch ist sie gerade im energieeffizienten Neubau und bei Sanierungen eine wirtschaftlich attraktive Lösung“, bringt es Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers und Mieterstrom-Dienstleisters Polarstern auf den Punkt.

Auch aufgrund der technischen Entwicklung sieht Norbert Neuhaus, Leiter Vertrieb Energieversorgungsunternehmen beim Klimalösungs-Hersteller Viessmann, weiter steigendes CO2-Sparpotenzial mit Wärmepumpen. „Es gibt immer mehr Einsatzmöglichkeiten und technische Weiterentwicklungen wie das Eisspeicherkonzept, welches die Effizienz reversibler Wärmepumpen steigert. Es ermöglicht außerdem für große Gebäude im urbanen Raum, eine zuverlässige Wärmequelle zu erschließen.“

Dreifacher Einsatz von Wärmepumpen. 

Wärmepumpen und PV-Anlagen ergänzen sich hinsichtlich der Stromerzeugung und des möglichen Zeitversatzes zum Strombedarf ideal. Gleichzeitig sind Wärmepumpen ganzjährig einsetzbar, zur Erzeugung von Warmwasser oder auch zum Kühlen. Damit steigen ihre Einsatzstunden und der Direktverbrauch des erzeugten Solarstroms und es verkürzt sich die Amortisationszeit der Anlagentechnik.

Für eine effiziente Wärme- und Kälteversorgung in Mehrfamilienhäusern kommen in der Regel mehrere Wärmepumpen zum Einsatz. Sie können untereinander vernetzt werden, um die effiziente Energieversorgung mit möglichst viel Solarstrom zu unterstützen. So kann beispielsweise ein Teil, wenn es wärmer wird von der Wärme- auf die Kälteversorgung wechseln – Stichwort reversible Wärmepumpe –, während andere Wärmepumpen weiterhin die Warmwasserversorgung übernehmen.

Reversible Wärmepumpen im Mieterstrom.

Während Wärmepumpen zum Heizen und für Warmwasser laut Bundeswirtschaftsministerium bereits in über 36 Prozent der Neubauten als primäre Heizquelle installiert werden, ist ihr Einsatz zum Kühlen noch weniger verbreitet. Ist jedoch eine Raumkühlung gewünscht oder erforderlich, lohnt sich das besonders in Kombination mit einer PV-Anlage: Scheint die Sonne stark, steigt der Kühlbedarf, für welchen die dann meist überschüssig erzeugte Solarenergie direkt genutzt werden kann. Durch ihre Hybridfunktion kann die reversible Wärmepumpe außerdem automatisch die Energieeffizienz regeln und bei Bedarf in den Sparmodus schalten, um hohe Stromkosten zu vermeiden. Indem die Wärmepumpe zusätzlich als unterbrechbare Verbrauchseinrichtung betrieben wird, entlastet sie das Verteilnetz.

Beispiele zum Einsatz reversibler Wärmepumpen im Mieterstrom.

Reversible Wärmepumpen werden heute in Mieterstromprojekten in Mehrfamilienhäusern und ganzen Quartieren installiert. Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses mit 27 Eigentumswohnungen in Mittelfranken etwa werden mit Strom aus einer 37,2 kW Photovoltaikanlage sowie mit Wärme aus vier 7,3 kW starken Wärmepumpen versorgt, der restliche Strom- und Wärmebedarf kommt vom Ökoenergieversorger und Mieterstrom-Dienstleister Polarstern. Insgesamt decken die Bewohner nach aktuellen Berechnungen rund 27 Prozent ihres Strombedarfs mit lokal erzeugtem PV-Strom. Auch der Wärmebedarf wird zum Teil mit Strom aus den PV-Anlagen vor Ort gestillt.

Ein Mehrfamilienhaus in Gießen mit elf Wohnungen, wird ebenfalls mit Mieterstrom aus einer rund 20 kWp starken PV-Anlage versorgt. Auch reversible Wärmepumpen und Ladestationen für Elektromobilität sind im Energiekonzept enthalten und steigern den Direktverbrauch der erzeugten Energie. So übernehmen im Sommer die Wärmepumpen die Kühlung des Gebäudes, wofür mit dem Gebäudeeigentümer ein Grenzwert festgelegt wurde, ab welchem die Wärmepumpen einmalig vom Heizbetrieb in den Kühlbetrieb wechseln.

Auch die sieben Gebäude im Mieterstrom-Quartier Future Living Berlin werden bereits mit einem sektorenübergreifenden Mieterstromkonzept versorgt. 24 Wärmepumpen wurden dazu installiert, fünf davon sind reversibel. Die Wärmeversorgung ist ein komplexes Zusammenspiel aus Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Heizwärme und Warm-Wassererzeugung sowie einer Wärmerückgewinnung mittels Sole-Wasser-Wärmepumpen. Insgesamt werden 100 Prozent des gesamten Wärmebedarfs lokal erzeugt.

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Anna Zipse

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