Ökostrom: Bedeutung für nachhaltiges Leben wird unterschätzt | Polarstern

Gutes tun ist in – beliebte Maßnahmen und unterschätzte Potenziale

Freiwilliges Engagement, Bioprodukte und Ökostrom

München, 05.07.2017

Die Voraussetzungen zur Verbesserung unserer Welt sind besser denn je. Die Anzahl der Menschen, die sich freiwillig engagieren, wächst deutlich. Rund 44 Prozent tun es bereits und die Ergebnisse der letzten Freiwilligen-Survey zeigen, dass sich jede zweite nichtengagierte Person künftig freiwillig engagieren will. Ein wachsendes Verantwortungsgefühl unterstreicht auch die aktuelle Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland. Demnach erwarten die Deutschen allgemein mehr Engagement – von der Politik, von den Mitbürgern und von sich selbst. Bio-Lebensmittel etwa werden immer beliebter. 2016 ist der Bio-Umsatz in Deutschland um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Allerdings gibt es einen Bereich mit viel ungenutztem Potenzial: der Ökostrommarkt. Nur rund jeder dritte Wechsler entscheidet sich heute für Ökostrom, so lautet das Ergebnis der unabhängigen Vertriebskanalstudie von Kreutzer Consulting und dem Marktforschungsunternehmen NORDLIGHT research. Kurz nach dem Reaktorunglück in Fukushima waren es noch mehr als doppelt so viele. Dabei beeinflusst ein Verbraucher alleine mit seiner Energiewahl über 20 Prozent seines CO2-Fußabdrucks. Das ist mehr als er mit seiner Ernährung oder mit seinem Mobilitätsverhalten bestimmen kann.

Ökostrom ist ein unterschätzter Aspekt des nachhaltigen Lebens

Insgesamt bezieht heute gerade einmal rund jeder fünfte Haushalt Ökostrom. Dabei liegen die Kosten in der Regel unter dem fossilen Tarif der Grundversorger. Auch im Kundenservice erhalten reine Ökostromanbieter wie Polarstern auf Bewertungsportalen wie ekomi deutlich bessere Bewertungen als große fossil geprägte Energiekonzerne.

Genauso sprechen Faktoren wie das abnehmende Zeitbudget dafür, zu Ökostrom zu wechseln. Während eine bewusste Ernährung fast täglich nachhaltige Entscheidungen erfordert und Bio-Lebensmittel im Schnitt teurer sind als ihre weniger nachhaltig erzeugten Alternativen, ist das beim Bezug von Ökostrom mit dem Ausfüllen eines Wechsel-Formulars getan und günstiger als in der Grundversorgung noch dazu. 

Neue Angebote für mehr Ökostrom-Haushalte

Dass die Zahl der Ökostromwechsler seit Fukushima so drastisch gesunken ist, das liegt aus Sicht von Klaus Kreutzer, Co-Autor der jährlichen Vertriebskanalstudie Energie*, an der gefühlten Komplexität des Stromwechsels und an der zunehmenden Verunsicherung der Kunden. „Nach Fukushima sind viele Stromversorger auf den Ökotrend aufgesprungen und selbst Discounter bieten nun Ökostrom mit Label an." Genau darin liegt für Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern die Krux: „Aktuelle Ökostrom-Label beziehen sich ausschließlich auf einzelne Produkte. Wie nachhaltig der Anbieter insgesamt ist und ob der grüne Tarif mehr ist als ein Feigenblatt, das ist mit dem Label nicht erkennbar.“

Klaus Kreutzer unterstreicht, dass für Ökostromwechsler Weiterempfehlungen wichtiger sind als für allgemeine Stromwechsler, die meist allein aufgrund des Preises entscheiden. „Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld wird vertraut. Außerdem reduzieren sie den eigenen Entscheidungsaufwand erheblich.

Mit Blick auf den Markt echter Ökostromanbieter rechnet der Energievertriebsexperte mit neuen Vertriebsansätzen zu beratungsintensiveren Stromprodukten etwa zur eigenen Stromversorgung – Stichwort Eigenstrom – sowie Mieterstrom zur dezentralen Stromversorgung von Mehrfamiliengebäuden. Dadurch kann auch die Zahl der Ökostromhaushalte wieder stärker zunehmen.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Entscheidend ist die Energiequelle und die Frage, wie ehrlich und intensiv der Ökostromanbieter die Energiewende unterstützt. Wasserkraft verursacht beispielsweise in der Stromerzeugung 300-mal weniger CO2 je Kilowattstunde verglichen zur Stromerzeugung mit Steinkohle.

Die beiden renommierten Ökostrom-Label, Grüner Strom Label und ok power, legen außerdem Wert auf Zusätzlichkeit. Das heißt, dass für jede Kilowattstunde Strom zusätzlich in den Ausbau erneuerbarer Energien und gezielt in Projekte zur Energiewende investiert wird.

Drittens ist die Verflechtung des Anbieters mit fossilen Kraftwerken wichtig, damit nicht „hinten rum“ das Geld indirekt doch bei den fossilen Energien landet. Ob solche Verflechtungen bestehen, das berücksichtigen beispielsweise das Magazin ÖkoTest in seinem jährlichen Ökostrom-Test sowie die Umweltorganisation Robin Wood.

 

* Das Gespräch mit Klaus Kreutzer, Geschäftsführer von Kreutzer Consulting - Spezialist für Markt- und Wettbewerbsanalysen und vertriebsnahe Beratung und Co-Autor der jährlichen Vertriebskanalstudie Energie, wurde im Juni 2017 geführt. www.kreutzer-consulting.com/energy-services/reports/vertriebskanalstudie-energie.html 

Pressekontakt

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Lindwurmstr. 88
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T: 089 309 042 911
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