Photovoltaikanlagen, moderne Heiztechnik und Elektroautos verstärken die Vielfalt der Stromtarife im Markt.

von Anna

Mit den Förderungen von energieeffizienten Sanierungen und Neubauten, entsprechender Anlagentechnik zur Energieerzeugung und einer klimafreundlichen Mobilität steigt die Anzahl und Vielfalt der Stromtarife im Markt. Es gibt Tarife für PV-Anlagenbesitzer, für Elektroautofahrer, für Haushalte mit Wärmepumpe und Nachtspeicher. Bewohner von Mehrparteiengebäuden mit lokaler Energieversorgung haben immer öfter Mieterstrom-Tarife zur Wahl. Hinzu kommt eine steigende Anzahl an Bündelprodukten auch mit energiefremden Leistungen, etwa Verträge die Telekommunikation/Internet und Stromversorgung umfassen. Ob diese Entwicklungen die Wechseltätigkeit verstärken oder durch die Komplexität eher reduzieren, wird sich zeigen. Für den Heizstrommarkt hat die Bundesnetzagentur im letzten Monitoringbericht bezogen auf 2018 bereits festgestellt, dass hier die Wechselaktivitäten zunehmen.

Finanzieller Vorteil von Spezialtarifen.

Die Preisvorteile von Spezialtarifen ohne Hardware-Komponente oder energiefremde Leistungen, beruhen meist auf den Möglichkeiten, die ein zusätzlicher unterbrechbarer Stromzähler bietet. Beispiele dafür sind Angebote wie Wärmepumpenstromtarife und einige Autostromtarife. Sie rechnen sich vor allem für Haushalte mit einem erhöhten Strombedarf durch die neuen Anlagen bzw. Geräte. Die Spezialtarife gründen auf dem Paragraphen 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Kunden mit solchen Tarifen unterstützen die Energiewende doppelt: Zum einen handelt es sich meist um Ökostromtarife und zum anderen hilft der benötigte, spezielle Stromzähler, Lastspitzen im Netz auszugleichen.

Andere Arten von Spezialtarifen werden rein verbrauchsabhängig berechnet. Sie bieten den Kunden durch ihr Verhalten einen verstärkten Einfluss auf die Energiekosten, so zum Beispiel der Wirklich Eigenstrom-Tarif von Polarstern, der sich an Besitzer von Photovoltaikanlagen richtet.

Der finanzielle Vorteil von Bündeltarifen, welche die Stromversorgung mit Hardware und energiefremden Leistungen kombinieren, ist schwerer zu bewerten. Ihre Preisbestandteile sind in der Regel nicht aufgeschlüsselt. Auch ist zu beobachten, dass kombinierte Angebote oft mit längeren Vertragslaufzeiten verbunden sind, was ebenfalls einen Vergleich erschwert.

In einer Umfrage des Bundesverbands der Energiedienstleister beschleunigt die Corona-Pandemie eine verstärkte Digitalisierung der Branche. Sie wird sich zeitversetzt auch auf neue Produkte auswirken, ist sich Florian Henle von Polarstern sicher.

Der Weg vom Tarif- zum Anbieter-Wettbewerb.

War es bislang schon schwer, einen Überblick über den Energiemarkt zu gewinnen, wird der Dschungel der Anbieter und Tarife immer undurchsichtiger. Die Bundesnetzagentur gibt an, dass es in Deutschland fast 1.200 Stromlieferanten gibt. Durch eine Ausweitung der Vertriebsgebiete etwa der Stadtwerke ist die Wettbewerbsintensität laut Energiemarktreport 2020 von Kreutzer Consulting** zuletzt weiter gestiegen. Auch neue und branchenfremde Anbieter treten zunehmend in den Energiemarkt.

Erhöht wird die Komplexität aber vor allem durch die oben beschriebene Tarifvielfalt: Nach einer Analyse von Polarstern*1 gibt es allein bei Ökostrom für einen Haushalt im Mittel über 200 Tarife zur Auswahl. Hinzu kommen wie gesagt immer mehr Spezialtarife und Bündeltarife. „Angesichts der vielen verschiedenen Tarife bietet der Anbieter dahinter mit seiner Marke End- und Geschäftskunden zunehmend mehr Orientierung“, betont Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. ÖkoTest, RobinWood sowie das Grüner Strom-Label und ok power haben bereits auf den Anbieter bezogene Kriterien aufgenommen.

Begleitet wird die Entwicklung vom wachsenden Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher. „Ganzheitliche Kriterien gewinnen für sie an Bedeutung“, ist Florian Henle überzeugt. „Die Corona-Pandemie hat das noch verstärkt.“ Es geht nicht mehr nur um ökologische Aspekte. Und auch aufgrund der erschwerten Vergleichbarkeit der Stromangebote sind die Qualität im Kundenservice und eine starke, vertrauenswürde Marke wichtig. Beratungsunternehmen sehen in einem „Purpose Driven Branding“ die Chance, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und sie zu überzeugen. Hier sieht Florian Henle Polarstern als Social Business und Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie bestens für die Zukunft gerüstet.

 

*1 Analyse der angebotenen Stromtarife in den 15 größten Städten Deutschlands, durchgeführt von Polarstern im Herbst 2019

** Energiemarktreport, www.kreutzer-consulting.com/energy-services/reports/energiemarktreport.html 

Anna Zipse

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