Strom sparen, die vermutlich einfachste Nebensache der Welt | Polarstern

Strom sparen, die vermutlich einfachste Nebensache der Welt

Wie Haushalte ganz nebenbei Strom sparen und was das bringt,

München, 12.07.2016

Im Handumdrehen und praktisch ohne eigenes Zutun Strom sparen, das ist die Wunschvorstellung in den meisten Haushalten. Wie das geht und wie Strom sparen zur vermutlich „einfachsten Nebensache der Welt“ wird, das erklärt Florian Henle, Mitgründer und Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Da der Energieverbrauch für die Verbraucher bei der Nutzung ihrer Elektrogeräte nicht im Fokus stehe, seien Wege zum automatischen Strom sparen wichtig. Florian Henle meint damit intelligente Haushalts- und Elektrogeräte, Haushaltsroboter sowie Steckdosenleisten. Wie groß ihre Stromersparnis jeweils im Schnitt ist und welche Trends sich abzeichnen, das hat der Ökoenergieversorger Polarstern im Folgenden zusammengestellt: Energieeffiziente große Elektro-Haushaltsgeräte verbrauchen heute im Schnitt mindestens 40 Prozent weniger Strom als zehn Jahre alte Modelle. Der Stromverbrauch von einigen Robotern ist um ein Viertel niedriger als bei manuell gesteuerten Geräten und automatisch abschaltbare Steckdosenleisten helfen bis zu 95 Prozent der Standby-Verluste zu vermeiden.

Klassiker stromsparende Steckdosen neu entdeckt

Professor Michael Krödel von der FH Rosenheim hält ein elektrisches Einsparpotenzial von 18 bis 28 Prozent in privaten Haushalten für möglich, wobei der Großteil in den Standby-Verlusten zu holen sei. Fakt ist, obwohl Steckdosenleisten ein alter Hut sind, wird ihr Stromsparpotenzial unterschätzt. „Zwar senkt die Ökodesign-Richtlinie inzwischen den Standby-Stromverbrauch vieler Geräte, aber angesichts der langen Lebensdauer großer Elektro-Haushaltsgeräte – Waschmaschinen, Trockner und Co. werden meist erst nach 13 Jahren ausgetauscht – sind Steckdosenleisten beim Strom sparen noch längere Zeit sehr wirkungsvoll“, erklärt Florian Henle. Das Gute daran ist, es macht heute weitaus weniger Mühe als früher, abschaltbaren Steckdosenleisten, intelligenten Steckdosen und Master-Slave-Steckdosen sei Dank. Das Öko-Institut rechnet vor, dass der Kauf von drei automatischen Steckdosenleisten, auch Master-Slave-Steckdosen genannt, rund 45 Euro kostet, aber gleichzeitig pro Jahr die Stromkosten um 111 Euro gesenkt werden.

Automatische Steckdosenleisten trennen bei Abschaltung des Hauptgerätes alle weiteren angeschlossenen Geräte ebenfalls vom Netz. Das ist unter anderem im IT-Bereich sinnvoll, wenn Scanner, Schreibtischlampe, Drucker und Monitor nur in Betrieb sein sollen, wenn der Computer genutzt wird. Alternativ kann oft auch eine Zeitschaltuhr genutzt werden, wenn beispielsweise die Kaffeemaschine stets morgens zu einer bestimmten Uhrzeit in Betrieb sein soll. Ähnlich funktionieren intelligente Steckdosen. Dabei legt der Nutzer fest, in welchen Zeitintervallen oder Situationen die Steckdose aktiv sein soll. Kleine Erinnerung: Sobald bei einem Gerät ein Lämpchen leuchtet oder eine Uhrzeit et cetera angezeigt wird, befindet es sich im Standby-Modus.

Sensoren sind der bessere Stromsparsinn

Energieeffiziente Geräte senken den Energie- und Ressourcenverbrauch deutlich. Im Schnitt sind laut einer Analyse der dena* je nach Haushaltsgerät und Nutzung mindestens 40 Prozent möglich. Bei Waschmaschinen, die älter als zehn Jahre sind, fällt der Energieverbrauch zu aktuellen Top-Geräten sogar sechsmal höher aus.

„Ein großer Effizienzgewinn in den Geräten kann durch die Nutzung von Sensoren realisiert werden“, weiß Professorin Olfa Kanoun von der Technischen Universität Chemnitz. Sie böten eine wichtige Basis, um mehr Strom zu sparen. Denn um etwas zu verbessern, müsse man erst einmal den Status Quo messen und dazu brauche es Sensoren. Bei Waschmaschinen steuern Sensoren beispielsweise aber auch immer öfter den Programmablauf, sprich die Temperatur oder die Waschmittel- und Wasserzufuhr abhängig von den Messungen zu Verschmutzungsgrad, Textilstruktur und Beladungsmenge. „Werden die Geräte ohne solche Sensoren gesteuert, müssen deutlich größere Puffer einkalkuliert werden, was die Vorgänge ineffizienter macht.“

Zwar sind in den Elektrogeräten heute deutlich mehr Sensoren verbaut als noch vor einigen Jahren, doch die Möglichkeiten sind bei weitem nicht ausgeschöpft. Das heißt, die Geräte können noch viel mehr Strom sparen. „Es mangelt nicht an den technischen Möglichkeiten, sondern daran, dass diese genutzt und ausgebaut werden“, sagt Olfa Kanoun. Auch der Preis sei meist nicht mehr der Knackpunkt. Es brauche vor allem mehr Forschung. „Es geht darum, auch komplexe Messmethoden zu reduzieren und sie für ein günstigeres Preissegment verfügbar zu machen.“ Dazu müssen oft die Intelligenz erhöht und gleichzeitig die Hardwarekosten reduziert werden. Das führe oft dazu, dass Sensorsysteme fast komplett neu entwickelt würden.

Smarte Haushaltsgeräte

Um Elektro-Haushaltsgeräte energie- und ressourceneffizienter zu machen, sollen zunehmend intelligente Sensoren eingesetzt werden. Das sind Sensoren, „die eine leistungsstarke Signalverarbeitung aufweisen und damit die Funktionen, welche die Geräte übernehmen, erweitern“, erklärt Olfa Kanoun. Je mehr nicht nur mit Sensoren gemessen wird, sondern basierend auf den Messergebnissen automatisch Aktionen eingeleitet werden, desto mehr Energie kann gespart werden. „Ein smartes Zuhause ist eben nicht nur komfortabel, sondern hilft auch, Strom zu sparen – und das immer besser“, ergänzt Florian Henle.  

Besonders Strom sparend sind die Geräte, wenn sie über eine „Zentrale“ beispielsweise mit einer Photovoltaikanlage vernetzt sind und dann laufen, wenn ausreichend Sonne scheint; Beispiel intelligente Wasch- und Spülmaschinen. Aber auch ohne eine Verknüpfung mit der eigenen Energieerzeugung helfen automatische, sensorgesteuerte Programmabläufe, Strom zu sparen.

So erkennen etwa Belüftungssensoren den Temperaturunterschied und öffnen oder schließen die Fenster automatisch. Gefrierschränke senken zum Einfrieren die Temperatur und schalten nach Erreichen der erforderlichen Temperatur automatisch wieder auf Normalbetrieb. Die Liste geht noch weiter über Dunstabzugshauben, die ihre Leistung automatisch den Kochdünsten anpassen und Trockner, die den Feuchtigkeitsgehalt der Wäsche erkennen und sich automatisch ausschalten, sobald die Wäsche trocken ist.

Ein Spezialfall beim automatischen und sensorgesteuerten Strom sparen sind Haushaltsroboter wie zum Beispiel Staubsauger-, Wischroboter oder auch Rasenmähroboter. So verbraucht nach Angaben des Herstellers ein beliebter Staubsaugerroboter über ein Viertel weniger Energie als ein handelsüblicher Staubsauger. Denn auch sie passen durch Sensoren ihre Leistung der Situation kontinuierlich an und reduzieren damit den Energieverbrauch.

Hinweise:

_ Das Gespräch mit Prof. Olfa Kanoun von der Technischen Universität Chemnitz hat Polarstern im Juni 2016 geführt.

_ * Erhebung der dena, www.dena.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Stromnutzung/Dokumente/Energiespartipps_Haushalt.pdf

Pressekontakt

Polarstern GmbH
Anna Zipse
Lindwurmstr. 88
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T: 089 309 042 911
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