Das heißt verbrauchsabhängige Tarife, transparenter Energieverbrauch und klimafreundliche Angebote.

von Anna

Smart Energie zu nutzen, ist mehr als neue, vernetzte Geräte des Smart Homes zu besitzen. Vielmehr ist die Digitalisierung Mittel zum Zweck. Im Kern geht es um eine clevere Energieversorgung, die preiswert und klimabewusst ist. Dieses Interesse steckt hinter der Nachfrage nach Photovoltaikanlagen zur eigenen Energieversorgung genauso wie nach Spezialtarifen und smarter Gerätesteuerung.

Verbrauchstransparente, -abhängige und -effiziente Tarife.

Um Energie effizient zu nutzen, müssen Haushalte auf transparente Tarife achten und ihren Verbrauch besser verstehen. „Der aktuelle Trend zu Flatrates und Bündeltarifen mit Hardware-Bestandteilen konterkariert das Ziel der Energiewende und des Klimaschutzes“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Wer nicht weiß, wie viel Energie er verbraucht und was das kostet, könne schwer Energie sparen. Helfen könne u.a. die Einführung von digitalen Stromzählern sowie spezielle unterbrechbare Stromzähler.

Selbst ein Haushalt, der Energie erzeugt, profitiert davon, Energie effizient zu nutzen. Entweder, weil er für die eingespeiste Energie eine Vergütung erhält oder, weil er mit dem Überschussstrom andere Anlagen versorgen kann, etwa die eigene Wärmepumpe oder die Ladestation für das Elektroauto.

Macht sich ein effizienter Umgang mit Energie im Geldbeutel bemerkbar, motiviert das und führt zu einem sich selbst verstärkenden Effekt. Auch deshalb sind Energieversorger gefragt, Tarife anzubieten, die transparent und verbrauchsabhängig gestaltet sind und eine klimafreundliche Energieversorgung unterstützen. „Wir brauchen immer mehr Ökostrom-Spezialtarife, ob für Wärmepumpen, Elektroautos, PV-Anlagen und Co. Diese Angebote werden dem speziellen Bedarf großer Stromverbraucher im Haushalt besser gerecht.“ Sie senken die Energiekosten und fördern gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien und stützen über spezielle Zähler sogar oftmals die Netzstabilität.

Stagnierende Wechselzahlen sind verpasste Chancen.

Im Schnitt wechselt derzeit nur etwa jeder zehnte Haushalt im Jahr seinen Energieversorger. Über 40 % der Haushalte sind sogar noch beim Grundversorger. 27 % beziehen hier einen Grundversorgertarif.* In speziellen Bereichen wie dem Heizstrom stellt die Bundesnetzagentur sogar Wechselquoten fest, die weit unter denen vom Haushaltsstrom liegen. Bei neuen klimafreundlichen Tarifen ist der Energiemarkt zu träge, kritisiert Florian Henle von Polarstern. „Klassischer Ökostrom allein reicht nicht mehr, wir brauchen mehr Ökostrom-Spezialtarife sowie grüne Angebote im Gasmarkt.“ Sie erfüllten das Interesse an einer preiswerten und klimafreundlichen Energieversorgung.

Wirklich smarte Energieversorgung verändert auch den Markt.

Statt großer Konzerne, die sämtliche Dienstleistungen anbieten, sind Kooperationen im Energiemarkt immer wichtiger. „Alleinherrschaft und Machtdemonstration sind nicht erst seit Corona out. Es geht darum, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Das braucht die Fachkompetenz vieler Partner, von Anlagen- und Geräteherstellern, Handwerkern bis hin zu Energieversorgern“, sagt Florian Henle. All das gehe mit einem nachhaltigen Wirtschaften einher, bei dem der Impact für die gemeinsame Zukunft im Mittelpunkt steht, nicht nur Wachstum und Profit des eigenen Unternehmens.

Immer wichtiger wird die enge Verzahnung von Praxis und Forschung. „Uns bleibt nicht viel Zeit, die großen Schäden durch den Klimawandel zu reduzieren“, betont Florian Henle. „Weiter so machen wie bisher funktioniert nicht. Wir müssen schneller werden.“ Er meint damit auch, dass mehr Forschungsprojekte im Feldtest erprobt werden müssen. Der Ökoenergieversorger Polarstern tut dies beispielsweise im Rahmen seiner Mieterstromprojekte. In Mehrparteien-Gebäuden und Quartieren werden hier Energieversorgungslösungen von morgen realisiert. Im neuen Esslinger Quartier Lok.West wird dazu die Mieterstromversorgung mit der Nutzung von grünem Wasserstoff verknüpft.

 

Wir halten fest:

1) Smarte Energieversorgung ist nicht umsonst. Schluss mit Bündeltarife und Flatrates.

2) Smarte Energieversorgung setzt Verständnis des Verbrauchs voraus, nicht Verschleierung.

3) Smarte Energieversorgung ist partnerschaftlich, nicht machtgetrieben.

4) Smarte Energieversorgung ist Veränderung, nicht Abwarten. 

 

* Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2019

Anna Zipse

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