Nur rund 3 % der Ökogastarife bestehen komplett aus Biogas.

Wie viel CO2-Emissionen und Kosten gespart werden, hängt am Ende von den eingesetzten Ressourcen ab. Egal ob Gas-Brennwerttherme oder Wärmepumpe, werden die Heizungen mit Erdgas oder mit dem deutschen Strommix betrieben, verursachen sie mehrere Tonnen Treibhausgase im Jahr. Das unterstreicht: Eine effiziente Heiztechnik reicht nicht, um das Klima zu schützen. Durch die seit Anfang 2021 geltende CO2-Bepreisung spiegeln das auch die Energiekosten wider. Das Heizen mit erneuerbaren Energien ist damit nicht nur klimafreundlicher, sondern wird auch immer günstiger verglichen zu fossil geprägten Tarifen.

Erdgastarife dominieren bislang im Ökogasmarkt.

79 Prozent der Ökogastarife sind sogenannte Klimatarife, bei denen die verursachten CO2-Emissionen lediglich kompensiert werden. Biogas ist nicht Bestandteil dieser Tarife. In den letzten Jahren haben die Klimatarife im Markt an Bedeutung gewonnen. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Gastarife in den 15 größten deutschen Städten, durchgeführt vom Ökoenergieversorger Polarstern.* „Der Fokus auf die Klimaneutralität unterstützte bisher diese Fehlentwicklung“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Dabei müsste der Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt dringend gesteigert werden. Tarife, in denen zumindest ein Teil aus Biogas stammt, stellen nur 18 Prozent aller Ökogastarife. Und lediglich ein Bruchteil von drei Prozent basiert komplett auf Biogas, so wie die Wirklich Ökogas-Tarife von Polarstern.

Der Weg in die Energiewende im Wärmemarkt: Mehr Biogas und Ökostrom-Spezialtarife.

Ein Großteil der Heizungen in den Privathaushalten sind nach wie vor Gasheizungen. Um die Energiewende und den Klimaschutz dringend stärker voranzubringen, führt also kein Weg an Biogas vorbei. Nach Berechnungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) reicht das Biomassepotential theoretisch aus, um im Jahr 2030 fast 40 Prozent des deutschen Gasverbrauchs zu decken. Realistisch betrachtet kommt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf ein Potenzial von bis zu 13 Prozent des Gasverbrauchs.

„Die CO2-Bepreisung und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) unterstützen eine steigende Vielfalt der Biogastarife“, ist sich Florian Henle sicher. Polarstern selbst hat erst kürzlich sein Biogastarif-Portfolio erweitert und bietet nun unter anderem Wirklich Ökogas GEG an. Es richtet sich an Immobilienbesitzer, die sich den Einsatz von klimafreundlichem Biogas auf den Jahresprimärenergiebedarf anrechnen lassen wollen.

Gleichzeitig fußt die Energiewende im Wärmemarkt auf elektrischer Energie. Entsprechend wichtig sind Ökostrom-Tarife für Wärmepumpen, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördern – über das EEG hinaus. Das Magazin Öko-Test hat Ende Dezember 2020 in seinem Ökostrom-Test Tarife dahingehend untersucht und Polarsterns Wirklich Ökostrom mit „sehr gut“ bewertet. Insgesamt ist die Tarifwahl für Wärmepumpen sehr begrenzt. Im Mittel können Haushalte zwischen knapp 30 Ökostromanbietern wählen, obgleich es bundesweit deutlich über 1.000 Energieversorger gibt.

 

 

* Ökogas-Barometer 2020: Analyse der angebotenen Stromtarife in den 15 größten Städten Deutschlands, durchgeführt von Polarstern im Spätherbst 2020

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