Die Energiewende im Wärmemarkt ist nicht in Sicht.

von Anna

Fast die Hälfte aller Heizungen im Bestand und über ein Drittel im Neubau sind Gasheizungen, aber nur 36 Prozent der Tarife sind Öko-/Biogastarife.* Und davon basieren auch nur 3 Prozent komplett auf erneuerbaren Energien. Die große Mehrheit von 77 Prozent der Angebote sind Klimatarife, sprich Erdgastarife, bei denen lediglich die verursachten Emissionen kompensiert werden. Echte Energiewende sieht anders aus.

Das Bittere an diesen Zahlen: In den letzten Jahren hat sich kaum etwas geändert. Im Gegenteil gibt es tendenziell immer weniger Öko-/Biogastarife. Im Vergleich zu 2017 sind es 3 Prozent weniger. Gleichzeitig stieg der Anteil an Klimatarifen.

Kein Klimaschutz ohne erneuerbare Brennstoffe.

Über ein Drittel der Endenergie in Deutschland wird für das Heizen, Kühlen und die Warmwasserbereitung von Häusern und Gebäuden verbraucht; entsprechend hoch ist der Anteil an den CO2-Emissionen. „Wer die Emissionen senken und das Klima schützen will, darf den Wärmemarkt nicht vergessen“, fordert Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern.

Doch allen Beteuerungen zur notwendigen Energiewende und Energieeffizienz im Wärmemarkt zum Trotz, hat es die Regierung im Gebäudeenergiegesetz verpasst, den Einsatz erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung konsequent zu fördern. Der Fokus liegt zu stark auf neuen Technologien. Wie mit den dominierenden Gasheizungen der Klimaschutz vorangebracht werden soll, wird nicht thematisiert. Dabei werden sie uns allein aufgrund des typischen Alters von Heizungen noch viele Jahre begleiten. „Umso wichtiger ist es, dass seitens der Energiewirtschaft hier Lösungen entwickelt und Angebote macht“, betont Florian Henle. „Dazu gehört die verstärkte Nutzung von echtem Öko-/Biogas genauso, wie die Sektorenkopplung im Mieterstrom und bei Einfamilienhäusern.“

Das Beispiel eines Familienhaushalts zeigt, dass die verursachten Emissionen fast doppelt so hoch ausfallen, wenn mit fossilem Erdgas statt mit Biogas aus Reststoffen geheizt wird. „Das sind am Ende mehrere Tonnen CO2 im Jahr“, bilanziert Florian Henle. Forscher schätzen, dass bei der Erdgasgewinnung mehr Methan in die Atmosphäre gelangt als bisher angenommen wurde. Der Methanschlupf werde meist unterschätzt. Dabei erwärmen Methanmoleküle die Luft stärker als Kohlendioxid. Je nach Zeithorizont ist der Treibhauseffekt 34- bis 86-mal so hoch.**

Maßnahmen für weniger CO2-Emissionen beim Heizen.

Ein Großteil des Energieverbrauchs eines Haushalts entfällt auf das Wohnen. Der letzte Wärmemonitor, erstellt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, kommt sogar zum Ergebnis, dass der Heizenergiebedarf in Wohngebäuden wieder zunimmt und das Niveau von 2010 überschritten hat.

„Angesichts von Sanierungsquoten von unter einem Prozent und einer weiterhin starken Nachfrage nach Gasheizungen im Neubau, braucht es einmal mehr alternative Brennstoffe, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele auch im Gebäudebereich erreichen zu können.“

Während Besitzer von Ölheizungen nicht so einfach auf erneuerbare Energien umstellen können, ist das für Haushalte mit einer Gasheizung ohne Aufwand möglich. Der unabhängige Ökoenergieversorger Polarstern bietet mit Wirklich Ökogas ein Produkt aus organischen Reststoffen. Sie fallen bei der Zuckerproduktion als Abfall an. Der Wechsel funktioniert online in nur fünf Minuten über ein Wechselformular.

 

Mehr zum Ökogasangebot von Polarstern

* Analyse der angebotenen Gas- und Öko-/Biogastarife in den 15 größten Städten Deutschlands, durchgeführt von Polarstern im Herbst 2019

** u. a. Studie der Energy Watch Group, energywatchgroup.org/wp-content/uploads/EWG_Natural_Gas_Study_September_2019.pdf

Anna Zipse

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